eBay
  • WOW! Angebote
  • 10 % Rabatt auf Spielzeug - Jetzt shoppen

Wolfschanze, PC Game, City Interactive, - 20. Juli 1944

egeraldhuebner
Von Veröffentlicht von
Wolfschanze, PC Game, City Interactive, - 20. Juli 1944
. Aufrufe . Kommentare Kommentar . 26 Leserwertungen
Vorwort: Hatte bis dahin noch nie ein Computerspiel rezensiert, das hier war mein erstes.



Titel: 3 Sterne ... aber nur je 2 für den hohen Trashfaktor, und 1x für Hitler

 ... den man hier als Claus Graf Schenk von Stauffenberg frei "nachgespielt" zum bekannten Attentat des 20. Juli 1944 töten soll.

Nur, genau wie im bekanntermaßen leider gescheiterten Attentat gelingt uns das natürlich nicht (klar ... denn sogar wenn, - und wieder erwarten, wäre es anders, dann wäre dieses Spiel ja jetzt auch schon nach dem 1. Level beendet gewesen ;-), Hitler überlebt.

Wie im historischen Kontext schwört der Diktator blutige Rache und Stauffenberg wird gejagt. Hier treffen wir dann auch auf die Sekretärin Erwin Rommel's, die uns mit lustig - polnischen Akzent sowie im stark gebrochenen deutsch später erstmal erzählt, was inzwischen vorgefallen ist.

Nebenbei machen wir sogar die Bekanntschaft eines Geistlichen (Anspielung auf Martin Niemöller ?) und erhalten den Auftrag, einen Mitverschwörer aus der Haft zu befreien. Dieser bedankt sich überschwenglich und möchte für einen kurzen Moment mit uns bzw. auf "unserer Seite" kämpfen ...

 ... verlieren sie ihn aber besser nicht (aus den Augen), denn dieser sehr seltsame Zeitgenosse hat leider die fatale Angewohnheit, nun immer den längsten Umweg einzuschlagen, - ganz plötzlich stehen zu bleiben, - wenn er sie aus den Augen verliert oder sich auch nur mit einer lächerlichen Pistole bewaffnet gleich mit allen möglichen Gegnern anzulegen.

Muß leider gemacht werden, den mitzuschleppen, sonst geht es nicht weiter.

Auch einige Aufträge werden uns zwischendurch erteilt (ein Chiffre Buch finden).

Später taucht dann auch noch ein "heroischer" SS - Mann auf, der schwul spricht und einen ganz "böse" verhören will ... inklusive komplett angedeuteter Ohrfeige. :-)

Auch die bekannte Radio - Sondermeldung, - Hitler teilt nun der deutschen Bevölkerung darin mit, er überlebte (Zitat: " ... eine Gruppe frontfremder, verbrecherischer, - dummer Offiziere hat heute ... ich selbst bin völlig unverletzt, wie durch ein Wunder, auf Grund der Vorsehung ... blablablabla), das versuchte Attentat, die historisch so gut belegt ist, kommt noch vor.

Soviel zum (nennen wir es großzügig mal) "Inhalt" des Spiels.

 - / -

Ein Game über Stauffenberg, das Hitler - Attentat, - den 20. Juli ... das hört sich im Grunde sehr interessant an, oder ?

Ist es leider nicht, - allein schon die technische Umsetzung versagt hier auf der ganzen Linie. Deutsche Wachmannschaften, Soldaten der einstigen Wehrmacht werden hier ebenso komplett durch den Kakao gezogen, wie das US - Hollywood Movies nicht besser (und oft leider auch nicht schlechter) machen könnten.


Sogar wenn man es ohne Cheats (Unsterblichkeit, alle Waffen) spielt und bei der höchsten Schwierigkeitsstufe - Blitzkrieg, genügt ein Fußtritt ... vorausgesetzt, nah genug dafür heran zu kommen, um sie dermaßen theatralisch "sterben" zu lassen, daß es schon nicht mehr komisch ist. Einfach nur noch absurd.

Auch die Geräusche der verwendeten Waffen sind lächerlich.

Und, - ab und zu befindet man sich in Level's, die scheinbar keinerlei Sinn ergeben, dh. man kommt partout darin einfach nicht weiter.

Hier soll man wohl auf Kisten steigen (oder sich "Treppchen" damit bauen), um Mauern zu überwinden bzw. Balkone überhaupt zu erreichen ?

"Claus" (die Figur) schwingt sich später lässig und cool auf ein Motorrad, nur um durch Landschaften zu brausen, - vorbei an MG - Schützen und Kampfpanzern ... und dann vor vollständig zugemauerten Tunneln stehen zu bleiben.

Eine Komplettlösung sollte also in Betracht gezogen werden.

Alternativ kann man es auch mit gewissen Tricks überspringen.

 - / -

Bei der Synchronisation erlebt der Zuschauer bzw. der Gamer hier unvergessliche Heiterkeitsausbrüche. Nicht nur die oben bereits genannte Sekretärin von Erwin Rommel ist witzig.

(im polnischen, uncut - Original spricht sie sogar ein Mann)

Hitler selbst, sowie wschl. auch Marschall Keitel (oder eine damit vergleichbare Gestalt taucht dann am Schluß im Zeppelin auf), - Heusinger (der am Anfang bei der Lagebesprechung vorträgt), der Adjutant Stauffenberg's, Werner von Haeften ... sie alle wurden von Polen gesprochen bzw. auf deutsch, mit diesem Akzent !

Wie üblich, halbwegs änlich sieht auch kaum eine Figur hier ihrer "echten" Vorlage.

Die Steuerung allein ist auch ziemlich mies gestaltet, naja, wenigstens kann man jederzeit die Spielstände abspeichern.

 - / -

Es ist natürlich ohnehin eine schmale Gratwanderung, ob nun gleich geschmacklos zu nennen, lasse ich hier mal außen vor, über ein so dermaßen wichtiges Ereignis der Geschichte ein billiges Videospiel umzusetzen. Wer schwarzen Humor hat und solcherlei Dinge, wie alles bis jetzt schon bereits beschriebene mag, der wird aber garantiert auf seine vollen Kosten kommen ...

 ... ich möchte jetzt auch garnicht weiter auf den Ausgang des ganzen eingehen, es war schon schwer genug, darauf so "tief" einzugehen, ohne nun wirklich alles auszuplaudern.


Fazit: der 2. Weltkrieg ist lange vorbei ... vergessen ist er allerdings sicher noch nicht (und das sollte auch nicht sein).

Trotzdem, schadet es niemanden, wenn sich wie hier möglich, nun mal dem Spaß hingegeben wird, nicht nur das Attentat in Filmen zu erleben, sondern sich selbst, und quasi "aktiv" daran zu beteiligen. Ob Stauffenberg unbestritten nun so ein Held war, wie es auch hier jetzt wieder gezeigt werden soll, - noch dazu sogar mit 2 komplett gesunden Händen, mag dahingestellt bleiben. Ganz interessant ... und halt nebenbei extrem (unfreiwillig oder nicht) komisch bleibt es dennoch. Ich persönlich finde nicht, das jemand wirklich daran Anstoß nehmen sollte.

Hitler töten, - wenn auch nur in einem Spiel, aber (mit Sprache) in deutsch, über ihn lachen, dürften wohl schon Kaufgrund sein ...

 ... polnische Entwickler sind ja nicht dumm (sein Vorgänger "Mortyr" und etliche andere Games dieser Art haben es oft genug und hinreichend bewießen, - füge einfach NS - Thematik in ein Videospiel ein, egal wie schlecht programmiert und es verkauft sich gut).


Allerdings, wie immer, - bekommt man hierzulande natürlich weniger davon.

Die Zensur hat in dieser DE - Variante ganz klar mal wieder zugeschlagen !

Erwarten sie also nicht, dann "bekannte" Fahnen oder gar etwas "schlimmes" auf den hier gezeigten Uniformen, Orden, - (Rang)Abzeichen, Propagandaplakate und dergleichen vorzufinden. Wer das so allerdings für seinen Spielspaß nun unbedingt braucht, kann es per Patch dafür nachträglich tun.

 - / -

Ach ja, und das Spiel wurde sogar in der deutschen Auflage immer falsch geschrieben, - Wolfschanze (nur mit einem S).

 - / -

ps. der Mitverschwörer, - der hier befreit werden muß, soll Friedrich Olbricht darstellen. Allerdings sieht auch diese Figur im Spiel komplett falsch und wie ein junger Mann aus.
Weitere erkunden
Wählen Sie eine Vorlage aus

Zusätzliches Navigationsmenü