Worauf man beim Kauf von Smaragden achten sollte

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Worauf man beim Kauf von Smaragden achten sollte

Was man über Smaragde wissen sollte

Der Smaragd ist ein faszinierender, seltener, geheimnis- und wertvoller Edelstein. Er besticht seit Jahrtausenden durch sein schönes, intensives und leuchtendes Grün, nämlich dem mythenbehafteten Smaragdgrün. Smaragdgrün ist eine Farbe, mit der man Liebe, Schönheit, Harmonie und elementare Lebensfreude verbindet. Smaragdgrün wirkt frisch, lebendig und leidenschaftlich. So unterlag auch schon Kleopatra der grünen Leidenschaft und Mystik der Smaragde. Bis in die heutige Zeit kursieren unglaubliche Geschichten über die raren Smaragde, die nach Diamanten die zweitwertvollsten Edelsteine auf der Welt sind. Feine Smaragde in Spitzenqualitäten sind mitunter sogar teurer als Diamanten. Kein Wunder also, dass Smaragde als Geldanlage immer beliebter werden. Wenn Sie einen Smaragdstein als Wertanlage oder ein Schmuckstück mit einem lebendigen und faszinierenden Smaragd erwerben wollen, ist es hilfreich, etwas Hintergrundwissen über diesen exklusiven Edelstein mitzubringen. Deshalb erfahren Sie im Anschluss, was Smaragde genau sind, wo sie herkommen, welche Eigenschaften ihren Wert bestimmen, wie ihre Echtheit geprüft werden kann und natürlich auch etwas über Schmuckstücke mit Smaragden. Da Sie vor dem Kauf eines sehr wertvollen Schmuck- oder Anlagestücks stehen, sollten Sie natürlich auch wissen, wie Sie dieses für den Werterhalt pflegen können.

Was sind Smaragde?

Smaragde haben ihren Namen von dem griechischen Wort „smaragdos“, was schlicht „grüner Edelstein“ bedeutet. Sie gehören zur Mineralfamilie der Berylle, die aufgrund ihrer wertvollen Edelsteinvarietäten als „Mutter der Edelsteine“ bezeichnet wird. Berylle kristallisieren im hexagonalen Kristallsystem und verzaubern durch ihre hohe Brillanz und gute Trageeigenschaften. Neben dem grünen Smaragd mit einer Härte von 7,5 bis 8 zählen, unabhängig von der Farbe, aber mit denselben chemischen und physikalischen Eigenschaften der Aquamarin, der Goldberyll, der Heliodor, der Morganit, der Goshenit und der Bixbit zur Familie der Berylle. Reine Berylle sind farblos. Ihre unterschiedlichen Farben verdanken sie ihrer Struktur und fremden in ihnen eingelagerten Substanzen. So erhält ein Smaragd seine Farbe durch Spuren von Chrom, Vanadium und Eisen. Je nach Konzentration dieser Stoffe entstehen Smaragde in verschiedenen Grüntönen, die von Pastell- bis Tiefgrün mit unterschiedlichen Schattierungen von Blau, Braun, Grau und Gelb reichen. Doch augenreine Smaragde sind extrem selten. Der überwiegende Teil besitzt deutliche Einschlüsse, die auch Jardin genannt werden. Diese entstehen, weil Smaragde in metamorphem Gestein heranwachsen, was zur Konsequenz hat, dass sich Einschlüsse in Form von kleinen Blasen oder Kristallen bilden. Die Farbintensität eines Smaragds und sein Jardin sind wesentliche Kriterien für seinen Preis. Doch dazu später mehr.

Woher kommen Smaragde heute?

Heutzutage wird die größte Anzahl an Smaragden in Kolumbien gefunden. In Kolumbien existieren rund 150 bekannte Fundstellen, die aber aktuell nicht alle ausgebeutet werden. Die bedeutendsten kolumbianischen Orte bei der Smaragdgewinnung sind heute, wie bereits in der präkolumbianischen Zeit, Muzo und Chivor. Rund drei Viertel der kolumbianischen Smaragde stammen aus der Mine Coscuez, zu der ungefähr 60 Abbaustellen gehören. Kolumbianische Smaragde zeichnen sich durch ein besonders feines und strahlendes Smaragdgrün ohne Blaustich aus. Dieses überwältigende Grün wird im Smaragdhandel derart hoch geschätzt, dass selbst gut zu sehende Einschlüsse problemlos akzeptiert werden. Obwohl unbestritten viele der besten Smaragde aus Kolumbien kommen, ist dies jedoch nicht ein einziger Garant für einwandfreie Qualität.

Ein weiteres südamerikanisches Land, in dem Smaragde gefunden werden, ist Brasilien. Die dort bekannteste Mine ist Nova Era. Brasilianische Smaragde stehen in Farbe und Attraktivität denen des Nachbarlandes Kolumbien nur wenig nach. Des Weiteren haben im globalen Handel auch Sambia und Simbabwe einen sehr guten Ruf für feine Smaragde. Die Smaragde aus Sambia haben ein schönes, tiefes Grün mit leicht bläulichem Ton und sind von exzellenter Transparenz. Aus Simbabwe kommen oft etwas kleinere feine Smaragde in intensivem lebhaftem Grün, dass häufig eine zarte gelbgrüne Nuance aufweist. Weitere Smaragdlieferländer sind Madagaskar, Tansania, Pakistan, Indien, Afghanistan oder Russland. Von den asiatischen Smaragden kommen jedoch wenige auf den europäischen Markt, weil sie meist innerasiatisch verwendet werden. Aus Russland kommen, abgesehen von Mayshevo im Ural, meist qualitativ nicht so hochwertige Steine.

Eigenschaften, die den Wert eines Smaragds bestimmen

Vielleicht haben Sie schon festgestellt, dass auf dem Schmuckmarkt immense Preisunterschiede für Smaragde existieren. Warum gibt es diese Preisdifferenzen für ein Produkt unter demselben Namen? Der Preis eines einzelnen Smaragds bildet sich aus seinen Komponenten Leuchtkraft, Farbnuance, Jardin (Garten), Schliff und natürlich Größe. Die Leuchtkraft beziehungsweise einzigartige Brillanz der Smaragde wird in Fachkreisen mit seidig, warm, weich, glühend oder als „grünes Feuer“ beschrieben. Die Leuchtkraft ist neben der Farbintensität ganz entscheidend für den Wert eines Smaragds. Das heißt, je ausgeprägter die Brillanz eines Grüntons ist, umso wertvoller und teurer ist ein Stein.

Bedeutendstes Preisbestimmungskriterium für einen Smaragd ist allerdings seine Farbintensität. Vereinfacht unterscheidet man bei Smaragden drei Grüntongruppen: Tannengrün, Grasgrün und Lindgrün. Smaragde in Tannengrün kommen am seltensten vor und sind demzufolge die exklusivsten und teuersten Steine, wenn sie klar, sauber und leuchtend sind. Satte grasgrüne Smaragde sind im Allgemeinen die begehrtesten Smaragde und liegen im mittleren Preissegment. Die preiswertesten Smaragde sind die lindgrünen Smaragde. Was Einschlüsse anbelangt, kann man sagen, je weniger sichtbarer Einschluss bzw. Jardin bei einem Stein vorhanden ist, desto höher ist im Allgemeinen sein Preis. Da es wegen Bruchgefahr sehr schwierig ist, Smaragde mit feinen Facetten zu schleifen, gilt beim Schliff, dass der Wert umso höher liegt, je feiner der Schliff ist. Beim Schliff ist zu beachten, dass Smaragde im unteren Preissegment oftmals nur grob auf Gewicht geschliffen werden, damit sie durch ein höheres Gewicht (Karat) bessere Preise erzielen. Und zum Schluss gilt wie bei allen wertvollen Edelsteinen: Je größer sie bei gleichen Qualitätsmerkmalen sind, umso teurer sind sie. An dieser Stelle muss darauf hingewiesen werden, dass es im Gegensatz zu Diamanten bei Smaragden keine allgemeingültigen Qualitätseinstufungen gibt. Qualität ist bei Smaragden, was einem zusagt und gefällt.

Schmuckstücke mit Smaragden

Für Smaragde gibt es ein eigenes Schliffverfahren, den sogenannten Smaragdschliff, der auch für andere Steine angewendet wird. Dieser wurde geschaffen, weil die Einschlüsse, der hohe Wert der Rohkristalle sowie die Bruchgefahr den Schleifvorgang von Smaragden zu einer hohen Herausforderung machen. Für den Smaragdschliff ist die rechteckige oder quadratische Schliffform mit abgeschrägten Ecken charakteristisch. Dieser Schliff, der zu den Treppenschliffen gehört, bringt den Edelstein vollendet zur Geltung und beschützt ihn zusätzlich vor mechanischer Beanspruchung. Deshalb ist dieser Schliff typisch für Smaragde, die in Schmuckstücke eingearbeitet werden. Für solche Schmuckstücke werden dabei häufig offene, luftige Fassungen wie Krappenfassungen und Zargenfassungen verwendet, um die Vorzüge dieses Schliffs besser zu betonen.

Daneben gibt es aber noch andere, zumeist auch klassische Schliffformen für Smaragde. Hat ein Rohsmaragd sehr viele Einschlüsse, wird er auch häufig zu einem sanft gerundeten Cabochon verarbeitet. Menschen, die dem „grünen Fieber“ verfallen sind und damit bezaubern und verführen möchten, benutzen gerne Halsketten, Ringe, Ohrhänger, Ohrstecker, Armbänder sowie Broschen, die mit Smaragden besetzt sind. Daneben gibt es auch Manschettenknöpfe und Krawattennadeln. Den Designs und Materialkombinationen mit dem leidenschaftlichen grünen Edelstein sind keine Grenzen gesetzt. Ob zusammen mit Platin, Gold, Weißgold, Silber oder anderen Materialien, der grüne Smaragd setzt sich alleine oder kombiniert mit anderen Edelsteinen immer gekonnt in Szene. Allerdings bringen helle Metalle den Leuchteffekt von einem Smaragd am besten zur Geltung. Im Gegensatz zu Diamanten ist es allerdings empfehlenswert, bei Smaragden etwas größere Steine zu wählen, wenn man vor allem seine Leuchtkraft besonders hervorheben möchte.

Wie schützt man sich vor gefälschten Smaragden?

Wie bei allen Gegenständen mit hohem Wert sind auch bei Smaragden viele Fälschungen und Imitate im Umlauf. Gern gefälscht werden die Kriterien Farbe, Reinheit und Größe. Ebenso werden unerlaubte Behandlungen an den Steinen vorgenommen, um deren Wert zu erhöhen. Die sicherste Methode sich vor einem gefälschten Smaragd zu schützen, ist, diesen bei einem seriösen Händler zu kaufen oder ihn nach Kauf von einem Juwelier prüfen zu lassen. Sollte dies nicht möglich sein, kann man einige Tests selbst realisieren.

Als Erstes sollte man prüfen, ob es sich bei dem Stein überhaupt um einen Smaragd oder nicht um grünes Glas, einen Diopsid oder andern grünen Edelstein handelt. Was leider ohne technische Hilfsmittel wie zum Beispiel mit einem Gem Tester, Diamantentester, Chelsea Filter oder Refraktometer schlecht möglich ist. Für Laien gibt es außerdem viele irreführende Namensgebungen für andere im Umlauf befindlichen Steine und Materialen wie zum Beispiel Nachtsmaragd (Peridot), Spanischer Smaragd (Glas), Cape Smaragd (Prehnit), Indischer Smaragd (grüngefärbter Chalcedon oder Quarz) usw. Weiterhin sollten Sie überprüfen, ob Sie einen natürlichen oder synthetischen Smaragd in der Hand haben. Farblich sehr schöne, klare, einschlussfreie oder große grüne Steine zu einem günstigen Preis, sind meist synthetische Steine. Darüber hinaus können Steine aus China und häufig aus Russland und Ländern, die gar kein Smaragdvorkommen haben, oftmals Synthesen sein. Kann man mit einer Lupe Einschlüsse oder Unregelmäßigkeiten feststellen, ist das ein Indiz für einen echten Smaragd, denn Einschlüsse können nicht künstlich gebildet werden. Des Weiteren ist von synthetischen Steinen die Dichte etwas geringer und der RI-Index etwas niedriger als bei natürlichen Steinen.

Nach dem Kauf – Tipps für lange Freude an Smaragden

Wegen häufig vorhandenen Frakturen neigt der Smaragd dazu, zerbrechlich und spröde zu sein. Deshalb sollte man beim Tragen darauf achten, dass er keinen harten Schlägen ausgesetzt wird. Darum sollten Ringe mit Smaragd vor Aktivitäten wie zum Beispiel Sport, Gartenarbeit, Putzen und Spülen abgenommen werden. Für die Reinigung von Smaragd verwendet man am besten einen feuchten, lauwarmen Lappen ohne Zugabe von Reinigungsmitteln. Ein Ultraschallbad kommt für Smaragde nicht infrage. Ferner sind Smaragde wärmeempfindlich. Deshalb sollten sie vor extremer Hitze geschützt werden, weil sie bei dieser weiß und trüb werden oder sogar zerfallen können.

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