Worauf Sie beim Online-Kauf einer antiken Kasse achten sollten

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Worauf Sie beim Online-Kauf einer antiken Kasse achten sollten

Kassen haben eine lange Geschichte

Das erste mechanische Kassensystem wurde von James Jacob Ritty erfunden. Der amerikanische Saloon-Besitzer fühlte sich von seinem unehrlichen Personal geplagt und erfand, um zukünftigem Diebstahl vorzubeugen, einen Kassenapparat, der jede Verkaufstransaktion registrierte. 1879 ließ er das Gerät als "Ritty's Incorruptible Cashier" patentieren und gründete eine Fabrik. Die erste Registrierkasse war geboren. Das noch sehr einfache System wurde in den darauffolgenden Jahren von unterschiedlichen Seiten verbessert. John H. Patterson, an den Rittys Firma später verkauft wurde, fügte zum Beispiel die Kassierrolle, auf der jede Transaktion automatisch vermerkt wurde, und das berühmte Kassenklingeln hinzu. Charles F. Kettering, ein Mitarbeiter, entwickelte 1906 die erste Kasse mit Elektromotor.

Die Entwicklung des Kassensystems ist Teil der weltweiten Industrialisierung und stellte eine technische Revolution dar. Die Produktion und Nutzung von Registrierkassen verbreitete sich schnell in allen Industriestaaten der Welt. Schon ganz zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden sie im Deutschen Kaiserreich hergestellt, verkauft und im Handel eingesetzt. In den 30er Jahren begann dann auch ihre Nutzung in der Gastronomie. Mit dem rapiden technischen Fortschritt des vergangenen Jahrhunderts jedoch veralteten existente Kassensysteme schnell und neuere Modell nahmen ihren Platz ein. Erst gegen Ende der 70er Jahre zum Beispiel wurden heute gängige Scannerkassen entworfen und gingen in die weltweite Produktion. Die Weiterentwicklung der Kasse ist, ähnlich der in der Computerbranche, kaum abzusehen. Doch es sind die Ursprünge der Registrierkasse, die Sammler, Nostalgiker, Historiker, Kunstliebhaber, oder einfach Menschen mit einem Blick für Ästhetik und altes Handwerk, faszinieren. Was Sie beim Kauf einer antiken Kasse beachten sollten, erfahren Sie im Folgenden.

Vorläufer der Registrierkasse

Bevor die Registrierkasse in Umlauf kam, wurde das Geld im Handel in kleinen, verschließbaren Schatullen aufbewahrt. Meist war das Innere dieser Kästchen mit Einteilungen versehen, sodass die Zahlsumme entsprechend verstaut werden konnte. Auch Hartgeldzähler waren teilweise inbegriffen. Nicht immer ganz klar zu trennen von „rechnenden“ Kassenmaschinen, die auch manchmal unter diesem Begriff genannt werden, werden diese Schatullen normalerweise als Ladenkasse bezeichnet. Auch Geldkassette ist ein üblicher Begriff. Selbstverständlich gibt es Geldkassetten auch heute noch. Antike Modelle sind jedoch leicht und deutlich am Design zu erkennen. Auch Besonderheiten wie Markenkassen, zum Beispiel für die Nutzung mit Biermarken, sind erhältlich. Im Angebot finden Sie eine Auswahl alter Ladenkassen in unterschiedlichen Größen und Stilen, zum Beispiel zur Nutzung als Schmuckkästchen.

Firmen, die antike Registrierkassen herstellten

Rittys Firma wurde bei der Übergabe in National Cash Register umbenannt. Unter diesem Namen, später generell abgekürzt zu NCR, wurde ein beachtlicher Teil der frühen Registrierkassen verkauft. Originale Kassen von National Cash Register können Sie auch heute noch erwerben. Sie bestechen vor allen Dingen durch ihr detailreiches Design. Andere Kassen finden Sie unter anderem von Herstellern wie Hengstenberg, später Anker, sowie von National und Krupp.

Antike Registrierkassen

Antike Kassen bestehen generell aus Geldschublade, Bedienfeld, entweder mit Tasten oder Registerhebeln, Drehkurbel, auch Registerarm genannt, und Betragsanzeige. Diese Elemente unterscheiden sich je nach Design. Darüber hinaus lassen sich Registrierkassen anhand der nun folgenden Aspekte differenzieren.

Additionssystem bei Kassen

Kassen mit Detail-Additionssystem

Frühe Modelle von Registriermaschinen haben die jeweiligen Verkäufe gezählt und/oder aufgelistet, ohne jedoch die Gesamtsumme zu errechnen. Für die heutige Nutzung im Einzelhandel eignet sich das Detail-Additionssystem nicht so gut, da alle einzelnen Beträge bei Rechnungsabschluss separat zusammengerechnet werden müssen.

Kassen mit Total-Additionssystem

Kassenmodelle mit Total-Additionssystem sind solche Registrierkassen, bei denen die Gesamtsumme automatisch ausgerechnet wird. Diese Mechanik war ein großer Fortschritt für den Handels- und Rechnungsablauf, da dieser durch sie beachtlich beschleunigt wurde. Auch heute lassen sich Maschinen mit Total-Additionssystem noch einsetzen, da sie einfachen Taschenrechnern vom Grundsystem her ähneln. Sie bereichern moderne Geschäftsräume zudem mit einer außergewöhnlichen und bezaubernden Atmosphäre.

Das Bedienfeld von Kassen

Kassen mit Hebelregister

Kassen mit Registern als Bedienmethodik zeichnen sich dadurch aus, dass die abzurechnenden Preise manuell über Riegel, auch Hebel oder Register genannt, eingegeben werden müssen. Normalerweise bieten Hebelregister-Kassen fünf Registerspalten, auf welchen die Hebel auf und ab bewegt und neben der betreffenden Zahl festgestellt werden. So ergibt sich eine Zahl dadurch, dass pro Ziffer ein Hebel auf die richtige Stelle gesetzt wird.

Kassen mit Tastenfeld

Ab Mitte des ersten Jahrzehnts im 20. Jahrhundert kam die Tastenbedienung in Mode. Auch sie stellt einen Fortschritt zu der zuvor üblichen Handhabung dar, denn die Benutzung wurde durch sie abermals vereinfacht und beschleunigt. Zuzüglich zu Eingabetasten mit Zahlen bieten einige Modelle sogenannte Spezialtasten. Diese stellen zum Beispiel Buchstaben dar, die, je nach Bediener mit besonderer Bedeutung belegt werden können. Typisch ist auch eine „Kein Verkauf“-Taste, die vermerkt, wenn die Kassenschublade geöffnet wird, ohne das ein Verkauf getätigt wurde. Somit wird dem Grundzweck der Registrierkasse noch immer Rechnung getragen: Es kann kein Geld entnommen werden, ohne dass die Kasse dies be- und vermerkt. Der Besitzer der Lokalität oder des Geschäfts hat somit volle Kontrolle über Geldein- und Ausgang.

Die Betragsanzeige von Kassen

Die Betragsanzeige kann sich bezüglich verschiedener Faktoren unterscheiden. Zunächst ist der Ort der Betragsanzeige von Bedeutung. Einige Maschinen bieten Sichtfenster für den Kunden, zuzüglich zu einem Anzeigenbereich für den Bedienenden der Kasse. Für die moderne Nutzung ist dies von besonderer Wichtigkeit. Auch unterscheiden sich die Zahlen im Betragsfeld nach Machart und Mechanik. Schildchen, Plaketten und Rollindikatoren, das heißt, Drehzahlen, die die Summe anzeigen, sind früher üblich gewesen.

Kassen aus unterschiedlichem Material

Antike Registrierkassen sind in den meisten Fällen aus Metall gefertigt. Bronze ist ein besonders häufig genutztes Material, aber auch andere Metallarten lassen sich finden. Da alte Kassen zu einem Großteil aus massivem Metall bestehen, sind sie sehr schwer. Dies sollte bei einem Kauf unbedingt berücksichtigt werden. Ein weiteres Grundmaterial, das etwas seltener eingesetzt wurde, ist Holz. Es wird zudem häufig auch in Metallkassen für den Unterkasten verwendet, auf dem das Gerät steht und verankert ist. In neueren Kassen wurden darüber hinaus auch Kunststoffe verarbeitet.

Beschriftung von Kassen

Häufig sind Registrierkassen beschriftet. Simple Schriftzüge wie „Kasse“ oder „Zahlung“, sowie der Firmenname finden sich auf den meisten Modellen. Darüber hinaus ist eine Währungsangabe üblich. Deutsche Geräte geben Summen daher ausdrücklich in Mark und Pfennig an. Auch ausländische Registrierkassen, und damit Kassen mit ausländischer Währungsangabe, sind erhältlich.

Modellnummern von Kassen

Bei Modellen der Firma National Cash Register ist die Modellnummer zumeist direkt über dem Bedienfeld in Form einer kleinen Plakette angebracht. Auch bei National-Modellen ist dies üblicherweise der Fall. In manchen Fällen ist die Modellnummer auch in das Metall eingestanzt, zum Beispiel auf der Rückseite des Artikels. Sind Sie auf der Suche nach einem spezifischen Modell, finden Sie also die Modellnummer mit hoher Wahrscheinlichkeit direkt über dem Bedienfeld oder auf der Rückseite der Kasse.

Design von Kassen

Unterschiedliche Stile sind bei der Produktion von Registrierkassen verwendet worden. Besonders üblich waren Reliefdrucke. Jugendstil-, Gründerzeit-, Empire-, selbst Art Déco-Modelle lassen sich finden, wovon ersterer der weitaus üblichste ist. Jugendstil-Kassen sind zudem besondere Sammlerstücke. Je filigraner und detaillierter die Impressionen, desto edler und extravaganter wirkt das Stück in der Regel. Im Vergleich zu modernen Kassen fällt der Unterschied dann noch stärker auf: Eine reich verzierte Kasse entspringt in aller Regel dem letzten oder gar vorletzten Jahrhundert. Epochentypisches Design schlägt sich aber nicht nur im Stil des Korpus nieder. Auch Tasten, Register, Drehkurbeln und Zahlen auf Summenschildchen deuten auf die zeitliche Herkunft des Sammlerstücks hin.

Die Seltenheit antiker Kassen

Der Wert einer Registrierkasse steigt, wie bei den meisten Sammlerobjekten, mit ihrer Seltenheit. Manche Modelle sind heutzutage kaum mehr erhältlich oder aber so selten, dass die Gesamtanzahl existierender Exemplare bei unter zehn liegt. Sollten Sie sich vorgenommen haben, ein ganz besonders seltenes Stück zu erstehen, ist zu empfehlen, sich direkt bei den Herstellern über die einzelnen Modelle zu informieren. Meistens ist ihnen bekannt, welche Anzahlen der jeweiligen Maschinen heutzutage noch existieren.

Funktionsfähigkeit und Nutzen von Kassen

Selbst die frühesten Kassenmodelle können in Auktionen erstanden werden. Manche von ihnen sind sogar noch funktionstüchtig. Wenn Ihnen vorschwebt, eine Kasse für den täglichen Gebrauch zu kaufen, sollten Sie sichergehen, dass der Verkäufer ausdrücklich den Zustand der Kasse bestätigt. Manch antike Registrierkasse kann tatsächlich noch als Kasse oder Rechenmaschine benutzt werden. Zuzüglich zum Stil, dem Gewicht und der generellen Funktionsfähigkeit ist Folgendes darüber hinaus zu beachten: Registrierkassen sind mit und ohne Druckwerk produziert worden. Dies sagt nicht unbedingt etwas über das Alter des Stücks aus. Auch etwas jüngere Maschinen sind teilweise ohne Druckmechanismus hergestellt worden. Sollten Sie die Kasse heute noch im Handel einsetzen wollen, sollten Sie bedenken, dass Belegzettel nur von einigen Modellen ausgegeben werden können. Über die Nutzung im Geschäft hinaus aber lassen sich alte Kassen auch als Rechner, zum Beispiel im Büro, nutzen und stellen dort einen ganz besonderen Hingucker dar. Aber auch Exemplare, die nicht mehr ihren eigentlichen Nutzen erfüllen können, sind eine Investition Wert. Nichts trägt so viel zur räumlichen Atmosphäre bei wie antike Sammlerstücke. Alte Kassen bieten sich gerade durch ihr oft detailreiches Design und ihre außergewöhnliche Form als Einrichtungs-Schmuckstück an.

Das Alter einer Kasse

Anhand der historischen Entwicklungsstufen können Sie das Alter einer Kasse schätzen. Dies ist jedoch nur bedingt möglich. Am sichersten können Sie gehen, wenn Sie Modellinformationen der Hersteller zurate ziehen. Darüber hinaus kann die Mechanik Hinweise liefern. Elektronische Kassen wurden zum Beispiel erst nach 1906 hergestellt. Auch Detail-Additionssysteme deuten auf ein höheres Alter des Stücks hin. Stilelemente bestimmter Epochen sind für den Kenner außerdem leicht zu erkennen. Für Laien sind diese ohne Schwierigkeiten mit Hilfe von Kunst-Lexika herauszufinden. In den meisten Fällen jedoch werden Registrierkassen samt Altersangabe  angeboten, sodass eine Altersbestimmung in wenigen Fällen überhaupt nötig ist.

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