Wissenswertes zu Gas-Geräten und -Technik für Reisemobile

Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war
Alles Wissenswerte zu Gas-Geräten & -Technik für Reisemobile

Mehr Komfort für unterwegs

Erfahrene Camper wissen das Plus an Komfort zu schätzen, das mit Gas-Geräten und passender Technik sowie geeignetem Zubehör für Reisemobil und Wohnwagen geschaffen werden kann. Mit einem sorgfältig zusammengestellten Equipment lässt sich so gut wie jede Aufgabe unterwegs oder auf dem Campingplatz bewältigen. Manchmal sind Produkte von der Stange, oft auch individuelle Lösungen gefragt. In einigen Fällen kommt man auch nur mit einer Kombination aus strom- und gasbetriebenen Geräten weiter.

 

Welche Geräte letztlich zum Einsatz kommen, ist eine Frage der Reisegewohnheiten

Camper, die über einen längeren Zeitraum unterwegs sind, müssen sich ganz andere Gedanken über die Energie-Versorgung machen als Urlaubs-Camper, die sich vorab einen Campingplatz aussuchen, auf dem die komplette Infrastruktur vorhanden ist. Mit Infrastruktur ist die Stromversorgung am Standplatz gemeint, ebenso wie die Möglichkeit des Befüllens oder Auswechselns von Gasflaschen. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass es drei jeweils genormte Gasflaschentypen gibt:

  • Mietflaschen (mit roter Lackierung)
  • Privatflaschen (mit grauer Lackierung)
  • Aluflaschen (eher selten vertreten)

Hinsichtlich der Füllmenge fassen Gasflaschen 5, 11 oder 33 Kilogramm. Bei der Wahl der Größe sollte man das zugelassene Gesamtgewicht für das eigene Wohnmobil mit in Betracht ziehen. Informationen darüber finden sich in den Fahrzeugpapieren.

Ein weiterer wichtiger Punkt: die bevorzugte Reisezeit

Abhängig von den Wetterbedingungen kann der Bedarf an Energie deutlich variieren. Für Wintercamper wird die Beheizung zum bedeutenden Thema, für Sommercamper gilt eher das Gegenteil: Steigen die Außentemperaturen, muss der Innenraum des Wohnmobils oder des Wohnwagens auf ein erträgliches Maß abgekühlt werden. Zudem sollte während der kalten Jahreszeit berücksichtigt werden, dass Butangas bei Minusgraden nicht mehr vergast – von Bedeutung ist daher der Anteil an Propangas bei der Befüllung.

Die Gasversorgung in unterschiedlichen Reiseländern

Ein wesentlicher Aspekt beim Einsatz von Gas-Geräten und der dazugehörigen Technik liegt in der Versorgung mit Nachschub. Laut verschiedener Auskunftsquellen gibt es derzeit noch etwa 300 unterschiedliche Anschlusssystem in Europa, was eine einheitliche Versorgung erschwert. Mit Adaptern kann hier Abhilfe geschaffen werden. Für Reisemobile mit fest eingebautem Gastank bietet sich in Abhängigkeit vom Reiseland die Möglichkeit, diesen zum Beispiel an Flüssiggas-Tankstellen wieder aufzufüllen. Ausführlich kann man sich über die Bedingungen zum Beispiel in Camping-Reiseführern oder in einschlägigen Online-Foren informieren. Zudem sollte man vor allem bei längeren Reisen bei Urlaubsantritt darauf achten, die volle Kapazität an Gasflaschen zu nutzen.

Ein kleiner Kostenvergleich

Generell lässt sich sagen, dass Gas günstiger ist als der Strom, den man auf einem Campingplatz verwendet. Viele Camper sind jedoch gerne bereit, diesen Aufpreis für die Bereitstellung der Infrastruktur in Kauf zu nehmen. Zudem lässt sich die Stromversorgung durch zusätzliche Aufbauten wie eine Solaranlage unterstützen. Bei einem knapp berechneten Reisebudget ist Gas vermutlich die bessere Wahl. Noch etwas günstiger ist der Betrieb entsprechender Geräte, die mit Diesel oder Benzin betrieben werden, wenn diese optimal eingestellt sind. Die Nachteile liegen in der möglichen Abgas- und Geräuschentwicklung, weshalb diese auf so manchem Campingplatz und auch bei den Stellplatz-Nachbarn nicht immer gerne gesehen werden.

Küchen-Einbaugeräte mit Gasbetrieb

Die Küchenzeile in einem Wohnmobil besteht aus mehreren Bauteilen, die allesamt problemlos und relativ kostengünstig mit Gas betrieben werden können. Persönliche Erfahrungen und Vorlieben entscheiden jedoch auch hier darüber, ob man sich für Gas- oder Strombetrieb entscheidet. Es kann keine allgemeingültigen Empfehlungen geben – wichtig ist der persönlich empfundene Komfort, wenn es um die Frischhaltung von Lebensmitteln und die Zubereitung von Speisen geht. Zudem spielen die vorgegebenen Platzverhältnisse eine Rolle beim Um- oder Neubau eines Küchenblocks im Reisemobil. Praktisch ist es ebenfalls, wenn im Küchenblock passende Gasflaschen für die Energieversorgung untergebracht werden können.

Kühlschränke und Gaskocher

Elementar für die Küche ist der Kühlschrank, am besten mit integriertem Kühlfach. Dabei ist zu beachten, dass Kompressor-Kühlschränke ausschließlich mit Strom betrieben werden können. Das stellt solange kein Problem dar, wie man einen Zugang zu Landstrom hat; für diesen Fall sorgt das Gerät für eine konstant kühle Wunschtemperatur. Sobald man unterwegs ist, gewährleistet der Kompressor-Kühlschrank nur noch zeitlich begrenzt eine ausreichende Kühlung.

Mehr Flexibilität bieten Absorber-Kühlschränke, die wahlweise mit Gas oder Strom betrieben werden können und nahezu lautlos arbeiten. Dieses Plus an Unabhängigkeit ist jedoch mit dem einen oder anderen Nachteil verbunden: Aufgrund der Funktionsweise geben Absorber-Kühlschränke einen Großteil der entzogenen Wärme ungenutzt an die Umgebung ab, und die Kühlleistung ist abhängig von der vorherrschenden Außentemperatur.

Zweiter elementarer Bestandteil der Bordküche im Reisemobil ist der Gaskocher. Die Geräte bieten je nach Ausführung bis zu 4 Flammen, können integriert oder aufgebaut werden – alles eine Frage des Bedarfs und der Platzverhältnisse. Empfehlenswert ist es beim Neukauf, auf die verwendeten Materialien zu achten: Je pflegeleichter, desto mehr Freude werden Sie daran haben. Wie bei allen anderen Gasgeräten auch, müssen die geltenden Vorschriften für den Einbau beachtet werden. Der Funktionsumfang des Gaskochers kann natürlich durch Zubehör wie etwa einen Grillaufsatz erweitert werden.

Mit Gas betriebene Heizungen für das Reisemobil

Häufig liegt es nahe, sich für eine mit Gas betriebene Heizungsanlage zu entscheiden, denn: In vielen Fahrzeugen ist die Gasanlage ab Werk als Energiesystem vorhanden. Beim nachträglichen Einbau sind die DVGW-Vorschriften zu beachten: Diese beinhalten alle Angaben, die man bei einem Betrieb im Reisemobil berücksichtigen muss.

Generell gibt es zwei unterschiedliche Arten von Heizanlagen: zum einen mit, zum anderen ohne Gebläse. Letztere nennt sich auch Konvektionsheizung, die sich die physikalischen Eigenschaften kalter und warmer Luft zu eigen macht. So wird die kalte Luft durch das Gerät angesaugt, erwärmt und nach oben abgegeben. Durch diesen permanenten Prozess entsteht die Luftzirkulation im Innenraum. Ein wesentlicher Nachteil des Konvektors ist, dass dieser möglichst frei im Raum stehen sollte, um seine wärmende Wirkung zu entfalten und unter Umständen auf Grund mangelnder Kapazität nicht den kompletten Innenraum versorgen kann. Dem gegenüber steht als Vorteil der spürbar niedrigere Anschaffungspreis.

Gasheizanlagen mit Gebläse

Effektiver sind Gasheizanlagen mit einem Gebläse, das die warme Luft sehr gleichmäßig im Raum verteilt. Das Gebläse ist auch zuständig für die Luftzufuhr, um die Gasflamme mit dem notwendigen Sauerstoff zu versorgen, dabei wird die Flamme gleichzeitig optimal ausgerichtet. Ebenfalls vorteilhaft ist, dass diese Variante nicht im freien Raum stehen muss, sondern liegend, stehend oder auch quer montiert werden kann. Einzige Einschränkung: Sie darf nicht auf dem Kopf stehen. Manche Modelle lassen sich sogar unterflur montieren, was zusätzlich wertvollen Platz spart. Zwar liegt der Anschaffungspreis deutlich über dem für eine Konvektionsheizung, jedoch ist der Heizkomfort merklich größer. Das werden vor allem Wintercamper und Menschen, die eher in den kühleren Norden reisen, sehr zu schätzen wissen.

Zur Zeit werden auf dem Markt keinerlei Modelle von Klimaanlagen angeboten, die mit Gas betrieben werden. Die Hauptgrund ist vermutlich im hohen Energieverbrauch zu suchen, der die mitgeführten Gasreserven unverhältnismäßig schnell aufbrauchen würde.

Warmwasser im Reisemobil

Für die Warmwasser-Aufbereitung im Wohnmobil stehen zwei Energiequellen zur Verfügung: Gas oder Strom. Bei elektrischen Geräten wird der gesamte Inhalt des Boilers durch einen Hitzestab erwärmt. Als Nachteile sind hier der hohe Energiebedarf sowie eine längere Aufwärmzeit für das Wasser im Boiler anzuführen. Eine weitere Alternative sind übrigens separate Heizstäbe, die man problemlos in den Frischwassertank einführen kann.

Mit Gas betriebene Boiler sind eine Alternative für alle Camper, die gerne autark von externen Stromquellen bleiben möchten. In diesem Fall sorgt ein Gasbrenner für das warme Wasser, das zum Kochen, Spülen, Duschen oder Putzen benötigt wird. Zudem können diese eine größere Menge an Warmwasser in kürzerer Zeit gegenüber mit Strom betriebenen Geräten aufbereiten. Bei der Selbstmontage muss beim Einbau darauf geachtet werden, dass die Zufuhrleitungen nicht über Gebühr geknickt werden oder gar scharfe Kanten vorweisen.

Interessant sind auch sogenannte Kombi-Geräte: Dabei werden Warmwasseraufbereitung und die Aufwärmung des Wohnraums durch ein einziges Gerät gewährleistet. Wichtig dabei ist, dass die Funktionen auch einzeln durchgeführt werden können: Der Heizbetrieb sollte ohne Wasser möglich sein und umgekehrt die Warmwasseraufbereitung ohne Heizbetrieb. Auf der Hand liegt, dass diese Kombi-Geräte in Bezug auf den Anschaffungspreis im oberen Segment angesiedelt sind.

Gasgeräte, Technik und die Sicherheit

Bei der Verwendung von Gas-Geräten und Technik im Wohnmobil müssen einige wichtige Sicherheitsstandards berücksichtigt werden. So gilt zum Beispiel für Gasschläuche, dass diese alle zehn Jahre erneuert werden müssen. Für die gesamte Gasanlage im Wohnmobil ist eine Hauptabsperreinrichtung erforderlich, zusätzlich müssen alle Einzelgeräte über eine individuelle Absperreinrichtung verfügen, die eindeutig zugeordnet werden kann. Seit Mitte der 90er Jahre ist ein Gasdruck von 30 Millibar für den Neubau oder die Nachrüstung von Anlagen vorgeschrieben. Diese müssen ebenfalls für den Betrieb in Fahrzeugen geeignet sein und verschiedenen Normen entsprechen. Ein wichtiger Anhaltspunkt ist hier die CE-Kennzeichnung, mit der die Konformität mit verschiedenen EU-Richtlinien herstellerseitig bestätigt wird. Ein fest installierter Gastank muss gegenüber dem Innen- und Wohnraum hermetisch dicht sein, zudem ist eine unverschließbare Belüftungsöffnung für den Gaskasten am Boden zwingend erforderlich, da Flüssiggas schwerer als Luft ist und beim unerwünschten Austritt nach unten sinkt. Dies sind einige wichtige Aspekte ohne Anspruch auf Vollständigkeit, doch sie zeigen die Komplexität des Themas auf und liefern Ihnen grundlegende Anhaltspunkte, die Ihnen bei Ihrer Kaufentscheidung hilfreich sein können.

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber