Worauf man bei Einbau-Navigationssystemen mit Europakarte achten sollte

Aufrufe 1 Mal bewertet mit „Gefällt mir” Kommentare Kommentar
Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war
Worauf man beim Kauf von Einbau-Navigationssystemen mit Europakarte achten sollte

Navigationsgeräte für ganz Europa müssen diverse Anforderungen erfüllen, um für das eigene Fahrzeug in Frage zu kommen. Da es außerdem kaum noch Neuwagen gibt, die ohne Navigationsgerät verkauft werden, fällt die Auswahl auf dem Markt entsprechend unübersichtlich aus und die Verbraucher wissen oftmals nicht, an welche Geräte sie sich halten sollten. Der folgende Ratgeber gibt daher einen Einblick in die komplexe Welt der Einbau-Navigationssysteme für Europa.

Welches Modell ist das beste Einbau-Navigationsgerät?

Jedes Modell bringt ganz eigene Stärken und Schwächen mit, so dass es sehr schwierig ist, objektiv einen Sieger zu küren. Viel mehr sind es die subjektiven Ansprüche eines jeden Fahrers und einer jeden Fahrerin, die bestimmen, wie gut ein Einbau-Navigationssystem wirklich ist. Von all den Fragen, die es vor dem Kauf eines solchen Gerätes zu beantworten gibt, wird der Ratgeber auf die wichtigsten Aspekte eingehen. Somit können sich alle Käufer im Nachhinein sicher sein, das passende Modell für das eigene Auto finden zu können. Vorweg sei allerdings gesagt, dass die Suche nach dem richtigen Navigationsgerät ein wenig Zeit in Anspruch nehmen kann, die man sich für ein solches System mit einem unter Umständen mittleren dreistelligen Wert aber auch nehmen sollte.

Passt das Einbau-Navigationsgerät in mein Auto?

Wie der Name schon sagt, ist ein Einbau-Navigationssystem ein anderes Kaliber als die herkömmlichen Navigationsgeräte, die es bereits für etwa 100 Euro im Handel zu kaufen gibt. Für den Einbau muss ein solches Navigationsgerät natürlich auch in das gewählte Fahrzeug passen. Zwar halten sich alle Hersteller soweit es geht an vereinbarte Normen und Standards, aber winzige Unterschiede gibt es zwischen den verschiedenen Produkten eben doch. Diese Varianz sorgt dafür, dass ein Gerät mitunter vielleicht nur zwei Millimeter zu breit sein kann, obwohl es laut Beschreibung angeblich auch in Ihr Fahrzeug passen würde. Im Vorfeld ist es unmöglich, diese Nuancen perfekt auszumessen.

Es ist daher von äußerster Wichtigkeit, dass sich Käufer die sogenannte Kompatibilitätsliste des GPS-Systems anschauen. Darin werden alle Fahrzeuge und Fahrzeugtypen aufgelistet, für welche das ausgesuchte Gerät verwendet werden kann. Einige Anbieter liefern eine solche Liste allerdings nicht mit – oder sie legen sie dem Produkt doch bei, aber der Händler versäumt es anschließend, die Fahrzeugliste auf der Webseite anzuzeigen. In solchen Fällen hilft eine Anfrage beim Händler oder, falls dieser nicht reagiert, ein Besuch in einem guten Forum über Navigationsgeräte oder Autos. Dort wird normalerweise schnell geholfen und ein riskanter Blindkauf kann vermieden werden. Zu achten ist dabei aber auf eine aktuelle Liste – denn dass ein Neuwagen aus dem Jahr 2011 nicht in einer Liste aus dem Jahr 2010 abgedruckt sein kann, dürfte verständlich sein. Das klingt zwar banal, allerdings ist das ein beliebter Anfängerfehler, denn der Blick auf das Datum kann schnell vergessen werden.

Die Eckpfeiler der Einbau-Navigationsgeräte

Unter den technischen Aspekten eines Einbau-Navigationssystems für Europa gibt es verschiedene Punkte, die allesamt wichtig sind. Die folgende Liste ist also nicht nach Relevanz geordnet, so dass jeder Abschnitt mit derselben Gewichtung beim Einkauf bewerten werden sollte.

Das Kartenmaterial

Wer ein Einbau-Navigationsgerät für ganz Europa benötigt, ist auf ein extrem umfangreiches Kartenmaterial angewiesen. Dabei prangt zwar auf vielen Geräten ein gut sichtbarer Aufkleber mit der Aufschrift „Europa“ oder ähnlichen verheißungsvollen Begriffen, aber das sagt nicht unbedingt etwas über den Umfang der Karten aus. Wie viel Detail wirklich in den Karten steckt, wird meist erst nach einem Blick in die Anleitung offenbart. Dabei benötigt gutes Kartenmaterial mehrere Gigabyte Speicherkapazität. Wenn also weniger geboten wird, was leicht am Gesamtumfang der Kapazität des Navigationsgeräts erkennbar ist, sollte genauer Auskunft eingeholt werden. Falls das System nur eine Gesamtkapazität von vielleicht einem Gigabyte bietet, kann darauf einfach kein europataugliches Kartenmaterial vorhanden sein – oder jedenfalls nicht in einer ausreichenden Detailstufe.

Auch sollte nicht außer Acht gelassen werden, dass sich das Gerät ständig selbst aktualisieren muss. Bereits in Deutschland sorgen Baustellen für stetige Veränderungen im Straßennetz. Auf ganz Europa bezogen sind die Straßen dann kontinuierlich im Wandel, eine ständige Aktualisierung ist also absolut notwendig für alle Fahrer, die viel in Europa unterwegs sind. Einige Anbieter stellen diese Aktualisierungen dabei kostenlos zur Verfügung, andere hingegen bitten meist einmal jährlich zur Kasse. Diesem Betrag sollten aber nicht zu viel Bedeutung beigemessen werden, denn ein aktuelles Kartenmaterial ist immer wichtiger als gesparte 30 Euro.

Die Speicherkapazität

Im vorherigen Abschnitt wurde es bereits angesprochen: Bei der Speicherkapazität des Navigationsgerätes ist es wichtig, auf einen möglichst großen internen Speicher zu achten. Kapazitäten von vier Gigabyte oder mehr scheinen nur für Karten ein wenig übertrieben, aber dabei muss bedacht werden, dass die Karten in Zukunft deutlich detaillierter dargestellt werden. Sehr viele Details verschlingen allerdings auch massiv mehr Speicherplatz als weniger präzise Darstellungen. Besonders die bislang eher spärlich kartografierten Gebiete werden in den nächsten Jahren viel Speicherplatz einnehmen. Sie können sich das ein wenig wie beim Betanken Ihres Autos vorstellen: Mit 20 Litern kommen Sie vielleicht an Ihr Ziel, aber 25 Liter zur Sicherheit wären doch besser.

Neben dem internen Speicher muss auch unbedingt ein Slot für SD-Karten vorhanden sein. Diese sind sehr klein und leicht und können daher beispielsweise im Handschuhfach transportiert werden. Außerdem kommen sie auch in Digitalkameras und Smartphones zum Einsatz, was durch die hohe Verbreitung sehr niedrige Preise zur Folge hat. Mit diesen kompakten Karten kann die Speicherkapazität drastisch erhöht und gleichzeitig das Kartenmaterial auch einfach in der Jackentasche mitgenommen werden. Einbau-Navigationsgeräte ohne Unterstützung für SD-Karten sollten eher nicht gekauft werden.

Multimedia-Features

Es gibt inzwischen kaum noch Einbau-Navigationssysteme, die nur für die reine Kartendarstellung genutzt werden. Stattdessen bieten alle modernen Modelle auch die Möglichkeit, den Bildschirm für die Darstellung von Multimedia-Inhalten zu nutzen. Das kann auf das Abspielen von Musik im MP3-Format beschränkt sein, gute Geräte können aber auch Videos beziehungsweise Filme abspielen. Die zuvor angesprochene Speicherkapazität ist für Fahrer, die das Navigationsgerät auch für diesen Zweck nutzen wollen, noch weitaus wichtiger, da Musik und insbesondere Filme sehr viel Speicherplatz in Anspruch nehmen.

Weiterhin gibt es moderne Einbau-Navigationsgeräte, die für den Fahrer und Beifahrer eine getrennte Sicht anbieten. Während der Fahrer die Kartendarstellung sieht, kann der Beifahrer auf demselben Bildschirm einen Film anschauen. Erreicht wird dies durch eine ähnliche Technik, wie sie bei den 3D-Brillen von Flachbildfernsehern angewendet wird – nur ohne Brille. Dieses Feature ist sehr nützlich, da der Fahrer natürlich keine Filme im Straßenverkehr anschauen sollte. Wer sich ein solches Gerät anschaffen möchte, sollte auf einen Hinweis wie Dual Vision, Double Vision oder Dual Screen beim Kauf achten. Die diversen Hersteller nutzen unterschiedliche Bezeichnungen für dieses Feature, das Resultat in der Praxis ist aber immer dasselbe.

Die Kommunikation für unterwegs

Zahlreiche Modelle mit Europakarte bieten inzwischen die Möglichkeit, durch ein Bluetooth-Modul mit dem Mobiltelefon Kontakt aufzunehmen. Das kann genutzt werden, um Anrufe unterwegs entgegenzunehmen. Dabei sollte ein möglichst windgeschütztes und aufnahmefähiges Mikrofon im Gerät vorhanden sein. Da dies nur schwer aus den technischen Eigenschaften abgelesen werden kann, sollte man das Gerät einfach im Demonstrationsmodus testen. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass die Audioqualität tatsächlich für Anrufe unterwegs – und auch bei laufendem Motor – ausreicht.

Die Anzeige

Der Bildschirm ist die wichtigste Komponente in einem Einbau-Navigationssystem für Europa. Es muss unbedingt ein möglichst helles Modell sein, da ansonsten die Sonneneinstrahlung in hellen Jahreszeiten und auch die Scheinwerfer der anderen Fahrzeuge und sogar Straßenlaternen das Erkennen der Informationen auf dem Bildschirm drastisch behindern können. Hohe Kontrastwerte sind ebenfalls eine Notwendigkeit, da sonst die Farben für die Darstellung von verschiedenen Streckenabschnitten – also vielleicht Autobahnen, Bundesstraßen und das Schienennetz – miteinander verschwimmen können. Veraltete Einbau-Navigationsgeräte für Europa stellen außerdem alle Karten nur im 4:3-Format dar, obwohl die Anzeige eigentlich die Breitbild-Darstellung im Format 16:9 zulassen würde. Allerdings nutzen diese Geräte die zusätzliche Breite dann nur für statische Informationen, die nicht dynamisch auf den Straßenverkehr reagieren. Diese Systeme sollten ebenfalls gegen echte Breitbild-Geräte ausgetauscht werden.

Hilfreiche Features für Europa

Auf Fahrten durch ganz Europa ist es wichtig, dass das Einbau-Navigationssystem zusätzliche Funktionalität bereitstellt, wenn die Reise über die Landesgrenzen hinausgeht. Wirklich gute Systeme bieten dabei unter anderem die Möglichkeit, wichtige Änderungen bei den Verkehrsregeln deutlich darstellen zu lassen. Das bekannteste Beispiel wäre vielleicht der Linksverkehr in England, auf welchen Einbau-Navigationsgeräte für ganz Europa meist deutlich hinweisen, damit der Fahrer diese wichtige Information nicht verpasst. Auch kleinere Änderungen, wie restriktivere Geschwindigkeitsgrenzen oder andere Bedeutungen von Straßenschildern, sollten unbedingt angezeigt und am besten auch akustisch wiedergegeben werden. Das kann sogar so weit gehen, dass selbst die Promillegrenzen für den Genuss von Alkohol eingeblendet werden – was im besten Fall sehr hohe Strafen zu vermeiden hilft.

Die Bedienung

Wer das erste Mal in einem neuen Land unterwegs ist, wird genügend Mühe damit haben, in unübersichtlichen Situationen – wie etwa im Stadtverkehr von international bekannten Großstädten – ebenjene Übersicht zu behalten. Wichtig ist daher, dass das Einbau-Navigationsgerät über eine sehr intuitive Bedienung verfügt. Niemand möchte Minuten damit zubringen, das System richtig einzustellen, wenn die Lage sowieso gerade hektisch genug ist. Die Bedienung sollte daher so ausfallen, dass möglichst nur zwei oder drei Aktionen mit dem Finger nötig sind, um die gewünschte Information zu erhalten oder das Fahrtziel zu wechseln. Reaktionsschnelle Touchscreens arbeiten außerdem kapazitiv. Diese Information wird nicht immer vom Hersteller mitgeliefert, eine Anfrage kann daher nicht schaden. Resistive Touchscreens müssen hingegen einen deutlicheren Druck spüren, ein sanftes „Darüberwischen“ reicht also nicht aus.

Die Lautstärke

Freie Navigationsgeräte, die einfach irgendwo mittig in der Nähe der Windschutzscheibe positioniert werden, haben den Vorteil, dass der Ton aus den Lautsprechern in jede Richtung abgegeben werden kann. Das Resultat ist oftmals ein lauterer und besser verständlicher Klang. Einbau-Navigationsgeräte für Europa können diesen Luxus nicht bieten und müssen daher mit guten Frontlautsprechern ausgerüstet sein (selten) oder eine Verkabelung bieten, die den Anschluss an das fahrzeugeigene Audiosystem ermöglicht. Letzteres ist weitaus verbreiteter, allerdings gibt es dort den Nachteil, dass diese Verkabelung für Laien nicht unbedingt einfach zu verstehen ist. Kaufen Sie daher ein Modell, das eine möglichst umfangreiche Dokumentation und eindeutig beschriftete Kabel bietet, damit Sie beim Anschluss des Einbau-Navigationssystems erst gar keine Fehler begehen können.

Weitere wichtige Punkte

Die technischen Aspekte des Einbau-Navigationsgerätes sind nun zwar erläutert, allerdings gibt es noch einige andere Punkte, welche unbedingt beachtet werden müssen.

Ruhig etwas mehr Geld ausgeben

Bei diesen Geräten sollte man nicht jeden Cent zweimal umdrehen. Wer bei Bildschirm, Audiosystem oder auch der Bedienung spart, wird sich früher oder später wünschen, doch lieber 30 Euro mehr für ein besseres Modell ausgegeben zu haben. Außerdem kann solch ein Verhalten im schlimmsten Fall zu Unfällen führen. Falsch verstandene Ansagen oder eine fehlende Anzeige für ein wichtiges Straßenschild können im Ausland schnell in konfusen Situationen münden und damit Unfälle vorbereiten. Im Interesse der Sicherheit sollte daher jeder Ratgeber empfehlen, bei einem Einbau-Navigationsgerät nicht zu sparen.

 

Fazit

Es ist ganz leicht, passende Einbau-Navigationsgeräte mit Europakarte bei eBay zu finden. Unter dem Menüpunkt GPS/Navigation werden zahlreiche Einbau-Navigationssysteme gelistet, wo die Suche anschließend mit dem Zusatz Europa oder Europakarte verfeinert werden kann. Es sollte anschließend nicht mehr schwer sein, passende Navigationssysteme für jedes halbwegs aktuelle Auto bei eBay zu finden.

Mit ein wenig Überblick und ohne voreiliges Handeln ist es nicht besonders schwer, die passenden Navigationssysteme mit Europakarte zu finden. Wichtig ist dabei, die technischen Eigenschaften genau zu beachten und insbesondere die Kapazität des Speicherplatzes und den Anspruch des Displays nicht außer Acht zu lassen. Gerade der Bildschirm und die Qualität der Audioansagen können unter Umständen sogar lebensrettend im Straßenverkehr sein. Ein Sparen an der falschen Ecke ist bei Navigationssystemen – sowohl für Europa als auch den Rest der Welt – also eher nicht angeraten.

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden