Work WD 620 DMX oder Showtec DUB-600: Welches Dimmerpack macht für welchen Einsatz Sinn?

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Der Bereich der Lichttechnik ist in den letzten Jahren immer vielfältiger geworden. Längst sind verschiedenste Lichteffektgeräte in kleinsten Clubs und größten Hallen zu finden, die mittels DMX gesteuert werden. Welche Rolle Dimmerpacks in der Szene spielen und was die Geräte definiert, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Was ist ein Dimmer?

Durch den Einsatz von Dimmern kann die Helligkeit von Lichteffektgeräten stufenlos eingestellt werden. In der Lichttechnik sind Dimmer elektronische Geräte, in denen ein Mikrocontroller verbaut ist. Von einem Laptop oder Lichtpult werden über ein XLR-Kabel DMX-Signale an den Dimmer gesendet, die dessen integrierter Mikrocontroller verarbeitet und daraufhin die angeschlossenen Lichteffektgeräte dimmt.

Sie haben die Möglichkeit, einzelne Leuchten mit Dimmern zu dimmen oder ganze Leuchtgruppen. Die Dimmbarkeit liegt dabei zwischen 0 und 100 Prozent, wobei die angeschlossenen Geräte bei 0 Prozent nicht vollständig ausgeschaltet werden, da sie sonst nicht mehr dimmbar wären.

Was ist DMX?

DMX ist ein Steuerprotokoll, durch das Dimmer gesteuert werden. Es existiert bereits seit Jahren und konnte sich als Standard im Bereich Lichttechnik etablieren. In kleinsten Clubs und auch bei großen Events wie Konzerten von Stars kommt DMX zum Einsatz.

Durch Kabel werden Effektgeräte an DMX-Controller angeschlossen. DMX-Controller können zum Beispiel Lichtpulte, aber auch Laptops sein, auf denen sich eine spezielle DMX-Software befindet. Wenn kleine Strecken vom Pult bis zum Effektgerät überbrückt werden müssen, können herkömmliche XLR-Kabel verwendet werden. Für große Distanzen werden spezielle DMX-Kabel benötigt.

Mittels DMX können Sie verschiedenste Lichteffektgeräte bedienen. PAR-Scheinwerfer, LED-Strahler, Scanner, Laser, Moving Heads und vieles mehr kann dank der Software gesteuert werden. Vom Pult oder Laptop aus haben Sie permanenten Zugriff auf die Geräte und können diese anwählen und die Lichtsituation verändern. Auch lassen sich Szenen vorprogrammieren, die dann bei einer Veranstaltung abgespielt werden können.

Was ist ein Dimmerpack?

Wenn Sie Geräte für Lichteffekte besitzen, die kein DMX an Bord haben, aber über die Software angesteuert werden soll, benötigen Sie Dimmerpacks. Bei den Geräten kann es sich zum Beispiel um PAR-Scheinwerfer oder auch Wohnzimmerlampen handeln, die allerdings dimmbar sein müssen.

Wenn Sie ein Dimmerpack verwenden und das Gerät direkt an DMX anschließen, ist es nicht ausgeschaltet, auch wenn Sie es komplett herunterregeln (auf 0 Prozent). Das Ausschalten ist mit DMX nicht möglich, da das Gerät im ausgeschalteten Zustand keine DMX-Signale mehr empfangen könnte und sich somit nicht mehr einschalten ließe. Daher ist die Steuerung mittels DMX für Privathaushalte weniger geeignet und lohnt sich dagegen bei Veranstaltungen wie Konzerten und Partys.

Unterschied zu Switchpacks

Damit die Geräte im ausgeschalteten Zustand nicht mehr weiterlaufen, werden sogenannte Switchpacks benötigt. Diese arbeiten mit Relais, trennen den Stromkreis also mechanisch.

Im Gegensatz zu Dimmern können Lichteffektgeräte aber nicht gedimmt werden, da Switchpacks nur den Impuls „Ein" oder „Aus" geben. Die Produkte werden zum Beispiel für Lichteffekte wie Stroboskop-Licht benötigt, die nicht dimmbar sind. Ob Sie sich für Switchpacks oder Dimmerpacks entscheiden, müssen Sie vom Einsatzgebiet und den Lichteffektgeräten abhängig machen.

DUP-600 von Showtec

Das DUP-600 ist ein Dimmerpack der Marke Showtec, das in einem stabilen Gehäuse verpackt ist. Das Gerät verfügt über sechs Kanäle, die eine maximale Ladung von jeweils 16A verarbeiten können, wobei jeder Kanal komplett patchable ist (siehe Unterpunkt „Patch-Systeme"). Bei Dimmern wird die Leistung pro Kanal in Ampere angegeben, um die Leistung genau bestimmten zu können. An jedem Kanal kann außerdem die entsprechende Dimmingkurve eingestellt werden.

Für eine einfache Bedienung sorgen sechs Regler, mit denen Sie das Dimmerpack lokal steuern können. In das Gerät ist ein DMX Failure mit Back-up CUE eingebaut. Diese stellen sicher, dass immer Licht vorhanden ist – selbst wenn DMX ausfallen sollte.

Das Dimmerpack können Sie ohne weitere Zusatzgeräte betreiben, da das Gerät für den Stand-alone-Betrieb geeignet ist. Das bedeutet, es muss nicht zwangsläufig an einen Laptop oder ein Lichtpult angeschlossen werden. Zu diesem Zweck ist der DUP-600 mit mehreren Lauflichtprogrammen ausgestattet.

Beim Kauf eines DUP-600 müssen Sie sich entscheiden, denn es gibt das Dimmerpack in drei verschiedenen Ausführungen: festverdrahtet, mit einem 16 pol Multipin-Output und mit sechs Schuko-Outputs. Sicherungen schützen das Gerät vor Kurzschlüssen oder Überhitzung.

Einsatz von DUP-600 Dimmerpacks

Der DUP-600 kann mobil eingesetzt oder fest installiert werden. Er eignet sich für den Tourbetrieb, aber auch für Verleihfirmen. Darüber hinaus können Sie das Gerät in einem Club, einer Diskothek, Bar usw. fest installieren.

Über Showtec

Das Unternehmen Showtec existiert bereits seit 1985. Die Firma ist ein Full-Service-Dienstleister, das heißt, sie bietet umfassende Dienstleistungen im Bereich Veranstaltungstechnik (Lichttechnik, Ton-Technik und LED-Videotechnik) an. Showtec ist weltweit tätig und hat verschiedene Produkte aus dem Bereich Veranstaltungstechnik im Angebot.

Patch-Systeme

Ein HOT-Patch-System ermöglicht es Ihnen, auf der Dimmerausgangsseite die Zuordnung zwischen Lampe und Dimmerkanal durch Umstecken beliebig zu verändern. Dabei wird zwischen Soft(ware)-Patch und HOT-Patch unterschieden.

Beim Softpatch wird der Dimmerkanal in der Ansteuerung gepatcht. Allerdings werden in den meisten Fällen mehrere Verbraucher an einen Dimmerkanal angeschlossen, weshalb die Softpatch-Lösung beim Konfigurieren von Lichtanalgen nicht immer zu einem optimalen Ergebnis führt.

Die Lösung sind HOT-Patch-Systeme. Sie sind immer dann interessant, wenn mehr als ein Verbraucher pro Dimmerkanal angeschlossen werden soll. Pro angeschlossenem Dimmerkanal gibt es mehrere HOT-Patch-Buchsen, die zu einem HOT-Patch Feld zusammengefasst werden. Auf diese Weise können Sie mehrere Verbraucher an einen Dimmerkanal anschließen. Da es einzelne HOT-Patch-Buchsen pro Kanal gibt, können Sie jeden Verbraucher völlig frei zuordnen.

Wenn Sie zum Beispiel zwei 4er-Bars an einen Dimmerkanal anschließen und dabei versehentlich einen Verbraucher verkehrt herum anschließen, können Sie die Kanäle dank der HOT-Patch-Systeme schnell tauschen, statt neu patschen zu müssen. Patchfelder ermöglichen also unterschiedliche Belegungen der Multicores. Auf diese Weise wird auch der Kabelaufwand reduziert.

Work WD 620 DMX

Der Work WD 620 DMX ist ein Datensplitter. Der DMX-Splitter hat sechs Ausgänge, die alle galvanisch getrennt sind und über separate DMX-512-Treiber verfügen. Die Ausgänge sind in 3- und 5-poliger Ausführung und liegen alle auf der Vorderseite des Geräts. Über den Status des DMX-Signals informieren LEDs, das Netzteil ist in den Work WD 620 DMX integriert.

Die verschiedenen Kanäle des 6-Kanal-Digitaldimmers können jeweils eine Maximalladung von 20A verarbeiten. Jeder Kanal kann individuell konfiguriert werden, zum Beispiel können Minimal- und Maximalwerte ausgewählt werden. Auch sind die Kanäle patchable.

Der Work WD 620 DMX ist wie der DUP-600 von Showtec mit verschiedenen Lichtlaufprogrammen ausgestattet, insgesamt sind es 12. Daher können Sie auch dieses Dimmerpack ohne Zusatzgeräte betreiben, da es für den Stand-alone-Betrieb geeignet ist. Die Geschwindigkeiten der Laufprogramme lassen sich außerdem individuell einstellen.

Der Work WD 620 DMX ist zudem mit einem DMX Failure back-up Cue ausgestattet. Falls der DMX-Anschluss ausfällt, startet das Dimmerpack ein Routine-Programm, bei dem Sie zwischen drei verschiedenen Modi wählen können.

Das Gehäuse des Dimmerpacks ist stabil, das Gerät selbst ist durch Sicherungen vor Überhitzung und Kurzschlüssen geschützt. Der Work WD 620 DMX ist 48,3 cm breit, 88 cm hoch und 39 cm tief und wiegt neun Kilogramm.

Einsatz vom Work WD 620 DMX

Der Work WD 620 DMX ist ein professionelles Dimmerpack, das in der Lichttechnik zu Hause ist. Mit seiner Hilfe können mehrere Lichteffekte gleichzeitig gesteuert werden. Allein der Preis von mehreren Hundert Euro dürfte Privatanwender abschrecken, weshalb das Gerät fast ausschließlich im Bereich der Veranstaltungstechnik zu finden ist. Bei Konzerttouren oder in Clubs macht der Work WD 620 DMX im Showlichtbereich eine gute Figur.

Die Auswahl eines Dimmerpacks

Dimmerpacks gibt es in vielen verschiedenen Ausführungen, wobei sich bei der Anzahl und der Leistungsstärke der einzelnen Dimmer im Pack Unterschiede zeigen. Bei den meisten Dimmerpacks können bis zu 12 Dimmer aufgenommen werden, die herkömmliche Leistung liegt zwischen zwei bis fünf kW.

Auch beim Gehäuse gibt es Unterschiede, denn es kann entweder für den Einbau in ein Flightcase konzipiert, als „Stand-Alone"-Einheit entworfen oder für einen modularen Dimmerschrank vorgesehen sein. Stand-alone-Einheiten sind in der Regel mit Standbeinen und Anschlusskabeln für einen mobilen Einsatz ausgestattet. Bei Geräten, die in ein Flightcase integriert werden, handelt es sich häufig um Touringdimmer, die mit der Band oder dem Sänger reisen.

Mit der Hilfe von Dimmerpacks können Sie in Clubs, bei Konzerten, im Theater oder auch bei Schulaufführen für effektvolles Licht sorgen. Für kleine Veranstaltungen genügt es, die Steuerung über einen Laptop vorzunehmen. Professionelle Lichttechniker setzen dagegen komplette Lichtanlagen ein, die sie von Lichtmischpulten aus steuern.

Dimmerpacks richtig pflegen

Dimmerpacks sind mit Lüftern ausgestattet, die das Gerät kühlen und vor Überhitzung schützen. Zusätzlich gibt es in den meisten Fällen einen Überhitzungsschutz, der das Gerät bei zu hoher Temperatur ausschaltet. Damit der Lüfter einwandfrei funktioniert, sollten Sie das Gerät ab und zu von Staub und anderen Verschmutzungen befreien.

Vor der Reinigung sollten Sie elektronische Geräte immer vom Netz nehmen. Dann können Sie den kompletten Pack mit Druckluftspray abpusten, denken Sie dabei auch an die Anschlüsse. Auf diese Weise werden Verschmutzungen selbst aus kleinsten Ritzen geblasen.

Anschließend können Sie den Dimmer mit einem feuchten Tuch abwischen, das niemals nass sein sollte. Wenn Flüssigkeit in das Gerät eindringt, kann es im Innern Defekte auslösen. Verwenden Sie außerdem keine scharfen Lösungsmittel zur Reinigung, da diese die Oberfläche angreifen können. Wischen Sie mit dem feuchten Tuch einfach über den Dimmer und entfernen Sie so auch hartnäckige Verschmutzungen.

Sowohl beim Showtec DUB-600 wie auch beim Work WD 620 DMX handelt es sich um Profigeräte, die für einen Einsatz in Privathaushalten eher überdimensioniert sind, in der professionellen Veranstaltungslichttechnik aber eine gute Figur machen.

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