Worauf Sie beim Kauf von antiken Ringen aus Gold und Silber achten sollten

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Worauf Sie beim Kauf von antiken Ringen aus Gold und Silber achten sollten

Die Bedeutung von Gold- und Silberringen

Historischen Nachweisen zufolge gibt es Ringe in unterschiedlichen Formen bereits seit mehr als 21.000 Jahren. Sie gelten somit als erste antike Schmuckform primitiver Menschen. So wurden zum Beispiel im tschechischen Pavlov Fingerringe aus Mammutelfenbein gefunden. Die Verarbeitung von Gold und Silber zu Schmuckstücken begann hingegen etwa im 5. Jahrhundert vor Christus.

Bevor die Menschen begannen, Münzen als Zahlungsmittel zu nutzen, diente der Ring nicht nur als Schmuck, sondern auch als Wertobjekt und Tauschmittel. Zudem gab er oftmals Auskunft über Stand und Ansehen des Trägers. Über die Jahrtausende hinweg entwickelten sich hinsichtlich der Verwendung und Bedeutung verschiedene Ringformen. Bei eBay finden Sie hierzu eine große Auswahl aus den verschiedensten Epochen. Darunter auch außergewöhnliche Exemplare wie zum Beispiel Giftringe, die bereits in der Antike genutzt wurden, um unbequeme Geschäfts- oder auch Ehepartner loszuwerden.

Wertkennzeichen von antiken Gold- und Silberringen

Es gibt viele Faktoren, die den Wert eines antiken Ringes bestimmen. Bei Goldringen gibt an oberster Stelle der Anteil des Goldes am Gesamtgewicht eines Schmuckstückes Auskunft über dessen Wert. Da reines Gold viel zu weich ist, um daraus Schmuck herzustellen, werden Sie keinen antiken Ring finden, der zu 100 % aus diesem Edelmetall besteht. In der Regel werden dem Gold andere Metalle wie zum Beispiel Silber oder Kupfer beigemischt. Die dadurch entstehenden Legierungen werden durch Zahlen gekennzeichnet, die Auskunft über den Reinheitsgehalt, das heißt den Anteil des Goldes, geben. Die gängigsten Legierungen, die auch bei eBay in verschiedenen Ausführungen angeboten werden, sind 333er, 750er und 585er Gold, wobei die Zahlen in etwa für den Prozentsatz des enthaltenen Goldes stehen. 750er Gold bedeutet also, dass der Ring zu 75% aus Gold besteht. Üblich ist auch die Angabe in Karat, wobei 24 Karat für reines Gold stehen.

Die Art und die Menge des zugegebenen Metalls bestimmen maßgeblich die Härte und die Farbe des aus der Legierung entstehenden Ringes. Ist zum Beispiel der Kupferanteil sehr hoch, so schimmert Ihr Schmuckstück rot-golden. Mit der Bestimmung der Reinheit, beziehungsweise des Feingehaltes von Silber verhält es sich ähnlich, jedoch ist Silber von Natur aus ein festeres Edelmetall, benötigt also vor der Verarbeitung zu Ringen nicht ganz so viel Zusätze wie Gold. Die gängigste Legierung ist hierbei 925er Silber, das bedeutet, das Schmuckstück besteht zu 92,5 % aus Silber und zu 7,5 % aus anderen Metallen, meist Kupfer. Diese spezielle Art der Legierung wird Sterlingsilber genannt und findet auch bei der Herstellung von Besteck, Querflöten und der Lackierung von Leichtmetallfelgen Anwendung. Sollten Sie sich für einen antiken Gold- oder Silberring mit einem Edelstein interessieren, gibt es auch hier einige Besonderheiten zu beachten. Bei diesen Ringen bestimmen neben der Reinheit des Metalls die Art und die Reinheit des Steins oder auch der Perle den Wert des Schmuckstückes. Als besonders wertvoll gelten hierbei Rubine, Smaragde und Saphire, die sogar noch seltener sind als die viel gelobten Diamanten, deren Preis maßgeblich durch einen einzigen international agierenden Konzern bestimmt wird.

Qualitätsunterschiede bei Edelsteinen

Doch auch günstigere Varianten sind bei eBay mit zahlreichen Angeboten vertreten. So haben zum Beispiel auch Ringe mit Amethysten, Achaten, Zyrkonen und Opalen durchaus ihren Reiz und erfreuen ihren Träger mit strahlender Schönheit. Wie bei vielen Dingen richtet sich der Wert eines Steines in erster Linie nach seinem Seltenheitswert. Bedingt dadurch sind echte Edelsteine, die aus der Natur gewonnen werden, deutlich teurer als industriell gefertigte. Weit verbreitet sind hier die sogenannten Industriediamanten.

Auch bei den echten Edelsteinen gibt es Qualitätsunterschiede hinsichtlich der Reinheit des Steins. Das Prädikat FI erhält ein Edelstein, der auch bei 10-facher Vergrößerung kaum bis gar keine Einschlüsse aufweist, also lupenrein ist. Eye-Clean (EC) bedeutet, dass mit dem bloßen Auge kaum Einschlüsse erkennbar sind. Die weiteren Abstufungen sind VSI, SI, MI, HI und EI, wobei VSI für sehr kleine Einschlüsse steht, EI für sehr große. Inwieweit die Einschlüsse den Wert des Steins mindern, hängt von dessen Grundwert ab. Das heißt, kleine Einschlüsse bei einem Saphir sind eher zu verschmerzen als beispielsweise bei einem Opal.

Bei Diamanten wird besonders auf die Farbe des Steins geachtet. Die Klassifizierung reicht hier von D für hochfeines Weiß+ bis H für Weiß. Während man jedoch Gewicht und Größe eines Steines exakt bestimmen kann, sind Reinheit und Farbe eher subjektive Einordnungsmerkmale. Dementsprechend sollten Sie sich beim Kauf auf Ihren Geschmack und Ihren persönlichen Eindruck und weniger auf die ausgeschriebenen Werte verlassen.

Ein weiteres Merkmal, das bei der Wahl des richtigen Ringes beachtet werden muss, ist der Schliff des Steines. Unterschieden wird hier zwischen Glattschliff und Facettenschliff. Beim Glattschliff entsteht ein glatter Stein ohne Kanten. Dadurch werden Eigenheiten des Edelsteins, wie zum Beispiel Flecken oder Farbverläufe, besonders hervorgehoben. Der bekannteste Glattschliff ist der Cabochon, bei dem die Oberseite nach außen gewölbt ist, die Unterseite hingegen ist flach. Diese Form wird Ihnen häufig bei Ihrer Suche nach antiken Gold- und Silberringen begegnen.

Der Facettenschliff wird vorrangig bei durchsichtigen Steinen, wie dem Diamanten angewandt. Hierbei ist besonders der Brillantschliff hervorzuheben. Der Facettenschliff besteht aus einer großen Anzahl kleiner glatt polierter Flächen. Diese Flächen reflektieren und brechen das Licht und sorgen so für ein eindrucksvolles Farbspiel, das das Feuer des Steines zum Ausdruck bringt. Neben dem bereits erwähnten Brillantschliff, der festen Regeln hinsichtlich der Anzahl der einzelnen Flächen folgt, haben sich mit der Zeit noch viele andere Formen des Facettenschliffs entwickelt, die Sie auch bei eBay erhalten können.

Während die bislang genannten Merkmale auch auf Gold- und Silberringe der Neuzeit anwendbar sind, gibt es bei antiken Ringen noch einige andere Kriterien, die Sie beachten sollten, um Ihr persönliches Schmuckstück zu finden.

Gold- und Silberringe in der Biedermeierzeit

Als Biedermeierzeit werden die Jahre zwischen 1815 und 1848 bezeichnet. In dieser Zeit fand eine Rückbesinnung auf das häusliche und familiäre Idyll statt und obwohl aus wirtschaftlichen Gründen recht sparsam mit Schmuck umgegangen wurde, entstanden doch viele schöne und auch sehr kreative Entwürfe, die Sie auch bei eBay erwerben können. Die Auswahl reicht hier von puristischen Exemplaren mit glatt polierter Oberfläche über fein geschwungene Ringe in Schlangenform bis hin zu extravaganten Verarbeitungen mit Schmucksteinen oder Reliefs von Frauenbüsten.

Wohl auch aus Gründen der Sparsamkeit wurden gerade in der Biedermeierzeit viele Ringe aus vergoldetem Silber und Schaumgold hergestellt. Schaumgold entsteht durch das Befüllen von dünn gewalztem und in eine Negativform gepresstem Goldblech mit Harz oder Gips. Die so entstandene Form wird mit einem weiteren Goldblech verschlossen, sodass sehr üppige und eindrucksvolle Schmuckstücke entstehen, die zumindest hinsichtlich des eingesetzten Materials bei Weitem nicht so wertvoll sind, wie man auf den ersten Blick vermuten könnte. Dennoch ermöglicht gerade diese spezielle Herstellung die Schaffung von sehr pompösen Goldringen, die, wären sie komplett aus Gold gemacht, wohl viel zu schwer für den Träger wären. Sollten Sie sich also dazu entschließen, Goldringe aus dieser Epoche zu erwerben, so lohnt es sich genau hinzusehen, wie groß der Anteil des verarbeiteten Goldes tatsächlich ist.

Antike Gold- und Silberringe im Jugendstil

Die Wendezeit vom 19. zum 20. Jahrhundert wird gemeinhin als Jugendstil oder auch Reformstil bezeichnet. Diese Kunstepoche ist gekennzeichnet durch die starke Verbindung von Kunst und Alltag, das heißt, normale Gebrauchsgegenstände wie Möbel oder auch Besteck wurden so kunstvoll gearbeitet, dass jedes Teil neben seiner Funktion als Alltagsgegenstand auch als Kunstwerk angesehen werden konnte. Prägend für diese Epoche sind geschwungene Linien und großflächige florale Muster. Dieses Kunstbild spiegelt sich auch im Schmuck dieser Zeit wieder. Wenn Sie bei eBay nach Gold- und Silberringen aus dieser Zeit suchen, so werden Sie sehen, dass diese oft sehr kunstvoll und aufwendig gestaltet sind. Typisch für diese Epoche sind große Schmucksteine, die oft einen Großteil des Fingers bedeckten. Entweder wurden diese Steine in einfachen Formen, wie Ovalen, Rechtecken oder Trapezen verarbeitet oder als große Blumen gestaltet. Ringe ohne Stein wurden mit Platten aus filigranen und sehr großen Mustern, auch hier meist in Blumenform, versehen.

Antike Gold- und Silberringe des Historismus

Prägend für den Historismus (1870 – 1910) ist der sogenannte Stilpluralismus, das heißt, man erinnerte sich an vergangene Epochen und übernahm deren Stil. Dadurch findet man auch bei Gold- und Silberringen dieser Zeit Elemente des Rokoko, der Renaissance und des Klassizismus. Auch ägyptische Einflüsse sind erkennbar, was sich durch die Eröffnung des Suez-Kanals im Jahr 1869 erklären lässt. Prunkvolle, verspielte und manchmal auch etwas orientalisch anmutende Gold- und Silberringe sind somit typisch für die Zeit des Historismus.

Antike Gold- und Silberringe in der Zeit des Art déco

Obwohl sich der Übergang zwischen Jugendstil und Art Deco recht fließend darstellt, werden Sie beim genaueren Hinsehen dennoch einige wichtige Unterschiede feststellen. In der Zeit des Art Deco, die mit der Pariser Ausstellung „Exposition Internationale des Arts Décoratifs et Industriels Modernes“ im Jahre 1925 begann, sahen die Schmuckdesigner von der verspielten, floralen Gestaltung der Gold- und Silberringe ab und besannen sich auf klare, strukturierte Formen. Die Schmuckstücke aus dieser Zeit zeichnen sich im Gegensatz zu denen des Jugendstils durch einfache und massive Gestaltung aus. Typisch für diese Epoche sind Ringe, die fast ausschließlich mit großen, teils sehr wertvollen Steinen, wie zum Beispiel Achaten, Citrinen, Bernsteinen oder auch Diamanten versehen sind.

Begeben Sie sich auf eine Schatzsuche

Auch wenn es nicht immer leicht ist, bei der Vielzahl von antiken Gold- und Silberringen, die auch bei eBay erhältlich sind, den Überblick zu behalten, lohnt es sich doch, mit ein wenig Grundwissen durch die Angebote zu stöbern. Bei allen Qualitäts- und Epochenmerkmalen steht natürlich immer Ihr persönliches Empfinden im Vordergrund. Oftmals ist es Liebe auf den ersten Blick. Und wenn Sie dann Ihr neues Lieblingsstück in den Händen halten, offenbart sich der eigentliche Wert des Ringes: Sie können sich ein bisschen in vergangene Zeiten träumen und darüber nachdenken, welche Dame oder Edelmann einst diesen großartigen Ring am Finger trug.

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