Worauf Sie beim Kauf von Boxhandschuhen achten sollten

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Worauf Sie beim Kauf von Boxhandschuhen achten sollten

Jeder kennt ihn: Cassius Marcellus Clay Jr. Alias Muhammad Ali. Keiner hat den Boxsport im vergangenen Jahrhundert so populär vertreten wie er. Nicht umsonst wurde Ali 1999 vom Internationalen Olympischen Komitee zum Sportler des Jahrhunderts gewählt. Boxen ist – nicht nur seit Ali – eine der populärsten Kampfsportarten. In Deutschland ist beispielsweise Max Schmeling, der bereits vor mehreren Jahrzehnten seine Boxkarriere absolvierte, immer noch im Gedächtnis.

Gerade in den 1990er Jahren erfuhr die Sportart einen zusätzlichen Popularitätsgewinn. Hierfür waren besonders die Übertragungen großer Kämpfe im privaten Fernsehen verantwortlich. Zuschauerzahlen, die in die Millionen gehen, bestätigen das große Interesse am Boxen. Als Sportart ist das Boxen weltweit in verschiedene Verbände unterteilt. Das betrifft sowohl das Profiboxen als auch das Amateurboxen. Boxschulen sind besonders in Städten weit verbreitet. Wer mit dem Gedanken spielt, das Boxen erlernen zu wollen, ist mit einer sehr breiten Angebotspalette an Schulen bzw. Trainingsmöglichkeiten konfrontiert.

Dieser Ratgeber möchte Ihnen einen zentralen Ausstattungsgegenstand des Boxsports näherbringen, den Boxhandschuh. Er ist unerlässlich für das Training und für den Wettkampf. Der Ratgeber wird sich mit dem Aufbau des Boxhandschuhs genauso beschäftigen wie mit verschiedenen Typen. Weiterhin soll es auch – untrennbar mit dem Boxhandschuh verbunden – um die richtige Bandagierung gehen. Vorher möchte der Ratgeber jedoch einen kurzen Blick zurückwerfen und beschreiben, wo der Boxhandschuh genau herkam.

Kurze Geschichte des Boxhandschuhs

Der Boxhandschuh hat bereits eine sehr alte Tradition. Sie geht viele Jahrhunderte zurück bis in die europäische Antike. Im Griechenland des zweiten Jahrhunderts nach Christus wird der Boxhandschuh zum ersten Mal erwähnt. Der griechische Theologe und Kirchenschriftsteller Clemens von Alexandria wusste, dass der Boxhandschuh von Amycus, dem Sohn des Meeresgottes Poseidon erfunden worden war. Der damalige Boxhandschuh unterschied sich jedoch in hohem Maße von denjenigen Handschuhen, die wir heute verwenden.

Und auch das damalige Boxen selbst ist mit unserem heutigen modernen Boxen nicht vergleichbar. Der antike griechische Faustkampfsport „Pankration" wurde nämlich ausschließlich mit bandagierten Lederbändern bestritten, die freilich nur einen reduzierten Schutz für die Faust des Kämpfers boten. Im antiken Rom mit seinen Gladiatorenkämpfen wurde diese Form des Handschuhs dann zum „Cestus" bzw. zum Kampfhandschuh umfunktioniert. Dabei stand nicht mehr der Schutz der Faust im Vordergrund, sondern die Erhöhung der Schlagwirkung und damit des Zerstörungspotenzials. Dies wird auch ersichtlich daran, dass der Handschuh im Verlaufe der Zeit mit metallen Dornen und Klingen ausgestattet wurde.

Im fünften Jahrhundert wurde das Pankration, das eine Mischung aus Ringen und Boxen war, verboten. Erst einige Jahrhunderte später, das Mittelalter war schon längst vorbei, gab es im Boxsport in Großbritannien wieder einen Aufschwung. Hier war zunächst das sogenannte Bare-knuckle-Boxen beliebt, das ganz ohne schützende Boxhandschuhe betrieben wurde. Zum Anfang des 19. Jahrhunderts wurden dann zum ersten Mal Boxregeln formuliert und niedergeschrieben. Wichtig in diesem Zusammenhang waren die sogenannten Queensberry-Regeln, die 1867 erlassen wurden. Durch sie wurden Boxhandschuhe für Faustkämpfe verpflichtend. Bare-knuckle-Kämpfe verloren dabei schnell an Popularität. Das Gebot des Handschuhtragens hat sich seit damals bis heute gehalten.

Boxhandschuhe – worauf man bei der Auswahl achten sollte

Die Wahl des richtigen Boxhandschuhs hängt immer von den individuellen Wünschen und Erfordernissen ab. Ein wesentliches Merkmal, nach dem man die Handschuhe auswählen sollte, sind Qualität und Verarbeitung. Hier sollte man nicht unbedingt auf das preisgünstigste Modell zurückgreifen. Bedenken Sie – es geht um den Schutz Ihrer Hände. Welche Kriterien hier eine Rolle spielen, möchte Ihnen der Ratgeber im Folgenden kurz skizzieren.

Der Boxhandschuh im Allgemeinen

Es ist ganz egal, welche Art des Boxhandschuhs (s.u.) genutzt wird, grundsätzlich sind die Handschuhe immer gepolstert. Zumeist wird die ganze Hand des Boxers umschlossen. Boxhandschuhe sind im vorderen Bereich gekrümmt. Der Daumenteil ist fixiert. Die Krümmung erlaubt dabei eine bessere Platzierung des Schlags. Die Fixierung des Daumens dient in diesem Zusammenhang dem Schutz vor Verletzungen. Auf der Rückseite bzw. der Arminnenseite befindet sich eine Schnürung mit Ösen, die zum Schließen des Handschuhs an der Hand bzw. am Arm benötigt wird. Alternativ ist der Handschuh auch mit Klettverschlüssen versehen. Seine Ähnlichkeit zu Fäustlingen ist offensichtlich.

Boxhandschuhe werden in unterschiedlichen Materialien angeboten. Früher (aber auch noch heute) besteht der Handschuh insbesondere aus Leder. Heute werden zum Teil auch stabile Kunststoffe bzw. PVC benutzt. Das Gewicht des Boxhandschuhs wird traditionellerweise in „oz" bzw. Unzen gemessen. Dieses alte Maß beinhaltet in etwa 28,35 Gramm. Es gibt unterschiedliche Handschuhgewichte, angefangen von 6, endend bei 18 oz. Die Polsterung der Handschuhe dient allgemein dazu, sowohl Verletzungen der eigenen Hand sowie Verletzungen am Gegner zu minimieren. Dazu sind die Boxhandschuhe in den meisten Fällen geschlossen. Die Hände werden in der Regel bandagiert. Dabei umschließt die Bandage sowohl die Hände als auch die Handgelenke. Dies bewirkt einen zusätzlichen Verletzungsschutz. Der entstehende Schweiß während des Kampfes kann durch kleine Löcher am Handschuh abfließen. Bei offenen Handschuhen geht die Polsterung über die Knöchel, die Finger sind jedoch nicht gepolstert, sondern liegen frei.

Der Boxhandschuh in Aktion

Beim Training sowie beim Wettkampf sollten Anfänger zunächst auf schwere Boxhandschuhe verzichten. Das Erlernen der grundlegenden Techniken steht zu diesem Zeitpunkt erst einmal im Mittelpunkt. Befinden Sie sich schon auf einem fortgeschrittenen Level, sollten Sie in jedem Fall schwerere Handschuhe benutzen, da der Kraftaufbau größer ist (bis zu 16 Unzen). Innerhalb eines Wettkampfes kommen leichtere Handschuhe zum Einsatz. Diese haben den Vorteil, dass mit ihrer Hilfe Schläge präziser und schneller gesetzt werden können. Im Training sollte man allerdings auch von Zeit zu Zeit mit leichteren Handschuhen trainieren. Die schweren Trainingshandschuhe sind nämlich auch größer und bieten mehr Deckungsschutz, der im Wettkampf dann allerdings nicht mehr gegeben ist.

Prinzipiell lassen sich vier verschiedene Kategorien von Boxhandschuhen voneinander unterscheiden:

  • Boxhandschuhe mit einer extra weichen Polsterung (16 bis 18 Unzen)
  • Boxhandschuhe für Training und für Sparring (8 bis 18 Unzen)
  • Boxhandschuhe für den Wettkampf (europäisch: 10 bis 12 Unzen)
  • Kinderboxhandschuhe (6 bis 10 Unzen)

Grundsätzlich gilt: Je weniger Gewicht, desto weniger Polsterung, umso größer die Schlagwirkung. Dies gilt sowohl beim Männer- als auch beim Frauenboxen, sowohl für das Profi- als auch für das Amateurboxen. Beim Boxen für Kinder kommen natürlich veränderte Bedingungen ins Spiel. Kinder dürfen gesetzlich ab dem zehnten Lebensjahr an einem Boxtraining teilnehmen. Hierbei werden Handschuhe von sechs oder acht Unzen verwendet. Ab zwölf Jahren können Kinder selbst an Wettkämpfen teilnehmen. Hier werden schon Handschuhe von 10 Unzen, zumeist aber 6 bis 8 oz benutzt. Das entsprechende Gewicht von 283,5 Gramm ist auch für Kinder gut tragbar.

Spezielle Handschuhe für das Training mit dem Sandsack

Der Sandsack ist einer der wichtigsten Trainingsgegenstände des Boxsports. Extra hierfür gibt es spezielle Handschuhe. Diese sind in der Regel als solche gekennzeichnet bzw. fallen schon direkt durch ihre besondere Form auf. Die Erfordernisse beim Training mit dem Sandsack sind anders, als diejenigen beim Kampf selbst. Benutzt man die üblichen Handschuhe am Boxsack, verschleißen diese sehr schnell und puffern die Schläge nicht mehr genug ab. Der Daumen ist bei diesen Handschuhen zumeist frei, damit man den Handschuh selbst anziehen kann. Im Wettkampf ist beim Anziehen dagegen Hilfe bei der Schnürung bzw. beim Klettverschluss notwendig. Neben dem Boxsack ist der Punchingball sowie die Pratze ein beliebtes und wichtiges Trainingsinstrument. Diese dienen im Allgemeinen dazu, die Geschwindigkeit und die Präzision der Schläge des Boxers optimal zu trainieren.

Wie man Boxhandschuhe trägt

Die eigene sportliche Effektivität beim Boxen bzw. im Kampf kann man nur mit dem optimalen Sitz der Handschuhe bzw. der übrigen Ausstattung erreichen. Die Größe des Handschuhs ist dabei entscheidend. Er darf weder zu klein noch zu groß sein. Daher ist es auch besonders wichtig, den Handschuh vor Ort in einem entsprechenden Fachgeschäft selbst zu testen. Bevorzugen Sie eine Bestellung per Netz, sollten Sie in jedem Fall auf spezialisierte Shops mit der Möglichkeit einer telefonischen Beratung zurückgreifen. In der Regel gibt es für Handschuhe Einheitsgrößen. Unterschiede ergeben sich vor allen Dingen im Gewicht der Polsterung, die – wie bereits erwähnt – in Unzen gemessen wird. Dabei sind die Angaben von 6 bis 18 oz in Zweierschritten gestaffelt. Es gibt allerdings auch Spezialgrößen für kleinere Hände.

Die richtigen Boxhandschuhe kaufen

Sie sollten in keinem Fall an den Boxhandschuhen sparen! Eine hohe Qualität und Verarbeitung ist in jedem Fall gegenüber einem günstigen Preis zu bevorzugen. Die vermeintliche Regel „teuer = qualitativ hochwertiger", die nicht bei allen Produkten greift, kann man bei Boxhandschuhen zumeist beherzigen. Insofern sollte man bei besonders preisgünstigen Angeboten von Billiganbietern vorsichtig sein. Ist der Handschuh nicht optimal gefertigt, können viele Probleme im Training und im Wettkampf auftreten. Verletzungen sind dabei auch zu befürchten.

Es gibt eine ganze Reihe an verschiedenen Herstellern, die gute, hoch qualitative Boxhandschuhe anbieten. Dazu gehören etwa die Markenhersteller Benlee, Vandal, Danrho, Thaismai, Everlast oder Kwon.

Handschuhe für andere Kampfsportarten

Boxhandschuhe werden auch in anderen Kampfsportarten verwendet, beispielsweise beim Kickboxen usw. Hier gibt es zum Teil gravierende Unterschiede in der Form und im Aufbau, die den besonderen Anforderungen der jeweiligen Kampfsportart geschuldet sind.

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