Wissenswertes zu Kauf und Benutzung von Taucherbrillen

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Wissenswertes zu Kauf und Benutzung von Taucherbrillen

Jeder Taucher benötigt eine Taucherbrille, denn sie ist ein elementarer Bestandteil der Tauchausrüstung. Die passende Taucherbrille zu finden, kann eine Herausforderung darstellen, doch es gibt einiges, was Sie auf der Suche danach beachten können, um die richtige Brille für Ihre Anforderungen auszuwählen. So unterschiedlich die Kopfformen der Menschen sind, so stark weichen die verfügbaren Brillenmodelle voneinander ab. Deshalb ist es sinnvoll, eine Maske vor dem Kauf anzuprobieren. Abhängig von der Art des Tauchsports ist die Form und Beschaffenheit einer Taucherbrille, die umgangssprachlich auch als Tauchermaske bezeichnet wird. Tauchen Sie z. B. in der Tiefe, so benötigen Sie eine andere Brille als beim oberflächennahen Schnorcheln, denn der Druck auf die Brille steigt mit zunehmender Tauchtiefe. In erster Linie wichtig ist, dass die Taucherbrille dicht und auf den Einsatzort abgestimmt konzipiert ist.

Taucherbrillen gibt es in zwei verschiedenen Modellvarianten

Zunächst einmal gibt es Tauchermasken, die aus zwei einzelnen Segmenten bestehen. Jeder Bereich schirmt ein Auge ab. In der Mitte gibt es einen Gummizug, der die beiden Segmente miteinander verbindet. Eine solche Brille ist flexibel in ihren Einstellungen. Sie können mittels Gummizug dafür sorgen, dass die Brille sicher sitzt und das Gummiband – ganz nach Ihrer individuellen Kopfform - nicht zu locker und nicht zu fest gespannt wird. Die zweite zu findende Brillenvariante ist einteilig. Dabei deckt das große Sichtfenster beide Augen ab und schließt auch die Nase mit ein. So genannte Panoramabrillen weisen zusätzliche Sichtfenster an den Seiten auf. Dadurch wird Ihr Sichtfenster buchstäblich vergrößert. Solche Brillen werden in erster Linie beim Tieftauchen eingesetzt. Als Nutzer müssen Sie wissen, dass Sie nicht durch die Nase atmen können, sondern dass die komplette Atmung über die Tauchflasche oder einen Schnorchel erfolgen muss.

Eine pauschale Aussage darüber, welche Modellvariante die bessere oder geeignetere ist, lässt sich nicht machen. Es ist abhängig von Ihrer Kopfform und von Ihrem persönlichen Empfinden. Einige Taucher bevorzugen die zweigeteilte Brille mit der Begründung, dass der Tragekomfort besser sei. Außerdem sei das Volumen der Brille geringer als bei Brillen mit durchgehendem Glas, was eine Erleichterung beim Ausblasen darstelle. Ob das durchweg stimmen kann, sei dahingestellt. Fakt ist jedoch, dass beim Apnoetauchen, bei dem es auf jedes kleinste Detail ankommt, Taucherbrillen mit geringem Innenvolumen besser geeignet sind, weil der Druckausgleich mit erheblich weniger Kraftaufwand möglich ist, als bei großvolumigen Einglasbrillen.

Optische Taucherbrillen zur Korrektur von Fehlsichtigkeit

Menschen mit einer Fehlsichtigkeit können von einer besonderen Form der Taucherbrille Gebrauch machen. Es ist die optische Taucherbrille, die Gläser mit entsprechendem Schliff hat. Ihre individuelle Dioptrinzahl wird ausgeglichen, wobei eine etwas andere Korrektur vorgenommen wird, als bei Ihrer Alltagsbrille. Grund hierfür ist, dass das Wasser selbst ausgleichend auf eine Fehlsichtigkeit wirkt. Empfehlenswert ist, hier das Gespräch mit einem Optiker zu suchen, der Ihnen die korrekte Stärke für Ihre neue Taucherbrille nennen kann. Nun ist es nicht ungewöhnlich, dass sich die Sehstärke mit der Zeit ändert. Hierfür gibt es ebenfalls Lösungen. Es gibt optische Linsen auf dem Markt, die temporär in eine Taucherbrille eingeklebt und wieder entfernt werden können. Hochwertige Brillen bieten die Option an, die einzelnen Gläser auszutauschen. Das ist übrigens auch für Taucher ohne Sehschwäche von Vorteil, wenn die Gläser zerkratzt sind.

Das Material einer Taucherbrille

Anfangs wurden Taucherbrillen üblicherweise aus Gummi gefertigt. Das Material ist heute auch noch zu finden, jedoch hat der Anteil der Brillen aus Silikon aufgrund der besseren Eigenschaften stark zugenommen. Während Gummi zu den pflegeintensiven Stoffen gehört, ist Silikon erheblich pflegeleichter. Es behält seine Flexibilität viele Jahre. Für viele Taucher ist es gerade die Elastizität, die den Ausschlag für den Kauf einer Silikonmaske gibt. Das Maskenband, das für den sicheren Sitz der Taucherbrille sorgt, ist im Idealfall verstellbar und besteht aus zwei Teilen, ähnlich wie bei einem Gürtel oder einem Zugband.

Der Rand einer Taucherbrille muss die Aufgabe erfüllen, dass die Augen und die Nase sicher vor dem Eindringen von Wasser geschützt werden. Qualitativ hochwertige Brillen weisen deshalb einen dualen Rand auf. Dabei sorgen zwei Dichtränder dafür, dass diese Aufgabe optimal erfüllt wird. Ideal ist es, wenn der Dichtrand aus antiallergischem Material besteht, denn dieser Teil der Brille liegt direkt an Ihrer Haut an. Je flexibler der Rand ist, desto besser kann dieser sich an Ihre Gesichtsform anpassen. Brillen von minderer Qualität weisen Ränder aus eher starrem Plastik auf, was nicht nur drückt, sondern auch nicht lange haltbar ist. Einige Hersteller haben Produkte im Programm, die farbige Dichtbänder aufweisen, andere bevorzugen Masken mit transparentem Band, wieder andere bieten schwarze Dichtbänder an. Transparente Dichtbänder haben den Vorteil, dass sie lichtdurchlässig sind, wohingegen schwarze Dichtbänder gelegentlich von Unterwasserfotografen bevorzugt werden. Hintergrund ist, dass sie mithilfe der schwarzen Dichtbänder ihren Fokus besser auf den Kamerasucher richten können und nicht durch seitliche Lichtspiegelungen irritiert werden. Außerdem ist das Display bei digitalen Unterwasserkameras besser zu erkennen.

Achten Sie beim Kauf auf die Inhaltsstoffe

Allerdings sollte dabei nicht vergessen werden, dass Silikon eine gewisse Menge an künstlichen Weichmachern hinzugefügt werden muss, damit diese Biegsamkeit erreicht werden kann. Weichmacher sind in hohen Dosen gesundheitsgefährdend, deshalb ist es empfehlenswert, beim Kauf einer Taucherbrille darauf zu achten, welche Inhaltsstoffe eingesetzt wurden. Wenn keine Angaben darüber zu finden sind, können Sie nach entsprechenden Produktsiegeln suchen oder Tests von Fachmagazinen zurate ziehen.

Taucherbrillen haben spezielles Scheiben-Material

Bei der Wahl der passenden Taucherbrille spielt das Material der Scheibe eine ganz besondere Rolle. Handelsübliches Glas ist instabil und würde unter zu hohem Wasserdruck schnell zerbersten. Aufgrund dessen hat die Industrie Alternativen entwickelt und Taucherbrillen auf den Markt gebracht, die mit Plexiglas, Temperglas oder Verbundglas gefertigt sind. Plexiglas ist die günstigste Variante. Es besticht durch seine hohe Bruchfestigkeit, ist jedoch nicht kratzfest. Plexiglasscheiben mit verkratzter Oberfläche trüben die Sicht und können auch nicht repariert werden. Es ist dann nur der Neukauf oder eventuell der Austausch der Scheibe möglich, was allerdings eine hochwertige Verarbeitung voraussetzen würde. Die Plexiglasscheiben von Standardbrillen sind in der Regel nicht zu reparieren oder auszuwechseln.

Temperglas ist kratzfest, Verbundglas bruchfest

Die nächstbessere Kategorie sind Taucherbrillen mit Temperglas, was eine Form von Sicherheitsglas ist. Das Glas ist etwas teurer als Plexiglas, doch es ist kratzfest. Solche Tauchmasken sind eine gute Wahl für alle Taucher, die nicht in große Tiefen vordringen wollen, sondern durchschnittliche Tauchgänge absolvieren. Der Vorteil von Temperglas liegt darin, dass die Scheibe im Falle eines Bruches nicht zersplittert. Sie zerfällt in viele kleine Teile, so wie Sie es von Autoscheiben her kennen.

Taucherbrillen mit Sichtfenstern aus Verbundglas sind die teuersten und qualitativ hochwertigsten Brillen, die Sie bekommen können. Verbundglasbrillen haben miteinander verklebte Kunststoffteile, die durch den gegenseitigen Verbund extrem bruchfest sind. Tiefseetaucher, professionelle Taucher bei der Polizei, beim Militär oder in der Forschung benutzen regelmäßig Taucherbrillen mit Verbundglas.

Hersteller von Taucherbrillen

Es gibt eine ganze Reihe von Herstellern für Taucherbrillen. Zu nennen sind hier Atomic Aquatics, Aqua Lung, Beuchat, Cressi, Liquid Image, Mares, Speedo, Scubarpo, Tabata und Prosub, wobei diese Auflistung keinesfalls abschließend ist. Aqua Lung wird als führender Hersteller im Profi- und Hobbybereich gehandelt. Er stattet unter anderem Profitaucher und Tauchschulen mit kompletten Tauchequipments aus. Aqua Sphere und Mares sind namhafte Hersteller im Bereich Sporttauchen. Sie haben sich außerdem auf den Schwimmsport spezialisiert, sodass auch Freizeitschwimmer im örtlichen Hallen- oder Freibad oft mit Schwimmbrillen dieser Hersteller zu sehen sind. Die Firma Speedo reiht sich hier ebenfalls ein. Sie ist Hersteller von Schwimmzubehör und liefert neben Schwimmkleidung unter anderem auch Schwimmbrillen. Diese sind jedoch nicht geeignet zum Tauchen, sondern finden bei Profischwimmern und Freitzeitschwimmern ihren überwiegenden Absatz. Scubapro liefert wiederum auf den Tauchbereich ausgerichtete Produkte sowie zusätzliches Zubehör.

Die meisten Hersteller bieten ihren Kunden weiteres Tauchzubehör an. Angefangen von Handtüchern über Taucher-Taschenlampen und Flossen, können Sie Taucherjacken und Schnorchelsets kaufen. Zum umfangreichen Sortiment gehören auch Bleigurte, Tauchermesser, Tauchtaschen und Tauchliteratur.

Taucherbrillen, Schnorchel und Flossen im Set oder einzeln kaufen

Gelegentlich kann es sinnvoll sein, eine Taucherbrille im Set zu kaufen. Besonders bei der Anschaffung der Erstausstattung können Sie auf diese Weise Geld sparen. Die beliebteste Kombination ist ein Set aus Schnorcheln, Flossen und Maske. Namhafte Hersteller bieten immer wieder Einsteigersets an, die z. B. aus hochwertigen Taucherbrillen und Flossen bestehen, oder im Vorteils-Bündel mit einem Gutschein für die ersten Tauchstunden auf dem Markt sind. Im Funsportbereich haben Sie die Wahl zwischen mehreren farbenfrohen Varianten. Zu finden sind rote, gelbe, blaue, grüne oder auch stark gemusterte Sets. Die Farben dienen einerseits dazu, dass man Sie unter Wasser anhand Ihrer Ausrüstung erkennen kann und andererseits stellt sie auch eine modische Komponente dar.

Taucherbrillen gibt es entweder als Einzelstück oder in Verbindung mit einem Schnorchel. Die Anschaffung als Taucherbrillen-Schnorchel-Set kann insgesamt günstiger sein, als sich die Einzelteile jeweils gesondert zu besorgen. Je nachdem, in welcher Qualität und von welchem Hersteller Sie kaufen, können Sie schlichte Modelle erstehen oder sehr aufwendige Produkte. Einen Modegag stellen Taucherbrillen mit getönten Gläsern dar. Einige sollen zwar die Sicht schärfen, jedoch bergen andere Modelle die Gefahr, dass Ihnen die Unterwasserwelt realitätsfern dargestellt wird. Taucherbrillen gibt es selbstverständlich in verschiedenen Größen und sie unterscheiden sich nicht nur hinsichtlich des Designs, sondern auch hinsichtlich der Zielgruppe. Taucherbrillen für Kinder sind prinzipiell mit kleineren Ausmaßen und gelegentlich auch mit modischen Verzierungen versehen, Damentaucherbrillen können zierlicher gestaltet sein. Jedoch sind im Bereich der Erwachsenen fast ausschließlich Unisex-Modelle auf dem Markt.

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