Worauf Sie beim Kauf von antiquarischen Bilderbüchern achten sollten

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Worauf Sie beim Kauf von antiquarischen Bilderbüchern achten sollten

Diese Tipps helfen Ihnen beim Kauf von antiquarischen Bilderbüchern

Lesen ist – da sind sich alle Experten einig – ein wichtiger Bestandteil des Kinderlebens. Während die Kleinen die Geschichten ihrer Helden gebannt verfolgen, können sie vieles lernen. Dies gilt nicht nur für die konkreten Inhalte, die gelesen oder vorgelesen werden. Gelernt und erfahren wird auch ganz nebenbei. Hier geht es beispielsweise um das Training der Konzentrationsfähigkeit, um das Erleben eines gemeinschaftlichen Erlebnisses und um eine ganz andere Begegnung mit dem Thema Sprache, als dies der sonstige Kinderalltag ermöglicht. Darüber hinaus ist Lesen heute in einer von digitalen Medien geprägten Zeit auch etwas sehr Entspannendes, denn es verlagert die Aufmerksamkeit auf ein ruhiges, natürliches Medium und schont die Augen wenigstens für kurze Zeit von der Dauerberieselung durch Bildschirme an Smartphone, Handy, Fernseher und Computer.

Der erste Kontakt mit Büchern

Bilderbücher stellen in der Regel die erste Möglichkeit für ein Kind dar, mit Büchern in Kontakt zu kommen. Auch wenn hier Texte noch keine oder höchstens eine untergeordnete Rolle spielen, kann das Medium Buch hier dennoch sehr gut wirken. Diese Erkenntnis erlangen die Menschen schon früh und so können Sie heute viele antiquarische Kinder- und Jugendbücher entdecken.

Damit Ihnen die Wahl des richtigen antiken Bilderbuchs nicht allzu schwer fällt, finden Sie an dieser Stelle viele Tipps und Hinweise in Form eines praktischen Einkaufsführers. Dieser zeigt unter anderem die Besonderheiten von Büchern unterschiedlicher Jahrzehnte auf. Ebenso bietet er Ihnen Informationen über Verlage vergangener Zeiten und über berühmte Bücher der damaligen Zeit. Auf diese Weise informiert, wird Ihnen die Kaufentscheidung sicherlich leicht fallen.

Historische Bildwelten - die Faszination antiquarischer Bilderbücher entdecken

Der Wert eines historischen Bilderbuchs hat immer sowohl eine subjektive als auch eine objektive Komponente. Der subjektive Teil ist schnell erklärt, denn hier geht es um das, was Sie selbst mit einem Bilderbuch empfinden. Vielleicht sind Sie schon lange auf der Suche nach dem Buch, mit dem Sie damals lesen gelernt haben oder erinnern sich noch gerne an das Bilderbuch, das Sie immer gemeinsam mit Ihrer Großmutter ansahen. Sie verbinden also viel mit einem bestimmten Titel und möchten das Gefühl gerne wieder erleben. Ein antikes Bilderbuch der gleichen Art kann hierfür ein passendes Mittel sein.

Ein altes Bilderbuch kann aber auch einen ganz klar zu beziffernden materiellen Wert haben. Dieser ist beispielsweise dann relativ hoch, wenn es sich um ein seltenes Bilderbuch handelt. Dabei spielt meistens auch das Alter der antiken Bücher für Kinder eine große Rolle, denn je länger der Produktionszeitpunkt zurück liegt, desto seltener sind die Exemplare in der Regel verfügbar. Selbstverständlich ist neben dem Alter auch die Auflagenhöhe relevant – wurde seinerzeit viel gedruckt, ist heute voraussichtlich noch ein größerer Bestand zu haben.

Wenn Sie sich für besonders wertvolle Bilderbücher interessieren, können Sie übrigens auch einen Blick auf antike Fibeln werfen. Die frühen Fibeln gelten als Vorläufer des Bilderbuches und wurden beispielsweise in Form von Lesefibeln, Sachbüchern oder Abc-Büchern verlegt. Erst um das Jahr 1830 herum entstanden erste Bilderbücher, bis dann schließlich 1845 der berühmte „Struwwelpeter“ verlegt wurde, das erste Bilderbuch mit Texten und Bildern für kleine Kinder.

Diese Verlage stellten Bilderbücher her, die heute Antiquitäten sind

Die wichtigsten Unternehmen im Buchmarkt sind sicherlich die Verlage, denn sie sorgen dafür, dass die Bilder und Texte den Weg zu den Endkunden, also zu den Lesern, fanden. Da die Verlagswelt in Bezug auf Bilderbücher vielfältig ist und auch in früheren Zeiten facettenreich war, sollen hier beispielhaft nur einige wichtige Verlage genannt werden. Darüber hinaus können Sie bei eBay zahlreiche weitere Verlagshäuser entdecken, die bezaubernden Bilderbüchern ihren Weg in die Kinderzimmer ebneten.

Scholz-Verlag

Historische Bilderbücher aus dem Scholz-Verlag gehören zu den besonders aufwendig illustrierten Exemplaren. Der Verlag war nicht zuletzt auch als grafische Kunstanstalt aktiv und hatte phasenweise auch Spiele in seinem Sortiment. Die Grimmschen Märchen wurden bei Scholz in Mainz ebenso verlegt wie die Bilderlesebücher „Kinder am Meer“ oder „Vier Märlein“. Auch Foto-Bilderbücher wie „Meine Lieblingstiere“ und „Das Auto-Bilderbuch“ waren im Katalog des Verlags zu finden. Nicht zuletzt war es der Scholz-Verlag, der den legendären „Struwwelpeter“ verlegte. Gegründet wurde der Verlag im Jahr 1793.

Alfred Hahn's Verlag

Auch antiquarische Bilderbücher aus dem Alfred Hahn's Verlag gehören zu den beliebteren historischen Kinderbüchern. Darunter ist beispielsweise eines der berühmtesten historischen Bücher mit Illustrationen von Fritz Koch-Gotha, die berühmte „Häschenschule“. Die Geschichte, die von Albert Sixtus verfasst worden war, setzte Koch-Gotha so gekonnt um, dass innerhalb eines Jahres mehr als 240000 Exemplare verkauft wurden. Auch für den Verlag bedeutete das einen großen Erfolg.

Verlag Braun & Schneider

Mit Sicherheit sind Ihnen auch historische Bilderbücher aus dem Verlag Braun & Schneider bereits begegnet, zumindest in Form eines Nachdrucks der alten Ausgabe. Die Rede ist von dem beliebten Buch „Max und Moritz“ von Wilhelm Busch, aber auch von Werken von Carl Spitzweg oder Ludwig Bechstein. Der Verlag war ab dem Jahr 1843 aktiv und verlegte eine Vielzahl beeindruckender Bücher für die Jüngsten innerhalb der Leserschaft.

Historische Bilderbücher nach Jahrzehnten oder Jahrhunderten auswählen

Eine gute Möglichkeit, sich innerhalb der „Bilderbuch-Landschaft“ zu orientieren, ist auch ein Streifzug durch die Jahrhunderte bzw. durch die Jahrzehnte. Bilderbücher gibt es bereits seit der Mitte des neuzehnten Jahrhunderts. Doch auch die Titel, die im vergangenen Jahrhundert auf den Markt kamen, verdienen Aufmerksamkeit.

So können Sie beispielsweise unter den Produkten für Kinder aus den 50er Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts auch viele Bilderbücher entdecken. Den gesellschaftlichen Entwicklungen der damaligen Zeit entsprechend, wird hier oft ein traditionelles Rollenbild vermittelt. Darüber hinaus waren bereits in den 1950er Jahren die bei Kindern beliebten Dauerthemen wie Natur oder Tiere die Leitmotive vieler Bilderbücher.

Auch Spielwaren und Kinderbücher aus den 1960er Jahren sind ein Spiegel ihrer Zeit. Beliebte Titel aus dieser Zeit sind etwa „Weihnachtsfest im Wichtelland“, aber auch sehr modern und abstrakt gestaltete Bücher wie beispielsweise „Wenn die Sonne scheint“.

An die Bilderbücher aus den siebziger Jahren werden Sie sich sicherlich noch gut erinnern, wenn Sie selbst in dieser Zeit ein kleines Kind gewesen sind oder wenn Sie Kinder haben, die in diesem Jahrzehnt geboren wurden, da die siebziger Jahre die Zeit der Hippies und der Revolution der Jugend waren. Darüber hinaus aber gab es klare Tendenzen, das traditionelle Denken beizubehalten und alte Rollenbilder zu bewahren. Eine sehr spannende Epoche also – auch in Bezug auf Bilderbücher.

Berühmte Bilderbücher als historische Ausgaben finden

Struwwelpeter

Dass historische Struwwelpeter-Bücher zu den beliebten Sammlerobjekten gehören, ist Ihnen sicherlich nach der Lektüre der oben genannten Informationen klar. Schließlich handelt es sich bei dem Werk des Frankfurter Arztes Dr. Heinrich Hoffmann um das allererste Buch, das eigens für Kleinkinder verfasst wurde. Aufgrund des geringen Alters der Kleinen setzte man bei der Buchkonzeption auf ein hohes Maß an Illustrationen. Die Texte verfasste Dr. Hoffmann in Versform, um sie besonders eingängig zu gestalten. Das Buch war ursprünglich übrigens nur für einen einzigen Leser gedacht, und zwar für den kleinen Sohn des Arztes. Dieser trug den Namen Carl Philipp und kam im Jahr 1841 auf die Welt. Zum Weihnachtsfest 1844 erhielt der Kleine das Buch als handgezeichnetes und handgeschriebenes Geschenk. Durch einen Zufall gelangte das Werk in die Hände des Verlegers Zacharias Löwenthal, der das Potenzial erkannte und das Buch kurzerhand (bzw. nach intensiver Überzeugungsarbeit bei dem Autor) verlegte. Die ersten 3000 Exemplare wurden so schnell verkauft, dass rasch eine Vielzahl von Neuauflagen folge. Heute noch wird der „Struwwelpeter“ herausgegeben.

Max und Moritz

Max und Moritz ist ebenfalls ein deutsches Kinderbuch, das weltweit Bekanntheit erlangt hat. Es wurde von Wilhelm Busch geschrieben und im April 1865 erstmals veröffentlicht. Wilhelm Busch war ein Künstler, der zunächst als freier Mitarbeiter des Verlegers Kaspar Braun in München tätig war unter anderem für den „Münchener Bilderbogen“ viele Beiträge verfasste. Mit dem Werk „Max und Moritz“ begann Busch im Jahr 1863 und im Jahr 1865 wurde es mitsamt der von Busch selbst umgesetzten Zeichnungen verlegt. Wie man heute weiß, zum deutlichen Wohl des Verlages. Die Zeichnungen wurden für den Druck mithilfe der Holzstich-Technik vorbereitet. Hierbei handelt es sich um ein zu dieser Zeit noch sehr modernes Hochdruckverfahren.

Die kleine Raupe Nimmersatt

Auch ein historischer Klassiker, der noch nicht ganz so viele Jahre Buchgeschichte hinter sich hat, soll hier genannt werden. Exemplarisch für viele andere bedeutende Bilderbücher des zwanzigsten Jahrhunderts soll dies „Die kleine Raupe Nimmersatt“ sein. Das bekannte Werk von Eric Carle (Text und Illustration) ist erstmals im Jahr 1969 erschienen und seither vielfach in der Originalversion und auch in vielen Varianten verlegt worden. Mittlerweile sind selbst Mini-Exemplare verfügbar, die am Kinderwagen befestigt werden können, um schon die Kleinsten bei ihren Wegen zu begleiten. Die Geschichte des Buches ist denkbar einfach und mit sehr viel Liebe umgesetzt. Es geht um eine kleine Raupe, die sich an jedem Tag einer Woche durch weitere Lebensmittel frisst und am Ende als strahlend schöner Schmetterling von dannen fliegt.

Historische Bilderbücher - nicht nur in deutscher Sprache eine Augenweide

Gerade wenn Sie sich selbst zu den ambitionierten Bilderbuchsammlern zählen, werden Sie auch interessiert daran sein, über den heimischen Tellerrand zu schauen. Eine gute Möglichkeit, dies zu tun, ist es, sich nicht nur mit antiken Bilderbüchern in deutscher Sprache zu beschäftigen. Das Angebot umfasst auch viele historische Bilderbücher in englischer Sprache oder in anderen Idiomen dieser Erde. Hier lässt sich so manches rare Exemplar entdecken. Darüber hinaus bieten Bilderbücher aus anderen Ländern auch immer spannende Einblicke in die Gestaltungsgeschichte und auch in die gesellschaftlichen Verhältnisse, die zur damaligen Zeit in den Ursprungsländern vorherrschten. So können Sie gleich mehrfach von der Lektüre und vom Durchblättern der Bücher profitieren.

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