Worauf Sie beim Kauf, Reinigen und Warten von Brunnen und Wasserläufen für Terrarien achten sollten

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Worauf Sie beim Kaufen, Reinigen und Warten von Brunnen und Wasserläufen für Terrarien achten sollten

Bei einem Terrarium handelt es sich um eine Anlage, in der bestimmte Pflanzen- und Tierarten gehalten werden können. Im Gegensatz zu einem Aquarium ist der Anteil an Wasser jedoch relativ gering. Aus diesem Grund wird in einem Terrarium meist solchen Lebewesen ein Raum geschaffen, die nicht unter Wasser leben. Um diese gut beobachten zu können, sind Terrarien in der Regel vollständig oder zum Teil aus Glas hergestellt.

Ein Terrarium soll ein Abbild der natürlichen Umgebung des Tieres sein

Zu den typischen Tierarten, die in Terrarien gehalten werden, zählen Reptilien, Amphibien, Spinnentiere und Insekten. Pflanzen für Terrarien sind zum Beispiel Wasserpflanzen, Moose, Farne oder Kakteen. Die Lebewesen sollten jedoch aufeinander abgestimmt sein, um Unverträglichkeiten zu vermeiden. Des Weiteren sollte eine Zusammenstellung gewählt werden, die es auch in der freien Natur gibt. Aus diesem Grund bedarf es vor der Einrichtung eines Terrariums einer sorgfältigen Planung.

Vor dem Kauf des Terrarienzubehörs sollten Sie vor allem abklären, welche spezifischen Anforderungen und Bedürfnisse Ihr Tier an die Anlage hat. So ist es beispielsweise wichtig, dass Sie in Erfahrung bringen, in welchem Lebensraum der Terrariumbewohner sonst lebt. Schließlich soll ein Terrarium in erster Linie ein Abbild seiner natürlichen Umgebung sein. Persönliche Vorlieben sollten demnach bei der Einrichtung nicht im Vordergrund stehen. Ziel ist es, dem Tier eine kleine Welt zu schaffen, in der es sich wohlfühlt und gesund leben kann. Neben der Zusammenstellung der Pflanzen haben selbstverständlich auch die Klimatisierung und die Beleuchtung einen großen Einfluss auf das Wohlergehen der Lebewesen. Zur Klimatisierung zählen die richtigen Wasserwerte sowie die korrekte Temperatur und die Luftfeuchtigkeit, die unter anderem durch den gezielten Einbau von Luftbefeuchtern, Ultraschallverneblern, Brunnen, Wasserfällen und Wasserläufen erhöht werden kann.

Nicht alle Einbauten sind für jedes Terrarienlebewesen geeignet

Leider eignen sich nicht alle Einbauten, mit denen eine Befeuchtung der Luft erreicht werden kann, auch für alle Tiere gleichermaßen. Aus diesem Grund sollten Sie sich vor dem Kauf eines Brunnens oder eines Wasserlaufs etwas mit den speziellen Bedürfnissen und Anforderungen des Terrariumbewohners beschäftigen, um einem Fehlkauf vorzubeugen. Falsche oder fehlende Einbauten können unter anderem das Wohlergehen und die Gesundheit des Bewohners gefährden. Für manche Spezies sind bestimmte Einbauten sogar zwingend notwendig. So gibt es beispielsweise Schuppenkriechtiere wie Agamen, die stehendes Wasser meiden. Des Weiteren gibt es Tierarten, die Wasser nicht über den Mund, sondern über die Haut aufnehmen. Das Wasser muss bei diesen Spezies fließen, um absorbiert werden zu können. In diesem Fall ist ein Wasserlauf mit einer bestimmten Fließgeschwindigkeit eine absolute Notwendigkeit. Etliche Terrarientiere verlangen nach einer relativ hohen Luftfeuchtigkeit. Mit einem Wasserfall besteht die Möglichkeit, die Luftfeuchte leicht zu erhöhen. Ein Wasserfall wird darüber hinaus oftmals zur Aufzucht von Jungtieren benutzt. Besonders viele Spezies, die in den Nebelwäldern beheimatet sind, benötigen neben Wasserfall und Wasserlauf zusätzlich einen Ultraschallvernebler, eine Beregnungsanlage oder einen sogenannten Fogger.

Der Einsatz derartiger Vernebelungstechnik kann die Luftfeuchtigkeit weiter erhöhen, ist jedoch nicht bei allen Tierarten sinnvoll. Schließlich kann die Verwendung von zusätzlichen Luftbefeuchtern zu einer erhöhten Keimentwicklung im Terrarienbecken führen. Oftmals sind bakterielle Infektionen und Lungenentzündungen die schwerwiegende Folge. Aufgrund dieser Gefahr müssen die Verneblerapparaturen nahezu täglich gereinigt werden, was zum einen das Tier im Terrarium stört und zum anderen einen erheblichen Zeitaufwand bedeutet. Aus diesem Grund sollten Sie vor dem Kauf eines solchen Geräts genau prüfen, ob für Ihr Haustier diese hohe Luftfeuchtigkeit wirklich lebensnotwendig ist.

Brunnen als Luftbefeuchter und als Trinkstelle

Der Einbau eines Brunnens in ein Terrarium kann mehrere Gründe haben. Mit einem Brunnen kann zum Beispiel in Abhängigkeit von seiner Größe und Ausführung die Luftfeuchtigkeit erhöht werden. Des Weiteren können die Terrarienbewohner die Wasserstelle als Trinkgelegenheit nutzen. Größere Modelle eignen sich darüber hinaus auch als Badestelle. Relativ häufig wird ein solcher Brunnen neben anderen Deko-Objekten wie Lavasteinen auch als Dekorationsobjekt in ein etwas größeres Terrarium integriert. Dem ist auch nichts entgegenzusetzen. Schließlich sollen Sie ja auch Freude an Ihrem Terrarium haben. Dennoch sind beim Kauf eines Brunnens einige Punkte zu beachten, um die Gesundheit Ihres Tieres nicht zu gefährden.

Terrarienbrunnen müssen in der Regel täglich gereinigt werden, um einer Entwicklung von gefährlichen Keimen entgegenzuwirken. Das Material sollte nach Möglichkeit die Ausbreitung von Keimen nicht zusätzlich fördern. Schließlich können diese Keime in das Trinkwasser übergehen, was je nach Tierart ein erhebliches Gefahrenpotenzial darstellen kann. Zerlegbare Brunnen sind leichter zu reinigen und deshalb zu bevorzugen. Die Wasserstelle sollte obendrein so konstruiert sein, dass sie von den Terrarienbewohnern nicht umgestoßen werden kann. Dies ist vor allem bei größeren Reptilien zu beachten.

Wasserläufe können vielfältig eingesetzt werden

Neben einem Brunnen ist ein Wasserlauf eine gute Möglichkeit, dem Tier im Terrarium ein natürliches Umfeld zum Wohlfühlen zu schaffen. Darüber hinaus hat ein Wasserlauf eine gute optische Wirkung. Brunnen und Wasserläufe werden oftmals als komplettes Set angeboten.

Doch nicht nur bei Brunnen, sondern auch bei Wasserläufen sollten Sie einige Dinge beachten, um das Wohlergehen und die Gesundheit Ihres Tiers nicht zu gefährden. Schließlich kann ein Wasserlauf im schlechtesten Fall mehr Schaden als Nutzen bringen. Hier sollten Sie nicht nur die Optik entscheiden lassen, sondern in erster Linie den Nutzwert. Ein Wasserlauf benötigt letzten Endes sehr viel Platz im Terrarium. Dieser sollte auch sinnvoll genutzt werden. Der Einbau eines Wasserlaufs kann mehrere Gründe haben. Zum einen kann ein solches Zubehör die Luftfeuchtigkeit im Terrarium erhöhen. Inwieweit diese angehoben werden kann, hängt von der Größe, der Fließgeschwindigkeit sowie der Fähigkeit, kleine Verwirbelungen zu erzeugen, ab. Bei bestimmten Spezies, die zum Beispiel in den Nebelwäldern beheimatet sind, reicht diese Art der Feuchteerzeugung meist nicht aus. Hier sollte nach Möglichkeit auf Vernebler zurückgegriffen werden, um dem Terrarientier eine angenehm feuchte Umgebung zu schaffen.

Reptilien zum Beispiel nutzen den Wasserlauf oftmals zum Baden und zur Wasseraufnahme. Der Wasserlauf sollte jedoch so konzipiert sein, dass der Bewohner des Terrariums auch ohne Probleme wieder aus dem Wasser herauskommt. Eine raue Oberfläche bietet in dieser Hinsicht eine gewisse Griffigkeit, mit der fast alle Tiere gut zurechtkommen. Des Weiteren sollte die Größe des Wasserlaufs an das Lebewesen angepasst sein. Oftmals hängen beispielsweise Echsen nur einzelne Körperteile wie etwa ihren Schwanz in den Wasserlauf. Dies hat zur Folge, dass Wasser in das Terrarium gelangt und für kleine Überschwemmungen sorgt. Um dies zu verhindern, sollte der Wasserlauf entweder günstig platziert werden oder über breitere und überlaufsichere Ränder verfügen. An ungünstigen Stellen können darüber hinaus Schutzgitter angebracht werden.

Den geeigenten Platz im Terrarium finden

Um den Wasserlauf in regelmäßigen zeitlichen Abständen sorgfältig reinigen zu können, sollte er nach Möglichkeit zerlegbar sein. Viele Modelle verfügen über einen integrierten Wasserfall. Dieser kann die Luftfeuchtigkeit im Terrarium in besonderem Maße erhöhen. Der Wasserfall sollte jedoch so platziert werden, dass das Tier nicht ertrinken kann. Außerdem sollten die Wände in seiner Nähe besonders rau sein, um ein Abrutschen und Ertrinken zu verhindern. Kleine Steine oder Kies können ebenfalls dazu beitragen, dass sich der Bewohner des Terrariums im Bereich des Wasserfalls sicher bewegen kann.

Derartige Einbauten für Terrarien können nicht nur neu, sondern auch gebraucht erworben werden. Sie sollten jedoch darauf achten, dass der Wasserlauf nicht übermäßig verschmutzt ist. Vor dem Einbau in das Terrarium ist auf jeden Fall eine sehr sorgfältige Reinigung zu empfehlen.

Die Reinigung und Wartung von Terrarienbrunnen

Eine zu hohe Keimbelastung kann für viele Spezies wie etwa Chamäleons tödlich enden. Besonders kritisch anzusehen sind die Verunreinigungen durch den Kot der Tiere. Aus diesem Grund sollte der dieser im Bereich des Brunnens sofort entfernt werden. Leider kann der Brunnen nie vollständig von der Bakterienlast befreit werden, denn die Krankheitserreger lauern meist überall, auch auf sämtlichen Oberflächen. Vor allem der grobe Schmutz sollte regelmäßig entfernt werden, um zumindest die Vermehrung der Bakterien etwas einzudämmen. Der Einsatz von chemischen Reinigern in Terrarien ist oftmals problematisch, da viele Tierarten die Substanzen nicht vertragen. Aus diesem Grund bleibt in einigen Fällen nur die mechanische Reinigung. Manche Brunnen können auch mit heißem Wasser oder mit Backofenhitze entkeimt werden. Das Material muss jedoch für diesen Reinigungsvorgang die hohen Temperaturen aushalten können.
Darüber hinaus sollte der Brunnen im Rahmen der Wartung vollständig zerlegt werden, um nach Möglichkeit die mikroskopisch kleinen Schmutzreste zu beseitigen. Ausgesprochen wichtig ist auch das Lösen der Schleimfilme. Diese sind recht häufig von Krankheitserregern befallen. Eine Desinfektion des Brunnens ist nur sinnvoll, wenn vor dem Desinfektionsvorgang sämtliche Schmutzpartikel entfernt wurden. Ansonsten breiten sich die Bakterien in und auf den Schmutzüberresten sofort wieder aus. Auf die Verträglichkeit des verwendeten Desinfektionsmittels sollte aber auf jeden Fall geachtet werden.

Die Reinigung und Wartung von Terrarienwasserläufen

Die richtige Reinigung von Wasserläufen gestaltet sich oftmals noch schwieriger als die Reinigung von Brunnen. Grund dafür ist der komplexe Aufbau der Anlagen mit den zahlreichen Becken, Windungen und Wasserfällen. Dem Aspekt der regelmäßigen Reinigung sollten Sie nach Möglichkeit schon vor dem Kauf eines Wasserlaufs Beachtung schenken. Wenn Sie Tiere halten, die dieses Zubehör auch als Trinkstelle nutzen, sollten Sie groben Schmutz, Kot, Sand und Futterreste ebenso regelmäßig entfernen wie bei Brunnen. Bei Anlagen, die demontierbar sind, kann der Kauf eines Ultraschallreinigers sinnvoll sein. So kann der Einsatz von Chemikalien, die dem Terrarienbewohner eventuell schaden könnten, unter Umständen vermieden werden. Im Rahmen der Wartung können auch hier die vorgereinigten Teile desinfiziert werden.

Wasserläufe sind in der Regel mit elektrisch betriebenen Pumpen versehen, die das Wasser in Bewegung halten. Auch diese sollten regelmäßig inspiziert werden. Die integrierten Filterelemente sollten von Schmutz befreit beziehungsweise gegebenenfalls ersetzt werden. Darüber hinaus ist die Freigängigkeit der Pumpenmechanik zu überprüfen. Wenn die Anlage ausgebaut ist, können Sie auch gleich das Kabel auf Bissspuren und andere Beschädigungen hin untersuchen, da ein Kurzschluss gefährliche Folgen haben könnte.

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