Wissenswertes zu Ballonfahrten, Drachenfliegen, Fallschirmspringen und Gleitschirmfliegen

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Im wievielten Himmel möchten Sie sein? Wissenswertes zu Ballonfahrten, Drachenfliegen, Fallschirmspringen und Gleitschirmfliegen

Schon immer hat der Himmel eine besondere Anziehungskraft auf den Menschen ausgeübt. Bereits Leonardo da Vinci träumte davon, das dritte Element zu erobern und entwarf technische Skizzen für Fluggeräte - Generationen bevor die ersten flugtauglichen Gleiter erfunden wurden und der erste Heißluftballon in die Lüfte stieg.
Jahrhunderte später gelang schließlich die Konstruktion der ersten richtigen Flugzeuge mit Motor. Doch auch in Zeiten von Linienflugzeugen und Überschalljets hat der Himmel nichts von seiner Faszination verloren. Flug- und Drachensportarten sind anstelle der ersten Flugpioniere getreten und viele Menschen genießen in ihrer Freizeit das große Gefühl von Freiheit über den Wolken.

In diesem Ratgeber wollen wir Ihnen die vier beliebtesten Flugsportarten vorstellen: Ballonfahren, Drachenfliegen, Fallschirmspringen und Gleitschirmfliegen. Alles Wissenswerte zum atemberaubenden Sport in den Lüften erfahren Sie hier.

Die Ballonfahrt – von den Brüdern Montgolfier zu modernen Heißluftballons

Die erste Ballonfahrt der Geschichte

Der Heißluftballon war das erste und älteste flugtaugliche Gerät der Menschheitsgeschichte. Zu den ersten Passagieren gehörten ironischerweise allerdings zwei Vögel - ein Hahn und eine Ente. Die Technik war den Erfindern, den Brüdern Joseph Michel und Jacques Etienne Montgolfier, nämlich noch nicht ganz geheuer. Erst im November 1783 trauten sich ein wagemutiger Physiker und ein Gardeoffizier als erste menschliche Ballonfahrer in ihren Heißluftballon und wurden die ersten Luftfahrtpioniere. Wie auch heute noch ließ sich der Ballon nicht steuern und es befand sich ein offenes Feuer in der Mitte. Irrtümlich glaubte man, der Rauch würde den Ballon zum Aufstieg bringen, nicht der Gewichtsverlust durch die heiße Luft.

Ballonfahrten heute

Bis heute hat sich an dieser Technik nichts Wesentliches geändert. Allerdings werden natürlich andere Materialien und Baustoffe verwendet – und wer heute in einen Heißluftballon steigt, muss nicht um sein Leben fürchten. Kein Wunder also, dass sich die Ballonfahrt so großer Beliebtheit erfreut. Jeder kennt sicher die Massenstarts von Heißluftballons, die jährlich im Sommer bei gutem Wetter an verschiedenen Orten stattfinden. Weniger bekannt sind dagegen die Wettbewerbe, die unter Ballonfahrern ausgetragen werden. Dabei findet zum Beispiel eine Fuchsjagd statt, bei der ein Pilot den Fuchs mimt oder es müssen bestimmte Ziele mit einem Markierungsbeutel getroffen werden.

Wenn Sie schon immer einmal mit einem Heißluftballon fliegen wollten, müssen Sie aber nicht gleich Hobbyballonfahrer werden und sich in einem Verein anmelden. Eine Ballonfahrt können Sie nämlich auch buchen.

Ein Gutschein für eine Ballonfahrt zum Geburtstag

War es schon immer Ihr Traum, einmal mit einem Heißluftballon die Welt von oben zu sehen? Oder kennen Sie einen lieben Menschen, dem Sie diesen Wunsch erfüllen möchten? Dann müssen Sie nicht mehr lange warten. Denn in fast allen Gegenden Deutschlands gibt es Vereine, die Ballonfahrten als Geschenkgutschein anbieten. Als passendes Präsent zum Gutschein finden Sie kleine Modellballons aus Filz mit Geschenkband.

Sie heben an einem Tag mit günstiger Thermik an einen vereinbarten Ort ab und genießen anschließend 1 oder 2 Stunden Flug – wohin auch immer der Wind Sie und Ihre Gefährten treibt. Vor dem Start können Sie zusehen, wie der Ballon ausgerollt und mit heißer Luft aufgeblasen wird. Dann heißt es schnell sein: Während der Korb sich aufrichtet, müssen die Passagiere hineinspringen, dann werden die Leinen gekappt und schon geht es ab in die Lüfte. Nach der Landung bekommen Sie eine traditionelle Champagnertaufe und eine Urkunde mit Adelstitel – ganz so, wie es der beeindruckte König von Frankreich mit den ersten Ballonfahrern tat.

Zu beachten gibt es nur eines: Ballonfahrten sind vom Wetter und der Thermik abhängig und Starts können darum nicht an beliebigen Tagen gemacht werden. Es kann passieren, dass ein vereinbarter Termin am Abend vorher oder am Morgen des Starts noch abgesagt wird. Ihr Gutschein ist deshalb mehrere Jahre gültig. So haben Sie die Chance auf mehrere Versuche, falls das Wetter nicht mitspielt.

Nervenkitzel pur: Fallschirmspringen für Abenteuerlustige

Die ersten Fallschirmsprünge

Nachdem der Heißluftballon erfunden war, fand sich auch bald der erste Mensch, der darauf kam, mit einem Fallschirm daraus abzuspringen. Jean-Pierre Blanchard ließ 1785 seinen Hund von einem Gasballon aus mit einem Fallschirm zu Boden und beanspruchte die Erfindung des Fallschirms. 14 Jahre später wagte mit André-Jacques Garnerin der erste Mensch den Sprung aus dem Heißluftballon. Die damaligen Fallschirme ließen sich allerdings noch nicht zusammenlegen – erst Käthe Paulus, die erste deutsche Berufsluftschifferin, erfand 1916 den Paketfallschirm.

Fallschirmspringen heute

Später sprangen auch Menschen aus den ersten richtigen Flugzeugen ab und Fallschirme wurden zu einem Lebensretter für Piloten. Heute ist Fallschirmspringen auch ein Sport für Menschen, die sich von diesem Nervenkitzel angezogen fühlen. Das wird auch Skydiving genannt. Beim Freefly, einer der zahlreichen Formen des Fallschirmspringens, werden verschiedenen Fluglagen eingenommen, zum Beispiel sitzend, stehend oder mit dem Kopf nach unten. Wer nicht beruflich mit dem Fallschirmspringen in Kontakt kommt, benötigt eine Lizenz, um Fallschirmspringer werden zu dürfen. Während der Ausbildung lernen angehende Fallschirmspringer dann auch, welche Ausrüstung nötig ist und wie diese vor dem Absprung richtig überprüft wird. Zum Pflichtzubehör für die Ausbildung gehören z. B. ein Hartschalenhelm und ein automatisches Öffnungsgerät. Dieses Gerät öffnet den Reservefallschirm, wenn eine festgelegte Sinkgeschwindigkeit überschritten wird und der Springer sich unterhalb einer bestimmten Höhe befindet. Zur Sicherheitsausrüstung gehört auch ein Höhenmesser, der die richtige Öffnungshöhe vorgibt.

Gleitschirmfliegen – sanftes Segeln an Hängen

Aus den Erfahrungen mit Fallschirmen entsprang schließlich auch die Idee des Gleitschirmfliegens. Die meisten Absprünge mit Fallschirmen sind bereits nach ungefähr einer Minute vorbei, da Fallschirme ursprünglich als Lebensretter in Notfällen entwickelt wurden. Es ging nicht darum, die Landschaft zu bewundern oder die Erfahrung zu verlängern. Ganz anders beim Gleitschirmfliegen. Hier ging es von Anfang an um den Aspekt Spaß. Der große Unterschied zum Fallschirmspringen liegt darin, dass der Gleitflug länger dauert und dass nicht aus Flugzeugen gesprungen wird. Stattdessen findet der Sprung an szenisch und landschaftlich interessanten Orten von Bergen und Anhöhen aus statt.

Die Ausrüstung des Gleitschirmfliegers

Das wichtigste Werkzeug eines Gleitschirmfliegers ist natürlich der Gleitschirm. Er besteht aus der sogenannten „Kappe", dem eigentlich Schirm, und dem Gurtzeug und den Leinen. Im Gurtzeug „sitzt" der Pilot quasi. Die Leinen, die zur Kappe führen, werden mithilfe von Karabinern eingehängt. Hinten am Gurtzeug befindet sich ein Protektor, der polstert und unsanfte Landungen mildert. Die Kappe ist immer zweilagig und besteht meist aus Nylon. Sie ist in einzelne Kammern in Flugrichtung unterteilt, dadurch entsteht das nötige Flugprofil. Das Schöne am Gleitschirmfliegen ist für die Anhänger dieser Sportart die Möglichkeit, den Gleiter zu steuern und den Flug so lang wie möglich zu gestalten.

Zur wichtigen Ausrüstung gehört neben Kappen, Leinen und Gurtzeug auch ein Rettungsfallschirm für den Fall, dass der Gleitschirm nicht funktioniert. Vorschrift ist auch die Mitnahme einer Rettungsschnur. Sie dient als Hilfsmittel bei der Bergung, wenn es zu einer Baumlandung kommt. Ebenfalls vorgeschrieben ist ein Schutzhelm, empfohlen sind Stiefel mit hohem Schaft und Handschuhe, die Verletzungen an den straff gespannten Seilen vorbeugen sollen. Die Mitnahme einer Erste-Hilfe-Ausrüstung wird ebenfalls nahegelegt.

Viele Piloten führen aber noch eine ganze Reihe anderer Ausrüstungsgegenstände mit sich. Zum Beispiel ein Variometer, das die Flughöhe und Sinkgeschwindigkeit misst und häufig auch GPS-Geräte, um ihre Position genau bestimmen zu können. Ein Funkgerät wird eher selten verwendet, dagegen ist die Mitnahme von Landkarten oder Kameras schon verbreiteter.

Drachenfliegen – Fliegen ohne Motor

Anders als beim Gleitfliegen ist der Drachenflug der Flug mit einem Luftfahrzeug, nicht mit einem Schirm. Diese Luftsportart wird auch als Deltasegeln oder Hängegleiten bezeichnet. Anders als viele andere moderne Luftsportarten hat diese Sportart ihren Ursprung nicht in den Bestrebungen, einem Hobby nachzugehen. Die Erfindung des ersten Drachenfliegers geht auf einen Aerodynamiker bei der NASA zurück, der ursprünglich einfach einen zusammenklappbaren Flügel entwarf – und zwar für Raumschiffe. Obwohl das System von der NASA nie genutzt wurde, entdeckte ein Mann namens Barry Hill Palmer 1961 die Idee und baute sie aus Cellophan und Bambus nach – anschließend machte er den ersten Flug mit dem Hängegleiter. Bei diesem ersten Modell hing der Pilot noch mit den Armen über zwei Stangen und steuerte das Gerät mit den Füßen. Die heutigen Modelle funktionieren etwas anders. Hier wird ein Steuerbügel zusammen mit einer zentralen Aufhängung verwendet. Später wurden Drachenflieger auch mit Motoren ausgestattet und stellten so die ersten Ultraleichtflugzeuge dar, die mit Gewichtskraft gesteuert werden konnten.

Die drei Arten von Hängegleitern

Es gibt heute drei verschiedene Arten von Hängegleitern: Klassische Drachen (Flexis), Starrflügler und Turmlose Drachen. Der Hauptunterschied liegt hier vor allem in der Flexibilität, der Gleitleistung und der Transportweise. Flexis können zusammengeklappt und an den Startort gebracht werden, die Tragfläche wird hier nur durch die Tuchspannung erreicht. Starrflügler sind, wie schon der Name sagt, nicht klappbar und haben ein stabiles Flügelrohrsystem. Sie gleiten besser als Flexis, sind aber viel umständlicher zu transportieren. Die Turmlosen Drachen sind dagegen eine Weiterentwicklung des klassischen Drachens. Sie besitzen keine Verspannung oberhalb der Tragfläche, also keinen „Turm". Dadurch erzeugen sie weniger Luftwiderstand und gleiten besser. Die Verspannung wird hier durch eine selbsttragende Konstruktion ersetzt. In aller Regel bestehen die unterschiedlichen Arten von Drachen auch aus unterschiedlichen Materialien. Es handelt sich aber immer um besonders leichte Werkstoffe wie Carbon, Aluminium und Faserverbundstoffe.

Der besondere Reiz am Drachenfliegen ist sicherlich der lang andauernde Flug in Kombination mit der ansprechenden landschaftlichen Umgebung. Ein Drache kann in ruhigen Luftverhältnissen auf 100 m Höhe zwischen 1 und 2 km weit gleiten, also in etwa doppelt so weit wie ein Gleitschirmflieger. Allerdings haben Drachenflieger auch einen größeren Transportaufwand als diese.

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