Wo sich Fische am liebsten tummeln: Wissenswertes über die Bepflanzung des Tiefwassers im Teich

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Wo sich Fische am liebsten tummeln: Wissenswertes über die Bepflanzung des Tiefwassers im Teich

Ein lauer Sommer, zirpende Grillen im hohen Gras, der milde Wind mit dem süßen Duft der schönsten Jahreszeit und das Platschen eines Frosches, der eine letzte Schwimmrunde im kühlen Nass Ihres Gartenteiches genießt. Schon lange vor der fernöstlichen Mode des Feng-Shui erfreuten sich Teiche sowohl in öffentlichen Parks als auch in privaten Kleingärten großer Beliebtheit. Hobbygärtner können ganz aus sich herauskommen und Schöngeister mit einem Sinn für Naturpoesie lassen sich immer wieder gerne inspirieren. Zier- und Schmuckteiche haben eine lange Tradition überall auf der Welt – jedoch ganz besonders in Europa. Insbesondere die großen französischen Herrscher erfreuten sich an ihren weitläufigen Gärten mit den prachtvollen Springbrunnen und üppig bepflanzten Teichen. Ebenso finden sich in den berühmten englischen Gärten zahlreiche naturbelassene oder kunstvoll organisierte Zierteiche mit einem farbenfrohen Mix aus Seerosen, Binsen und Sumpfdotterblumen.

Die richtigen Pflanzen für den richtigen Teich

Weiße und rosafarbene Seerosen, grazile Schwertlilien und andere wunderschöne Wasserpflanzen verwandeln ohne Zweifel Ihren Gartenteich in eine einzigartige grüne und bunte Frischeoase. Dennoch sollten Sie beim Kauf der Pflanzen unbedingt darauf achten, dass die einzelnen Gewächse auch gut zueinander und zur Größe des Teiches passen. Allgemein sollten die Teichpflanzen nie mehr als zwei Drittel der Gesamtfläche des Gartenteiches einnehmen, sonst wird es zu eng für Pflanze und Tier. Beziehen Sie zudem bei der Bepflanzung immer den ganzen Teich in Ihre Planung mit ein. Sprich: Vernachlässigen Sie nicht die Randbezirke. An den Uferzonen können Sie eine bunte Mischung mit unterschiedlichen Wuchshöhen und Blütenfarben zusammenstellen.
Hierbei können Sie Ihrem Einfallsreichtum freien Lauf lassen. Sie können die Rand- und Böschungsbereiche ganz klassisch, natürlich oder kunstvoll angelegt gestalten. Hübsche Steine mit verschiedenen Marmorierungen verleihen Ihrem Teich das gewisse Extra. Zudem haben sie einen sehr praktischen Nebeneffekt. Zusammen mit passenden Bodendeckern können Sie geschickt die Teichfolie oder unattraktive Pumpenschläuche verbergen. Im flachen als auch im tieferen Gewässer sind die Sumpfpflanzen beheimatet. Diese sollten auch in Ihrem Teich nicht fehlen. Wenn das Gewässer eine gewisse Tiefe erreicht, eignen sich vor allem Schwimmblattpflanzen, wie zum Beispiel Seerosen, sehr gut. Diese sind mit ihren Wurzeln tief verankert und zeigen ihre prächtigen Blüten und Blätter in bekannter Manie an der Oberfläche. Um die richtige Anzahl und auch die beste Komposition der einzelnen Pflanzen zu ermitteln, informieren Sie sich über die Bedürfnisse der jeweiligen Pflanzen.

Tipps für den Einkauf von Teichpflanzen

Wenn Sie sich zum ersten Mal auf den Weg machen, um die Bepflanzung für Ihren neuen Gartenteich zu besorgen, dann achten Sie darauf, dass es sich auch tatsächlich um eine Wasserpflanze handelt. Wenn nur bestimmte Pflanzen in wassergefüllten Reagenzgläschen angeboten werden, bedeutet das nicht, dass diese Pflanze tatsächlich in einen Gartenteich gehört. Kleine Kärtchen oder Mini-Handbücher geben Aufschluss über die idealen Standorte und Pflegebedingungen der einzelnen Pflanzen. Schauen Sie sich im zweiten Schritt den Zustand der Wasserpflanze genau an. Abgebrochene Stiele, eingerissene oder blassgelb bis braune Blätter zeugen nicht gerade für gute Qualität oder eine ausreichende Pflege.

Auch ein Blick auf die Wurzeln schadet nicht

Diese sollten im Idealfall weiß und kräftig sein. Pflanzen mit braunen, verschleimten Wurzeln wurden wahrscheinlich zu eng und in abgestandenem schmutzigem Wasser gelagert und eignen sich nicht für Ihren Gartenteich. Ebenso sollten die Gefäße und Schalen, in denen Sie die Pflanzen nach Hause transportieren, sauber, warm und mit frischem Wasser gefüllt sein. Verstauen Sie die Wasserpflanzen nicht im dunklen Kofferraum, sondern besser auf Rückbank oder im Fußraum. Genau wie bei Tieren können auch bei Pflanzen lange Autofahrten für Stress sorgen. Gerade bei Wasserpflanzen ist eine permanente Bewässerung das A und O. Haben Sie ein defektes Gefäß erwischt, das zudem Wasser verliert, sollten Sie dennoch versuchen, die Pflanzen feucht zu halten. Auch eine nasse Rolle aus Zeitungspapier schützt die sensible Flora vor dem Austrocknen.

Ohne Pflanze kein Teich

Für einen gesunden Gartenteich sind Teichpflanzen unverzichtbar. Selbst in einem Gewässer, das nicht von Menschenhand bepflanzt wurde, werden sich nach und nach erste Pflanzenstrukturen bilden. Als Erstes machen sich ganz unbemerkt die Algen auf den Weg. Ja, auch diese eher unansehnlichen Vertreter gehören streng genommen zu den Wasserpflanzen. Wo es zunächst erst einzelne Fasern sind, werden mit der Zeit undurchdringliche graugrüne Algenteppiche entstehen. Vor allem im Sommer unter starker Hitze ist der Algenbefall keine Seltenheit. Licht und Sauerstoff können nun nicht mehr ausreichend ins Wasser gelangen. Der Teich kippt. Um dieses unschöne Bild zu vermeiden, können Sie von vornherein für eine wasserreinigende und zudem attraktive Teichbepflanzung sorgen. Gehen Sie beim Einkauf allerdings nicht ausschließlich nach dem Auge. Schönheit allein wird Ihnen im Kampf gegen die Alge nicht viel nützen. Entscheiden Sie sich lieber für einen gesunden Mix aus schönen und praktischen Pflanzen. Vor allem Ihre tierischen Teichbewohner werden es Ihnen danken und Sie werden noch lange Freude an Ihrem kleinen oder auch großen Gartenidyll haben.

Für tiefe Gewässer das geeignete Gewächs finden

Am bekanntesten unter den Teichpflanzen sind die Tiefseesorten wie die Seerose. Die sehr dekorativen Blüten in weiß, rosa, gelb, rot und violett dürfen im Grunde in keinem Ziergarten fehlen. Im Allgemeinen unterscheiden Botaniker und Gärtner in die tropischen und winterharten Seerosenarten. Für Anfänger eignen sich die Winterharten ganz besonders. Sie sind sehr pflegeleicht und bieten eine umfangreiche Auswahl. Im Gegensatz zu den tropischen Seerosen blühen die winterharten nur während der hellen Tageszeiten.
Ein Vorteil der tropischen Seerosen ist ihre unendliche Vielfalt in Farben, Form und Schattierung und die große Ausbildung von Blüten. Einige dieser besonderen Seerosenarten bilden gigantische Blüten mit einem Durchmesser von über 30 Zentimetern und einem betörenden Duft, der durch den ganzen Garten strömt. Allerdings bedarf diese üppige Pracht auch einer ganz besonderen Pflege. Sie können die tropischen Seerosen wie eine einjährige Pflanze behandeln oder aber Sie holen sie während der Wintermonate ins warme Haus und setzen sie mit den ersten Sonnenstrahlen des Frühlings wieder zurück in den Gartenteich. Auch die tierischen Bewohner Ihres Teiches profitieren von den Vorzügen der Rose. Ihre großflächigen, flachen Blätter bieten den Fischen einen großzügigen Schattenplatz während sich kleine Frösche und andere Kaltblüter gerne auf der Blattoberfläche ein Sonnenbad gönnen.

Seekanne, Wasserfeder und Co

Neben der Seerose sehen auch die Seekanne und Wasserfeder, die Wassernuss und das Laichkraut sehr gut aus. Die gelbe Seekanne wird oft mit einer kleinen Seerose verwechselt. Hummeln und Honigbienen bevorzugen die Pflanze auf der Suche nach süßem Nektar. Die weiße Wasserfeder gehört zu den Primelgewächsen und bildet einen äußerst ansprechenden Kontrast zu den Seerosen. Wenn Sie sich für die Wasserfeder begeistern, tragen Sie gleichzeitig einen kleinen Teil zum Erhalt dieser seltenen Art bei, die vielerorts schon auf der roten Liste der bedrohten Pflanzenarten zu finden ist. Ebenso steht die Wassernuss oder Wasserkastanie seit den 80er-Jahren unter Naturschutz. Die krautige Pflanze mit den vielen markanten Blättern bildet einen hübschen Teppich über Ihrem Teich. Die sogenannte Nuss meint eigentlich die Frucht der Pflanze, die sich mit ihren spitzen Widerhaken fest am Teichboden verankert und so dem Rest der Wassernuss Stabilität verleiht. Einmal kräftig gekocht ist die Nuss sogar essbar und wird im asiatischen Raum auch in der Heilkunde angewendet.

So halten Sie Ihren Teich sauber

Viele der ansehnlichen Teichpflanzen sind nicht nur etwas für die Augen, sondern haben auch eine wichtige ökologische Funktion – sie halten den Teich natürlich sauber. Mit der richtigen Anwendung gelingt Ihnen dies sogar ohne aufwendige Technik. Durch Umwelteinflüsse, Fischfutter und natürliche Ablagerungen verschmutzen Teiche mit der Zeit. Pflanzen können einen wichtigen Teil dazu beitragen, Ihren Teich in der richtigen Balance zu halten. Sie nehmen die überschüssigen Nährstoffe des Wassers auf und verwerten diese auf natürliche Weise. Dafür ist eine passende Zusammenstellung der Teichpflanzen in richtiger Anzahl und geeigneter Teichzone nötig. Zudem verhindern die Pflanzen, dass sich zu viele Algen ihren Weg bahnen und das Wasser zusätzlich verunreinigen.
Zudem sollte der Teich so angelegt sein, dass das Wasser problemlos zwischen den Tief- und Flachwasserzonen hindurchfließen kann. So können die verschiedenen Pflanzenarten die Nährstoffe aus dem Teich aufnehmen und verarbeiten. Für eine ausreichende Sauerstoffsättigung sorgen vor allem Unterwasserpflanzen, wie das spiegelnde Laichkraut. Sie eignen sich sehr gut für stehende Gewässer und nehmen viele Nährstoffe auf.

Damit die Stimmung nicht kippt – gute Teichpflege auch im Winter

In der Regel bedürfen die meisten Wasserpflanzen nicht einer allzu aufwendigen Pflege. Wenn sie allerdings zu sehr von den Fischen angefressen sind oder sich sehr stark vermehrt haben, sollten Sie aktiv werden. Sie können das Wachstum durch regelmäßiges Zurechtstutzen beeinflussen und nach Ihren Wünschen gestalten. Wenn Sie dabei Ihre Hände nicht schmutzig machen wollen, können Sie sich aus dem Baumarkt spezielle Gartenscheren besorgen. Ansonsten reicht auch eine normale rostfreie Pflanzenschere für den Gebrauch im Gartenteich. Wenn der Winter naht, sollten Sie die einjährigen Pflanzen komplett entfernen, damit diese nicht den Winterharten die ohnehin schon spärlichen Nährstoffe nehmen. Seerosen können Sie großzügig zurückschneiden und in die tiefste Stelle Ihres Teiches versetzen. Sollte es Ihnen eine der seltenen tropischen Seerosen besonders angetan haben, können Sie diese auch im Keller Ihres Hauses überwintern lassen. In einem großzügigen Kunststoffbehälter warten die Sommerschönheiten bei viel Licht und ausreichender Flüssigkeit auf ihren nächsten großen Auftritt.

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