Woran erkennt man künstliche Perlen?

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Form

Künstliche Perlen werden gegossen oder gedrechselt. Dies geschieht in der Regel automatisch oder automatisiert, also mit Hilfe von Produktionsmaschinen. Das Ergebnis sind perfekte Perlen; eine Perle gleicht der anderen. Es gibt keine sichtbaren Unterschiede. Die Perlen sind meistens perfekt rund oder haben eine perfekte Tropfen-Form.

Gewachsene Perlen können sich um einen eingepflanzten runden Kern bilden. Dies ist üblich bei Salzwasser-Perlen / Akoya-Perlen. Hier ist die Form ebenfalls perfekt rund. Bei Süßwasserzuchtperlen wird meistens auf einen Kern verzichtet. Die Perlen sind sehr selten rund, eher unrund. Teilweise sind sie oval oder tropfenförmig oder völlig unförmig (barock).

 

Oberfläche

Künstliche Perlen werden an der Oberfläche versiegelt. Dies geschieht durch das Auftragen von Folie oder klarem bzw. farbigem Lack. Die Oberfläche ist gleichmäßig, sie ist glatt und in der Regel ohne erkennbare Fehler.

Gewachsene Perlen fühlen sich etwas rauer an – auch wenn viele Perlen nach der Ernte noch aufbereitet und poliert werden. Man sieht oder fühlt, wenn man sich nicht gerade im obersten Preissegment bewegt, auf der Oberfläche Fehler wie Kratzer, Wachstumsspuren, blasse Stellen, Rillen.

 

Farbe

Sowohl künstliche als auch gewachsene Perlen sind in allen erdenklichen Farben zu kaufen. Denn auch bei gewachsenen Perlen geht man inzwischen hin und färbt diese ein. Also auch knallrote Perlen können durchaus aus der Natur stammen – man hat sie allerdings nach der Ernte noch farblich aufbereitet!

 

Bohrloch

Das Bohrloch gibt einen Einblick ins Innere der Perle. Bei künstlichen Perlen sieht man, dass Oberfläche und Kern aus unterschiedlichem Material bestehen. Bei Akoya-Perlen wird man die Dicke der Perlmuttschicht sehen.

 

Zahntest

Künstliche Perlen fühlen sich bei einem Beißtest weich an, wenn sie aus Kunststoff bestehen. Natürlich gewachsene Perlen erzeugen beim Beißtest ein Knirschen im Kopf – so, als ob man auf Sand beißt. Wer seine Zahnkronen nicht gefährden will: die Perle an den Zähnen reiben. Auch das erzeugt ein raues, unangenehmes Gefühl.

 

Reiben

Wenn man Perlen gegeneinander reibt, löst sich etwas Perlmutt von der Oberfläche und es entsteht Perlenstaub. Bei künstlichen Perlen wird die Oberflächenversiegelung, wie z.B. der Klarlack, beschädigt. Oder die Farblackierung wird beschädigt und man erkennt das untere Material.

 

Nagellackentferner

Viele künstliche Perlen wie MOP Perlen (Mother of Pearl) haben eine hauchdünne Oberflächenversiegelung. Bei billigen Produkten löst sich diese Schicht sofort auf, wenn man mit etwas Nagellackentferner darauf reibt.

 

Feuertest

Auf den Straßen Manilas wurde mir bis dato die spektakulärste Art gezeigt, Perlen auf Echtheit zu prüfen. Der Händler hielt die Perlen in die Flamme eines Feuerzeugs. Die Hitze beschädigte die Kunststoffperle, die Zuchtperle blieb an der Oberfläche unbeschädigt.

 

Achtung!

Das Reiben, den Test mit dem Nagellackentferner und den Feuertest empfehle ich allerdings nur, wenn man Perlen opfern kann. Das Reiben erzeugt Kratzer. Und extreme Hitze sowie der Kontakt mit Chemikalien ist für Perlen immer schlecht, da sie unter anderem aus Wasser und organischer Materie bestehen und dann Schaden nehmen würden.

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