Zahlungsmittel der Antike - so bestimmen Sie byzantinische Münzen

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Zahlungsmittel der Antike - so bestimmen Sie byzantinische Münzen

Worauf es beim Kauf von antiken Münzen ankommt

Heute noch qualitativ und gut erhaltene Münzen aus der Zeit der byzantinischen Antike zu finden, ist eine schwierige Aufgabe. Da die Münzen aus dieser Epoche teilweise schon über 1500 Jahre alt sind und somit die Anfänge des Münzhandwerks selbst markieren, ist es natürlich neben der Witterung auch noch anderen Faktoren zur Schuld, dass man die Münzen heutzutage kaum noch in exzellenter Erhaltungsqualität auffinden kann. Viele der sich heute in Sammlerhänden befindlichen Bestände von antiken Münzen werden bei archäologischen Ausgrabungen zu Tage gefördert. Der Aufbau der damaligen Zahlungssysteme und die damit verbundenen Nominalwerte sind heutzutage nur noch sehr schwer nachweisbar. Dies gilt vor allem für Münzen aus dem frühen Mittelalter, da es von dieser Zeit kaum geschichtliche Überlieferungen und Informationen gibt. Bei eBay finden Sie diesbezüglich eine große Auswahl an Münzen aus den verschiedensten Epochen und z.B. auch aus der Zeit der Kreuzfahrer, in dessen zeitliche Periode die Prägung der byzantinischen Münzen fällt. Mehr oder weniger erhaltene Stücke findet man auch heute noch unter Sammlern. Aufgrund der Seltenheit und der altersmäßigen Gegebenheiten sind heutzutage natürlich keine Stücke mehr in Spitzenqualität zu erlangen. Daher sollten beim Münzenkauf vielmehr die Echtheit der Münze und die wenigstens erkennbaren Konturen der Schriften und Symbole im Vordergrund sein. Im Folgenden soll auf die Münzprägung im Byzantinischen Reich selbst sowie auf die unterschiedlichen Münzen der verschiedenen Großvölker der Antike eingegangen werden.

Münzen aus dem Königreich Byzanz 

Die byzantinische Währung löste gegen Anfang des 6. Jahrhunderts nach Christi Geburt die Währung des Römischen Reichs ab. Grund dafür war die Teilung des Römischen Reichs in einen Ostteil, Byzanz und in einen Westteil, das Weströmische Reich. Münzen prägte man in Byzanz in zwei wesentlichen Formen, den Solidus – Goldmünzen und in Form von Bronzemünzen – die Münzen des einfachen Volks. Bei eBay finden Sie eine Vielzahl verschiedener Münzen von beiden Varianten. Als Grundstein für den Beginn der Prägung der byzantinischen Münzen gilt demnach die Währungsreform des oströmisch-byzantinischen Kaisers Anastasius im Jahre 498. Dieser reformierte das alte römische Währungssystem. Er führte als Kleinwährung, ähnlich den heutigen Cent-Münzen, die Nummi-Münzen ein, welche es mit Nominalwerten zu 5, 10, 20 oder 40 Nummi gab.

Prägemethoden und Materialien

Die Vorderseite der Münzen bildeten stilistische Portraits der amtierenden Kaiser ab, während die Rückseite den Verkehrswert der Münze abbildete. Die Münzen wurden mit Stempeln geschlagen auf Bronzebleche gestanzt, die im Nachgang in gleichgroße Stücke herausgepresst wurden. Für den täglichen Zahlungsverkehr und für kleinere Transaktionen waren die Nummi-Münzen ein gängiges Zahlungsmittel. Im späteren Verlauf der Geschichte wurden von Zeit zu Zeit, wenn auch selten, diverse Silbermünzen, die Miliaresion, herausgegeben. Während man die Münzen mit niedrigeren Nominalwerten reformierte, gab es bei den nominal höherwertigen Münzen keine Neuerungen zu verzeichnen. Hier blieb der römische „Solidus", also die römische Goldwährung, das Maß aller Dinge für den internationalen Zahlungsverkehr. Ihr Goldgehalt wies zwischen 955 und 980 Tausendstel des Gewichts der Münze auf.

Im weiteren Verlauf der Geschichte wurden unter der Führung von Kaiser Nikephroros II. Phokas weitere, eigene Formen von Goldmünzen geprägt, welche in Form und Größe zum Solidus variierten und somit auch im Wert unterschiedlich waren. Schließlich änderte sich zudem noch die Form der Münzen, von einer Scheibe hin zu schüsselförmig gewölbten Münzen. Warum man sich für diese Münzenform entschied, ist Forschern bis heute noch ein Rätsel. Es wird allerdings angenommen, dass die Münzen sich so besser stapeln ließen. Nach und nach senkte sich auch der Goldgehalt der Münzen und diese wurden in den 80er Jahren des 10. Jahrhunderts zunehmend aus der natürlich vorkommenden Legierung Elektrum, bestehend aus Gold und Silber, hergestellt. Bestand hatten die Münzen etwa bis zu Beginn des 15. Jahrhunderts und wurden danach von italienischen Geldstücken ersetzt.

Die Münzgeschichte der Antike – von Römern, Griechen und Byzantinern

Wenn man von Münzen aus dem Altertum spricht, so meint man hauptsächlich die Münzprägung im griechischen, keltischen und römischen Reich sowie die zeitlich darauf folgende Prägung der byzantinischen Münzen. Die Antike wird demnach zeitlich in den Abschnitt zwischen 1200 vor Chrisi Geburt und 600 nach Christi Geburt eingeordnet. Diesbezüglich findet man neben dem Angebot auch eine große Auswahl an verschiedenen griechischen Münzen, Münzen der Ostkelten und römischen Münzen in unterschiedlichen Erhaltungsgraden und aus verschiedenen Materialien.

Um 600 vor Christus wurde die erste Münze geprägt

Den Beginn der Münzprägung markieren demnach die alten Griechen, und zwar die Lydier. Hier wurden um ca. 600 vor Christi Geburt nachweislich die ersten Münzen geprägt und in Umlauf gebracht. Zu Beginn der Münzprägung hielt es sich jedes Städtchen, jede Polis inne, ihre eigenen Münzen aus Silber und Gold zu prägen. Ziel des Unterfangens „Münzprägung" war es, den Warenverkehr und das Dienstleistungswesen übersichtlicher zu gestalten und auch für die Polis als solches kontrollierbarer zu machen. Einheitliche Kursmünzensätze und Serien gab es zu dem Zeitpunkt allerdings noch nicht. Vielmehr waren die ersten Münzen unförmige Metallstücke mit teilweise nur schwerfällig lesbaren Ausstanzungen. Im weiteren Verlauf der Geschichte setzten sich zunehmend einheitliche Münzstücke mit gleichem Wert durch, welche als die erste gesamtstaatliche Währung der Welt gelten.  Die Rede ist von der griechischen Drachme, der Drachmon.

Nach den Griechen prägten die Römer und Kelten eigene Münzen

Bald darauf, etwa im Zeitraum zwischen 400 und 300 vor Christi Geburt, folgten erst die Römer und später auch die Kelten mit eigener Münzprägung. Im Reich der Kelten dienten die ersten Münzen zudem lediglich als Informationsaustausch oder als Schatzgegenstand. Auch hier kam es im späteren Verlauf der Geschichte nicht zu einem einheitlichen Münzsystem. Vielmehr dominierten von Bereich zu Bereich unterschiedliche Materialien bei der Münzprägung. Von den römischen Münzen existieren heute noch die meisten Exemplare der Münzen des Altertums. Hier unterscheidet man in Münzen aus der römischen Kaiserzeit, in Münzen aus der Römischen Republik, in Provinzialprägungen, in spätrömische Münzen sowie in imperatorische Prägungen, wie z.B. die Münzen von Julius Caesar. Im byzantinischen Reich wurden Münzen zwischen dem 5. und dem 15. Jahrhundert geprägt, einem Zeitraum also, der sich über fast 1000 Jahre erstreckt. Mit der Reichsteilung des Römischen Reichs gegen Ende des 5. Jahrhunderts kam es zur byzantinischen Währungsreform, in welcher man eigene Münzen mit den Konterfeis der amtierenden Herrscher einführte. Die Münzen veränderten im Laufe der Zeit immer wieder ihre Form und traten gegen Ende der byzantinischen Ära eher in Schüsselformen auf. Die Beschriftung der Münzen geschah mithilfe griechischer Schriftzeichen und griechischen Buchstaben bei der Numerik. Geprägt wurden die Münzen in verschiedenen Prägestätten. Erstmalig wurden diese auch auf die Münzen geprägt und so standen die Kürzel „CON" für Konstantinopel oder „KYZ" für Kyzikos.

Wie man auch heute noch gute Exemplare ausfindig macht

Auch heutzutage ist es noch möglich, verhältnismäßig gut erhaltene Exemplare zu finden. So finden Sie ein breites Spektrum verschiedener Münzen aus dem Altertum, dem Mittelalter, speziell Münzen aus dem deutschen Mittelalter, aber auch aus dem europäischen Mittelalter sowie diverse orientalische Mittelaltermünzen und Brakteaten. Die Münzen aus dem Altertum markieren demnach den Beginn der Geschichte der Münzprägung. Selbstverständlich ist es in diesem Zusammenhang nicht möglich, noch Münzen mit der höchsten Prägequalität aus diesem Zeitraum zu finden. Relativ gängig sind daher die Prägequalitäten „ss" für sehr schön und „vz" für vorzüglich am anderen Ende der Skala. Die am besten erhaltenen Münzen aus dieser Zeit sind aber zweifelsohne die Bronzemünzen. Jene haben der Witterung der vergangenen 1500 Jahre am besten standgehalten. Problematischer sieht es da schon bei den Kupfermünzen des Altertums aus, da diese teilweise der Grünspan verwittert hat und Symbole und Konturen auf den Münzen nur noch schwer erkennbar sind. Am besten erhalten sind demnach Münzen aus wertvolleren Edelmetallen wie z.B. Gold und Silber. Diese haben der Witterung der letzten Jahrtausende am besten standgehalten und sind auch heute noch in einer guten Erhaltungsqualität auffindbar.

Europäische Mittelaltermünzen und Brakteaten – das damalige Zentrum der Welt

Allgegenwärtig wurde die Münzprägung im frühen Mittelalter, wenn es in jedem Kleinstaat und Fürstentum Europas begonnen wurde, Münzwährung zum Warentausch einzuführen. Hauptmaterial für die Münzprägung war noch sehr lang die Legierung Bronze. Besonders auffällig zu dieser Zeit ist die Teilhabe der Kirche in der Münzprägung und Symbolik und so wurden viele der Stücke von Ordensgemeinschaften geprägt. Sie finden diesbezüglich eine große Auswahl an Münzen aus dem Mittelalter verschiedener Völker. Brakteaten hingegen wurden aus dünnem Metallblech, aus Silber oder Billon geprägt und nur einseitig mit Symbolen oder Zahlen versehen. Eine Besonderheit dieser Münzen war, dass man diese üblicherweise im Tauschhandel teilte, um auf den vereinbarten Preis zu kommen. Viele der Stücke findet man heutzutage daher nicht im ganzen Stück, sondern oft in mehreren Bruchstücken wieder.

So pflegen Sie die kleinen Kostbarkeiten der Antike richtig

Zusammenfassend ist beim Kauf einer Münze aus der Antike eine Menge zu beachten. Da die Münzen mittlerweile über 2000 Jahre alt sind und oft nur durch archäologische Ausgrabungen zu Tage gefördert werden, ist es natürlich nicht möglich, diese noch in exzellenter Qualität aufzufinden. Um dem weiteren Verfall der Münzen Einhalt zu gebieten, bedarf es einer Reihe von Münzen-Zubehör wie z.B. Münz-Alben sowie in Form von Reinigungs- und Pflegeprodukten, um Ihre Münzen auch noch für die Nachwelt gut zu erhalten. Münzen aus dem byzantinischen Reich gehören demnach heute zu den seltensten Münzen überhaupt, da ihre Prägezeit in die dunkle Zeit des Mittelalters fällt und gerade von dieser Zeit wenig geschichtliche Überlieferungen bekannt sind. Dementsprechend wertvoll sind die Münzen und sollten daher unbedingt vor Witterung geschützt aufbewahrt werden.

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