Worauf sollten Sie achten, wenn Sie ein Terrarium kaufen?

Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war
Worauf sollten Sie achten, wenn Sie ein Terrarium kaufen?

Terrarien fertig kaufen oder selbst einrichten

Terrarien und ihre Bewohner gewinnen seit Jahren immer mehr Anhänger - sei es, weil der Besitzer unter einer Allergie gegen Tierhaare leiden, oder weil der Vermieter keine größeren Tiere in der Wohnung duldet. Wenn Sie sich ein Terrarium zulegen wollen, gibt es einige Dinge zu beachten und die Gestaltung erfordert einiges an Sachwissen. Egal, ob Sie ein Terrarium fix und fertig kaufen wollen oder es selbst bauen, Sie finden passende Ratschläge und Antworten auf Ihre Fragen in Sachbüchern und in den verschiedensten Foren.

Ameisen oder Würgeschlangen – für jedes Tier der richtige Platz

Zuerst müssen Sie wissen, für welche Bewohner das Terrarium sein soll, denn die verschiedenen Tiere stellen unterschiedliche Ansprüche. Ein Terrarium für Schlangen muss anders gestaltet sein als eines für kleine Säugetiere. Auch macht es einen Unterschied, ob das Terrarium Regenwald- oder Steppenbewohnern eine Heimat bieten soll. Regenwaldterrarien sind vom Aufwand her eine Spur komplexer als Steppenterrarien, da hier im besten Fall viele verschiedene Pflanzen wachsen und diese einen Teil Ihrer Aufmerksamkeit und Pflege beanspruchen. Die Größe des Beckens hängt also entscheidend von Art und Größe der Bewohner ab.
Auch ist zu bedenken, wie schwer der gesamte Inhalt samt Tieren, Boden, Dekoration, Pflanzen und Technik sein wird, denn ein Terrarium braucht einen stabilen Unterschrank, um sicher stehen und das Gewicht tragen zu können. Im Idealfall können Sie in einem Unterschrank alle Kabel und Leitungen sowie das gesamte Terrariumzubehör samt Futter verstecken.

Holz oder Glas – Vorteile und Nachteile des Materials

Bei der Wahl des Materials scheiden sich die Geister. Ein Terrarium aus Holz hat ebenso wie eines aus Glas Vor- und Nachteile. Das Holzterrarium hat mindestens eine durchsichtige Seite, um die Bewohner zu beobachten. Ausschlaggebend für das Material sind hier die Ansprüche der zukünftigen Bewohner. Die Vorteile des Holzterrariums liegen darin, dass es optisch an die Wohnungseinrichtung angepasst werden kann. Auch bietet das Material eine gewisse Isolierung gegen unpassende Umgebungstemperatur. Das Becken kann leicht zum Transport zerlegt und wieder zusammengebaut werden.
Die Nachteile sind, dass Holz feuchtigkeitsempfindlich ist und sich verziehen oder im schlimmsten Fall schimmelig werden kann und dass es schlechter zu reinigen ist. Die Vorteile von Glasterrarien bestehen darin, dass sie rundum einen guten Einblick auf das Innenleben bieten und sich aufgrund ihrer glatten Oberfläche sehr leicht reinigen lassen. Nachteilig sind hingegen die Zerbrechlichkeit und eine schlechtere Isolierung. Bei der Isolierung können Dämmplatten an den Seitenwänden oder an der Rückwand helfen.
Falls Sie ein Terrarium selber bauen wollen, sollten Sie zuerst die Größe berechnen und einen Bauplan entwerfen. Wenn Sie eines aus Holz planen, versiegeln Sie das Holz mit Epoxidharz. Dieses ist ungiftig, verhindert das Eindringen von Gerüchen und Nässe und glättet die Oberfläche des Holzes. Das hat den Vorteil, dass das Holz leichter zu reinigen ist und dass flüchtende Tiere wenig Halt daran finden.

Wand oder Ecke – der richtige Platz ist schnell gefunden

Je nach Aufstellort des Terrariums gibt es verschiedene Varianten. Sollten Sie kein Set in der passenden Größe finden, können Sie eines nach Ihren Maßen anfertigen lassen. Sie müssen jedoch kein fertiges Terrarium kaufen, es gibt auch genügend Sets zum selbst zusammenbauen. Wenn Sie handwerklich geschickt sind, können Sie sogar nur die Einzelteile besorgen und das Ganze von Grund auf selbst gestalten.

Die richtige Technik – lebensnotwendig für Terrarienbewohner

Bei der Anschaffung eines Terrariums spielt die Technik eine nicht zu unterschätzende Rolle. Nur mit den richtigen technischen Geräten kann optimal für die Bewohner gesorgt werden. Hier sollten Sie den Lebewesen zuliebe nicht geizen und mit Hilfe der Technik ein Habitat errichten, das so naturnah wie möglich gestaltet ist. Es gibt die passende Technik als Komplett-Set, oder in Einzelteilen zur Selbstmontage. Mit zur Technik gehören auch diverse Messinstrumente, damit Sie zum Beispiel die Temperatur oder die Luftfeuchtigkeit stets überwachen können. Besonders praktisch sind dabei Steuerungen, die automatisch die Feuchtigkeit oder die Wärme regulieren.

Auch Reptilien wollen es gemütlich warm haben

Beim Untergrund benötigen Sie nur wenige bis gar keine technischen Geräte. Dieser wird meistens mit Erde, Sand oder einem anderen geeigneten Substrat bedeckt. Allenfalls brauchen Sie, je nach Einwohner des Terrariums, eine Heizung oder für Wasserstellen eine Pumpe. Zum Heizen des Untergrundes werden in den meisten Fällen spezielle Heizmatten verwendet. Diese werden außerhalb des Terrariums befestigt, je nach den Bedürfnissen der Tiere können Sie diese an den Seitenwänden oder der Rückwand anbringen.
Außerdem werden zum Beheizen mitunter Wärmelampen verwendet, die eine bestimmte Stelle im Terrarium anstrahlen und somit aufwärmen. Eine weitere Möglichkeit ist der Einsatz eines Heizsteins, der punktuelle Wärme liefert. Achten Sie beim Einsatz einer Wärmequelle von unten auf mögliche Schimmelbildung, denn der Untergrund ist in den meisten Fällen feucht-warm und bietet somit das ideale Milieu für Schimmelpilze.

Beregner, Wasserläufe und Co sorgen für das wohlige Nass

Um die richtige Luftfeuchtigkeit zu erreichen, gibt es verschiedene Mittel und Wege. Sie haben im Becken möglicherweise verschiedene Zonen eingeplant, die verschiedene Temperaturen und Luftfeuchtigkeiten aufweisen sollen. Eine Beregnungsanlage zum Beispiel besteht aus diversen Schläuchen, Düsen und Pumpen, um das Wasser an die richtigen Stellen zu befördern. Auch eine Steuerung gehört dazu, ebenso wie die nötigen Kabel und Anschlussmöglichkeiten. Sie können die Luftfeuchtigkeit mit Verneblern erhöhen oder kleine Wasserläufe und Quellen einplanen. Gut für das feuchte Klima sind Pflanzen, die zudem das Terrarium optisch aufwerten und als Nahrung, Klettermöglichkeit und Versteck für die Terrarienbewohner dienen. Zum Thema „Luft“ gehört auch die richtige Ablufttechnik, damit die verbrauchte Luft aus dem Becken entweichen kann.

Beleuchtung und UV-Lampen – Licht ist lebensnotwendig

Extrem wichtig ist auch die richtige Beleuchtung des Terrariums. Die meisten Terrarienbewohner kommen aus wärmeren Klimazonen und benötigen deshalb Licht und Wärme, um richtig zu gedeihen. Beim Kauf der Lampen sollten Sie sich vorab über die notwendigen Werte wie UV-Strahlung, Lichtintensität und Wärmeabgabe informieren. Sie sollten sich im Klaren darüber sein, ob Sie eine Flächenbestrahlung brauchen oder ob ein paar Spots das richtige Mittel sind.
Lampen können zudem nicht nur als Lichtspender verwendet werden, sondern auch als Wärmestrahler. Mit dem richtigen Licht kann der Appetit der Bewohner angeregt werden und vor allem wechselwarme Tiere sind darauf angewiesen, um überhaupt überleben zu können. Zu den wechselwarmen Tieren zählen alle Tiere, die keine gleichbleibende Körpertemperatur haben. So sind fast alle Fische, Amphibien, Insekten oder Reptilien wechselwarm. Bei diesen Tieren wird unter anderem die Herzfrequenz durch die Umgebungstemperatur bestimmt. Sie regeln die Körpertemperatur, indem sie wärmere Plätze, wie von der Sonne erwärmte Steine, aufsuchen. Aus diesem Grund können Sie auf Steinen vermehrt Schlangen und andere Reptilien finden. Um die Körpertemperatur zu senken, werden schattige Plätze oder Erdlöcher aufgesucht.

So machen Sie das neue Terrarium richtig gemütlich

Ein Terrarium besteht nicht nur aus einem Becken mit der notwendigen Elektrik, sondern es benötigt Zubehör wie Fressnäpfe oder Wasserspender. Mit der richtigen Dekoration und ein paar Pflanzen können Sie dem Terrarium den richtigen Schliff geben.

Dekorationen sind unerlässlich für das Ambiente

Die Dekoration, sollte idealerweise zum Thema des Terrariums passen. Gut in einem Regenwaldterrarium machen sich Äste oder Wurzeln. Auch Tontöpfe oder große Steine passen in die tropische Umgebung. Beide haben den Vorteil, dass sie sich unter der Lampe aufwärmen und so einen begehrten Platz für Reptilien und andere wechselwarme Tiere bieten. Beim Kauf der Dekoration achten Sie darauf, dass diese für die klimatischen Bedingungen geeignet ist und weder abfärbt noch giftig oder sonst irgendwie schädlich für das Miniatur-Ökosystem ist.

Futternapf und Wasserspender – hygienische und praktische Utensilien

Nicht zwingend notwendig, aber doch praktisch sind Fressnäpfe. Wenn Sie totes Futter geben, haben Sie damit einen guten Überblick, ob das Haustier genug frisst. Wenn das Tier lebendiges Futter benötigt, ist es von Vorteil, wenn sich das Opfer nicht hinter der Rückwand oder sonst irgendwo im Terrarium verstecken kann. Um den Wasserbedarf zu befriedigen, gibt es ungezählte Varianten von Wasserspendern, Brunnen und Behältern. Diese sollten nicht nur hübsch anzusehen sein, sondern auch von der Größe und dem Volumen her zum Tier passen. Und sie müssen zudem leicht zu reinigen und, wenn es sein muss, zu desinfizieren sein.

Dekoration mit Mehrwert – verwenden Sie echte Pflanzen

Pflanzen sind nicht nur hübsch, sondern auch nützlich. Zum einen sorgen sie für die nötige Luftfeuchtigkeit, zum anderen dienen sie als Versteck oder Nahrung. Aus diesem Grund müssen Pflanzen für das Terrarium ungiftig sein. Vor dem Einsetzen vergewissern Sie sich bitte, ob die Erde, in der sie bis dahin eingetopft waren, unbehandelt ist. Auch Düngerrückstände oder Pflanzenschutzmittel haben in einem Terrarium nichts verloren.
Durch die richtige Kombination der Pflanzen können schöne Effekte und Miniaturausgaben eines Ökosystems entstehen. Die Tiere sind zudem in einem Terrarium, in dem echte Pflanzen stehen, viel agiler und werden damit artgerechter gehalten. Den Regenwald oder die Wüstenlandschaft können Sie natürlich auch mit Kunstpflanzen Diese eignen sich besonders für Stellen, an denen echte Pflanzen eingehen würden. Achten Sie aber auch hier unbedingt darauf, dass die Pflanzen keinen Schaden anrichten können.

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden