Wissenswertes zu Druckköpfen für Drucker oder Scanner

Aufrufe 3 Mal bewertet mit „Gefällt mir” Kommentare Kommentar
Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war
So entdecken Sie die passenden Druckköpfe für Drucker oder Scanner bei eBay

Ein Drucker benötigt nicht nur regelmäßig neue Tinte, sondern auch eine je nach Nutzung mehr oder weniger intensive Wartung: Tintenauffangbehälter müssen geleert und gereinigt, der Innenraum von Staub befreit werden. Ganz besonders intensiv ist der Verschleiß an den Druckköpfen.
Wie Sie alte Druckköpfe in Tintenstrahldruckern reinigen, warten und eventuell retten können und wo Sie neue Druckköpfe für Ihren alten Drucker oder Scanner finden, erfahren Sie hier.

Grundlagen: wie Tintenstrahldrucker funktionieren

Um mögliche Schäden am Druckkopf entdecken zu können, muss man wissen, wie ein Tintenstrahldrucker funktioniert – zumal der Druckkopf das Herzstück des Druckers ist. Denn mittels des Druckkopfes wird die Tinte auf das Papier gebracht: Der Druckkopf ist ein beweglicher Schlitten, an dessen unterer Seite mehrere Düsen angebracht sind. Aus diesen können zielgenau einzelne Tintentröpfchen mit einer Größe von nur 1/600 Zoll gesprüht werden.
Im Gegensatz zu einem Laserdrucker erstellt ein Tintenstrahldrucker das Druckbild also einfach durch Auftragen von Tinte auf Papier; das Eintrocknen der flüssigen Tinte macht den Ausdruck dauerhaft haltbar.

Damit auch alle Bereiche des Papiers mit Tinte versehen werden können, wird das Blatt mit einer Walze längsseitig am Druckkopf vorbei geführt. Derweil bewegt sich der Druckkopf auf einem Schlitten quer über das Blatt. Den Druckkopf eines Druckers kann man also leicht erkennen: Er sitzt auf einer Schiene, die quer über das Blatt gelegt ist, und beinhaltet nicht nur die Düsen, aus denen die Tinte austritt, sondern auch die Tintenpatronen.

Farben werden aus vier Tintenpatronen gemischt

Ein Tintenstrahldrucker arbeitet mit dem CMYK-Farbmodell. Hierbei werden vier Farben additiv gemischt, sodass aus diesen wenigen Farben alle weiteren Farbtöne erstellt werden können. C steht dabei für Cyan (blau), M für Magenta (rot), Y für Yellow (gelb) und K für Key, was die englische Bezeichnung für die Farbe Schwarz ist.
Ein Farbdrucker benötigt daher vier verschiedene Tintenpatronen; wenn eine der Patronen leer ist, stellt das Gerät den Betrieb ein, da die additive Farbmischung nicht mehr funktioniert. In diesem Falle müssen die Tintenpatronen ausgetauscht oder wieder aufgefüllt werden, was man entweder mit Nachfüllsets selbst oder bei einem speziellen Dienstleister erledigen lassen kann. Bei diesen können Sie auch Tintenpatronen für Drucker wieder auffüllen lassen.

Da Tintenstrahldrucker selbst feinste Muster drucken können, liegt die Vermutung nahe, dass man besonders kleine Düsen benötigt. In aller Regel verfügt jede der vier Farben in einem Tintenstrahldrucker über 150 mikroskopisch kleine Düsen, die nebeneinander angeordnet sind. Aufgrund ihrer geringen Größe neigen sie naturgemäß zum Verstopfen. Genau hieraus ergeben sich Defekte und ein hoher Wartungsbedarf bei Tintenstrahldruckern.

Nicht sofort wegwerfen: Woran erkenne ich einen defekten Druckkopf?

Aufgrund der Störanfälligkeit ist nicht jeder Druckkopf, der schlechte Druckergebnisse bringt, gleich defekt. Die Unterscheidung zwischen einem defekten und einem wartungsbedürftigen Druckkopf geschieht mithilfe des Ausschlussverfahrens. Denn die Symptome können dieselben sein: Verschmierte Ausdrucke, fransige Umrisse und fehlende Farben können auf einen defekten Druckkopf hinweisen oder aber ein Hinweis darauf sein, dass die Düsen gereinigt werden müssen.
Bevor Sie also einen neuen Druckkopf kaufen, zum Beispiel bei eBay, sollten Sie den Druckkopf reinigen. Hierfür gibt es zwei Möglichkeiten.

Verbraucht viel Tinte: die automatische Druckkopfreinigung

Da Tinte zum Eintrocknen neigt und somit regelmäßig die Düsen des Druckkopfs verstopft, verfügt jeder Tintenstrahldrucker über ein automatisches Reinigungsprogramm. Die meisten Modelle schlagen eine Druckkopfreinigung selbst vor, jedoch wird dabei viel teure Tinte verbraucht. Dessen sollten Sie sich bewusst sein und die automatische Druckkopfreinigung bei Problemen mit dem Druckkopf nur einmal ausprobieren und nicht mehrere Male wiederholen.
Bei der automatischen Druckkopfreinigung werden die Düsen zunächst mit Tinte gespült und anschließend ein Testblatt gedruckt. Auf diesem befinden sich ein feines Kachelmuster sowie mehrere farbige Flächen. Sind das Kachelmuster sowie die farbigen Flächen ohne ausgefranste Kanten und Unterbrechungen ausgedruckt worden, so ist der Druckkopf nun gereinigt und sollte für weitere Ausdrucke wieder einsatzbereit sein. Ist dies nicht der Fall, so empfiehlt sich eine manuelle Reinigung des Druckkopfs.

Wenn die automatische Reinigung nicht hilft: den Druckkopf manuell reinigen

Die automatische Druckkopfreinigung hat nur selten Erfolg. Regelmäßig sollte der Druckkopf daher manuell mit einer speziellen Reinigungslösung gesäubert werden. Hierfür müssen Sie ihn aus dem Drucker entnehmen.
Zu finden ist der Druckkopf relativ einfach: Wenn Sie den Deckel des Druckers aufklappen, sehen Sie eine Schiene, die quer zum Papier liegt. Auf dieser bewegt sich der Druckkopf hin und her. Ist der Drucker beim Öffnen der Klappe eingeschaltet, so bewegt sich der Druckkopf automatisch in die Mitte, sodass Sie ihn hier komfortabel entnehmen können.
Bei den meisten Herstellern wie Canon oder Lexmark befinden sich die Tintenpatronen im Druckkopf: Hier werden sie nebeneinander hineingesteckt und bewegen sich während des Druckens zusammen mit dem Druckkopf über das Papier. Bei einigen wenigen Herstellern befinden sich die Tintenpatronen an anderer Stelle im Drucker; in diesem Falle wird die Tinte über feine Schläuche in Richtung Druckkopf gepumpt.

Den Druckkopf leicht selbst reinigen mit Reinigungssets für Drucker

Im Regelfall müssen Sie also zunächst die Tintenpatronen entfernen. Hierfür gibt es einen kleinen Hebel, der die Patronen aus dem Druckkopf löst. Hierbei sollten Sie vorsichtig sein, da die Tinte nur schwer aus Textilien wieder ausgewaschen werden kann; auch Handschuhe sollten Sie tragen.
Den entfernten Druckkopf stellen Sie nun mit den Düsen nach unten in eine Untertasse, die Sie anschließend bis ca. 3 Millimeter tief mit einer speziellen Reinigungsflüssigkeit füllen. Diese erhalten Sie im Druckerfachhandel für wenige Euro. Meist wird diese spezielle, alkoholische Flüssigkeit in Reinigungssets für Drucker verkauft.
Darin enthalten sind auch Reinigungstücher, mit denen Sie den Druckkopf abwischen können. Dies ist wichtig, da die Düsen und elektrischen Kontakte der Druckköpfe weder mit den Händen noch mit einem Papiertuch berührt werden sollten. Dieses könnte Flusen hinterlassen und den Drucker daran hindern, den Druckkopf samt Druckerpatronen zu erkennen. Ebenfalls wichtig ist, dass die elektrischen Kontakte nicht mit Feuchtigkeit und somit auch nicht mit der Reinigungsflüssigkeit in Berührung kommen.

Den Druckkopf lassen Sie nun zweimal 12 Stunden in der Flüssigkeit liegen. Nach den ersten 12 Stunden sollten Sie die Flüssigkeit, die in der Zwischenzeit von der Tinte ganz schwarz geworden sein sollte, wechseln. Dies ist ein gutes Zeichen und zeigt, dass die Düsen zumindest teilweise mit getrockneter Tinte verstopft waren. Nach weiteren 12 Stunden sollten die Düsen komplett frei von Tinte sein.
Jetzt können Sie den Druckkopf vorsichtig mit einem flusenfreien Tuch abtrocknen und wieder in den Drucker einsetzen. Hat auch diese intensive Reinigung, die bei jedem Drucker regelmäßig durchgeführt werden sollte, keine zufriedenstellenden Ergebnisse gebracht, dann ist der Druckkopf aller Wahrscheinlichkeit nach defekt.

Einen neuen Druckkopf kaufen

Auch ein defekter Druckkopf ist kein Problem, da es Ersatzteile für die meisten Druckermodelle von Samsung oder Kyocera für relativ wenig Geld gibt. Erhältlich sind Druckköpfe für Tintenstrahldrucker sowohl im Fachhandel als auch bei eBay, wo zahlreiche auf Druckerzubehör spezialisierte Hersteller sowohl Tintenpatronen als auch Druckköpfe anbieten.
Nur in wenigen Fällen lohnt sich die Anschaffung eines neuen Druckkopfs nicht: dann zum Beispiel, wenn der Drucker selbst vergleichsweise günstig ist, während neue Druckköpfe über 50 Prozent des Neupreises des Druckers ausmachen. Hier muss im Einzelfall entschieden werden, welche Lösung die richtige ist.

Angeboten werden nicht nur Druckköpfe der Originalhersteller wie Canon oder Epson, sondern auch Modelle anderer Marken. Gerade im Internet finden Sie viele günstige Ersatzteile für Drucker oder Scanner, bei denen es sich um billige Kopien aus Asien handelt.
"Billig" muss dabei nicht zwangsläufig bedeuten, dass die Produkte von mangelhafter Qualität sind, jedoch lohnt sich in der Regel die Investition in Markenware gerade bei Druckköpfen. Dies liegt an der sensiblen Technik mit den rund 1.000 feinen Düsen sowie an der Erkennung der Druckköpfe. So ist der Druckkopf über einen Chip mit dem Drucker verbunden, und auch die Tintenpatronen benötigen diese Verbindung, um hochwertige Ausdrucke zu erstellen.
Oftmals werden No-Name-Produkte von den Druckern nicht richtig erkannt und können somit gar nicht erst verwendet werden.

Andere Probleme: die Druckkopfausrichtung

Auch völlig saubere und intakte Druckköpfe können Probleme bereiten. Es ist leicht vorstellbar, dass die präzise Technik eine ebenso genaue Ausrichtung benötigt: Die rund 1.000 feinen Drüsen müssen stets genau an der richtigen Stelle auf dem Papier sein, um fransenfreie Ausdrucke zu erstellen. Die Ausrichtung des Druckkopfs ist daher von großer Bedeutung. Aus diesem Grund verfügen Tintenstrahldrucker über eine automatische Druckkopfausrichtung, die bei jedem Einschalten des Druckers durchgeführt wird.
Wenn die Ausdrucke fransig oder verschmiert sind, so können Sie auch eine manuelle Druckkopfausrichtung durchführen. Hierbei fertigt der Drucker einen Kontrollausdruck.

Auf diesem Blatt sind nun mehrere Rechtecke zu sehen. Wenn diese horizontale oder vertikale Linien aufweisen, dann muss der Druckkopf entsprechend korrigiert werden. Hierfür geben Sie einfach die Nummer neben den fehlerhaft ausgedruckten Rechtecken ein und der Drucker behebt den Fehler in der Druckkopfausrichtung.

Fazit

Aufgrund der sensiblen Technik eines Druckers benötigen Druckköpfe eine regelmäßige Wartung. Besonders, wenn der Drucker nur selten benutzt wird, neigt die Tinte zum Eintrocknen, was die Düsen des Druckkopfes schnell und nachhaltig verstopfen kann. In diesem Falle hilft die automatische Düsenreinigung nur wenig.
In den allermeisten Fällen lassen sich schlechte Ausdrucke durch eine intensive manuelle Reinigung der Düsen mit einer speziellen Reinigungslösung beheben. Erst wenn dies nicht funktioniert, sollte der Kauf eines neuen Druckkopfs in Erwägung gezogen werden – aber auch nur dann, wenn der Preis hierfür im Rahmen liegt.

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden