Wissenswertes über indianische Ringe - Symbole, Zeichen und Naturgötter

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Wissenswertes über indianische Ringe - Symbole, Zeichen und Naturgötter

Viele Menschen sind fasziniert von indianischen Kulturen. Ihre Mythologie, ihre Rituale und Zeichen sind ausdrucksreich und zugleich fremdartig als auch anziehend. Es gibt eine Vielzahl von Symbolen, Zeichen oder Ringen aus der indianischen Tradition, die man bei sich tragen oder im häuslichen Umfeld als Sammlerstücke aufbewahren kann. Bei der Vielzahl von Naturgöttern, Zeichen und Symbolen fällt eine Auswahl hierzu alles andere als leicht. Eine weitere Herausforderung stellt die Bestimmung der Echtheit dar. Handelt es sich bei einem ausgewählten Objekt etwa nur um eine Nachahmung, wie sie oft außerhalb der Ursprungsländer für Touristen hergestellt wird? Wurden wirklich die angegebenen Materialien verwendet? Bei eingehender Beschäftigung mit diesen Fragestellungen ist es möglich, ein passendes Stück zu finden.

Symbole und Zeichen der Naturvölker

Bei den meisten Naturvölkern ist der Glaube an übernatürliche Kräfte, Geister, Kraftorte und Hinweise über Träume stark vertreten. Hinter jeder Naturerscheinung ist für sie eine höhere Macht in Form von Geistern zu erkennen. Die indianische Religion ist geprägt davon, dass alle Dinge – ob nun Lebewesen oder unbelebte Dinge – eine Seele haben. Das Ziel eines Naturvolk stammenden Mitgliedes ist es, seinen persönlichen Schutzgeist, den „spirit guide“, zu finden, der ihm bei der Jagd, im Kampf beiseite steht, aber auch für seine Gesundheit und für Ansehen sorgt.

Totem und Totemtiere

Das Wort Totem stammt aus der Sprache der kanadischen Naturvölker und steht sinngemäß für die Begriffe „Familie“ oder auch „schützender Geist“. Es ist vergleichbar mit den heutigen Familiennamen, beinhaltet aber auch eine besondere Vorstellungswelt, in der alles eine Seele hat. Das Totem wird als Wesen empfunden, von dem die Person abstammt – also der Urahn eines Menschen oder seiner Gruppe. Das Totem ist in der Darstellung meist eine Pflanze oder ein Tier mit hoher Bedeutung für das jeweilige Naturvolk. Eine Darstellung als Naturerscheinung, Berg oder auch Fluss ist ebenfalls zu finden. Totems sind wesentliche Merkmale vieler alter Gesellschaften, darunter die australischen Aborigines und nordamerikanische Indianergruppen.

In der indianischen Mythologie führen Familienmitglieder oftmals ein sogenanntes 'Totemtier' bei sich, das für den Charakter und die persönlichen Fähigkeiten steht. Sie leben in dem Glauben, mit einer bestimmten Tierart verwandt zu sein und somit wurden diese Tierarten zum religiösen Symbol mit übernatürlicher Kraft. Der respektvolle Umgang mit dem jeweiligen Tier sollte eine Kraftübertragung auf den Totemträger ermöglichen. Wolf, Hirsch und Rabe oder auch der Falke sind hierbei die häufigsten Totemtiere, da sich die meisten Menschen zu wenigstens einem dieser vier Totemtiere hingezogen fühlen und sich mit ihm identifizieren können.

Wappentiere und Wappenpfähle

Neben den Totemtieren haben indianische Familien auch Wappentiere, die auf Alltagsgegenständen wie Geschirr, Waffen, Kisten, Decken, Hauswänden usw. abgebildet waren. Wichtige Wappentiere waren Schwertwal, Bär, Biber, Wolf, Rabe, Adler und Kormoran. Ein Wappenpfahl trägt das das Wappen einer Familie. Man errichtete ihn zu Ehren eines verstorbenen Häuptlings, zur Erinnerung an denkwürdige Ereignisse oder beim Bau eines neuen Hauses.

Die Bedeutung von Federn und Farben

Für die indianischen Naturvölker haben auch Federn eine besondere Bedeutung. Federn werden als Energieüberträger angesehen, da sie von Vögeln stammen, die wiederum auf dem Boden als auch in der Höhe leben und daher die perfekten Boten sind.

In der indianischen Mythologie haben Farben je nach Naturvolk die unterschiedlichsten Bedeutungen. Rot ist der Sonnenaufgang, aber auch Erfolg und Macht. Weiß symbolisiert Glück und Frieden. Blau steht für spirituellen Schutz. Schwarz wird mit Trauer und Tod verbunden. Die Farbe Gelb bringt geistige Erhellung und Antrieb.

Schutzsteine und heilige Steine

Der Türkis ist laut indianischer Kultur ein Schutzstein gegen negative Einflüsse und gilt als besonderes Geschenk des Großen Geistes an die Menschen aufgrund seiner ihm nachgesagten Heilkraft. Der Türkis steht zudem für die unmittelbare Verbindung vom Himmel zu den Seelen. Zahlreiche Ringe, Hals-und Armbänder sind mit dem türkisfarbenen Stein versetzt, sehr oft auch in Kombination mit Silber und roter Koralle.

Der Lapislazuli gilt als Schutzstein der indianischen Völker. Er gilt als Himmelstein und bringt den Menschen Frieden, Liebe und Weisheit. Der Lapislazuli gilt ebenso als Freundschaftsstein.

Der Azurit-Malachit ist in der indianischen Kultur der Schutzstein der Erde und Hüter der Natur, der Tiere und der Menschen. Der Azurit-Malachit soll die göttliche Verbindung zwischen Himmel und Erde schaffen. Die grüne Färbung im Malachit steht für die Natur, das Blau für das Wasser. Als Kupfermineral wird der Azurit nur selten in Kalifornien, Arizona und der USA gefunden. Aus diesem Grunde gehört der Stein zu den weniger preisgünstigeren Steinen. Oftmals werden Nachbildungen angeboten, bei denen lediglich Schleifstaub mit Kunstharz verbunden wurde.

Einem Amethyst wird der wirksamste Schutz zugesprochen. Einen klaren, nüchternen Kopf soll der Amethyst fördern und bei hohen geistigen Anforderungen helfen. Er soll zudem gegen Ängste beruhigend und stabilisierend wirken und gegen Kopfschmerzen und Nierenbelastungen helfen.

Der Achat ist für die indianischen Naturvölker ebenfalls ein Schutzstein. Er förderte die Integration und gilt auch als Glücksbringer. Der Achat steht ebenso für Schutz, Geborgenheit und Sicherheit und fördert die innere Ausgeglichenheit.

Ein weiterer Schutzstein ist der Onyx. Er beseitigt böse Träume und soll den Willen stärken.

Kalzit wird als Kalk seit Langem in der Volksheilkunde verwendet. Als Zusatz für Salben und Pasten gegen Hautausschläge, Geschwüre und Warzen findet er seine Verwendung. Indianer sprechen den einzelnen Farbvarianten des Kalzits unterschiedliche Eigenschaften zu. Der hellrote Orangenkalzit speichert z. B. die Sonnenkraft, um den Menschen vor bösen Geistern zu schützen. Der blaue Kalzit ist für das Naturvolk „ein Geschenk des Himmels, das an heißen Tagen auf die Erde herab fiel und den Menschen Kühlung brachte“.

Moqui-Marbles werden in der der indianischen Mythologie als „lebende Steine“ bezeichnet. Bei nahezu allen Indianerstämmen Nordamerikas sind sie geschätzt und gehütet. Der Unterschied zu anderen Heilsteinen besteht darin, dass sie nicht nur Energie- und Kraftsteine, sondern lebende Steine sind. Der indinanischen Überlieferung zufolge gibt es männliche und weibliche Steine. Die männlichen Steine sind rau und einer Walnuss sehr ähnlich. Die weiblichen Steine sind runder Form mit samtartiger Oberflächenstruktur.

Indianische Ringe: verwendete Materialien

Das Material, aus denen Ringe hergestellt werden reicht vom bekannten Kupfer oder Silber über Holz, Messing, Stein, Knochen, Sehnen, Leder, Zinn und Zink und sehr selten auch Vulkangestein. Es gibt kaum ein Material, das nicht seine Verwendung in wenigstens einem der zahlreichen Naturvölker gefunden hat. Dies ist abhängig vom Vorkommen der Rohstoffe in den Regionen, die die jeweiligen Naturvölker bewohnen.

Die am häufigsten verwendeten Materialien der nordamerikanischen Indianer sind seit prähistorischen Zeiten Türkis, Muschel, Koralle und Jet-Stein. Es gibt aber auch weitere Materialkombinationen, so verwenden Stämme wie die Navajo, Zuni und Hopi neuzeitlich eher Sterling Silber (925) zur Herstellung von Ringen in Kombination mit diversen Steinen, insbesondere dem Türkisstein.

Eine Sonderstellung nimmt die Koralle ein. Sie wird ebenfalls sehr häufig von den Indianern im Silberschmuck verarbeitet. Sie ist weder Pflanze noch Mineral, sondern das Kalkskelett tausender kleiner Seetierchen. Aufgrund der nicht einfachen Ernte sind Korallen sehr wertvoll und werden daher auch rotes Gold genannt. Die Naturvölker schreiben der Koralle gewaltige mystische Kräfte zu. Sie kann die Heilung von Blindheit oder Schlangenbiss bewirken und Glück bringen. Auch die Erhaltung eines langen Lebens mit hoher Fruchtbarkeit wird ihr zugeschrieben. Die farblichen Facetten reichen von einem blass Rosa bis hin zu einem dunklen Rot. Bei der Verarbeitung im Indianerschmuck finden sich oft die dunkleren, kräftigeren Töne. Weitere Materialien der indianischen Schmuckfertigung sind verschiedene Holzsorten und Muschelarten.

Nachbildung oder Original?

Stellen Sie sich die Frage, ob Ihnen eine Schmuckstück-Nachbildung ausreicht. Falls Sie ein echtes Schmuckstück suchen, orientieren Sie sich bei historischen Objekten an den genannten Merkmalen und fordern Sie einen Echtheitsnachweis. Erkundigen Sie sich auch nach Herkunftsgebieten. Beispielsweise sind in Nordamerika Schmuckstücke häufig bei den Navajo-, Hopi- und Zuni-Indianern zu finden. Glaubhafte Herkunftsnachweise beziehen sich oftmals auf Standorte nahe der Route 66. Es besteht auch die Möglichkeit, ein Schmuckstück mit Geschichte zu ergattern. Hierbei spielt das "Pawnsystem“ (Pfandleihe) eine wesentliche Rolle. Es ist seit den frühen 1880er Jahren ein wirtschaftlich fester Bestandteil der in den Reservaten lebenden Indianer. Insbesondere die Navajo-Indianer gaben oft bei mangelndem Einkommen ihren Schmuck als Pfandleihe in die Verwahrung von Händlern. Im Frühling und im Herbst, wenn Schafschur und -verkauf wieder Geld einbrachten, wurde der Schmuck in der Regel wieder eingelöst. Ab und an kam es vor, dass ein Stück nicht wieder eingelöst wurde, weil z. B. sein Besitzer in der Zwischenzeit verstarb. In diesem Fall wurde der Schmuck nach einer langen Sperrfrist als „Dead Pawn“ verkauft. In der heutigen Zeit ist der Erwerb eines „DeadPawn“ schwer geworden und das Pawnsystem hat viel von seiner einstigen Bedeutung verloren, da diese Pfandstücke, besonders bei Nicht-Indianern, sehr begehrt sind. Das liegt unter anderem an der Vergangenheit des Schmuckteils, da es einmal von „richtigen“ Indianern getragen wurde und voller Geschichten ist.

Bei neuzeitlichen Stücken prüfen Sie genau, ob es überhaupt eine nachweisbare Schmuckstückherstellung des jeweiligen Naturvolkes gibt (z. B. von in Reservaten lebenden Indianern). Beachten Sie bei allen Indianerschmuck-Angeboten unbedingt, dass die Verarbeitung von Diamanten, Rubinen oder Saphiren zusammen mit Gold bei den Indianern unpopulär ist und nur von wenigen Völkern angewendet wird.

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