Worauf achten beim Wohnzimmer-PC?

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Vorweg: Wohnzimmer und Ehepartner kompatible PCs sind nicht unbedingt Hochleistungsrechner im blau glühendem Moddingcase.


Bei Wohnzimmer-PC geht es darum, einen guten Kompromis aus Multimedia-Leistung, Lärmpegel und unaufdringlichen und kompakten Design zu finden.

Was gilt es bei Komplettgerät oder der eigenen Wunschzusammenstellung zu beachten?


Wie benötigen für einen Wohnzimmer-PC keine HighEnd-Grafikkarte und keinen Extrem oder Blackedition CPU. Ein mobility CPU, wie Sie in Notebooks und embeded Systemen eingesetzt werden sind vollkommen ausreichend. Der Intel Centrino oder der AMD Turon x2 bringt die idealen Voraussetzungen mit, also geringer Stromverbrauch und wenig Abwärme bei guter Multimedialeistung. Bei Einsatz moderner Mobility 45nm CPUs können sie auch auf eine passive CPU-Kühlung z.B. von Scythe oder Zalman zurückgreifen. (ein solcher Kühler kann bis zu 1.3 KG wiegen und auch mal 50 Euro kosten. Prüfen Sie ob der Kühler mit Mainboard und Gehäuse kompatibel ist.)

Achten Sie auch beim Mainboard auf ein solides passivgekühltes Board, das am besten Sound und LAN oder gar WLAN direkt mitbringt. Gerade die kleinen Motherboardlüfter sind unglaubliche Nervensägen. Lüfterlose Heatpipe-Kupferkühler gehören heute zum Standard bei ASUS, Gigabyte und MSI. Möchten sie gar keine 3D-Anwendungen nutzen, können Sie zu einen Board mit OnBoard VGA-Karte und TV-Out greifen, die Qualität des TV-Out ist jedoch meist recht bescheiden. Besser Sie wählen heute eine  Grafikkarte (als Erweiterungskarte für PCI-Express) mit HDMI-Ausgang.


Egal wie gut es Aussieht kaufen Sie kein Slimline-Laufwerk. Diese sind schmalen Laufwerke sind deutlich lauter als ihre 5,25" Geschwister.  Am besten Greifen Sie heute schon zu einem BlueRay-Kombi-Laufwerk, dann haben Sie es hinter sich und müssen nicht bei Verlangen nach der ersten eigenen BluRay nachkaufen.


Achten Sie auch bei der Festplatte auf den Geräuschpegel. Kaufen Sie keine zu kleine Festplatte, Film, Musik und Foto nehmen viel Platz in Anspruch, 500 GB sollte das Minimun sein. Bedenken Sie Windows Vista belegt heute schon mal alleine 15 GB.
(Brennprogramm, Mediaplayer, Codec, Officesuite und Security-Suite kassieren nochmal ca. 10 GB!). Schnell sollte die Platte ausserdem noch sei, dann Betriebssystem und Mediaplayer greifen zumindest parallel darauf zu. Eine zweite Platte zu verbauen würde die Temperatur im gehäuse erhöhen und als zusätzliche Geräuschquelle unangenehm auffallen. Investieren Sie ruhig 40-50 Euro für einen HDD-Silencer (gibts z.B. bei Caseking).
Dieser blockt das Laufgeräusch der Platte und sorgt gleichzeitig für eine optimale passive Kühlung. ich empfehle die extrem leisen Platten der Firma Samsung, z.B. die Samsung F1 mit 1000 GB Speicher.


Lüfterlose Netzteile gibt es inzwischen Reihenweise, ein Gerät mit 350 Watt Leitung müsste ausreichend sein. Alternativ können Sie zu einem Netzteil mit 120mm oder besser 140mm Lüfter greifen, diese Lüfter drehen so langsam, das sie kaum Hörbar sind. Kaufen Sie kein billiges Netzteil mit 2x80mm oder 2x100mm diese Drehen mit mehr als 1200 UPM teileweise sogar mehr als 2000 UPM und sind sehr deutlich hörbar.


Verzichten Sie auf transparente und beleuchtete Gehäuse. Transparente Gehäuse sehen bereits nach kurzer Zeit schmuddlig und staubig aus. Die Schallisolierung ist zudem schlecht.
Beleuchtungseffekte sorgen vielleicht anfänglich für Begeisterung, die dauernde Beleuchtug stört jedoch beim Beamerschauen und gerade Blau zieht Ungeziefer an.

Für einen echten Silent Barebone im Wohnzimmerdesign müssen Sie mit etwa 700 Euro rechnen. Hinzu kommen noch die Kosten für Laufwerke und Prozessor. Also etwa kommen 1000 - 1200 Euro zusammen.

Wählen Sie statt einem schicken Media-PC-Barebone ein System auf Basis "gewöhnlichen PC-Komponenten", z.B. ein lärmgedämmten Midi-Tower mit 120mm oder 140mm Belüftung, passiver Grafikkarte und Netzteil kommen sie schon für ca. 600 Euro einen sehr akzeptablen Wohnzimmer-PC. Hierfür benötigen Sie ein fanless Netzteil, HDD-Entkoppler, fanless CPU-Kühler und ein gedämmtes Gehäuse.

Achtung vor Wasserkühlung: Die Pumpen und Gebläse von Billig-Sets machen lärm auch hier muss ein Silent Modell gekauft werden. Passive Wasserkühlungen sind riesengroß und auch nicht ganz Wartungsfrei.

Optimal ergänzen Sie das ganze mit einem Trackball und einer kabellosen Tastatur.

Alternative stellen Sie sich einen Thin-Client mit Linux hin (z.B.: DBOX2 etc. für ca.150-300 Euro), der Multimediadaten per LAN/WLAN von Ihrem Mediaserver (z.B. DSL-Router oder Hauptrechner) empfängt. Nachteil ist der hohe Stromverbrauch und die nicht gerade einsteigerfreundliche Konfiguration von Streaming-Client und Streaming-Server. Auch ich habe es nicht hinbekommen FullHD-BluRay-Film übers WLAN zu Streamen. Die Bandbreite im WLAN reicht da wohl noch nicht aus.

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