Worauf Sie beim Kauf eines gebrauchten Gespanns achten sollten

Aufrufe 1 Mal bewertet mit „Gefällt mir” Kommentare Kommentar
Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war
Darauf sollten Sie achten, wenn Sie ein gebrauchtes Gespann kaufen möchten

Ähnlich wie der Kauf eines neuen Autos ist auch der Erwerb eines Motorrads keine einfache Angelegenheit, da es sich in den meisten Fällen um eine größere Anschaffung handelt.

Die Geschichte des Motorrads

Die ersten Motorräder, wie man sie heute kennt, entstanden gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Als erstes Serienmotorrad kann die sogenannte Hildebrand und Wolfmüller betrachtet werden. Maschinen mit Benzinmotor und Wasserkühlung wurden ab 1894 produziert. In einem ähnlichen Zeitrahmen entstanden die Motorräder des Herstellers De Dion-Bouton aus Frankreich. Besonders erfolgreich war das De Dion-Bouton Motorrad, das mit drei Rädern konzipiert war. Von diesem Fahrzeug wurden ab 1897 rund 15.000 Stück verkauft, was für damalige Verhältnisse ein bahnbrechender Erfolg war. Diese sogenannten Motordreiräder zählten wohl zu den schnellsten Fortbewegungsmitteln der damaligen Zeit.

In den Zwanzigerjahren Schritt die Verbreitung des Motorrads weiter voran. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Motorräder jedoch teilweise von den Automobilen etwas zurückgedrängt. Grund dafür waren wohl Vorteile in puncto Zuladungsfähigkeit und Fahrkomfort. Erst in den Siebziger- und Achtzigerjahren stiegen viele Verkehrsteilnehmer wieder auf das Motorrad um. Sie nutzten die Fahrzeuge jedoch überwiegend zur Gestaltung ihrer Freizeit. Zu den wohl bekanntesten und am häufigsten anzutreffenden Krafträdern zählen in Deutschland wohl die Motorräder der Hersteller BMW, Honda, Yamaha, Harley-Davidson, Kawasaki und Ducati. Motorräder, die man zum Beispiel bei eBay findet, gibt es in der Zwischenzeit in allen möglichen Ausführungen, Hubraum- sowie Leistungsklassen. Zu den gängigen Typen zählen zum Beispiel Chopper, Supersportler oder Cruiser. Ein Motorradtyp, der immer noch relativ selten anzutreffen ist, ist das sogenannte Motorradgespann. Unter einem Motorradgespann versteht man ein Motorrad mit einem Beiwagen für einen Mitfahrer. Ein Gespann hat, ähnlich der motorradähnlichen Fahrzeuge von De Dion-Bouton, drei Räder. Sofern Sie sich vorgenommen haben, ein Motorradgespann zu erwerben, ist es natürlich von Nutzen, wenn Sie sich im Vorfeld mit den Merkmalen dieser ungewöhnlichen Fahrzeuge intensiv befassen.

Motorradgespanne gibt es zwischenzeitlich schon seit mehr als einem Jahrhundert

Die Geschichte des Motorradgespanns hat eine lange Tradition. Erste Pläne und Versuchskonstruktionen gab es bereits vor dem 19. Jahrhundert. Anscheinend wurde schon damals die Mitnahme einer zweiten Person auf einem motorisierten Kraftrad als problematisch und wenig komfortabel empfunden. Die ersten Beiwagen entstanden jedoch nicht an der Seite von Motorrädern, sondern an der Seite von Fahrrädern. Die Konstruktion erwies sich jedoch in vielerlei Hinsicht als vorteilhaft, was dazu führte, dass der Beiwagen kontinuierlich weiterentwickelt wurde. Schon ein Jahrzehnt nach der Jahrhundertwende waren zahlreiche Motorräder wahlweise mit einem Beiwagen erhältlich. Durch den Beiwagen konnte das Motorrad sogar neben dem Transport von Personen auch zum Transport von Lasten genutzt werden. Aus diesem Grund wurde die Konstruktion von etlichen Handwerkern genutzt. Motorradgespanne kamen vor dem Zweiten Weltkrieg sogar als Taxifahrzeug zum Einsatz. Pkw waren zur damaligen Zeit noch nicht sehr verbreitet, da sie noch sehr teuer waren. Mit einem relativ günstigen Motorradgespann bestand für viele Menschen die Möglichkeit, ein motorisiertes Fahrzeug mit hohem Nutzwert zu erwerben. Motorradgespanne wurden auch während des Zweiten Weltkriegs als Militärfahrzeug in vielerlei Hinsicht genutzt. Erst mit der zunehmenden Verbreitung des Automobils verloren die Motorräder mit Beiwagen zunehmend an Bedeutung.

Durch die Weiterentwicklung der Gespanne und das zwischenzeitlich wieder umfangreichere Angebot an Fahrzeugen wurde diese Art des Motorradfahrens wieder attraktiver. Mittlerweile haben auch Gespanne wieder eine eingefleischte Fangemeinde. Sogar im Motorsport spielen Rennmaschinen mit Seitenwagen eine Rolle. Nicht nur im Straßenrennsport werden Gespanne verwendet, sondern auch im Motocross-Bereich. Diese Disziplin wird auch als Sidecarcross bezeichnet. Neben den Fähigkeiten des Fahrers ist auch das Können des Beifahrers mit entscheidend für den Erfolg bei Rennsportdisziplinen wie Sidecarcross. Dieser kann durch eine geschickte Gewichtsverlagerung das Fahrverhalten des Gespanns wesentlich beeinflussen. Motorsport hat immer auch den Zweck, die Technik zu optimieren. So trug auch der Motorsport mit Gespannen in den letzten Jahrzehnten dazu bei, die Technik von Gespannen zu verbessern.

Motorradgespanne werden von diversen Herstellern in verschiedenen Ausführungen und Größenordnungen angeboten

Ein Motorradgespann ist in aller Regel mit drei Rädern aufgebaut. Die Räder sind dabei nicht symmetrisch wie bei einem Trike, sondern asymmetrisch angeordnet, da das lenkbare Vorderrad konstruktionsbedingt auf der Seite des Fahrers sitzt. Ein Gespann besteht im Normalfall aus einem Motorrad und einem Beiwagen, der auch als Seitenwagen oder Boot bezeichnet wird. In Deutschland, wo Rechtsverkehr herrscht, wird der Beiwagen auf der rechten Seite des Motorrads angebracht. Die Position des Fahrers befindet sich dementsprechend in Richtung Straßenmitte, was dem Fahrer unter anderem eine gute Übersicht bieten soll.
Früher waren nahezu alle Motorräder der namhaften Hersteller serienmäßig mit einer Vorrichtung versehen, an der ein Beiwagen befestigt werden konnte. Moderne Motorräder sind jedoch überwiegend auf den Betrieb ohne Beiwagen und oftmals sogar ohne Sozius ausgerichtet. Aus diesem Grund ist im Normalfall die Montage eines Beiwagens nicht ohne weiteres möglich. Moderne Lösungen bauen deshalb auf einem Hilfsrahmen oder auf einer Rahmenkonstruktion, die den alten Rahmen komplett ersetzt, auf. Durch diese spezielle Ausrichtung auf den Gespannbetrieb kann das Fahrverhalten wesentlich verbessert werden. So findet man zum Beispiel Gespanne, bei denen die komplette Konstruktion tiefer gelegt wurde. Dies ist bei Gespannen möglich, da eine hohe Schräglagenfreiheit nicht mehr unbedingt gegeben sein muss. Durch den niedrigen Schwerpunkt kann das Fahrverhalten des Motorradgespanns optimiert werden. Diese Bauweise sieht man sehr oft bei sehr sportlichen Gespannmodellen.

Die Beiwagen selbst können auf einem Rahmen aufgebaut sein oder über eine selbsttragende Konstruktion verfügen. Darüber hinaus findet man Systeme, die als Schwenker oder als Pendelgespanne konzipiert sind. Bei einem sogenannten Schwenkergespann neigt sich während der Fahrt in eine Kurve ausschließlich das Motorrad. Im Gegensatz dazu neigt sich beim Kurvenfahren bei einem Pendelgespann nicht nur das Motorrad, sondern auch der Beiwagen. Beide Varianten haben ihre Vor- und ihre Nachteile. So weisen Schwenkergespanne zum Beispiel ein Fahrverhalten auf, welches dem eines konventionellen Motorrads ohne Beiwagen recht ähnlich ist. Die Anzahl der Hersteller, die Motorräder zu Gespannen umbauen und anbieten, ist in der Zwischenzeit sehr groß. In vielen Fällen handelt es sich um eher kleinere Betriebe, die auf die Sonderwünsche ihrer Kunden gezielt eingehen können. Alleine von deutschen Herstellern von Motorradgespannen gibt es mehr als 100 verschiedene Gespannmodelle. Gebrauchte Gespanne von diversen Herstellern findet man unter anderem bei eBay.

Umbauten am Motorrad, die unter anderem das Fahrverhalten verbessern können

Zum Umbau des Motorrads gehören in der Regel nicht nur eine Hilfsrahmenkonstruktion, sondern im Idealfall auch zahlreiche andere Änderungen. Wenn Sie vorhaben, ein Gespann zu kaufen, sollten Sie dementsprechend auch den Umbauten am Motorrad selbst Beachtung schenken. So besteht die Möglichkeit, das Fahrverhalten und damit auch die Sicherheit wesentlich zu verbessern. Dabei kann eine Tieferlegung der Gesamtkonstruktion bei sportlicher Fahrweise sinnvoll sein. Darüber hinaus ist es oftmals von Vorteil, die Lenkgeometrie zu verändern. Dies kann zum Beispiel durch eine andere Gabel sinnvoll bewerkstelligt werden. Bei aufwendigeren Modellen wird zudem die Standardlenkung durch eine sogenannte Achsschenkellenkung ersetzt. Derartige Umbauten findet man oftmals bei sehr sportlichen Gespannen in Kombination mit einem kompletten Rahmenumbau. Obendrein macht aufgrund der höheren Lasten eine Umrüstung auf spezielle Reifen Sinn.

Auf diese Dinge sollten Sie nach Möglichkeit beim Beiwagen achten

Sie sollten sich im Vorfeld eines Kaufs von einem gebrauchten Gespann überlegen, wie oft Sie mit dem Beiwagen unterwegs sind. Schließlich gibt es diverse Verbindungstechniken, die unter anderem eine zügige Montage des Beiwagens ermöglichen. In der Regel erfolgt die Befestigung des Beiwagens an Drei- oder Vierpunktanschlüssen, die an den Anschlussstreben angebracht sind. Im Rahmen einer Probefahrt sollte auf jeden Fall auch geklärt werden, in welchem Zeitrahmen und mit welchem Werkzeug der Beiwagen anzubringen und wieder demontierbar ist. Zu den häufigen Anschlusstypen an der Beiwagenseite zählen die Plattenanschlüsse EZS und EML, doppelte oder einfache Rohrschellen sowie Vierkantbrieden. Die motorradseitigen Anschlüsse sind in aller Regel am Hilfsrahmen angebracht. Sie sind oftmals auf die Beiwagenseite perfekt abgestimmt. Aus diesem Grund ist es normalerweise nicht möglich, einen anderen Beiwagen zu verwenden.
Bei einer Probefahrt sollte auch der potenzielle Mitfahrer mitgenommen werden. Schließlich unterscheiden sich die Beiwagen nicht selten in puncto Abmessungen, Raumangebot und Bequemlichkeit. Nach Möglichkeit sollten Sie darüber hinaus den Luftwiderstandsbeiwert des Seitenwagens in Erfahrung bringen. Frühere Modelle wurden nur selten auf die aerodynamischen Eigenschaften hin überprüft, da Windkanalmessungen mit erheblichen Kosten verbunden sind. Eine strömungsgünstige Form kann sich unter anderem auf den Kraftstoffverbrauch und auf die Höchstgeschwindigkeit des Motorrads mit Seitenwagen auswirken.

Achten Sie auf den technischen Zustand von gebrauchten Motorrädern mit Seitenwagen

Im Rahmen einer Probefahrt sollten Sie, wie bei jedem anderen Fahrzeug auch, auf den technischen Zustand des gebrauchten Motorradgespanns achten. Rost an tragenden Teilen und im Bereich der Anschlüsse können ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstellen. In diesem Zusammenhang sollte zum Beispiel herausgefunden werden, wo das Gespann in den Wintermonaten, oder während der Fahrpausen, untergebracht wurde. Gespanne sind wesentlich größer als Motorräder. Aus diesem Grund gibt es oftmals Probleme, das Gefährt vernünftig unterzubringen. Um die Funktion des Motors des Gespanns ansatzweise zu überprüfen, sollte der Motor sowohl im kalten als auch im warmen Zustand angelassen werden. Während des Motorbetriebes sollten Sie auf ungewöhnliche Geräusche wie Klopfen oder Rasseln achten. Das Getriebe sollte sich leicht und ohne größere Geräusche schalten lassen. Darüber hinaus sollte nicht nur der Rahmen des Beiwagens, sondern auch der Haupt- und Hilfsrahmen des Motorrads auf Risse hin untersucht werden. Zudem sollten die Federbeine einer kurzen Sicht- und Schwingprüfung unterzogen werden. Risse, nachträgliche Schweißnähte und Korrosion können ein Sicherheitsmanko darstellen. Im Rahmen der Schwingprüfung sollten Sie das Gefährt kurz einfedern lassen und anschließend sofort loslassen. Ein erhebliches Nachschwingen nach dem Einfedern kann auf einen defekten Stoßdämpfer hinweisen.

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden