Worauf Sie beim Kauf von Filmprojektoren achten sollten

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Filmprojektoren kaufen – Ratgeber

So finden Sie den optimalen Filmprojektor für Ihre Bedürfnisse

Kino, Lichtspiel- oder Filmtheater … mit diesen Begriffen ist ein Zauber verbunden, den wohl kaum ein zweites Medium bisher erreichen konnte. Und dies gilt bereits seit 1894. Denn in diesem Jahr fand erstmals eine öffentliche Filmvorführung statt – in Manhattan. Auch wenn der Reiz des bewegten Bildes vor allem in der Anfangszeit viele Menschen anlockte, als man zu Hause noch nicht über einen Fernseher verfügte, hat das Kino seine Anziehungskraft noch nicht verloren. Gerade in Zeiten von 3D-Technologien ist es nach wie vor äußerst beliebt. Wer sich ein Stück Kinogeschichte oder auch moderne Filme in die eigenen vier Wände holen möchte, kann zwischen zahlreichen Filmprojektoren wählen. Doch die Auswahl fällt nicht immer leicht, denn gerade bei den historischen Filmen gibt es viele unterschiedliche Formate, die heute in gebrauchter Form bei eBay im Bereich Elektronik bzw. in der Kategorie Projektoren und Leinwände erhältlich sind. Der Filmprojektor muss zum Format passen, damit der Film gezeigt werden kann. Darüber hinaus kann man Filmprojektoren verschiedenster Hersteller finden. Die Namen der Unternehmen reichen von Eugen Bauer über Agfa bis hin zu Zeiss.

Besonderheiten verschiedener Arten von Filmprojektoren

Projektoren nach Filmformaten

Ganz entscheidend für die Auswahl des Filmprojektors, der Ihren individuellen Bedürfnissen entspricht, ist die Art des Films, der wiedergegeben werden soll. Hier gab es im Laufe der vergangenen Jahrzehnte zahlreiche unterschiedliche Entwicklungen. Die wohl wichtigsten finden Sie nachfolgend in chronologischer Auflistung.

35-mm-Filmprojektoren (ab 1893)

Kennen Sie den Filmklassiker „Metropolis“? Dieser monumentale Stummfilm ist wohl einer der bedeutendsten Filme der Kinogeschichte und kam im Jahr 1927 heraus. Gedreht wurde er von Regisseur Fritz Lang in den Jahren 1925 und 1926 mit 35-mm-Technik. Bei diesem Format, das für den Stummfilm und später auch für den frühen Tonfilm genutzt wurde, ist der Filmstreifen 35 mm breit. Er wurde speziell für den Einsatz beim Bewegtbild entwickelt – später folgte auch die Verwendung in der Fotografie. Beispiele für 35-mm-Projektoren sind der Filmprojektor Ernemann IX 35 mm von Zeiss Ikon oder der Victoria 5 Projektor.

9,5-mm-Filmprojektoren (ab 1921)

Auch die 9,5-mm-Filme und die passenden Filmprojektoren kamen bereits in den 1920er Jahren auf den Markt. So gab beispielsweise die Firma Pathé Ende 1921 das Kleinfilmsystem Pathé Baby heraus. Dazu gehörten der Heimprojektor Pathé-Baby sowie umfangreiches Zubehör. Gerade weil es sich bei einem 9,5-mm-Film um ein recht strapazierfähiges Format handelt, wird es sogar heute noch von Amateurfilmern aus 16-mm-Rohfilm hergestellt und zum Einsatz gebracht. Weitere Projektorbeispiele für 9,5-mm-Filme sind der Ercsam Malex vom Typ Record und der Ditmar Stummfilmprojektor, der auch 16-mm-Filme zeigen kann.

16-mm-Filmprojektoren (ab 1923)

Bei den 16-mm-Filmprojektoren ist zu berücksichtigen, dass es hier sowohl 16-mm-Filme als auch Super-16-mm-Filme gab. Beide Zelluloid-Film-Formate gehören zu den Schmalfilmformaten und wurden über eine lange Zeit hinweg für Fernsehproduktionen und Low-Budget-Filme genutzt. Sollte ein solcher Film in einem Kino gezeigt werden, nutzte man ein spezielles Vergrößerungsverfahren, um ihn auf das Format von 35 mm zu bringen. Dieses Format setzte sich in vielen Fällen sogar gegen die vorher im Kino gebräuchlichen 35-mm-Filme durch. Der Grund: Auch wenn die Auflösung schlechter war, überzeugten doch die vergleichsweise geringen Produktionskosten. Beispiele für passende Projektoren sind der Projektor Siemens & Halske 2000 mit Lichttonverstärker aus den frühen 1960er Jahren und der Zeiss Ikon Kinox 16mm-Projektor.

8-mm-Filmprojektoren (ab 1932) und Super-8-Projektoren (ab 1964)

Ab Anfang der 1930er Jahre setzte sich der 8-mm-Film international durch. Auch hierbei handelt es sich (wie z.B. beim 16-mm-Film) um ein Schmalfilmformat, das nicht nur für Filme, sondern auch für Fotokameras verwendet wurde. 1932 kamen die sogenannten Normal-8-Filme auf den Markt. Erstmals hergestellt wurden sie von Eastman-Kodak. Mitte der 1960er Jahre folgte dann das Nachfolgeformat Super-8-Film, das vielen heute noch aus ihrer Kindheit oder aus Jugendjahren bekannt ist. Im Gegensatz zum Normal-8-Film arbeitet der Super-8-Film mit einem größeren Bildformat. Daher das Wort „Super“. Möglich wurde das größere Bildformat durch eine schmalere Perforation des Films. Außerdem saßen die Löcher auch an anderer Stelle (jeweils in der Mitte eines Bildes statt zwischen zwei Bildern). Während die Normal-8-Filme seinerzeit ungefähr die Darstellungsqualität eines Fernsehers ermöglichten, war die Auflösung bei Super-8 deutlich besser. Beispiele für Super-8-Projektoren sind der Agfa Sonector S automatic, der Bauer T 16 sound und der Bauer T 30 sound, allesamt Tonfilmprojektoren für den Schmalfilmamateur und Anfang der 1970er Jahre aktuell.

Projektoren nach Herstellern

Gerade bei Sammlern spielt natürlich nicht nur die reine Wiedergabefähigkeit für ein bestimmtes Filmformat eine große Rolle. Wer historische Technik liebt und seine Sammlung vervollständigen möchte, legt auch viel Wert auf die Hersteller, die das Gerät gebaut haben. Und natürlich spielt auch die Modellvariante eine große Rolle. Im Folgenden sind einige Hersteller von Filmprojektoren aufgelistet, deren Projektoren immer wieder zu finden sind. Übrigens: Wer bereits einen Projektor besitzt, aber nicht weiß, wie er bedient wird, kann bei eBay ebenfalls fündig werden. Hier gibt es auch Gebrauchsanleitungen für Foto- und Filmkameras.

Projektoren der Eugen Bauer GmbH, auch bekannt als Kino-Bauer

Ein wichtiger Hersteller von Filmprojektoren, der sehr früh mit der Produktion begann, war die Eugen Bauer GmbH, die man später auch häufig als „Kino-Bauer“ bezeichnete. Das Unternehmen wurde 1905 von Eugen Bauer in Stuttgart gegründet. Hergestellt wurden sowohl Heim- als auch Kinofilmprojektoren. Eugen Bauer selbst baute 1907 seinen ersten Filmprojektor. Bereits 1908 folgten dann Aufträge für die Ausstattung mehrerer Kinos. Gelobt wurde bei den Bauer-Projektoren unter anderem, dass sie sehr zuverlässig arbeiteten und dass der Film, der bereits durchgelaufen war, auf einer Extraspule wieder aufgewickelt wurde. Nach einigen weiteren Modellen folgte im Jahr 1925 ein entscheidender Entwicklungsschritt. Der neue Linksprojektor war das erste Gerät, das eine Vorführung eines Films ohne Pause erlaubte, indem zwei Projektoren eingesetzt wurden: eine Rechtsmaschine und eine Linksmaschine. Beide konnten von derselben Person bedient werden.

Projektoren von Agfa

Auch Agfa, ein bekanntes Unternehmen aus dem Bereich Film und Video, war lange Zeit im Bereich Kamera- und Projektionstechnik aktiv. Allerdings nicht immer erfolgreich, was z. B. der sogenannte Agfa Family zeigt – der Projektor zum gleichnamigen Kamerasystem. Auch wenn man mit dem Super-8-Kamerasystem sowohl filmen als auch fotografieren konnte und es dadurch ein sehr vielseitiges Produkt war, nahm der Markt es nicht an. Da Entwicklung und Produktion sehr aufwändig gewesen waren, musste man also von einem klaren Flop sprechen. Weitere Agfa-Projektoren waren z. B. der AGFA Movector 2000, der AGFA Movector 4000 oder der AGFA Sonector in verschiedenen Ausführungen. Darüber hinaus stellte Agfa auch Schmalfilm-Schnittgeräte, Dia-Projektoren und andere Geräte aus dem Bereich Foto und Film her.

Projektoren von Bell & Howell

Aus den USA stammen die Geräte des Herstellers Bell & Howell Co. Das Unternehmen war ebenfalls ein namhafter Hersteller im Bereich der Filmtechnik und produzierte unter anderem Filmperforier- und Filmkopiermaschinen, aber auch Filmkameras und Filmprojektoren. Das Unternehmen gibt es heute noch – allerdings liegt der Tätigkeitsbereich jetzt in den Produktbereichen Mikrofilme, Dokumentenbearbeitung, Scannertechnologie und Finanzdienstleistung. Gegründet wurde das ursprüngliche Unternehmen bereits 1907 in Chicago. Die Gründer waren Albert Summers Howell (ein Mechaniker) sowie Donald Joseph Bell (von Beruf Filmvorführer) und dessen Frau. Nachdem man sich zunächst auf Reparaturen spezialisiert hatte, gelang 1908 die Entwicklung der „Rotary Framer“, einer Einrichtung zur Bildhöhenverstellung für Kinedrome-Projektoren. Ab 1909 produzierte man auch Kameras, die über lange Zeit sehr erfolgreich eingesetzt wurden. Ab Mitte der 1940er Jahre stellten Bell & Howell auch Mikrofilmprodukte her. In den 1950ern folgten Tonfilmprojektoren für den Amateurbereich, Dia- und Tageslichtprojektoren. Darüber hinaus kommt dem Unternehmen eine große Bedeutung bei der Entwicklung von 16-mm-Filmen und dem Super-8-System zu.

Projektoren von Siemens

Wer in Deutschland vor einigen Jahrzehnten ein Kino besucht hat, wird sich vielleicht noch an den legendären Siemens 2000 erinnern. Siemens brachte diesen 16-mm-Filmprojektor im Jahr 1951 auf den Markt. Da die Geräte sehr robust waren, wurden sie über viele Jahrzehnte für die Vorführung von Schulfilmen im Unterricht eingesetzt. Spannend war auch, dass man das Gerät durch seine modulare Bauweise später nachträglich zu einem Tonfilmgerät umbauen konnte. Doch bereits deutlich früher existierten bereits Siemens-Projektoren. Schon in den 1930er Jahren gab es Modelle, die mit Lichtton arbeiteten.

Projektoren von Zeiss

Ein heute noch bekannter Name ist der, der Firma Zeiss. Lange Zeit war dieser auch eng verknüpft mit der Zeiss Ikon AG, die bis zum Zweiten Weltkrieg zu den bedeutendsten Herstellern von Filmkameras gehörte, sogar Weltmarktführer im Bereich der Schmalfilmkameras war. Auch Projektoren waren im Sortiment zu finden, wie beispielsweise Zeiss Ikon P880 Movilux, der für Normal-8-Filme und für Super-8-Filme gebaut wurde.

Filmprojektion heute

Filmprojektion zu Hause

Die Entwicklung der Filmtechnik und auch der Wiedergabetechnik hörte selbstverständlich nicht auf, sondern setzte sich vielmehr rasant fort. So sind die Zeiten alter Filme auf Band heute längst passé, wenn man von den Vorführungen von Sammlern und Fans historischer Filmtechnik absieht. Heute haben sich im privaten Bereich weitestgehend Beamer und Heimkinosysteme durchgesetzt und machen das heimische Wohnzimmer gewissermaßen zum Kinosaal. Ein Beamer, den man korrekterweise als Videoprojektor bezeichnet, ist ein spezieller Projektor, der Standbilder oder bewegte Bilder in vergrößerter Form an eine Wand projiziert. Dies kann – wie bei den alten Projektoren ebenfalls üblich – eine Leinwand sein. Es genügt aber oft auch eine weiße Zimmerwand. Als Ausgabegeräte kommen z.B. ein Fernsehempfänger, ein PC oder ein DVD-Player in Frage.

Filmprojektion im Kino

Im Kinobereich ist eine ähnliche Entwicklung zu beobachten. Natürlich gibt es noch „Retro-Kinos“, die die alte Technik für Liebhaber einsetzen. Ansonsten werden Kinoprojektoren heute von Unternehmen wie DLP Cinema, einem der größten Anbieter von digitalen Kinoprojektoren, hergestellt. Das Besondere: Sie decken auch den 3D-Kinobereich ab und sorgen für ein sehr authentisches Filmvergnügen.

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