Worauf Sie beim Kauf von Rudergeräten achten sollten

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Worauf Sie beim Kauf von Rudergeräten achten sollten

Es gibt viele unterschiedliche Fitness Sportgeräte für den Heimbereich, die sich großer Beliebtheit erfreuen. Darunter ist zum Beispiel der klassische Hometrainer aber auch das Laufband. Ein weiteres Gerät, das immer mehr Anhänger findet, ist das Rudergerät. Mit seiner Hilfe lassen sich viele Muskelpartien des Körpers trainieren und fithalten. Neben dem Kraft- wird es allerdings auch zum Ausdauertraining verwendet und ist damit fast schon ein Allround-Fitness-Gerät.

Der folgende Ratgeber möchte Ihnen einen kleinen Überblick zum Thema Rudergeräte bzw. Ruderergometer bieten. Wenn Sie nach Möglichkeiten suchen, sich auch über die kalte Jahreszeit hinweg fit zu halten, dann ist der Ruderergometer genau das Richtige für Sie. Warum? Die gesundheitlichen Vorteile des Trainingsgerätes bzw. des Ruderns liegen auf der Hand und werden in einem ersten Teil erläutert. Der darauf folgende größere zweite Teil des Ratgebers wird sich mit dem Aufbau und den verschiedenen Charakteristika des Gerätes selbst auseinandersetzten. Gegen Ende wird es weiterhin um praktische Hinweise gehen.

Das Rudern und die Gesundheit

Rudern ist eine sehr gesunde Form der sportlichen Betätigung. Schon mit acht Jahren, abhängig auch von der Körpergröße, ist Rudern möglich. Wer das Wettkampfrudern betreiben will, ist bereits mit zehn Jahren im Boot. Vom Alter her ist nach oben hin keine Grenze gesetzt. Charakteristisch beim Rudern ist, dass es als eine von wenigen Sportarten auf alle Hauptmuskelgruppen einwirkt und damit auch sehr kreislauffördernd ist. Beim Sportrudern (genauso wie beim Rudergerät) wird per Rollsitz auch die Beinmuskulatur gefordert.

Im Vergleich zu anderen Sportarten sind beim Rudern Verletzungen sehr selten. Zugegeben: Vor dem Ertrinken ist niemand gefeit. Wenn Sie das Rudern nur per Ruderergometer betreiben wollen, haben Sie dahin gehend keine Probleme. Menschen, deren Wirbelsäule stark gekrümmt ist (Kyphose/Lordose), sollten zunächst ihren Arzt um Rat fragen, bevor sie mit dem Rudern beginnen.

Wie man auf dem Ruderergometer rudert

Die Rudertechnik, die man für das Rudergerät einsetzt, ist nahezu deckungsgleich mit der Bewegung in einem (Sport-)Ruderboot. In der Grundposition (Auslage) sind Hüft-, Knie- und Sprunggelenke gebeugt. Unterschenkel weisen senkrecht nach unten. Der Oberkörper liegt nahezu auf den Oberschenkeln, die Arme sind durchgedrückt. Die Bewegung (Durchzug) beginnt mithilfe der Streckung der Beine. Dabei werden der Oberkörper und die Schultern angespannt. Sie bewegen sich in Richtung Rücklage. Kommen die Hände in Höhe der Knie an, werden die Arme gebeugt.

Die Beine sind in der Rücklage gestreckt. Jedoch werden die Knie nicht ganz durchgedrückt. Der Oberkörper wird leicht stabilisiert. Der Griff des Ruderergometers wird bis zum eigenen Rippenbogen gezogen, die Ellenbogen bewegen sich nahe am Oberkörper vorbei. Nach dem Durchzug wird der Oberkörper wiederum gestreckt. Die Hände erreichen dabei die Knie. Dabei folgt der Oberkörper den Händen und wird daraufhin wieder aufgerichtet. Dann setzt das Rollen in einer gleichmäßigen Geschwindigkeit ein.

Diese Rudertechnik mithilfe von Ruderergometern hat auch Wettbewerbsstatus erreicht. Seit Anfang der 1980er Jahre werden Wettbewerbe mittels Ruderergometer in den Vereinigten Staaten abgehalten. In Deutschland werden seit 1996 die Deutschen Ruderergometer Meisterschaften abgehalten.

Welche technischen Finessen gibt es beim Rudergerät?

Die grundlegende Funktionsweise beim Ruderergometer: Der Ruderer nimmt auf einem Sitz Platz. Dieser ist auf Laufschienen gelagert. Der Ruderer bewegt Griffe mit den Armen vor und zurück. Um allerdings den richtigen Widerstand zu erzeugen, um einen Trainings- bzw. Fitnesseffekt zu erhalten, werden mehrere Systeme bzw. Modelle von Rudergeräten angeboten.

Unterschiedliche Systeme zum Erzeugen von Widerstand

Hier gibt es insgesamt vier verschiedene Systeme, die sich in vielen Punkten – beispielsweise im Realismus, im Trainingseffekt und im Preis – voneinander unterscheiden. Die vier Systeme basieren auf

  • Hydraulikzylinder
  • Magnetbremse bzw. Wirbelstrombremse
  • Windrad
  • Wasserrad

Rudergeräte mit Hydraulikzylindern sind preislich gesehen relativ kostengünstig. Diese Rudergeräte besitzen in der Regel zwei einzelne Handgriffe, die mit entsprechenden Hydraulikzylindern verbunden sind. Diese sorgen für den richtigen Trainingswiderstand. Hier können sich einige Nachteile ergeben. Sie besitzen oft keine hohe Haltbarkeit und sind öfter defekt. Der Neukauf eines defekten Hydraulikzylinders übersteigt oftmals preislich die Kosten für ein neues Rudergerät. Außerdem müssen die Zylinder zeitraubend separat voneinander eingestellt werden, damit sie den gleichen Widerstand besitzen. Eine gleichmäßige und fließende Ruderbewegung ist mit dieser Art der Rudergeräte kaum möglich.

Von höherer Qualität sind Ruderergometer mit einer Magnetbremse oder einer Wirbelstrombremse. Mit dem Griff wird ein Schwungrad betrieben, wobei der Widerstand durch mehrere Magneten bzw. durch einen Elektromagneten zustande kommt. Durch diese Verfahrensweise ist eine wesentlich gleichmäßigere Ruderbewegung möglich. Hierzu ist es jedoch unabdingbar, dass das Schwungrad eine ausreichende Größe besitzt. Es muss noch nachlaufen können, wenn der nächste Zug bereits angesetzt ist. Mithilfe der Schwungradtechnik ist es auch möglich, andere Übungen zu absolvieren. So lassen sich beispielsweise im Liegen oder im Stehen weitere Muskelpartien trainieren.

Realistischer ist das Rudergefühl hingegen noch, wenn das Gerät mit einem Windrad ausgestattet ist, das einen Luftwiderstand erzeugt, in dem man mittels Griffen und speziellen Zügen antreibt. Die Gleichmäßigkeit bei diesen Rudergeräten ist sehr exakt. Psychologischer Nebeneffekt: Der durch das Luftrad hervorgebrachte Luftzug simuliert Fahrtwind. Ruderergometer mit dieser Bauform sind allerdings wesentlich teurer.

Das vierte System stellen Ruderergometer mit Wasserwiderstand dar. Diese Geräte sind zugleich auch die teuersten Geräte im Ruderergometerbereich. Hier wird der Widerstand mithilfe eines Wasserrades erzeugt. Diese Art des Ergometers kommt dem Rudern im Wasser am nächsten. Auch die Wassergeräusche entsprechen denjenigen beim Rudern auf dem Wasser. Je nach Füllhöhe des Wasserrades ändert sich auch der Widerstand, den man somit stufenlos regulieren kann. Rudergeräte mit Wasserwiderstand sind sehr pflegeintensiv. Das Wasser kann mit der Zeit Bakterien bzw. Algen ansetzen und weitere schädliche Mikroorganismen entwickeln. Eine regelmäßige Chlortablette gehört hierbei zur Mindestpflege.

Unterschiedliche Griffsysteme bei Ruderergometern

Es gibt insgesamt zwei verschiedene Griffsysteme bei Rudergeräten. Hier sind auf der einen Seite Geräte mit einzelnen Griffen zu nennen. Diese sind an Stahlrohren befestigt und können mithilfe einer festen Führung vor- und zurückbewegt werden. Diese Bauweise wird in der Regel bei Modellen verwendet, die über Hydraulikzylinder Widerstand erzeugen. Auf der anderen Seite sind Griffsysteme verbreitet, die anhand eines einzigen Bügels gezogen werden. Dieser überträgt mittels eines Stahlseils den Widerstand auf den Ruderer. Dieses System ist bei allen Ruderergometern verbreitet, die kein Hydraulikzylinder als Widerstandsgeber besitzen.

Aus welchem Material bestehen Ruderergometer?

Ruderergometer können aus unterschiedlichen Materialien bestehen, je nach Modell und Qualität. Preisgünstige Ergometer bestehen aus einfachen Stahlrohren. Besonders komfortable Modelle können eine spezielle ästhetische Optik besitzen, wie etwa Wurzelholz etc. Neben diesen eher sekundären Merkmalen spielt die Verarbeitung der Geräte eine sehr wichtige Rolle. Hierbei ist es unabdingbar, besonders auf die kleinen beweglichen Teile zu achten, die stetigen Verschleißkräften ausgesetzt sind. Auch sollte der Ruderergometer fest auf dem Untergrund stehen und nicht wackeln. Das gilt auch für den Sitz.

Ein weiterer Punkt, der hinsichtlich der Verarbeitung betrachtet werden sollte, ist die Geräuschentwicklung. Hält man die entstehenden Geräusche bei Betätigung der Mechanik im Fachgeschäft noch für vertretbar, können Sie später – das Rudergerät steht mittlerweile zu Hause – für viel Unbehagen sorgen.

Rudern und trainieren mit Computer

Alle modernen Ruderergometer sind mit einem Computer ausgestattet. Dieser kann verschiedene Werte anzeigen, beispielsweise die Schlagzahl, die zurückgelegte Strecke und anderes. Je nach Modell besitzt auch der Computer mehr Funktionen. Bei vielen höherwertigen Geräten ist so beispielsweise die Zusammenstellung von individuellen Trainingsprogrammen möglich. Nur ein Detail, aber von Bedeutung: Gerade beim Rudergerät ist es sehr wichtig, über eine Anzeige zu verfügen, die immer gelesen werden kann. Dies ist wichtig, da sich der Sportler beim Rudergerät ständig bewegt. Daher ist es sinnvoll, eine Anzeige bzw. ein Computerdisplay zu wählen, das seitlich auf der Höhe des Ruderers angebracht ist.

Übersicht der eigenen Körperfunktionen

Eine Kontrolle des eigenen Pulses ist bei vielen Geräten heutzutage möglich. Einen integrierten Pulsmesser gibt es in verschiedenen Varianten. Der Puls lässt sich etwa per Ohrclip messen, per Brustgurt oder über Handaufnehmer. Dabei muss jedoch gesagt werden, dass der Brustgurt immer noch die besten Ergebnisse bei der Messung liefert. Manche Rudergeräte ohne Pulsmesser lassen die Nachrüstung eines entsprechenden Gerätes zu. Es gibt jedoch in diesem Bereich sehr viele Inkompatibilitäten zwischen den einzelnen Herstellern. Sie sind auf der sicheren Seite, wenn Sie einen Pulsmesser der gleichen Firma kaufen, von der auch Ihr Rudergerät stammt.

Weitere Schnittstellen für zusätzliche Geräte

Um Ihr Rudergerät mit weiteren Geräten zu verbinden, besitzen einige Modelle weitere Schnittstellen zum Anschluss etwa eines Pulsmessers oder sogar des eigenen PC. Manche Hersteller bieten zur Auswertung der Trainingseinheiten eine eigene Software an. Weiterhin gibt es die Möglichkeit, gleich mehrere Rudergeräte per Kabelverbindung aneinander anzuschließen. Dies ist besonders dann sinnvoll, wenn man in einem sportlichen Wettkampf gegeneinander antreten will.

Größe, Sicherheit und Preise von Rudergeräten

Je teurer ein Rudergerät, desto größer ist es auch. Das liegt vor allen Dingen daran, dass hier größer dimensionierte Sitzschienen zum Einsatz kommen, die gerade für größere Personen komfortabler sind. Sie sollten vor dem Kauf unbedingt den Ihnen zur Verfügung stehenden Raum ausmessen. Außerdem ist es sinnvoll, auf vorhandene Prüfsiegel zu achten, die eindeutige Aussagen über die Gerätesicherheit treffen. Das ist insbesondere das TÜV- oder das CE-Siegel für geprüfte Sicherheit.

Preislich gibt es sehr große Unterschiede bei Rudergeräten. Wie viel Sie für Ihr Gerät bezahlen, hängt letztendlich immer von Stil, Qualität und Ausstattung ab. Sehr einfache Geräte sind schon für um die 100 Euro zu haben. Ruderergometer aus dem Profibereich bewegen sich beispielsweise bei 2000 Euro. Um das beste Preis-/Leistungsverhältnis zu ermitteln, fragen Sie in jedem Fall Ihren Fachhändler. Bekannte Herstellermarken sind Christopeit, Kettler, Hammer, Maxxus und Vision.

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