Zeit ist Geld – Objektivplatten und andere Schnellwechselsysteme kennenlernen

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Zeit ist Geld – Objektivplatten und andere Schnellwechselsysteme kennenlernen

Nicht immer kommt es beim Fotografieren ausschließlich auf optimale Lichtverhältnisse und einen idealen Aufnahmewinkel an. Hobbyfotografen wie auch Profis wissen um die Bedeutung hochwertiger Objektive und kennen verschiedene Arten solcher mehrlinsiger Vorrichtungen, denn ein und dasselbe Motiv kann vollkommen anders aussehen, je nachdem, welche Brennweite Sie gewählt haben und mit welchen Belichtungszeiten Sie arbeiten.

Vor allem bei beweglichen Objekten vor Ihrer Linse kommt es meistens auf die Geschwindigkeit an, mit der Sie ein Objektiv wechseln, denn in manchen Situationen zählt jeder Moment. Eine perfekte Aufnahme kann innerhalb eines Augenblicks zunichtegemacht werden, wenn der exotische Vogel weiter fliegt oder das entscheidende Tor bereits gefallen ist, während Sie sich mit Ihrem Equipment beschäftigen. Das wiederholte Ab- und Aufschrauben ist jedes Mal aufs Neue mit hohem Zeitaufwand verbunden und trübt auf Dauer die Freude am Knipsen. Wollen Sie jede Sekunde ausnutzen, um das perfekte Foto zu schießen und keinen wertvollen Augenblick verpassen, der den Unterschied zwischen Gelingen und Misslingen ausmachen kann, werden Sie um Objektivplatten und Schnellwechselsysteme nicht herumkommen. Der folgende Ratgeber stellt Ihnen Objektivplatten und Schnellwechselsysteme vor und zeigt Ihnen, worauf es dabei ankommt.

Für diese Objektivmodelle sind Schnellwechselsysteme praktisch

Bevor Sie sich mit Systemen zum Kamera- und Objektivwechsel beschäftigen, sollten Sie zunächst wissen, welches Zubehör Ihnen in diesem Bereich zur Verfügung steht und worauf Sie beim Kauf achten sollten. Für jede Situation, die im Verlauf Ihrer Laufbahn als Profi- oder Hobbyfotograf entsteht, gibt es die passenden Objektive. Ohne sie hat selbst die beste Kamera keine Chance, hochwertige Aufnahmen zu erzeugen. Es gibt sie in verschiedenen Formen und Größen, und sie lassen sich grob in mehrere Kategorien aufteilen.

Da wären beispielsweise die Weitwinkel- und Superweitwinkelobjektive, die mit einer Brennweite von unter 20 Millimeter sogar Aufnahmen von mehr als 180 Grad ermöglichen. Eine spezielle Form stellen hierbei die Fischaugenobjektive dar, die sich vorrangig für Panorama-, Sport- oder Architekturaufnahmen eignen. Wenn Sie also schnell ein Einzelmotiv in eine Gesamtaufnahme verwandeln wollen, ist es ungemein von Vorteil, eine Schnellwechselvorrichtung zu besitzen.

Makroobjektive sind dazu da, besonders kleine Aufnahmen originalgetreu und sogar vergrößert darzustellen. Mit solchen Vorrichtungen ist es möglich, sehr nah an ein einziges Objekt heranzugehen, ohne dass das Bild unscharf wird. Als Makro-Modelle werden solche bezeichnet, die über einen Maßstab von mindestens 1:4 verfügen. Im Gegensatz zu Teleobjektiven zeichnen sich diese nicht durch längere Brennweiten aus, sondern durch eine besonders niedrige Bildfeldwölbung, durch geringe Verzeichnung und durch gleichmäßige Schärfe auch an den Rändern der Aufnahme. Auch hier sind Objektivplatten vor Vorteil, die Ihnen viel Zeit und Mühe ersparen, sodass Sie sich vor allem auf das Wesentliche konzentrieren können – das Fotografieren außergewöhnlicher und faszinierender Motive.

Als Teleobjektive gelten Modelle, die besonders große Brennweiten aufweisen – mehr als 50 Millimeter im Kleinbildformat. Dadurch wird der Blickwinkel kleiner, und die anvisierten Gegenstände nähern sich. Auf diese Art fotografierte Objekte werden nicht nur vergrößert, sondern ebenfalls räumlich verändert dargestellt, und Sie können einzelne Motive aufgrund der geringen Schärfentiefe hervorragend freistellen. Solche Objektive können sehr groß und schwer sein, und Sie brauchen spezielle Stative und Halterungen, wenn Sie längere Zeit unterwegs sind und viel fotografieren – denn niemand kann sich sicher sein, auch nach stundenlanger Benutzung noch eine ruhige Hand zu haben, wenn die Gesamtausrüstung über ein beträchtliches Gewicht verfügt.

Für variable Vergrößerung eignen sich besonders Zoomobjektive, denn Sie können die Entfernung des gewählten Motivs manuell einstellen. Durch das Drehen eines Rings am Objektiv verschieben Sie die Linsenelemente und verändern somit die Brennweite. Im Grunde lässt sich sagen, dass solche Exemplare ein Bindeglied zwischen unterschiedlichen Modellen mit festen Brennweiten darstellen.

Letztlich ist es nicht entscheidend, welche Objektivarten Sie bevorzugen – wichtig ist eine unkomplizierte Möglichkeit, unterschiedliche Komponenten schnell auszuwechseln, um beim Ausleben Ihrer Fotografie-Leidenschaft so wenig wie möglich gehindert zu werden. Sie haben die Wahl: Sie können weit entfernte Objekte heranzoomen, den kleinsten Marienkäfer gestochen scharf abbilden oder ein Fußballspiel in entscheidenden Momenten einfangen. Mit Objektivplatten und Schnellwechselsystemen verpassen Sie in Zukunft nichts mehr. Mit wenigen Handgriffen haben Sie das neue Objektiv ausgetauscht und können sich an alle Gegebenheiten anpassen und Ihren Freuden und der Familie Ihre neuesten beeindruckenden Fotos präsentieren.

Das sollten Sie über unterschiedliche Stativ-Arten wissen

Kamerastative kommen häufig dann zum Einsatz, wenn es sich um Langzeitaufnahmen, Selbstportraits oder um Fotos mit einer langen Belichtungsdauer handelt. Auch bei großen, schweren Objektiven ist es von Vorteil, eine solche Konstruktion zu besitzen, denn so müssen Sie das mitunter beträchtliche Gewicht der Gesamtvorrichtung nicht die ganze Zeit selber halten und können sicher sein, dass im entscheidenden Moment keine Verwacklungen entstehen. Stative gibt es in verschiedenen Ausführungen und Formen. Die Palette reicht von flexiblen Mini-Stativen über Einbein-Ausführungen bis hin zu stabilen Dreibein-Modellen. Letztere sind am weitesten verbreitet, denn sie gewährleisten besonders stabilen Stand und optimale Sicherheit für Ihre Kamera.

Kugelkopf- und Dreiwegneigerhalterungen

Bei den Halterungen gibt es ebenfalls Unterschiede. Am bekanntesten sind Kugelkopf- und Dreiwegneiger-Ausführungen. Erstere lassen sich flexibel in jede Richtung drehen – Sie müssen nur eine Schraube lösen oder an einem Griff ziehen. Vor allem bei Tierfotografie, wenn es darauf ankommt, die Kamera schnell drehen und neigen zu können, ist der Kugelkopf unschlagbar.

Für Präzisionsaufnahmen ist dagegen die Neiger-Halterung am besten geeignet. Mit den Führungsgriffen können Sie jede Ebene getrennt kontrollieren und Korrekturen vornehmen, ohne die vorrangige Einstellung entscheidend zu verlieren. Diese Technik ermöglicht millimetergenaue Veränderungen und optimale Kontrolle des Aufnahmewinkels.

Ihr neues Schnellwechselsystem muss sich sowohl an die Kamera als auch an das Stativ anbringen lassen, und das sollten Sie bei der Suche berücksichtigen. Hilfreich sind spezielle Adapter, die auf jeden Stativkopf passen und eine Kompatibilität zwischen allen Fotokomponenten erzeugen. Es gibt sie für alle gängigen Modelle, und auch für Ihre Standvorrichtung findet sich mit Sicherheit das passende Exemplar. Sie benötigen lediglich etwas Zeit für die Suche und die Eckdaten Ihrer bereits vorhandenen Ausrüstung.

Schnellwechselplatten für Stative und Objektive – dafür sind sie da

Fast alle Fotoapparate und Videokameras verfügen über einen Stativanschluss. Genauso sieht es bei Objektiven aus. Besonders große und schwere Modelle besitzen eine spezielle Schelle mit Gewinde. Wenn es mal schnell gehen muss, wird Ihnen das zeitraubende Auf- und Abschrauben beim Kamera- oder Objektivwechsel wie eine Ewigkeit vorkommen. Daher sind Schnellwechselplatten eine gute Erfindung, die Ihnen viel Zeit ersparen. Sie werden an das Gehäuse oder an Stativschellen angebracht, und die jeweiligen Komponenten lassen sich von nun an per einfachen Verriegelungsmechanismus anbringen und wechseln.

Sogenannte Objektivplatten – oder auch Platinen genannt – kommen vor allem bei der Montage an Großformatkameras zum Einsatz. Solche Fotoapparate benötigen spezielle Objektive, die nicht für „normale" Geräte konstruiert werden und meist aus zwei Teilen bestehen. Die Platte wählen Sie nach dem jeweiligen Kameratyp und bauen die zwei Einzelteile um die Platine herum ein. Die meisten Hersteller haben eigene Befestigungsvorrichtungen, sodass Sie sich am besten im Vorfeld darüber informieren, ob eine Konstruktion zu Ihrer Kamera passt. Einer der bekanntesten Hersteller ist übrigens Linhof, der eine große Auswahl an Schnellwechselsystemen bietet.

Schnellwechselsysteme für den raschen Kamerawechsel

Wenn Sie sich für ein Schnellwechselsystem entschieden haben, geht es darum, dieses an Ihrem Fotoequipment anzubringen. Zuerst verschrauben Sie die Platte an der dafür vorgesehenen Stelle an der Kamera. Hochwertige Ausführungen bestehen aus robustem Metall, das gleichzeitig dünn und leicht ist. Wichtig ist, dass eine perfekte Passform gegeben ist, alles fest sitzt und nichts wackelt. Überprüfen Sie, ob Ihre Kamera mit dem favorisierten Wechselsystem kompatibel ist, denn nur so können Sie sicher sein, dass sich die Platte selbst bei besonders schweren Objektiven nicht verdreht. Einige Hersteller bieten spezielle Winkel, die es ermöglichen, die Fotovorrichtung auch im Hochformat auf dem Stativkopf zu befestigen.

Nun benötigen Sie noch das Gegenstück. Wenn Sie nicht bereits ein Stativ haben, das zum jeweiligen System an der Kamera passt, brauchen Sie eine entsprechende Adapterplatte, die meistens in der Lieferung enthalten ist. Zum Verbinden beider Komponenten schieben Sie diese entweder seitlich ineinander oder stecken die Kamera von oben an die Halterung.

Arca-Swiss – das bekannteste Schnellwechselsystem für Ihre Kamera

Das Unternehmen Arca-Swiss Phototechnik AG ist ein Unternehmen, das bereits 1926 in Zürich gegründet wurde und seitdem hochwertige Fachkameras und Fotografie-Zubehör herstellt. Unter diesem Namen ist außerdem ein standardisiertes Schnellwechselsystem bekannt, das von unterschiedlichen Herstellern unterstützt wird. Für Sie bedeutet das eine große Auswahl an Stativen und Objektiven, die Sie im Gegensatz zu anderen Vorrichtungen nicht an einen einzigen Anbieter bindet. Die Konstruktionen verfügen über Schwalbenschwanzplatten, die in den Sativhalter eingeschoben werden. So verlieren Sie in Zukunft nie wieder unnötige Zeit und verpassen nicht den perfekten Augenblick für eine Aufnahme. Die Systeme sind leicht zu handhaben, weisen eine lange Lebensdauer auf und können herstellerübergreifend genutzt werden.

Schnellwechselsysteme sind häufig kostspielig, und ein Systemwechsel kostet weiteres Geld und Zeit. Bei Arca-Swiss haben Sie im Gegensatz zu vielen anderen Ausführungen eine sehr breite Palette an Zubehörartikeln, und viele Hersteller bezeichnen ihre Produkte als kompatibel zum Arca-System. Trotzdem ist Vorsicht geboten. Informieren Sie sich gründlich im Vorfeld und stellen Sie sicher, dass die favorisierten Teile tatsächlich auf Ihre Kamera oder Ihr Stativ passen. Verschaffen Sie sich außerdem einen allgemeinen Überblick über im Handel befindliche Vorrichtungen und lesen Sie in diversen Fachforen die Meinungen anderer Nutzer und Experten auf diesem Gebiet.

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