Worauf Sie bei der Nachrüstung mit Xenon Licht achten sollten

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Nachrüstung mit Xenon Licht ist nur in bauartgenehmigten Scheinwerfern erlaubt

Helleres Licht bei weniger Energieverbrauch sind die absoluten Topargumente für eine Nachrüstung mit Xenon Licht. Doch hierbei gibt es einige Punkte zu beachten. So ist eine Nachrüstung nur in bauartgenehmigten Scheinwerfern erlaubt. Wodurch sich Xenon Licht auszeichnet, welche Vor- und Nachteile dieses mit sich bringt und was Sie bei der Nachrüstung beachten sollten, verrät Ihnen dieser Ratgeber.

Durch diese Eigenschaften zeichnet sich Xenon Licht aus

Xenon Licht ist eine Gasentladungslampe, die bei Kraftfahrzeugen sowohl für Fern- als auch für Abblendlicht eingesetzt werden kann. Verglichen mit regulären Scheinwerfern bietet dieses bedeutend helleres Licht. So ist Xenon Licht verglichen mit einer Halogenlampe gut 2,5 Mal so hell. Dabei ist es aber niedriger im Energieverbrauch. Es gibt Bi-Xenon Licht sowie Doppel-Xenon-Scheinwerfer. Bi-Xenon-Scheinwerfer zeichnen sich dadurch aus, dass Fern- und Abblendlicht in einer Lampe vereint sind. Dabei wird beim Fernstrom der gesamte Lichtstrom genutzt. Wenn auf Abblendlicht umgeschaltet wird, wird ein Teil des Lichtbündels von einer Blende abgedeckt. Diese schiebt sich zwischen Lampe und Linsenoptik. Doppel-Xenon-Scheinwerfer hingegen haben keine Blende, da Fern- und Abblendlicht zwei separate Brenner sind, die je ihre eigene Linse und eigenen Reflektor haben. Im Vergleich zu Halogenlampen halten Xenon Lampen ungefähr vier Mal so lang. Bei den Gasentladungslampen erkennt man jedoch nicht an einem durchgebrannten Draht, ob diese defekt sind.

Die Funktionsweise von Xenon Licht

Xenon ist ein chemisches Element und gehört zu den Edelgasen. Dieses befindet sich - gemeinsam mit Quecksilber und Metallhalogeniden - unter hohem Druck in einem kleinen Glaskolben aus Quarzglas. Insgesamt enthält dieser Brennraum weniger als ein Milligramm, dennoch spielt das Xenon-Gas eine bedeutende Rolle. So ist dieses verantwortlich für den außergewöhnlichen Lichtstrom bereits kurz nach dem Zünden. Zudem sorgt es unter anderem dafür, dass die Lampe schnell hochfährt, was Voraussetzung für den Einsatz im Straßenverkehr ist. Um das Licht zünden zu können, wird ein Hochspannungsimpuls von bis zu 25.000 Volt benötigt. Erzeugt wird dieser über ein Vorschaltgerät. Dabei benötigt jeder Brenner sein eigenes Vorschaltgerät. Autos mit Doppel-Xenon-Scheinwerfer haben also vier davon, PKW mit Bi-Xenon-Scheinwerfer zwei.
Da Licht im Straßenverkehr schnell aufleuchten muss, ist es nötig, den langsamen Lichtanlauf zu beschleunigen, damit Gasentladungslampen überhaupt zum Einsatz kommen dürfen. Dieser unerlässliche Prozess verläuft quasi in drei Phasen: Zündung, Anlaufphase und Dauerbetrieb. Zunächst wird ein Funke durch einen Hochspannungsimpuls erzeugt. Dieser ionisiert das Gas, das eigentlich keine elektrische Spannung leiten kann. Durch die Ionisierung entsteht zwischen den beiden Wolfram-Elektroden jedoch ein leitfähiger Tunnel. Dadurch verkleinert sich der Widerstand und Strom kann zwischen diesen fließen. Hier brennt dann ein konzentrierter Lichtbogen. In der Anlaufphase wird die Lampe durch kontrollierte Überlast in Gang gebracht. Da der Lichtbogen mit höherer Leistung betrieben wird, steigt die Temperatur im Kolben schnell an. Das hat zur Folge, dass die Metallhallogenide verdampfen und sich die Farbe des Lichts verändert. Während des Dauerbetriebs befinden sich alle Metallhallogenide in der Dampfphase. Die Lichtausbeute hat ihren Sollwert und der Lichtbogen seine endgültige Form erreicht. Damit dieser jedoch nicht flackert, wird die zugeführte elektrische Leistung stabilisiert.

Die Vorteile von Xenon Licht

Mit den Eigenschaften und Funktionen von Xenon Licht gehen sowohl zahlreiche Vorteile als auch verschiedene Nachteile einher. Aus diesem Grund ist der Einsatz von Xenon Licht im Straßenverkehr umstritten und das Nachrüsten gesetzlich geregelt.

Ein großer Vorteil des Xenon Lichts besteht darin, dass es aufgrund höherer Lichtströme bedeutend heller leuchtet als eine herkömmliche Halogenlampe. Dabei ist der Energieverbrauch mit 35 Watt geringer. Mit einer mittleren Lebensdauer von ca. 2000 Stunden weist eine Xenon Lampe eine weitaus höhere Lebensdauer als eine Halogenlampe (450 Stunden) auf. Des Weiteren weist eine Xenon Lampe - aufgrund der kompakten Bauform der Scheinwerfer - eine höhere Lichtdichte und eine geringere Lichtabstrahlfläche auf. Außerdem heizt sich das Leuchtmittel nicht so stark auf. All dies liegt an den Ellipsoid-Reflektoren und den Sammellinsen. Seine bläuliche Lichtfarbe soll dem Tageslicht ähneln, wobei die Farbtemperatur höher ist als bei Glühlicht. Bei guten Sichtverhältnissen überzeugt Xenon Licht zudem durch seine kontrastverstärkende Wirkung. Diese Eigenschaften können auch die Sicherheit im Straßenverkehr erhöhen.

Die Nachteile von Xenon Licht

Doch Xenon Licht weist auch einige Nachteile auf. Den ersten merkt der Kunde bereits bei der Anschaffung, da Xenon Licht bedeutend teurer ist als vergleichbare Scheinwerfer. Sowohl der Einbau bei der Nachrüstung als auch die Wartung sollte von einer Fachwerkstatt übernommen werden. Die Komplexität ebenso wie der Platzverbrauch erhöht sich aufgrund der Vorschaltgeräte. Ein besonders wichtiger Nachteil, der unter Umständen Gefahren bergen kann, ist, dass Xenon Licht den Gegenverkehr stärker blenden kann, wenn die Scheinwerfer falsch eingestellt sind. Dies kann - trotz der vorgeschriebenen automatischen Leuchtregulierung - an fehlerhaften Grundeinstellungen liegen. Ein weiterer bedeutender Nachteil ist, dass das kurzwellige Xenon Licht bei Nebel zu stark gestreut wird. Aufgrund dessen wirkt sich der hohe Blauanteil bei schlechten Sichtverhältnissen sowohl negativ auf die Sichtweite als auch auf den Kontrast aus. Daraus resultiert, dass die Nachrüstung mit Xenon Licht bestimmten Vorschriften unterliegt.

Auch auf die Umwelt können sich Xenon Scheinwerfer negativ auswirken. Besonders wenn sie Quecksilber enthalten. Auch die Wiedergewinnung der problematischen Inhaltsstoffe der Elektronik gestaltet sich als sehr aufwendig, ist zum Teil sogar unmöglich. Des Weiteren tendiert - bei häufigem Zünden - die Lichtfarbe dazu, ins Blaue zu wechseln. Zudem nimmt die Lichtstärke im Vergleich zur Halogenlampe bei starkem Gebrauch und steigender Betriebsdauer stärker ab. Dabei verfügt diese allerdings immer noch über eine doppelt so hohe Leuchtkraft.

Die Gefahren illegaler Xenon-getunter Scheinwerfer

Wenn Sie mit dem Gedanken spielen, bei Ihrem Auto Xenon Licht nachzurüsten, sollten Sie sich vorher einiger Aspekte bewusst sein. In diesem Fall muss die komplette Scheinwerferanlage ausgetauscht werden. Ein simpler Wechsel der Birne genügt hier nicht. Zwar gibt es sogenannte Xenon Glühlampen oder Xenon Brenner, doch von diesen sollten Sie die Finger lassen. Auch wenn der Austausch der Halogenlampe durch einen Xenon Brenner mit Vorschaltgerät in der Theorie so einfach klingt, wie das Wechseln einer Glühbirne im Haushalt, so ist sie in der Praxis verboten. Xenon-getunte Normalscheinwerfer sind illegal und das aus gutem Grund. Sie blenden den Gegenverkehr ebenso stark wie Fernlicht. Doch durch solch einen illegalen Xenon-getunten Scheinwerfer wird nicht nur der Gegenverkehr gefährlich geblendet, auch für Sie selbst hängen unangenehme, zum Teil nicht absehbare, Folgen damit zusammen. So geht die Bauartgenehmigung Ihres Scheinwerfers, die dieser nur im Zusammenhang mit einem speziellen Lampentyp innehat, verloren, wenn Sie die Halogenlampe durch einen Xenon Brenner austauschen. Dadurch erlöschen zudem die Betriebserlaubnis des Fahrzeugs sowie der Versicherungsschutz. Sollte es also mit solchen Scheinwerfern zu einem Unfall kommen, können ungeahnte Kosten auf Sie zukommen.

Die Nachrüstung von Xenon Licht in baugenehmigten Scheinwerfern

Achten Sie also darauf, dass Sie nur Xenon Licht mit Baugenehmigung als gesamte Scheinwerfersätze kaufen und einbauen. Der Einbau selbst sollte ausschließlich mit Experten-Kenntnissen selbst vorgenommen werden. Ansonsten empfiehlt es sich, hierfür eine Fachwerkstatt aufzusuchen. Sind ab Werk heutzutage bereits viele Modelle bis hin zum Kleinwagen - natürlich gegen Aufpreis - mit Gasentladungs-Scheinwerfern lieferbar, gestaltet sich die Nachrüstung deutlich komplizierter. Denn diese ist zum einen nicht bei jedem beliebigen Modell ohne Weiteres möglich und zum anderen durch die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) geregelt. So ist in der ECE-Regel 48, die die Beleuchtung an Fahrzeugen regelt, sowie in § 50 der StVZO festgelegt, dass Xenon Scheinwerfer ausschließlich dann betrieben werden dürfen, wenn Sie sowohl über eine Streureinigungsanlage als auch über eine automatische Leuchtweitenregulierung verfügen. Dies stellt sicher, dass der Gegenverkehr nicht gefährlich geblendet wird. Zudem benötigt der PKW für die Umrüstung auf Xenon Licht ein System, das sicherstellt, dass das Abblendlicht auch bei Fernlicht permanent eingeschaltet ist.
Die Umrüstsätze, die Sie erwerben, sollten unbedingt ein Teilegutachten, ein Prüfzeichen oder eine Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) vorweisen können. Eine legale Nachrüstung mit Xenon Abblendlicht ist jedoch nicht bei jedem PKW möglich. Neuere Modelle sind oft bereits mit Xenon Licht ausgestattet oder können - auf Wunsch - ab Werk damit ausgestattet werden. Hier gilt es also, Kosten und Nutzen abzuwägen. Sollten Sie sich für eine Nachrüstung entscheiden, müssen Sie diese hinterher auf jeden Fall beim TÜV eintragen lassen.

Darauf sollten Sie bei der Nachrüstung von Xenon Licht achten

Xenon Licht liegt nicht nur im Trend, sondern es bietet auch zahlreiche bedeutende Vorteile gegenüber herkömmlichen Scheinwerfern. So ist es bedeutend heller, aber energiesparender und langlebiger als eine durchschnittliche Halogenlampe. Dies sorgt auch im Straßenverkehr für mehr Sicherheit. Dennoch teilt Xenon Licht die Autofahrer in zwei Lager und ist stark umstritten. Das liegt daran, dass es ebenso einige Nachteile mit sich bringt und Gefahren bergen kann. So kann bei falscher Einstellung Xenon Licht den Gegenverkehr ebenso stark blenden wie volles Fernlicht und somit zu Unfällen führen. Wenn Sie Ihren PKW mit Gasentladungs-Scheinwerfern nachrüsten möchten, gilt es daher einige wichtige Punkte zu beachten. Legal ist nur Xenon Licht in baugenehmigten Scheinwerfern, die über eine Streuscheibenreinigungsanlage sowie eine automatische Lichtweitenregulierung verfügen. Auch wenn die Anschaffung und die Wartung von Xenon Licht Ihren Preis hat, lassen Sie sich nicht zu billigeren, illegalen Alternativen verführen. Die Kosten, die später durch einen durch Ihr Licht ausgelösten Unfall entstehen können, können ins Unermessliche steigen, da unter anderem der Versicherungsschutz erlischt. Dies ist kein noch so helles Licht der Welt wert. Im Straßenverkehr geht Sicherheit stets vor. Wenn Sie diese Punkte beachten, haben Sie jedoch lange Freude an einem Licht, das hell, energiesparend und sicher ist.

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