Wissenwertes über Stornoreisen: Wenn kurzfristig ein Platz an der Sonne frei wird

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Wissenwertes über Stornoreisen: Wenn kurzfristig ein Platz an der Sonne frei wird

Das Leben hält Tag für Tag jede Menge Überraschungen für jeden von uns bereit. Im positiven als auch negativen Sinne kann dies auf der einen Seite sehr zum Leid des einen sein, der sich auf seinen lang ersehnten und gebuchten Urlaub freut und diesen entweder aus gesundheitlichen oder anderen wichtigen Gründen nicht antreten kann. Im Gegensatz dazu sehr zur Freude des anderen, der aus den unterschiedlichsten Gründen keine Reise in den Ferien planen oder buchen konnte. Gerade dann, wenn sich kurzfristig und unerwartet ein Zeitfenster für einen Urlaub öffnet, ist schnelles Handeln gefragt. In solch einer Situation bietet sich das Angebot sogenannter Stornoreisen an. Diese Reisen bieten den Vorteil, dass sie einerseits meistens recht preiswert sind und andererseits ziemlich zeitnah angetreten werden können.

Der Gedanke, der hinter Stornoreisen steht

Die fast zehn Jahre alte Idee hinter Stornoreisen basiert im Grunde auf einem längst bekannten und praktizierten Prinzip. Konnten in früheren Jahren gebuchte Reisen aus triftigen Gründen nicht angetreten werden, bestand die Möglichkeit diese an ein Familienmitglied oder jemandem aus dem Freundeskreis zu übertragen. Dabei gab es aber, abgesehen von teils hohen Umbuchungsgebühren, meist keine Gewährleistung, dass Dritte die Reise auch spontan antreten konnten. Trat solch ein Fall ein, wurden Stornogebühren fällig, die im schlimmsten Fall bis zu 100 Prozent der Reisekosten betragen konnten. Und genau da greift das Prinzip von Stornoreisen.

Wer seinen gebuchten Trip nicht wahrnehmen kann, versucht diesen als Stornoreise an einen Fremden weiter zu verkaufen. Dadurch „büßt" der Verkaufende einen weitaus geringeren Verlust ein, als das bei einem normalen Rücktritt der Fall wäre, und hat somit die perfekte Lösung möglichen horrenden Stornogebühren zu entkommen. Neben der klassischen Pauschalreise oder dem Urlaub am Meer können so ziemlich alle Reisen, wie zum Beispiel Studien- oder Rundreisen, verkauft werden. Auch Sportreisen, Kreuzfahrten, Flüge, Reisen mit einer Reiserücktritts-Versicherung und viele mehr stellen keine Ausnahme dar.

Stornoreisen sind legal

Aus rechtlicher Sicht ist dies vollkommen legitim, da gemäß §651b BGB, Zitat: „Bis zum Reisebeginn kann der Reisende verlangen, dass statt seiner ein Dritter in die Rechte und Pflichten aus dem Reisevertrag eintritt", diese Art des Verkaufes gesetzlich geregelt ist. Dies ist ein unabdingbares Recht eines jeden Reisenden. Dieser Paragraf erspart dem Erstbucher das Stornieren seiner Reise und verschont ihn vor hohen Stornokosten.

Für kurz entschlossene Urlauber können solche Angebote teils regelrechte Schnäppchen sein, die obendrein den Geldbeutel schonen. Denn wie die Praxis bereits gezeigt hat, sind Einsparungen bis zu 70 Prozent unter dem Katalogpreis möglich. Selbst wenn nicht jede Stornoreise mit einem solch hohen prozentualen Nachlass angeboten wird, unter dem regulären Verkaufspreis liegt er zu meist. Mit dieser Möglichkeit ist beiden Parteien gleichermaßen geholfen.

Welche Anforderungen bei Stornoreisen zu erfüllen sind

Eine der grundlegenden Voraussetzungen ist, dass Sie über gültige Ausweispapiere verfügen. Dies kann sowohl der Personalausweis, Reisepass und sofern Kinder mitreisen der Kinderausweis als auch ein vorläufig ausgestellter Reisepass oder Personalausweis sein.

Informieren Sie sich über die Einreisebedingungen im Urlaubsland

Des Weiteren sollten Sie über die diversen Einreisebestimmungen des jeweiligen Urlaubsziels Bescheid wissen. Dies ist insbesondere dann sehr wichtig, wenn Sie sich spontan für eine Kreuzfahrt, Reise nach Übersee oder ein exotisches Land entschieden haben. Sofern Sie vom Verkäufer, egal, ob es sich um eine Pauschalreise oder eine Kreuzfahrt handelt, beispielsweise keine oder ungenaue Angaben bekommen, können Sie sich beim Auswärtigen Amt umfangreich informieren. Gleiches gilt auch, wenn Sie vermeiden wollen, dass Ihre Urlaubslaune von unerfreulichen Nichtigkeiten getrübt wird, über die Sie sich im Vorfeld hätten schlaumachen können. Denn auch in der Europäischen Union gibt es Staaten, die ihre Besonderheiten was Einreise oder Aufenthalt betrifft, haben und die nicht unbedingt jeder kennt.

Besteht eine Impfpflicht?

Last, but not least stellt sich die Frage, inwiefern Impfungen von Nöten oder gar Pflicht sind. Auf jeden Fall sollten Sie vor Reiseantritt überprüfen, ob die schlechthin empfohlenen Schutzimpfungen wie Tetanus, Diphtherie usw. einer Auffrischung bedürfen. Auch das Malaria-Risiko sollte gerade bei spontan gebuchten Reisen nicht unterschätzt werden. Für eine Asien-Reise, sei es nach Bali oder Thailand, wird zu Ihrer eigenen Sicherheit eine Impfung gegen Hepatitis A & B empfohlen. Bei einer Südamerika-Reise nach Bolivien besteht sogar die Pflicht der Gelbfieber-Impfung, die Sie bei der Einreise nachweisen müssen. Wissenswertes zu den empfohlenen Impfungen und anderen wichtigen Informationen zu dem jeweiligen Land, können Sie ebenfalls beim Auswärtigen Amt in Erfahrung bringen.

Beschaulich oder mondän – Stornoreisen sind vielfältig

Alternativ zu den bekannten und gerne in Anspruch genommenen Last-Minute-Reisen etablieren und behaupten sich Plattformen für Stornoreisen am Markt immer stärker. Die vielfältigen Angebote der Reisen lassen so gut wie keinen Wunsch offen. So können Sie kurzfristig nicht nur einen Urlaub, sei es nationaler oder internationaler Natur, sondern auch viele andere Reisen kaufen. Ein als Storno angebotener Städtetrip beispielsweise kann genauso gefunden werden wie ein angesagtes Konzert inklusive Tickets.

Für die meisten europäischen Ferienziele, wie zum Beispiel eine Reise nach Italien an den Gardasee oder an den Plattensee in Ungarn, reicht ein gültiger Personalausweis vollkommen aus. Selbst für einen Urlaub in Bulgarien benötigen deutsche Staatsbürger inzwischen kein Visum mehr und für die Einreise genügt der Personalausweis.

Wissenswertes über EU-Reisen

Viele, die das Mondäne bevorzugen, zieht es gerne einmal an die Côte d'Azur, auch französische Riviera genannt oder an die Costa del Sol in Südspanien. Gerade Urlauber an der spanischen Sonnenküste nutzen oftmals die Gunst der Stunde für einen Abstecher nach Gibraltar. Doch für einige Staatsbürger der EU, die zwar in Deutschland wohnen und leben, aber keinen deutschen Pass besitzen, besteht bei der Einreise nach Gibraltar Reisepass-Pflicht. Ausgenommen hiervon die türkischen, österreichischen und schweizerischen Mitbürger, für die eine Identitätskarte bzw. ein Personalausweis ebenso ausreicht wie für die Einreise nach Spanien.

Reisen nach Übersee

Im Gegensatz zu Reisen in der Europäischen Union sieht es bei Reisen über den großen Teich allerdings ganz anders aus, denn hierfür ist ein gültiger Reisepass, der mindestens sechs Monate Gültigkeit haben muss, absolute Pflicht. Bei Reisen in die USA sollten Sie sich vorher unbedingt über die aktuellen Einreisebestimmungen und benötigten Dokumente informieren. Gerade in der letzten Zeit haben sich die Bestimmungen aufgrund der Maßnahmen zur Terrorabwehr ständig geändert.

Vor- und Nachteile von Stornoreisen

Generell bieten Stornoreisen für alle Beteiligten mehr Vorteile als Nachteile. Die gebuchte Reise weiter verkaufen zu können, bietet dem verhinderten Urlauber die Möglichkeit, neben entgangener Urlaubsfreude zumindest den finanziellen Verlust in Grenzen zu halten. Noch nicht erwähnt wurde, dass der Anbieter einer Stornoreise den Preis selbst bestimmen kann. Damit hält er sich die Option offen, ob die Reise gar mit einem Gewinn, kostendeckend oder etwa doch mit einem kleinen Verlust, was in den meisten Fällen eintritt, abgetreten werden muss. Besonders wenn er keine Reiserücktritts-Versicherung abgeschlossen hatte, die die Stornokosten übernimmt, kann er glimpflich aus einer solch ärgerlichen und frustrierenden Situation kommen.

Reiseveranstalter oder Reisebüro oft Vermittler

In vielen Fällen tritt bei einer Stornoreise das Reisebüro oder der Reiseveranstalter, bei dem die Reise gebucht wurde, als Vermittler auf. Bei einem erfolgreichen Verkauf erhalten diese vonseiten des verhinderten Reisenden einerseits eine geringe Gebühr für die Namensänderung, andererseits einen prozentual festgelegten Betrag von den eingesparten Stornokosten. Das hat den positiven Aspekt, dass kein Verlust verzeichnet werden muss, da bestehende Vereinbarungen und Provisionen erhalten bleiben. Denn bei einer Stornierung oder einem Reiserücktritt ohne Rücktritts-Versicherung müssten die Agenturen, trotz fälliger Stornogebühr an sie, auf jeden Fall Umsatz- und Provisions-Einbußen hinnehmen.

Achten Sie auf die Extras

Für den Käufer einer Stornoreise liegt der Vorteil ganz klar darin, dass er einen recht preiswerten Urlaub erwerben kann. Je nachdem welche Extras der Verkäufer für sich in Anspruch nehmen wollte und dazu gebucht hatte, kann sich eine solche Reise als wahrer Glücksgriff erweisen. Diese zusätzlichen Buchungen können zum Beispiel ein Mietwagen, der Besuch einer interessanten Ausstellung, die Strandkabine oder der bereits reservierte Tisch in einem hippen Szenelokal am Urlaubsort sein. Um all diese Dinge muss sich der neue Besitzer der Stornoreise nicht mehr kümmern. Mit einem Augenzwinkern sei die Bemerkung erlaubt, dass er den Koffer jedoch noch selbst packen muss. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass für Sie als Käufer mit dem Erwerb einer Stornoreise außer dem Kaufpreis keine weiteren Kosten anfallen. Sprich, die an den Vermittler fällige Gebühr, wird voll und ganz vom Verkäufer getragen.

Stornoreisen sind etwas für spontan Reisende

Der einzige Nachteil bei Stornoreisen, wenn man es überhaupt so bezeichnen möchte, besteht darin, dass der Käufer einer solchen Reise sowohl spontan reisebereit und im Besitz gültiger Ausweispapiere sein muss. Denn meistens stehen solche Angebote recht kurzfristig zur Verfügung, wobei kaum Zeit bleibt, die Papiere in Ordnung zu bringen oder die Schutzimpfung rechtzeitig zu organisieren.

Stornoreisen – die Chance Neues kennenzulernen

Aus einem ganz anderen Winkel betrachtet bieten Stornoreisen auch die Chance, seinen Horizont in Bezug auf andere Länder oder Urlaubsorte zu erweitern. Verbrachten Sie bisher Ihren Urlaub im Sommer beispielsweise immer wieder in Florida oder Spanien, weil Sie das Land und die Gepflogenheiten kennen, eröffnen sich Ihnen ganz neue Möglichkeiten andere Destinationen kennenzulernen. Der attraktive Preis einer Stornoreise könnte nämlich dazu führen, die gewohnten Pfade zu verlassen und sich neuen Gefilden zu widmen. Der Mehrwert kann darin bestehen, dass Sie plötzlich Orte oder andere Reisearten kennenlernen, über die Sie unter normalen Umständen gar nicht nachgedacht hätten. So können sich die vielfältigen Angebote und angenehmen Seiten einer Kreuzfahrt unerwartet ganz anders darstellen, als Sie es vielleicht erwartet hätten. Auch ein Ski-Urlaub in den Bergen von Österreich oder der Schweiz inklusive Wellness-Programm und Candle-Light-Dinner kann zu einem ganz neuen Erlebnis werden. Mit Stornoreisen eröffnen sich Ihnen viele Möglichkeiten, ob Urlaub oder Kurztrip, die Sie zum regulären Katalogpreis mit großer Wahrscheinlichkeit nicht gebucht hätten.

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