Woher kommen Risse in der Lasur von Porzellanfiguren ?

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Eine häufig bei Zier-Figuren angewandte Technik besteht darin, dass man die Farben auf die Glasur aufträgt und beides oberflächlich verschmilzt. Masse und Glasur sind zwar verwandte Materialien, haben jedoch unterschiedliche Eigenschaften. Sie können deshalb unterschiedlich auf ihr Umfeld reagieren.
Solche Einflüsse nach der eigentlichen Herstellung und Auslieferung können selbst modernste Labortechnik und sorgfältigste Überwachung der handwerklichen Fertigung nicht ausschließen. Hohe Luftfeuchtigkeit und extreme Temperaturwechsel am Aufbewahrungsort begünstigen das unterschiedliche Ausdehnen von Masse und Glasur.

Als Folge können feinste Risse in der Glasur, meist einem Spinnengewebe ähnlich, auftreten.
Sie verlaufen nur in der Glasur und gehen keinesfalls durch das ganze Stück.
Der Fachmann spricht dann von Haar- oder auch Glasurrissen.

Haarrissige Exponate findet man in Museen und Ausstellungen bei zahlreichen antiken und älteren Porzellanen,
Steingut-Artikeln, Fayencen und Majoliken. Glasurrisse wurden übrigens schon von den Chinesen in der Frühzeit
der Porzellanherstellung künstlich erzeugt und als Dekorelemente verwendet. Heute bezeichnet man diese Technik als "Craquelé".

Haarrissigkeit bedeutet weder einen Fehler bei der Herstellung noch führt sie zur Wertminderung eines Stückes.
Sie sollte eher als ein Anzeichen für dessen Alter betrachtet werden.

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