Zähneknirschen - Zähnepressen - Bruxismus

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Zähneknirschen - Zähnepressen - Bruxismus: Die heimliche Volkskrankheit Nr.1! Tun wir was dagegen!!

Laut aktueller Studien sind 50% der Deutschen Bevölkerung von nächtlichem Zähneknirschen und/oder Zähnepressen betroffen. Hilfe in dieser Situation zu bekommen ist recht schwierig, da der Schulmedizin das Thema zu komplex erscheint. Auch aus dem Internet sind gute Informationen kaum zu bekommen. Deshalb werde ich in den nachfolgenden Absätzen die Erfahrungen schildern, die eine mir sehr nahe stehende Person in 20 Jahren zu diesem Themenkomplex gesammelt hat.

Ursachen von Bruxismus und Erscheinungsformen


Die Ursachen können vielfältig sein, jedoch scheinen meist die folgenden Faktoren beteiligt zu sein:

Eine unpassende, ungünstige Verschlüsselung der Zähne oder ein starker Frühkontakt, die einen ausgeglichenen Biss verhindern.
Die unpassende Verschlüsselung kann z.B. angeboren sein, im Kindesalter vom behandelnden Zahnarzt nicht erkannt oder falsch
korrigiert worden zu sein, so dass man im Erwachsenenalter unter den Spätfolgen leidet. Sie kann aber auch durch eine Asymmetrie im Biss (z. B. durch noch nicht hervorgetretene Weisheitszähne oder nicht angelegte Weisheitszähne) oder durch Abbrüche von Zahnschmelz entstanden sein.
Auch kann sie dadurch entstehen, dass durch eine neue Füllung oder Krone die seitliche Führung des Kauapparates nachlässt oder ein Frühkontakt zu einer Verschiebung der benachbarten Zähne führt. Ob man einen ausgeglichenen Biss hat, kann ein guter Zahnarzt beurteilen. Besser ist es jedoch, sich einem Kieferorthopäden anzuvertrauen, da dieser sich mit genau dieser Problematik professionell beschäftigt. Falls Sie die Möglichkeit haben an eine Uni-Klinik zu gehen, suchen Sie Sich am besten dort einen guten Kieferorthopäden, denn dieser wird sich auch die nötige Zeit nehmen um Ihren Kauapparat genau zu untersuchen. Der normale niedergelassene Kieferorthopäde oder Zahnarzt wird sich diese Zeit meist nicht nehmen können.

Körperlicher oder geistiger Stress, den der Körper nachts über den Kauapparat abzureagieren versucht.
Diesen Stressarten dürfte wohl jeder Deutsche ausgesetzt sein. Es fehlt im Land eine Kultur der flächendeckenden seelischen und muskulären Entspannung.

Joga, autogenes Training und regelmäßige Massagen gönnt sich kaum jemand. Insbesondere Eltern in der rush-hour des Lebens finden zudem kaum die Zeit dazu. Mit anderen Worten: diesen Faktor bringt fast jeder Deutsche mit, während z.B. Italiener oder Holländer durch ihre Mentalität leichter Abstand zu Stress finden.

Krankheitsbilder


Auch die Erscheinungsbilder dieser Krankheit sind vielfältig. Sie gehen von frühmorgendlichen Kopfschmerzen, Belastungsschmerzen im Kauzahnbereich, Schmerzen im Kiefergelenk, über verspannte Kaumuskulatur, geringe Stresstoleranz, schlechte oder fehlende Konzentrations- und Arbeitsfähigkeit bis hin zu merklich abgeschliffenen Kau- und Schneidezähnen und kann im fortgeschrittenen Stadium von Zähneknirschen bedeuten, dass nur noch kurze Zahnstümpfe von der einstigen weißen Pracht übrig geblieben sind. Probleme der Kaumuskulatur und auch des
Kiefergelenks können sich, da das Kiefergelenk das oberste Gelenk ist, über Hals- und Schultermuskulaturketten bis in den Rücken ausstrahlen und den Betroffenen elendig quälen. In einem
solchen Stadium angelangt, ist so gut wie jeder Hausarzt überfordert und wird bestenfalls Massagen für Hals und Rücken oder eine schmerzlindernde Creme verschreiben. Die eigentliche
Ursache wird er in 99% der Fälle nicht aufdecken und somit die eigentliche Ursache nie beheben können.

Behandlungsansätze der Ärzte


Je nach Ausprägung des Krankheitsbildes wird
- der Hausarzt Massagen, Autogenes Training, Medikamente (z.B. beta-Blocker) oder einen Gang zum Psychologen empfehlen; den Zusammenhang zu einem möglichen Problem mit der Zahnstellung oder dem Zahnbiss wird er jedoch kaum herstellen, denn er möchte ja lieber, dass sie regelmäßig wieder kommen. Das ist das grundlegende Dilemma vieler Ärzte: Ihr Interesse,
einen Patienten in einen chronisch kranken Zustand zu bringen, ist oft größer, als ihn zu heilen. Der chronisch Kranke bringt im regelmäßig Geld ein. Dass ich damit den wenigen guten und
motivierten Ärzten Unrecht tue, muss ich leider in Kaufnehmen.
- der Zahnarzt wird versuchen, sein Untersuchungsspektrum voll auszufahren bis hin zu Röntgenaufnahmen, Gebissabdrücken und Artikulatormodellen; mit etwas Glück wird er einen Frühkontakt
finden und kann das Problem abstellen. Sollte die Situation komplizierter sein, so könnte er vorschlagen, den "Biss" zu heben und neu einzustellen. Dabei wird ein Teil der Zähne oder alle überkront, um für die Einstellung der Okklusion eine jungfräuliche Ausgangslage zu erzielen. Diese Überkronung ist nicht nur mit erheblichem finanziellem Aufwand für den Patenten verbunden, sondern auch mit einem irreversiblen Verlust von gesundem Zahnschmelz. Dies sollte der allerletzte Ausweg sein, aber keinesfalls ein "wir probieren das mal aus" Weg. Ein sehr guter Zahnarzt wird Fehlstellungen oder störende Asymmetrien erkennen und an einen Kieferorthopäden verweisen. Was der Zahnarzt auf jeden Fall machen kann, ist, eine Aufbisschiene, oder noch besser - eine zentrierte Aufbisschiene anzufertigen, die nachts den Kauapparat entlastet und auf diese Weise zu einer Abmilderung der Auswirkungen führt. Jedoch wird die Schiene in den seltensten Fällen das Problem beseitigen. Sie ist nur ein erster, sehr guter Schritt.

Sehr gute Erfahrungen im Zusammenhang mit Bruxismus macht man mit einem guten Osteopath, da dieser ein Krankheitsbild versucht, ganzheitlich zu erkunden und sich leichter tut, von einer Beschreibung für ein Krankheits- oder Schmerzbild auf die Ursache zu kommen. So ging es auch der hier beschriebenen Person. Erst durch den Gang zu einer Osteopathin wurden die Zusammenhänge zwischen Kiefergelenks- und Halsprobleme sowie mangelhafter Konzentrationsfähigkeit mit einer Asymmetrie in der Zahnstellung erkannt und der Schritt zum Kieferorthopäden nahegelegt.

Grundsätzlich gilt: Bei jedem Behandlungsvorschlag - seien sie so misstrauisch wie möglich und versuchen Sie Sich eine zweite Meinung einzuholen. Eine fehlgeleitete Behandlung kann noch mehr Schaden anrichten und ordentlich Geld kosten. Den Schaden trägt allein der Patient!

Selbsthilfe


Generell Stress zu vermeiden, wäre eine sehr sinnvolle Selbsthilfe. Jedoch kaum realistisch. Man kann aber trotzdem einiges tun:
- sprechen Sie als erstes mit Ihrem Zahnarzt und besorgen Sie sich eine (ggf. zentrierte) Aufbisschiene.
- für ausreichend Schlaf sorgen
- keinen oder nur mäßig Alkohol und Kaffee trinken, denn beides führt zu unruhigem Schlaf und vermehrter nächtlicher Kiefertätigkeit
- abendliche und morgendliche Dehnübungen der Kaumuskulatur (Mund weit auf und Kiefer links/rechts bewegen) sind hilfreich
- Kaumuskulatur auf Verhärtungen abtasten und ggf diese rausmassieren
- Kaumuskulatur mit schmerzstillenden, entkrampfenden Cremes einmassieren (z.B. Voltaren forte)
- Zähneklappern (Schneidezähne entspannt in Kontakt zueinander bringen, dann setzt von selbst ein leichtes Zähneklappern ein, das die Kaumuskulatur entspannt)
- regelmäßig Sport treiben, das entstresst!

Wirklich zielführende Behandlungen


Ganz wichtig ist es natürlich, einen ausgeglichenen Biss herzustellen. Das kann fast nur ein Kieferorthopäde, der sich ordentlich Zeit nimmt. Daher die Empfehlung, an einer Uniklinik nach so einem zu suchen. Die Behandlungswege können sehr vielfältig ausfallen, laufen meist über eine Behandlung, wie sie auch Jugendliche mit brackets und Bögen bekommen. Ab 18 Jahren übernehmen die Kassen eine solche Behandlung nicht mehr. Je nach Schwere des Erscheinungsbildes können Behandlungskosten von 1 bis 10 TEUR auf den Patienten zukommen. Die Aussicht auf 100% Lebensqualität, einen klaren Kopf und einen gesunden Kauapparat sollte dies aber wert sein. Die mir sehr nahestehende Person hat nun ein Jahr einer solchen Behandlung hinter sich gebracht und eine deutliche Verbesserung ihrer Situation erfahren. Noch ca. 1 weiteres Jahr, und die Beschwerden sollten gänzlich gewichen sein. Nebenbei hat sich auch die Ästhetik des Zahnapparates sehr zum positiven entwickelt. Der Behandlungsweg ist leider weder kurz noch besonders billig, aber er kann sehr zielführend sein, wenn man den richtigen Arzt findet!

Disclaimer: Da ich kein ausgebildeter Arzt bin, kann ich keine Haftung für die oben gemachten Darstellungen übernehmen. Ich verbürge mich jedoch für den Wahrheitsgehalt des geschriebenen und wünsche auf diesem Wege Gute Besserung!

Eine "JA" Bewertung würde ich als Anerkennung für meine umfassende Schilderung werten! Vielen Dank & Guten Biss!

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