Wissenswertes über die Digitaltechnik für Spur-H0-Modelleisenbahnen

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Wissenswertes über die Digitaltechnik für Spur-H0-Modelleisenbahnen

Viele Menschen beschäftigen sich in Ihrer Freizeit gern mit den vielfältigen Bereichen des Modelleisenbahnbaus. Ein privates Interesse an Zügen, Lokomotiven und weitläufigen Landschaften können sie hierdurch ausleben, ohne Geld für teure Zugfahrkarten auszugeben. Mit zahlreichen Erweiterungs- und Modifikationsmöglichkeiten kann die eigene Modellbauplatte immer wieder erweitert und an die persönlichen Vorstellungen angepasst werden. Mit natürlichen und infrastrukturellen Themenbausätzen erschaffen Sie sich Ihr eigenes weitläufiges Reich in den eigenen vier Wänden oder im Garten.

Im vorliegenden Ratgeber finden Sie einige Belege dafür, dass sich der Variationsspielraum des Modelleisenbahnbaus dabei nicht im rein optischen erschöpft. Auch die Technik kann auf vielfältige Weise variiert werden. Die Nutzung verschiedener Antriebstechniken erlaubt eine Optimierung der Fahrerfahrung und besonders hohen Spielspaß. Im Rahmen der folgenden Abschnitte erfahren Sie, welche Rolle die Digitaltechnik unter diesem Aspekt spielt und welche Vorteile sie Ihnen bringt.

Wissenswertes über die Grundlagen des Modelleisenbahnbaus

Bei Modelleisenbahnen handelt es sich um Nachbildungen von echten Lokomotiven, Zugabteilen, Güterwaggons und den von ihnen durchfahrenen Landschaften. Wie beim Flugzeug- und Schiffsmodellbau zeichnen sich die Eisenbahnmodelle durch einen bestimmten Maßstab aus. Er gibt an, in welchem Verhältnis die Größen von Original und Nachbildung zueinander stehen. Je nach Größe des verwendeten Maßstabs kann die Ausdehnung einer Modellbahn erheblich schwanken. Während kleine Modellbahnen nicht einmal einen Quadratmeter Platz benötigen, erstrecken sich Ausführungen der oberen Preissegmente nicht selten über mehrere Räume.

Eine Besonderheit teilt sich die Modelleisenbahn mit dem RC-Modellbau von Autos und Flugzeugen. Die Modelle können sich auf den Schienen frei bewegen. Zur Steuerung kommen unterschiedliche Systeme zum Einsatz. Eine Variante besteht in Lokomotiven, die über einen integrierten Antrieb verfügen. Weiter verbreitet sind halb automatische und manuelle Systeme. Sie werden über ein Bedienpult am äußeren Rand der Platte genutzt. Dabei stehen Regler zur Steuerung der Geschwindigkeit und zur Einstellung der Fahrtrichtung zur Verfügung. Eine weitere Form sind vollautomatische Steuerungssysteme. Die Bewegung des Zuges sowie die Bedienung von Leuchten und Gleisen erfolgt dabei über Computer und Relaissysteme.

Die wichtigste Größe des Modelleisenbahnbaus – der Maßstab

Gegenüber dem Flugzeugmodellbau weist der Eisenbahnmodellbau ein komplizierteres Maßstabssystem auf. Die vielfältigen Bezeichnungen machen es Anfängern oft schwer, ein geeignetes System zu finden. Sollten Sie gerade erst anfangen, sich mit dem Modellbau zu beschäftigen, nutzen Sie die folgenden Abschnitte, um ein erstes Verständnis der Größensystematik zu entwickeln. Dabei geht es vor allem darum, die wichtige Größe H0 in den Vergleich einzuordnen.

Halten Sie sich zuerst vor Augen, dass es zwei Möglichkeiten gibt, den Maßstab darzustellen. Die erste davon ist die numerische Darstellungsweise. Dabei wird die Größe durch zwei Zahlen angegeben. Die erste Zahl (1) steht für die Größe des Originals. Die zweite Zahl hinter dem Doppelpunkt steht für den Verkleinerungsgrad des Modells. An der Beispielkennzeichnung 1:220 erkennen Sie, dass das entsprechende Modell 220-mal kleiner ist als das Original.

Beim Modellbau mit Eisenbahnen wird die numerische Darstellungsweise eher weniger verwendet. Man nutzt ein System von Buchstabenkürzeln, das international anerkannt ist. Beispiele für diese Kürzel sind Z, H0 und TT. Sie werden in Fachkreisen als Nenngrößen bezeichnet. H0 stellt dabei den Typ dar, der in Europa und Nordamerika am weitesten verbreitet ist. Er ist mit dem Maßstab 1:87 gleichzusetzen.

Der Vorteil der Normung besteht darin, dass Modelleisenbahnen auch herstellerübergreifend mit verschiedenen Zubehörteilen aufgerüstet werden können. Bei gleicher Größenkennzeichnung ist die Passgenauigkeit garantiert. Die Einteilung geht auf die Normen Europäischer Modelleisenbahnen und die National Model Railroad Association zurück.

Diese Nenngrößen für Modelleisenbahnen müssen Sie kennen

Es gibt acht Nenngrößen, die im Modelleisenbahnbau eine Rolle spielen. Dies sind 2, 1, 0, S, H0. TT, N und Z. Die größte von ihnen (2) entspricht einem Maßstab von 1:22,5. Mit einem Größenverhältnis von 1:220 ist die Nenngröße Z am kleinsten.

Neben der Nenngröße ist noch eine weitere Kennzahl von Bedeutung, die Spurbreite. Sie wird in Millimetern angegeben und gibt den Abstand zwischen den Gleisen an. Es gibt fünf wichtige Spurbreiten:

  • Die Normalspur (kein Kürzel)
  • Die Meterspur (m)
  • Die Schmalspur (e)
  • Die Industriebahn (i)
  • Die Parkbahn (p)

Auf der Verpackung ist die Spurbreite leicht zu erkennen. Ihr Kürzel steht direkt hinter der Nenngröße. Suchen Sie also eine Schmalspurbahn für ein H0-Set, verwenden Sie Gleise mit der Bezeichnung H0e. Beachten Sie hierbei besonders, dass beide Kennzeichnungen übereinstimmen. Bei unterschiedlichen Nenngrößen variieren die Spurbreiten. Anbei finden Sie einige Beispielbreiten für die Nenngröße H0.

  • H0:     Normalspur 16,5 mm
  • H0m:  Meterspur 12 mm
  • H0e:   Schmalspur 9 mm
  • H0i:    Industriebahn 6,5 mm
  • H0p:   Parkbahn 4,5 mm

Welche Vorteile hat eine digitale Modelleisenbahn?

Ältere Modelleisenbahnen wurden entweder mit Gleich- oder Wechselstrom betrieben. Diese Steuerungsart hatte den Nachteil, dass auf einem Gleissystem fahrende Züge sich nur in eine Richtung bewegen konnten. Bei der Suche nach mehr Flexibilität für die einzelnen Wagen entdeckten die etablierten Hersteller die Digitaltechnik.

Ihr wichtigster Vorteil besteht darin, dass man mit ihr jeden Zug unabhängig voneinander steuern kann. Hierbei kommt ein Decoder zum Einsatz, der die einzelnen Wagen individuell ansteuert. Er erlaubt es, auf einem Stromkreis einen authentischen Betrieb mit mehreren Zügen durchzuführen. Bei einer analogen Modelleisenbahn kann dies nur umständlich und unzureichend bewerkstelligt werden, indem man voneinander getrennte Stromkreise nutzt. Stromkreise und Fahrkreise sind hierbei jedoch oft dasselbe.

Ein weiterer Vorteil der digitalen Technik besteht darin, dass viele Einzelfunktionen der Bahn separat angesprochen werden können, ohne auf den gesamten Wagen Einfluss zu nehmen. So lässt sich die Beleuchtung unabhängig von der Geschwindigkeit bedienen. Möglich ist dies, da der ans Gleis abfließende Strom nicht zum Fahren, sondern zur Übermittlung von Informationen dient. Die Informationen werden von der Zentrale an die Lokomotive gesendet. Dort setzt sie ein Decoder in die entsprechenden Steuerbefehle um.

Überlegenswertes bei Erwerb und Aufrüstung

Für einen Anfänger ist es empfehlenswert, direkt mit einem digitalen Modell einzusteigen. Es muss keine teure Aufrüstung für später eingeplant werden. Außerdem stehen viele Möglichkeiten zur nachträglichen authentischen Fahroptimierung zur Verfügung. Nach und nach können die Steuerbesonderheiten kennengelernt und in die Erstellung eines vielschichtigen Fahrablaufs überführt werden.

Ein anderes Bild zeigt sich bei der Wiederentdeckung einer älteren Modellbahn. Finden ältere Menschen nach längerer Zeit die Modelle Ihrer Kindheit wieder, ist eine Aufrüstung auf digital in der Regel unangebracht. Die Kosten wären relativ hoch. Sind Sie dennoch an einer Aufrüstung interessiert, schauen Sie zunächst nach, ob die Modifikation möglich ist. Informationen hierzu finden Sie bei Ihrem Händler. Achten Sie besonders auf die Nenngröße und die Spurgröße.

Da der Markt breit gefächert ist, empfiehlt es sich, sich an den Namen einiger etablierter Hersteller zu orientieren. Anbei erhalten Sie einige Beispiele:

  • Selectrix
  • FMZ
  • DCC
  • Rautenhaus
  • Uhlenbrock Intellibox

Diese technischen Aspekte sind bei der Digitalanlage zu beachten

Damit Zentrale, Steuer- und Antriebsgeräte sich gegenseitig identifizieren und ansprechen können, ist eine Digitaladresse erforderlich. In den meisten Fällen kann man sie zwischen 01 und 80 frei wählen. Einzig bei den Fahrpulten sind Sie auf die Adresse angewiesen, die von der zentralen Einheit zugewiesen wird.

Vor der Anschaffung einer digitalen Bahn ist ein Überblick über die benötigten Gegenstände empfehlenswert. Hierzu gehören im Wesentlichen eine Zentraleinheit und ein Lokdecoder. Die Zentraleinheit umfasst einen Fahrtregler, die zentrale Elektronik und einen Booster. Sie dient der Auswertung aller wichtigen Daten und der Steuerung des Fahrzeugs und der optischen Elemente. Zur Verbindung zwischen dem Steuer- und dem Aktionsbereich dient ein digitales Anschlussgleis. Über diese digitale Schnittstelle werden Steuerinformationen und die Versorgungsspannung in die Gleise eingespeist. Beachten Sie, dass ein digitales Anschlussgleis nur dann verwendet werden kann, wenn kein Entstörkondensator integriert ist. Andernfalls ist er auszubauen.

Der Boost ist ein Gerät, das die Leistung der Zentraleinheit für einen bestimmten Stromkreis verstärkt. Zu seiner Versorgung dient ein eigener Transformator. Die Verwendung eines Boosters ist notwendig, wenn man eine größere Anlage mit über vier Lokomotiven nutzen will.

So steuern Sie zielgerichtet mit einem Decoder

Der Decoder ist eine elektronische Baueinheit, die von der Zentraleinheit ausgesandte Digitalsignale verarbeitet. Er entnimmt daraus eine Steuerinformation und aktiviert Magnete, Motoren, Glüheinheiten und andere Elemente der Eisenbahn. Je nach Verwendungszweck unterscheidet man verschiedene Arten von Decodern. Anbei sehen Sie einen kurzen Überblick:

  • Decoder für Dauerverbraucher: Decoder dieses Typs stellen ständig in Betrieb                                                    befindliche Elemente wie Beleuchtungen an.
  • Lokdecoder: Dieser Decoder steuert die Fahrtrichtung und die Geschwindigkeit eines Motors. Weiterhin hat er Einfluss auf evtl. vorhandene Zusatzfunktionen.
  • Magnetartikeldecoder: Dieses Bauteil dient der korrekten Schaltung von Signalen und Weichen.

Eine weitere Klasse ist der Mehrfachfunktionsdecoder. Die Geräte dieses erstmals von der Firma Märklin hergestellten Typs können je nach Leistungsumfang bis zu fünf verschiedene Funktionen ansteuern. Moderne Ausführungen haben häufig eine noch höhere funktionale Reichweite. Genaue Informationen hierzu entnehmen Sie den Tabellen, die den im Handel erhältlichen Lokomotiven beigelegt sind.

So steuern Sie Ihre Eisenbahn mit einem PC

Die Nutzung eines PCs stellt eine Alternative zur teuren Anschaffung einer digitalen Steuerzentrale dar. Anstatt dieses Geräts verwenden Sie eine Software. Diese Variante hat viele Vorteile. Der erste davon besteht in dem Umstand, dass die Programmierung erheblich leichter ist. Darüber hinaus wird das Streckenbild detaillierter und transparenter dargestellt.

Ein Computer übernimmt die Aufgaben, die sonst die Digitalzentrale übernehmen würde. Diese dient nur noch der Herstellung und der Weiterleitung von den digitalen Signalen zu den Decodern. Daran anschließend schicken sie die Antworten an den Computer. Durch diese Schaltungsweise sind viele Sonderfunktionen, wie die Schaltung von Weichen oder Mehrfachtraktionen, möglich.

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