Worin sind die Preisunterschiede bei Hochtönern begründet?

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Worin sind die Preisunterschiede bei Hochtönern begründet?

Das Musikhören ist schon eine tolle Sache. Doch so richtig Spaß macht es erst mit dem richtigen Audio-Set-up. Eine Hi-Fi-Anlage stellt deshalb für echte Musikfans einen Pflichtkauf dar. Geht es darum, einen besonders feinen Klang zu erreichen, gelangen klassische Lautsprecher schnell an ihre Grenzen. Daher greifen viele Anwender auf Audio-Set-ups zurück, die aus mehreren Komponenten bestehen. Jede Komponente übernimmt dabei einen bestimmten Aufgabenbereich und erfüllt diesen mit einer hohen Qualität. Neben der klassischen Bassbox, die tiefe Töne ausgibt, kommen dabei auch sogenannte Hochtöner zum Einsatz, die die Ausgabe von hohen Tönen übernehmen. Hochtöner unterscheiden sich preislich jedoch stark voneinander. So können Sie sich zwischen einer Low-Budget-Variante und einer High-End-Ausführung entscheiden.

Dieser Ratgeber sagt Ihnen nicht nur, worin die Preisunterschiede bei Hochtönern begründet sind, sondern auch, woran Sie einen qualitativ hochwertigen Hochtöner erkennen können. Zudem erfahren Sie, welche Arten von Hochtöner es überhaupt gibt und wie genau diese funktionieren.

Wofür genau sind Hochtöner beim Audio-Set-up zuständig?

Sicherlich ist Ihnen der Begriff Subwoofer ein Begriff. Auch den Begriff „Mitteltöner" haben Sie im Zusammenhang mit einer Hi-Fi-Anlage sicherlich schon einmal gelesen. Bei beiden handelt es sich im erweiterten Sinne um Lautsprecher, und beide Geräte sind mit großen Membranen ausgestattet. Diese großen Membranen erzeugen einen großen Schalldruck, der wiederum für die Wiedergabe tiefer Töne benötigt wird. Doch was gilt überhaupt als tiefer Ton? Dazu ist es zunächst wichtig zu verstehen, was genau Töne eigentlich sind.

Schallwellen

Bei Tönen handelt es sich um Schallwellen in der Luft, die eine bestimmte Frequenz aufweisen. Diese Frequenz gibt Aufschluss über die Anzahl der Schwingungen in einem bestimmten Zeitraum. Die Frequenz bestimmt zudem, ob es sich bei der Schallwelle um einen hohen oder einen tiefen Ton handelt. Eine Schallwelle mit vielen, schnellen Schwingungen ergibt einen hohen Ton, während wenige Schwingungen eine Schallwelle ergeben, die einen tiefen Ton erzeugt.

Vielleicht kennen Sie noch die gute alte Stimmgabel aus dem Musikunterricht. Wird diese angeschlagen, weist sie stets den gleichen Ton auf, weil sie immer mit der gleichen Frequenz schwingt. Dieser Ton hat eine Frequenz von 400 Hertz. Auch bei den Tönen, die aus Ihrer Hi-Fi-Anlage kommen, handelt es sich um Schallwellen. Da Ihre Hi-Fi-Anlage jedoch viele verschiedene Töne ausgibt, werden also Schallwellen mit vielen unterschiedlichen Frequenzen ausgegeben. Natürlich können Sie alle Frequenzen mit nur einem Lautsprecher realisieren. Allerdings weist ein Lautsprecher, einen großen Frequenzbereich abdeckt, also viele Frequenzen wiedergeben kann, meist keine gute Ausgabequalität auf.

Verschiedene Lautsprecher für unterschiedliche Frequenzen

Aus diesem Grund greifen echte Musik-Enthusiasten zu verschiedenen Lautsprechern, die jeweils für einen anderen Frequenzbereich zuständig sind. Der zu Beginn dieses Exkurses genannte Subwoofer übernimmt dabei die Ausgabe der tiefen Töne, also der Schallwellen mit einer niedrigen Frequenz. In der Regel werden von Bassboxen Schallwellen mit einer Frequenz von 20 bis ca. 150 Hertz ausgegeben. Die Ausgabe der sogenannten Mitten, also der Schallwellen mit einer mittleren Frequenz, übernehmen die Mitteltöner. Diese kommen bei Schallwellen von 150 bis ca. 2.000 Hertz zum Einsatz. Hohe Töne, also Schallwellen mit einer hohen Frequenz, werden von den Hochtönern ausgegeben.

Damit Sie in den Genuss einer hohen Audioqualität gelangen, sollten Sie bei der Zusammenstellung eines Audio-Set-ups vor allem Wert auf die Mittel- und Hochtöner legen, denn die Frequenzbereiche, die von diesen Lautsprechern abgedeckt werden, sind entscheidend für eine qualitativ hochwertige Audioausgabe. Gerade dann, wenn Sie gerne klassische Musik hören, spielen die Hochtöner eine wichtige Rolle, da viele Instrumente, die bei der klassischen Musik zum Einsatz kommen, hohe Töne produzieren können.

Welche Arten von Hochtönern gibt es?

Während Bassboxen und Mitteltöner mit einer Schwungspule ausgestattet sind, die mit Hilfe eines elektronischen Signals des Verstärkers in Schwingungen versetzt wird, basiert der Antrieb von Hochtönern nicht auf diesem Prinzip. Bei Hochtönern handelt es sich um Magnetostaten, um Lautsprecher also, die die Schwingungen über eine Folie auf die gesamte Membran übertragen. Die verschiedenen Hochtöner unterscheiden sich dabei in dem Material, aus dem die Membran besteht. Bei Bändchen-Magnetostaten besteht die Membran aus Aluminium und wird von einem Bändchen – auch als Ribbon bezeichnet – ergänzt. Das Bändchen ist leicht nach außen gewölbt, um eine breite Abstrahlung zu gewährleisten. Die Folie befindet sich in einem Magnetfeld und wird dabei von einem elektrischen Signal durchflossen. Dabei wird die Membran in Schwingungen versetzt, die wiederum die Schallwellen erzeugt.

Anders als bei einem Bändchen-Magnetostaten besteht die Folie bei einem Folien-Magnetostaten nicht aus Aluminium, sondern aus Kunststoff. Auf der Membran sind Leiterbahnen verlegt, die die Membran durch elektrische Signale des Verstärkers zum Schwingen bringen. Beide Bauformen können selbst feinste Schwingungen besonders präzise an die Membran übertragen, weshalb das Prinzip des Magnetostaten für Hochtöner prädestiniert ist. Allerdings sind Hochtöner durch die nicht vorhandenen Spulen nur bedingt für die Wiedergabe von tiefen und mittelhohen Tönen geeignet, was bedeutet, dass Sie einen Hochtöner stets mit anderen Lautsprechern kombinieren sollten, um ein qualitativ hochwertiges Audio-Set-up zu erreichen.

Worauf gilt es beim Kauf von Hochtönern zu achten?

Bevor Sie sich an den eigentlich Kauf der Hochtöner wagen, sollten Sie zunächst genau überlegen, wo diese zum Einsatz kommen sollen. Da Hochtöner meist verwendet werden, um einen räumlichen Klang mit Hilfe eines Surround-Systems zu realisieren, müssen Sie überprüfen, ob Ihre Räumlichkeiten überhaupt für ein Surround-System geeignet sind. Bedenken Sie dabei, dass Sie einen korrekten, räumlichen Klang nur mit mehreren Lautsprechern erreichen. Ein 7.1-Surround-System beispielsweise verfügt über acht Komponenten, die es richtig aufzustellen gilt.

Sind Sie sich sicher, dass Ihre Räumlichkeiten für das Aufstellen einer Surround-Anlage geeignet sind, ist es beim Kauf von Hochtönern wichtig, ob Sie bereits über etwaiges Audio-Equipment, wie beispielsweise einen Subwoofer, verfügen. Ist dies der Fall, ist beim Kauf von Hochtönern besondere Vorsichtig geboten, denn nicht jeder Hochtöner kann mit jedem Subwoofer verwendet werden. Entscheidend ist, dass sich die Frequenzen der beiden Lautsprecher nicht überlappen. Die Übergabefrequenz – auch Trennfrequenz genannt – bezeichnet die Frequenz, bei der die Frequenz des einen Lautsprechers aufhört und die der anderen Box beginnt. Besitzen Sie beispielsweise bereits einen Subwoofer, der über eine Trennfrequenz von 80 Hertz verfügt, würde bei der Verwendung eines Lautsprechers mit einer Trennfrequenz von 150 Hertz eine Lücke entstehen, die in der Praxis deutlich zu hören wäre. Schallwellen mit einer Frequenz zwischen 81 und 149 Hertz würden nur leise oder sogar gar nicht hörbar sein.

Achten Sie also beim Kauf der Hochtöner darauf, dass der Frequenzbereich der Bassbox dort aufhört, wo der Frequenzbereich der Hochtöner beginnt. Ziehen Sie dazu auch den sogenannten Frequenzgang zu Rate. Dieser wird in einem Diagramm dargestellt und gibt Ihnen Aufschluss darüber, wie konstant die Lautstärke ist, in der einzelne Frequenzbereiche von einem Lautsprecher ausgegeben werden.

Material, Technik und Sound – der Preis macht die Musik

Erfahren Sie nun, warum Hochtöner sich im Preis teilweise erheblich unterscheiden.

Die Verarbeitung

Die Qualität der Verarbeitung hat einen wesentlichen Einfluss auf den Kaufpreis eines Produktes. Eine gute Verarbeitung ist nur dann gewährleistet, wenn bei einem Produkt besonders aufwendige und präzise Produktionsverfahren zum Einsatz kommen, die eine hochwertige Fertigung gewährleisten. Dazu zählen natürlich auch Stichproben der Qualitätssicherung. Eine aufwendige Qualitätssicherung hat für den Hersteller seinen Preis, der sich häufig im Preis für den Endverbraucher niederschlägt. Gerade bei Hochtönern spielt die sogenannte Serienkonstanz eine wichtige Rolle. Kaufen Sie sich beispielsweise 10 mal den gleichen Hochtöner, erwarten Sie in der Regel auch 10 mal die gleiche Qualität. Bei preiswerten Hochtönern ist dies jedoch häufig nicht der Fall.

Durch eine fehlende Qualitätssicherung und unzureichend präzise Fertigungsverfahren steigt die Gefahr, ein Montagsgerät zu erwerben. Eine gute Qualitätssicherung ist für Sie als Kunden jedoch nur selten von außen sichtbar. So, wie ein Stück Fleisch aus dem Supermarkt genau so aussieht wie ein Stück Biofleisch, ähneln sich auch Hochtöner verschiedener Fertigungsqualität optisch mitunter stark. Doch, um bei dem Beispiel zu bleiben, wenn Sie das Stück Fleisch aus dem Supermarkt braten, fällt Ihnen dieses in der Pfanne häufig zusammen, während das Biofleisch seine ursprüngliche Form erhält. Ähnlich ist es bei Hochtönern – oft merken Sie erst, was drin steckt, wenn Sie den Lautsprecher in Betrieb haben.

Der Frequenzgang

Vielleicht ist Ihnen bei der Recherche schon einmal ein seltsames Diagramm begegnet, das sich in der Produktbeschreibung oder dem Datenblatt eines Hochtöners befunden hat. Hierbei handelt es sich um den sogenannten Frequenzgang, der grafisch dargestellt wird. Der Frequenzgang gibt an, wie konstant die Lautstärke ist, mit der ein Hochtöner eine bestimmte Frequenz ausgeben kann. Bei preiswerten Lautsprechern weist der Frequenzgang häufig starke Ausschläge auf, die darauf hindeuten, dass die Lautstärke, mit der eine bestimmte Frequenz wiedergegeben wird, schwankt. Diese Schwankungen sind deutlich hörbar. Ein Hochtöner, bei dem sich im Diagramm eine gleichmäßige Linie finden lässt, gibt alle Frequenzbereiche mit einer gleichmäßigen Lautstärke wieder und bietet damit einen harmonischen und gut ausgesteuerten Klang.

Der Wirkungsgrad

Verlassen Sie sich beim Kauf von Hochtönern nicht auf die – teils abenteuerlichen – Watt-Angaben, die viele Hersteller in das Datenblatt schreiben. Diese stellen oftmals nur die maximale Belastbarkeit der Lautsprecher dar, geben jedoch nicht an, wie leistungsstark eine Box tatsächlich ist. Hier sollten Sie lieber den Wirkungsgrad beachten. Dieser gibt an, wie viel der vom Verstärker empfangenen Leistung ein Hochtöner tatsächlich in Schalldruck umwandelt. Die Messung erfolgt in Dezibel. Je höher der Wert ist, desto effektiver arbeitet der Lautsprecher, also desto weniger Verstärkerleistung ist für das Erreichen einer bestimmten Lautstärke nötig.

Sie sehen, die preislichen Unterschiede bei Hochtönern können teilweise gut begründet werden. Allerdings sollten Sie im Einzelfall stets überprüfen, ob Sie für mehr Geld auch tatsächlich mehr Leistung erhalten, oder ob Sie bei bestimmten Lautsprechern nicht einfach nur den guten Namen des Herstellers mitbezahlen.

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