Xbox 360 und Wii im Vergleich

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Xbox 360 und Wii im Vergleich

Gespielt haben wir schon immer – erst mit Murmeln, dann mit dem Computer. Faszinierende, künstliche Welten entstehen vor unseren Augen, und wir können sie beeinflussen. Meist allerdings dadurch, dass wir in einem Ego Shooter-Game etwas oder jemanden zerstören. Warum sind Ballerspiele so verbreitet?
Es ist nicht nur das Verlangen der Konsumenten nach Gewalt und Action. Ein wesentlicher Punkt ist sicherlich, dass sie vergleichsweise einfach zu programmieren sind. Etwas zu zerschießen ist die einfachste Art von „Interaktion" - es gibt kein Feedback. Abgesehen von einer schönen großen Rauchwolke muss der zerstörte Gegenstand nichts mehr von sich geben.
Viel schwieriger wäre es, in einer virtuellen Welt einen Stuhl zu verrücken. Der Stuhl ist auch anschließend noch da, nimmt Raum ein und darf andere Gegenstände nicht durchdringen. Wii und Xbox 360 ermöglichen einen großen Schritt in diese virtuelle Realität. Früher steuerten wir eine Spielfigur mit den Richtungstasten. Sie rannte dann roboterhaft in die vorgegebene Richtung. Mit neuartigen Eingabegeräten erlauben es nun die beiden Systeme Wii und Xbox, die Bewegung des Spielers – mehr oder weniger exakt – zu erfassen.

Xbox 360 und Wii - zwei verschiedene Konzepte

Es werden keine simplen Spielfiguren mehr gesteuert, sondern ein Avatar des Spielers führt dessen Bewegungen in der virtuellen Welt aus. Zwar schauen wir beim Spielen noch immer auf einen Bildschirm, doch tauchen wir jetzt wesentlich intensiver und vollständiger in die Spielwelt ein.
Xbox 360 mit der Erweiterung namens Kinect und auf der anderen Seite das Wii-System verwenden dabei grundsätzlich verschiedene Konzepte. Diese unterscheiden sich hauptsächlich durch die Art und Weise, wie die Bewegung des Spielers gemessen und ins Spiel eingearbeitet wird. Es ist offen, welches System sich letztlich durchsetzen wird, oder ob beide noch lange Zeit parallel existieren.
Zusammen mit dem dritten großen Mitbewerber, nämlich Sony mit der Play Station Move, wird um den milliardenschweren Spiele-Markt gekämpft. Alle Systeme haben Millionen von Einheiten verkauft und erfreuen sich großer Beliebtheit. Der Ausgang dieses Wettbewerbs ist offen.

Was beide Systeme können

Die aktuellen Versionen beider Systeme sind WLAN-fähig. Per Internet greifen beide auf eine weit ausgebaute Infrastruktur zu, die das Kaufen neuer Spiele mit direktem Download ermöglicht. Dafür gibt es jeweils ein Gutschriftsystem, das auf Punkten (points) beruht. Ein Punkt kostet ca. einen Eurocent. Mit beiden Geräten sind Multiplayer-Online-Spiele möglich. Das DVD-Laufwerk ermöglicht auch das Abspielen von Filmen, wobei die Xbox 360 durch HD-Qualität besticht. Je nach Wunsch und bevorzugter Art der Benutzung gibt es die Konsolen mit Festplatten bis zu 250 GB zu kaufen.
Ein breites Sortiment von Zubehör ist zu haben. Eingabegeräte wie Lenkräder und Standardcontroller können hinzugekauft werden, ebenso verschiedenste Adapter, Kabel, Hüllen usw. Die Preise für beide Systeme wurden nach der Markteinführung jeweils stark reduziert und haben sich im hart umkämpften Markt nahezu angeglichen.

Wii

Nintendos Wii erlebte seine Markteinführung im Jahr 2006. Als direkter Nachfolger von Nintendo DS und GameCube brachte es allerdings schon von Beginn an die wichtigste Neuerung mit: die Bewegungserkennung. Diese wird realisiert durch einen Controller, den der Spieler in der Hand hält. Bewegungssensoren im Controller messen dessen Lage im Raum sowie Richtung und Geschwindigkeit der Bewegung. Diese Daten werden ständig via Bluetooth an die Konsole übertragen.
Auch Smartphones haben Bewegungssensoren, um beispielsweise die Darstellung von Bildern im Quer- oder Hochformat zu ermöglichen, abhängig davon, wie der Benutzer sein Handy hält. Theoretisch könnte also auch ein Bluetooth-fähiges Smartphone als Controller für die Wii-Konsole dienen.
Der Vorteil dieses Systems ist, dass die für das Spiel entscheidenden Bewegungen auf relativ einfache Weise erfasst und übertragen werden können. Bewegungssensoren wie auch die Bluetooth – Technik sind Komponenten, welche heute massenhaft hergestellt werden und die als ausgereift gelten. Der Nachteil des Controller-Prinzips ist, dass eben nur ein Teil der Körperbewegung des Spielers erfasst werden kann. Ist es wichtig, wie die virtuelle Spielfigur ihren Kopf beim Kegeln hält? Wahrscheinlich nicht. Doch bei einem Boxkampf könnte das schon eine Rolle spielen. Als Resultat dieser Technik sind die Wii-Avatare recht comicartig anmutende Gesellen, die zwar die entscheidenden Bewegungen des Spielers ausführen, ansonsten aber noch sehr an die Figuren herkömmlicher Computerspiele erinnern.

Auch mit älteren Nintendo-Spielen konpatibel

Wii ist abwärtskompatibel. Das bedeutet, dass auch ältere Nintendo-Spiele damit gespielt werden können. Eventuell brauchen Sie dafür eine zusätzliche Software, Virtual Console genannt. Diese Software emuliert ältere Hardware auf der Wii-Konsole. Die Konsole verstellt sich dann sozusagen und tut so, als wäre sie ein Vintage-Gerät. Die Möglichkeiten reichen bis hinunter zum legendären Commodore C64.
er Nachteil dieser Mimikry ist, dass sie eine Menge Rechenleistung beansprucht. Es ist fast so, als würden Sie mit großem Aufwand Ihren Wagen zu einem Tretauto umbauen. Egal, ob Sie ein Spiele-Nostalgiker sind oder ohne jeden Vorbehalt die Partytauglichkeit der neuen Wii-Konsole genießen – Nintendo ist unbestritten eine Marke mit langer Tradition und weitreichenden Visionen.

Xbox 360

Etwa zeitgleich mit Wii erschien die Xbox 360 in Europa Ende 2005. Ebenso wie diese gehört sie zur 7. Generation der Spielkonsolen und sollte ursprünglich Xbox 2 oder Xbox Next heißen. Ausgestattet mit einer Variante des Microsoft Betriebssystems Windows NT ist sie im Grunde ein leistungsfähiger Computer, der jedoch auf Gaming spezialisiert ist. Nach der Markteinführung von anfänglichen Hardwareproblemen geplagt, erreichte die Xbox 360 dennoch die geplanten Verkaufszahlen und wurde zeitweise sogar zu überhöhten Preisen weiterverkauft.
Auch hier gab es zunächst lediglich 15 Spiele, deren Zahl jedoch kontinuierlich erweitert wurde und wird. Für externe Spiele – Entwickler stellt Microsoft eine Software bereit, das Dev Kit. Ähnliche Developer Kits werden zum Testen und zu Präsentationszwecken verwendet. Da die ursprüngliche Version noch nicht in der Lage war, Bewegungen des Spielers zu erkennen, ist sie mit Wii nur bedingt vergleichbar. Eher bietet sich zum Vergleich der Wii-Vorgänger Game Cube an. Naturgemäß schneidet die Xbox 360 in diesem Vergleich besser ab als der ältere Game Cube. So ist sie zum Beispiel HD-fähig und in der Lage Surround Sound wiederzugeben.

Ausgeklügelte Bewegungserkennung mit der Kinect-Erweiterung

Erst im Jahre 2010 erschien die Kinect-Erweiterung, die Bewegungserkennung ermöglicht und damit einen direkten Vergleich zur Wii-Konsole erst sinnvoll macht. Die Kinect-Sensorleiste ist spätestens seit Einführung der Xbox 360S mit allen ausgelieferten Geräten kompatibel. Sie wird, ebenso wie die Wii-Konsole, mittig vor oder über dem Bildschirm positioniert, funktioniert aber grundsätzlich anders.
Die Spieler (maximal zwei) brauchen keinen Controller, da ihre Körperbewegungen direkt erfasst werden und als Steuerbefehle für das Spiel beziehungsweise die Menüsteuerung dienen. Das funktioniert folgendermaßen: Die Sensorleiste projiziert ein Infrarot-Raster auf das Spielfeld und den Spieler. Durch Gegenstände und Personen, die das Raster in verschiedenen Entfernungen kreuzen, entstehen Verzerrungen im Raster, die ausgewertet werden. So werden Tiefen-Informationen über die Gestalt des Spielers und seine Entfernung von der Sensorleiste gewonnen.
Das funktioniert mit einer Auflösung von ca. 10 cm, welche nicht nur ausreicht, um das Spiel zu steuern, sondern auch einen Cursor, wenn man sich im Menü-Modus befindet. Mit speziellen Bewegungen der linken Hand kann so das Spiel gestartet oder gestoppt werden. Ebenso kann auf diese Weise der Xbox Guide aufgerufen und navigiert werden.

Achtung bei direkter Sonneneinstrahlung

Zusätzlich verfügt die Xbox 360 über eine Sprachsteuerung. Ebenso bietet sie eine Gesichtserkennung. So kann ein Spieler, der bereits einmal am jeweiligen Gerät gespielt hat, erkannt und sein Profil abgerufen werden. Der Nachteil dieses Systems ist, dass es nicht in direkter Sonneneinstrahlung funktioniert. Die Sonne als stärkere Infrarotquelle überlagert die Informationen der Sensorleiste.
Ebenso wie die Wii – Konsole ist die Xbox 360 abwärtskompatibel. Das funktioniert mit ähnlichen Einschränkungen wie beim Wii – System. Noch sind nicht alle Vorgänger-Geräte und Spiele verfügbar. In unregelmäßigen Abständen bringt Microsoft Updates für Emulatoren heraus, die gratis heruntergeladen werden können.

Welche Konsole ist die richtige für Sie?

Vielleicht sind Sie Fan eines bestimmten Spiels und schon dadurch auf eines der Systeme festgelegt. Eventuell besitzen Sie bereits eines der Vorgängermodelle und wollen auf lieb gewordene Eigenheiten und auch auf ältere Spiele nicht verzichten. Dann dürfte die Entscheidung für Sie bereits gefallen sein. Markentreue ist sicher ein wichtiges Argument.
Sind Sie allerdings Neueinsteiger in die Spielwelt, dann kommen Kriterien zum Tragen wie Spielgewohnheiten, Vorlieben, Alter der Spieler und vieles mehr. Geht es Ihnen hauptsächlich um Robustheit, einfache Installation und Partytauglichkeit, dann ist wahrscheinlich Wii das System der Wahl. Eventuell ist es Ihnen völlig egal, ob Sie einen Controller in der Hand halten oder nicht. Für Spiele, bei denen es auf präzise Bewegungen ankommt, dürfte das sogar ein Vorteil sein.
Sind Sie dagegen eher technisch interessiert, dann dürfte die Faszination der geisterhaften Bewegungserkennung der Xbox Kinect ein unschlagbares Argument sein. Ganz ohne Controller in eine künstliche Welt eintauchen – das schien bis vor wenigen Jahren unmöglich zu sein. Es mag vielen als die Zukunft des Computerspiels schlechthin erscheinen. Allerdings ist die Installation der Xbox Kinect ein wenig kniffliger.
Eventuell müssen Sie etwas experimentieren, um das optimale Spielerlebnis zu erreichen. Informieren Sie sich bei eBay über die aktuellen Preise. Suchen und finden Sie ausführliche Spielanleitungen, technische Hintergrundinformationen sowie viele Spiele für beide Systeme. Wie Sie sich auch entscheiden – Sie und Ihre Freunde werden eine völlig neue Art von Spielfreude erleben, die Sie bald nicht mehr missen möchten.

 
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