Wissenswertes über jüdischen Schmuck

Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war
Jüdischen Schmuck finden

Die jüdische Religion hat eine Geschichte von mehr als 3000 Jahren und gehört damit zu den ältesten Religionen. Dabei wird das Judentum einerseits als Religion und andererseits auch als Lebensweise verstanden. Die Torah gehört zu den wesentlichsten Schriften der Religion, genauso wie die fünf Bücher Moses und die rabbinischen Schriften, die zur Erläuterung der Torah dienen. Die Geschichte des Judentums geht zurück auf Abraham, der als Stammvater Israels gilt. Dieser schloss einen Bund mit Gott. Abraham gilt damit als Begründer des Monotheismus – den Glauben an einen einzigen Gott. Abrahams Söhne Isaak und Jakob setzten diesen Bund mit Gott fort. Meilensteine der jüdischen Geschichte sind auch immer wieder in den Bedeutungen der Symbole und Schmuckstücke zu finden. Betrachtet man sich beispielsweise den Davidstern, so kann neben weiteren Interpretationen eine Verbindung zu Jakobs zwölf Söhnen hergestellt werden. Die zwölf Söhne Jakobs gelten als Stammväter der zwölf Stämme Israels. Diese zwölf Stämme werden, Überlieferungen zufolge, durch die zwölf Ecken des Sterns dargestellt. Durch Auswanderungsbewegungen, Verfolgung und Zerstörung des jüdischen Staates wurde der Glaube nicht nur verbreitet, es entwickelten sich auch verschiedene Strömungen, wie Kabbala oder Merkaba. Die vielseitigen Strömungen in der Entwicklung der Glaubensgeschichte spiegeln sich auch in dem angebotenen traditionellen Schmuck wider.

Bedeutung von jüdischem Schmuck 

Jüdischer Schmuck muss dabei nicht notwendigerweise als religiöse Symbolik dienen, sondern kann auch lediglich eine kulturelle Zugehörigkeit präsentieren. Er kann einerseits durch sein vielfältiges Design ein ausgefallenes modisches Accessoire darstellen und als individueller Körperschmuck glänzen. Andererseits können seine traditionellen und symbolhaften Bedeutungen Ausdruck persönlicher und innerer Werte sein. Jüdischer Schmuck ist sehr vielfältig in seinem Design. Zu den beliebtesten Motiven gehören sowohl der Davidstern als auch das Chai-Symbol und die Hamsa-Schmuckstücke. Die Symbolhaftigkeit ist dabei in einer Vielzahl von Formen repräsentiert. Diese reichen von Armbändern über Amulette bis hin zu Anhängern und Wandschmuck. Die Schmuckstücke spiegeln durch die zahlreichen Darstellungsformen die Leitgedanken der jüdischen Religion wider.

Jüdische Glaubensprinzipien 

Die jüdischen Glaubensprinzipien variieren hinsichtlich ihrer Einhaltung und ihres Umfangs von der jeweiligen Glaubensrichtung. Einige Traditionen und wesentliche Annahmen sind aber unabhängig von der gewählten Strömung. Das Vorhandensein anderer Religionen wird akzeptiert. Gott gilt im Judentum als unvorstellbar, der Name Gottes als unaussprechlich. So wird der Name Gottes in deutschsprachigen Texten als G'tt niedergeschrieben und im Hebräischen werden die Buchstaben JHWH als Ersatz genommen. Im Jüdischen Glauben herrscht die Vorstellung vor, dass Gott die Welt erschaffen hat und über das Leben bestimmt. Jedoch teilt er sich im Gegensatz zum Christentum über Propheten wie beispielsweise Abraham oder Mose mit.

So zeigt sich der jüdische Glaube

Die Anhänger des Judentums befolgen die Gebote Gottes. Zu ihren Aufgaben gehört es unter anderen, dreimal täglich zu beten. Am Morgen, am Nachmittag und am Abend wird entweder gemeinsam in der Synagoge oder allein gebetet. Die Synagoge ist sowohl ein Ort des Gebets als auch ein Versammlungsort. Jede einzelne Synagoge soll der Erinnerung an das Stiftszelt und die zerstörten Tempel in Jerusalem dienen. Die Architektur ist dabei von Land zu Land unterschiedlich und unterliegt lediglich im Inneren strengen religiösen Bauvorschriften. Die fünf Bücher der Torah werden als Schriftrollen in jeder Synagoge aufbewahrt. Das Wort Torah bedeutet übersetzt Weisung. Zunächst wurden die Texte ausschließlich mündlich überliefert. Erste Aufzeichnungen über den Bund Gottes mit den Menschen sind vermutlich erst in dem Zeitraum von 150 bis 60 nach Christus entstanden. Die Gebete sind in einem Gebetsbuch festgehalten, dem Siddur. Generell gibt es keine Vorschriften hinsichtlich einer Gebetskleidung, jedoch tragen die männlichen Gläubigen eine Kopfbedeckung, die sogenannte Kippa. Zusätzlich zu der Kopfbedeckung sind auch hin und wieder Gebetsmäntel und Lederriemen zu sehen. Die Lederriemen werden um den Kopf und an die Hand gebunden. Sie dienen nicht als Schmuck, sondern sind Aufbewahrungsorte für Texte aus der Torah und das jüdische Glaubensbekenntnis. An den Gebetsmänteln befindet sich an allen vier Ecken ein Bündel bestehend aus fünf Knoten. Diese fünf Knoten sollen an die fünf Bücher Mose erinnern. Zu den ältesten religiösen Symbolen des Judentums gehört die Menora, der siebenarmige Leuchter. Die Menora symbolisiert das Licht im Dunkeln, die Erleuchtung des Geistes und auch die Lebensfreude. 

Der Davidstern: jüdischer Schmuck mit religiöser Bedeutung

Im Judentum stellt der Davidstern ein religiöses Symbol dar, das nach dem König David (bekannt durch die Legende David gegen Goliath) benannt ist. Der Davidstern ist ein Sechsstern. Dieser sechseckige Stern wird aus zwei gleichseitigen und ineinander verwobenen Dreiecken gebildet. Der Davidstern ist traditionell in Blau dargestellt, wie auch auf der Flagge Israels. Der blaue Stern auf weißem Hintergrund soll den Farben jüdischer Ritualkleidung nachgebildet sein. Es gibt verschiedene Interpretationen bei der Deutung dieses Symbols. Beispielsweise wird dem Davidstern eine Darstellung der Beziehung zwischen Mensch und Gott zugesprochen. Das nach unten zeigende Dreieck steht dabei für das Leben, das der Mensch von Gott erhalten hat. Das nach oben zeigende Dreieck gilt als Hinweis dafür, dass der Mensch wieder zu Gott zurückkehren wird. König David soll den Sechsstern als Unterschrift genutzt haben. Im antiken Hebräisch wird der Name David mithilfe dreier Buchstaben dargestellt. Der erste und dritte Buchstabe ist jeweils durch ein Dreieck repräsentiert, der mittlere Buchstabe ist mit der Bedeutung „sechs“ gleichzusetzen. Daraus ergibt sich der sechseckige Davidstern. Anderen Überlieferungen zufolge stehen die sechs Dreiecke, die sich aufgrund der Überlagerung der beiden größeren Dreiecke bilden, für die sechs Schöpfungstage. Der siebte Tag wird von dem Sechseck, das sich in der Mitte befindet, gebildet. Im Laufe der Zeit entwickelte sich der Davidstern dann immer mehr vom traditionellen Glaubenssymbol zum politischen Symbol. Heutzutage tritt eine eher ursprüngliche Bedeutung des Davidsterns in der Verwendung als Körperschmuck wieder zum Vorschein: der Davidstern als Schutzzeichen. In Schmuck wird der Davidstern gern als Anhänger, an Ketten oder  als Amulett verabrebeitet.

Hamsa-Schmuck: ein antiker Talisman

Die Hamsa gilt als ein Zeichen des Schutzes, als schützende und bewachende Hand und wird häufig als Wandbehang oder Schmuckstück verwendet. Die Hamsa oder in der jüdischen Lehre als Miriams Hand bezeichnet, ist eine Abbildung einer symmetrisch geöffneten Hand. In einigen Darstellungen enthält die Hand ein Auge oder einen Schriftzug, somit soll die Abwehr des bösen Blickes, des Neids, verstärkt werden. Seinen Ursprung findet die Hamsa im Mittleren Osten und Nordafrika und wurde erst in späteren Jahren zum Symbol des Judentums.

Das Chai-Symbol als Schmuckstück

Chai ist hebräisch und bedeutet Leben. Das Chai-Symbol besteht aus den Buchstaben Chet und Yod des hebräischen Alphabetes. Mithilfe der Gematrie, einer Methode, bei der man Worte mittels Zahlen interpretiert, wurde eine Verbindung zwischen den Buchstaben des Wortes Chai und der Zahl 18 hergestellt. Deswegen ist es in jüdischen Gemeinschaften üblich, Geldgeschenke als ein Vielfaches von 18 zu überreichen. Das Chai-Symbol wird im Judentum häufig als Medaillon getragen, ist aber vor allem heutzutage in verschiedensten Formen erhältlich. 

Kabbala Schmuck

Im Judentum gilt die Kabbala als mystische Tradition. Sie entstand vermutlich während des Mittelalters, im 11. und 12. Jahrhundert. Die älteste erhaltene und bedeutendste Schrift, auf die sich die Kabbalisten berufen, ist der Sohar. Gott wird in diesen Lehren als für den Verstand unfassbar und grenzenlos angesehen, der die Welt durch die Buchstaben des hebräischen Alphabetes schuf, den Sefirot. Die Sefirot werden oftmals in einer Darstellung dargeboten, die einem Baum ähneln. In der Schrift der Kabbala geht man davon aus, dass alle Sefirot eine Einheit im menschlichen Körper bilden und diese Einheit durch das Begehen von Sünden gebrochen werden kann. Neben diesen theoretischen Annahmen existierten auch eher praktische Ströme der Kabbala, die mit Aberglauben und Zauberei in Verbindung gebracht wurden. Schmuck aus dieser jüdischen Strömung ist durch verschiedenste Symbolik gekennzeichnet, deren Bedeutung von den zahlreichen Überlieferungen entstammt.

Merkaba Schmuck

Merkaba bezeichnet genauso wie Kabbala eine traditionelle mystische Strömung des Judentums. Jedoch fand die Merkabamystik vor der kabbalistischen Tradition ihren Ursprung. Ihre Blütezeit wird auf das 3. bis 6. Jahrhundert geschätzt. Auch in der Merkaba wird Gott als unendlich fern und unfassbar wahrgenommen. Der Weg zwischen den Menschen und Gott scheint nahezu unüberwindbar. Die einzige Möglichkeit, die Kluft zu umgehen, besteht in dem Aufstieg durch die sieben Himmelsgewölbe und sieben Hallen, um schließlich den Thron zu erblicken. Die Anhänger dieser Strömung erachteten es somit für wichtig, diesen Aufstieg der Seele zu üben. In späteren Überlieferungen wird nicht mehr von einem Aufstieg, sondern von einem Abstieg gesprochen, woraufhin sich die Anhänger Jorde Merkaba, die zu Merkaba Hinabsteigenden, nannten. Die Merkaba Überlieferungen sind sehr bildlich und ausführlich beschrieben. Heutzutage findet man als Symbol häufig den dreidimensionalen Sechsstern, der aus zwei dreiseitigen Pyramiden besteht. Dieser Sechsstern wird als Merkaba beziehungsweise Thronwagen bezeichnet und bildet zusammen mit der innen eingeschlossenen Fläche das Symbol für die sieben Himmel der Merkabamystik.

Ana Bekoach-Schmuck

Das Ana Bekoach ist ein Gebet, das im ersten Jahrhundert geschrieben wurde. Verfasst wurde es von einem kabbalistischen Rabbiner, Rabbi Nehonia. Das Gebet besteht aus sieben Zeilen, dabei enthält jede Zeile sechs Wörter. Insgesamt besteht das Ana Bekoach somit aus 42 Buchstaben, weswegen es auch als der 42-buchstäbige Name Gottes bekannt ist. Das Gebet soll als Hilfestellung dienen, um die Probleme des Lebens zu lösen, ohne dabei das innere Gleichgewicht zu verlieren. Als Schmuck werden Anhänger getragen, die dieses Gebet repräsentieren.

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden