Worauf Sie bei einem neuen Zahnriemen für Ihr Auto achten sollten

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Worauf Sie achten sollten, wenn Sie einen neuen Zahnriemen für Ihr Auto suchen

Kaum ein anderes Land ist so autovernarrt wie Deutschland, unzählige Millionen von Autos sind Tag für Tag auf hiesigen Straßen unterwegs. Trotzdem sind Autos kaum billig, was natürlich insbesondere für Neuwagen frisch vom Band gilt – egal, ob vom Volumenhersteller oder aber vom Premiumautobauer.

Doch ob nun günstiges oder teures Auto, ob Kleinwagen, Mittelklasse oder gar Oberklasse, ob Dacia oder Mercedes: Ein Auto will gepflegt werden. Diese Pflege garantiert nicht nur Sicherheit und gutes Aussehen, sondern vor allem den Werterhalt des Fahrzeugs. Der zeigt sich spätestens beim Weiterverkauf des Automobils. Je mehr Zeit der Pflege und Wartung gewidmet wurden, desto mehr wird das Auto beim Verkauf erzielen. Wartung und Pflege bedeuten somit bares Geld.

Über die Jahre fallen natürlich gewisse Reparaturen an, oft genug sind diese allein mit dem Verschleiß bestimmter Teile begründet. Manche Autoteile halten nur kurz, andere wieder recht lange. Zur letzteren Kategorie zählt wohl der Zahnriemen. Jener besteht zwar mit Leichtigkeit hunderttausend Kilometer und mehr, ist aber im Vergleich zu so manch anderem Ersatzteil ungleich wichtiger. Worauf Sie achten sollten, wenn Sie einen neuen Zahnriemen für Ihr Auto suchen, soll Ihnen daher dieser Ratgeber erläutern.

Kurz erklärt: Was ist ein Zahnriemen?

Zuerst gilt es erst einmal zu klären, was ein Zahnriemen überhaupt ist. Unbekannt ist der Riemen sicherlich keinem Autofahrer und -besitzer, doch können Sie den Zahnriemen erläutern? Viele können dies wohl eher nicht, was keine Schande ist. Ein Zahnriemen ist ein sogenannter Treibriemen, der obendrein mit einer Zahnung versehen ist. Andere Namen für das Ersatzteil wären „Synchronriemen" oder „Steuerriemen", die insbesondere in der Motorentechnik häufig gebraucht werden.

Letzten Endes verbindet der Zahnriemen die Eigenschaften einer Kette mit denen eines Flachriemens. Letztgenannter ist ebenfalls ein Treibriemen, allerdings ohne „Zähne". Anders ausgedrückt ist ein Zahnriemen lediglich ein gezahnter Flachriemen, womit dieser mehr Wirkung erzielen bzw. höhere Kräfte vertragen kann. Tatsächlich wird durch die Zahnung des Riemens Schlupf unmöglich, der bei einem ungezahnten Flachriemen wiederum durchaus möglich ist. Ein Zahnriemen erlaubt daher nicht nur ungleich größere Kräfte, sondern ist auch zur gezielten Steuerung diverser Maschinen einsetzbar. Insbesondere die Steuerung erfordert wieder eine gewisse Sicherheit, was der Zahnriemen ohne Schlupf garantiert.

Im Gegensatz zu einer Kette – meist ist jene aus Metall – bestehen moderne Zahnriemen heute vor allem aus Glas- oder Aramidfasern –einem Kunststoff. Eher selten werden Zahnriemen aus Stahlseilen hergestellt. Die eigentlichen Zähne des Treibriemens sind hingegen aus schlichtem Gummi wie Neopren oder ebenfalls Kunststoff gefertigt. Obendrein wird der Zahnriemen auf seiner mit den Zähnen versehenen Innenseite mit einem abriebfesten Gewebe verstärkt, um den Verschleiß der Bezahnung zu minimieren. Im Fazit scheint der moderne Zahnriemen damit schon ein kleines Wunderwerk der heutigen Technik, trotzdem ist das Ersatzteil gerade im Bereich der Automobile nicht wirklich teuer zu nennen.

Technik: wozu dient der Zahnriemen im Auto?

Was ein Zahnriemen ist, dürfte damit ebenso wie sein eigentlicher Aufbau erklärt sein. Wozu aber dient der Zahnriemen? Wozu wird er in der Technik eingesetzt? Und noch wichtiger: Was macht ein Zahnriemen im Auto? Fragen über Fragen, die jedoch allesamt mehr oder minder schnell beantwortet sind.

Generell werden Zahnriemen dort eingesetzt, wo hohe Kräfte übertragen werden müssen, die ein ungezahnter Treibriemen wegen des möglichen Schlupfs nicht bewältigen könnte. Daher werden mittlerweile Kettenantriebe jeder Art durch einen Zahnriemen ersetzt, was einige interessante Vorteile verspricht. Gegenüber einer Kette ist der Zahnriemen nämlich deutlich geräuschärmer. Die geringere Masse des Riemens erlaubt des Weiteren höhere Drehzahlen. Außerdem kann der sogenannte Umschlingungswinkel enger sein, eine Schmierung ist ebenfalls nicht nötig. Die Kosten der Herstellung sind damit ebenfalls geringer.

Auf der anderen Seite bieten die Riemen aber auch wieder einige Nachteile gegenüber einer Kette. Der wichtigste dürfte wohl der höhere Verschleiß sein. Die Belastungsgrenze des Zahnriemens gegenüber einer Metallkette ist, wenig überraschend, niedriger, weswegen der Riemen urplötzlich reißen kann. Gegen Öl ist der Riemen unbeständig, sodass der Zahnriemen nur außerhalb von Motoren eingesetzt werden kann. Der Zeitaufwand bei der Wartung und insbesondere dem Austausch zeigt sich schließlich in höheren Wartungskosten.

Trotzdem setzt speziell der Maschinenbau und damit auch die Automobilbranche seit Jahrzehnten auf den Zahnriemen, womit die Vorteile des Bauteils zu überwiegen scheinen. Im Auto sind Zahnriemen schließlich für die Kraftübertragung von der Kurbel- auf die Nockenwelle zuständig, was übrigens allein für kleinere Motoren und Viertakt-Maschinen gilt. Größere Motoren setzten hingegen auf Steuerketten, die eine längere Lebensdauer versprechen.

Achtung Gefahr: warum ein Zahnriemen zum Motorkiller werden kann

Im Pkw ist jedoch der Zahnriemen üblich, welcher in gut drei Viertel aller hergestellten Modelle verbaut wird. Hier ist es mit der Kraftübertragung zwischen Kurbel- und Nockenwelle allein übrigens nicht getan. Tatsächlich hat der gezahnte Treibriemen eine weitere wichtige Aufgabe, die für die Lebensdauer des Motors regelrecht entscheidend ist. Denn der Zahnriemen garantiert eine gleichmäßige Öffnung und Schließung der Ventile. Werden diese Ventile nicht gleichmäßig bedient, kollidieren diese mit den Kolben in den Zylindern.

Ohne allzu technisch werden zu wollen, wären die Folgen dieser Kollision geradezu fatal. Das Ergebnis ist ein Motorschaden, der komplette Zylinderkopf müsste erneuert werden. Aus diesem Grund darf ein Zahnriemen weder ausleihern und somit nachgeben und schon gar nicht reißen. Im letztgenannten Fall würde Ihr Auto kurzerhand ausrollen und abgeschleppt werden müssen.

Auch die Kosten einer Reparatur bei einem gerissenen Zahnriemen sind nicht gerade gering. Je nach Hersteller und Modell fällt mindestens eine dreistellige Summe an, eventuell sogar eine vierstellige. Die vorgegebenen Wechselintervalle der Autobauer gilt es daher strikt zu beachten, besser sogar noch zu unterschreiten. In der Regel liegt die Lebensdauer eines Zahnriemens bei 100.000 bis 120.000 Kilometern, manch ein Hersteller gibt sogar nur 60.000 Kilometer vor.

Kommt es trotzdem zu einem Schaden, übernimmt innerhalb der Garantiezeit natürlich der Hersteller die Kosten. Bei Gebrauchtwagen ist es da schon anders. Beim Kauf eines Gebrauchten sollten Sie unbedingt nach dem letzten Wechsel des Zahnriemens nachfragen, ansonsten sind selbst gewerbliche Händler meist nicht in der Haftung. Die teure Reparatur tragen somit Sie allein. Beachten Sie also peinlich genau das vorgeschriebene Wechselintervall. Noch besser: Tauschen Sie den Zahnriemen vor dem Ende des Intervalls aus. Beim Erwerb eines Gebrauchtwagens haken Sie nach, wann der Riemen das letzte Mal getauscht wurde. Fordern Sie Rechnungen als Beweis.

Neukauf: Was gilt es beim Erwerb eines neuen Zahnriemens zu beachten?

Für Ihren Geldbeutel wäre ein frühzeitiger Austausch des Zahnriemens selbstredend deutlich angenehmer. Das entsprechende Ersatzteil kostet in der Regel dabei meist nur um oder sogar unter hundert Euro, der aufwendige Austausch lässt die Kosten allerdings um einiges höher ausfallen. Trotzdem ist die Investition mehr als sinnvoll. Ein Motorschaden kostet ungleich mehr, selbst wenn im besten Fall nur der Zylinderkopf gewechselt werden muss. Tausend Euro sind hier aber durchaus schnell fällig.

Immerhin steht Ihnen der Kauf eines neuen Zahnriemens in Eigenregie frei. Schwer ist der Kauf auf eigene Faust nicht. In der Regel nennen Sie Ihren Hersteller, Ihr Modell, Baujahr und Motor, worauf Sie prompt den passenden Riemen finden müssten. Die Suche nach einem neuen Zahnriemen ist somit relativ simpel und selbst einem Laien problemlos möglich. Ob Sie dabei auf ein Markenprodukt oder aber das Angebot eines unbekannten kleineren Herstellers setzen, ist allein Ihnen überlassen. In der Regel dürften die qualitativen Unterschiede – bei deutscher oder europäischer Produktion – eher minimal sein, wenn überhaupt erkennbar.

Trotzdem sollten Sie bedenken, dass gerade der Zahnriemen immense Auswirkungen haben kann. Wenige Euro zu sparen, kann schnell einige Hundert oder gar tausend Euro kosten. Am Zahnriemen zu sparen heißt am falschen Ende zu sparen.

Selfmade: Sie können den Zahnriemen selbst wechseln

Apropos Sparen: Wer Kosten einsparen will, kann den Zahnriemen durchaus selbst wechseln. Hier sollten Sie jedoch selbstkritisch sein. Haben Sie das technische Verständnis? Können Sie das nötige Know-how vorweisen? Und ganz wichtig: Besitzen Sie das entsprechende Werkzeug?

Der Austausch des Zahnriemens ist bei manchen Modellen recht aufwendig, weswegen das eigene Geschick wirklich richtig einzuschätzen ist. Tatsächlich erfordert der Wechsel des Riemens bei so manchem Auto den Ausbau von Stoßfänger, Lichtmaschine, Wasserpumpe, Luftfilter und anderen Teilen. Obendrein sind nach dem Wechsel des Treibriemens Kurbel- und Nockenwelle neu zu justieren, was großer Sorgfalt bedarf.

Noch einmal: Die Zahnriemen garantieren den Abstand zwischen Ventilen und Zylinder. Ist dieser Abstand nicht korrekt, drohen teure Schäden, selbst ein kapitaler Motorschaden könnte eine Folge sein. Bei einigen älteren Autos dürfte eine Reparatur dann wohl kaum mehr lohnen. Ob das technische Know-how zur Reparatur in Selfmade-Manier vorhanden ist, liegt natürlich allein in Ihrem Ermessen. Des Weiteren ist einiges an Spezialwerkzeug erforderlich, das wohl die wenigsten Hobbybastler ihr Eigen nennen.

Nötig sind unter anderem ein Nockenwellenradabzieher, ebenso ein Kurbelwellen- und ein Nockenwellenfixiergerät. Darüber hinaus benötigen Sie Stützhülsen und auch eine Hebebühne wäre nicht die schlechteste Voraussetzung. Verlassen Sie sich hingegen beim Wechsel des Zahnriemens auf professionelle Hilfe, gibt es natürlich eine Garantieleistung. Selbstverständlich steigert das die Kosten des Austauschs enorm, ein kapitaler Motorschaden jedoch ist noch deutlich teurer.

Eine komplette Anleitung für den Einbau eines neuen Zahnriemens wäre schließlich etwas zu komplex, um hier aufgeführt zu werden. Entsprechende Anleitungen sind aber schnell zu finden. Machen Sie sich also schlau. Entscheiden Sie ehrlich, ob Sie für eine derartige doch recht aufwendige Reparatur befähigt sind. Und bedenken Sie insbesondere die Folgen eines fehlerhaften Wechsels.

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