Wissenswertes über die Anzucht von Eukalyptus-Bäumen

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Eukalyptus - duftender Baum mit blauen Blättern: Das sollten Sie über die Anzucht wissen

Immergrün, schnell wachsend und intensives Aroma – dies sind die drei Eigenschaften, die man dem Eukalyptus im Allgemeinen zuschreibt. Herzförmige, blau-graue Blätter vervollständigen das Bild der beliebten Zierpflanze und machen sie zu einem Blickfang in der Wohnung und auf der Terrasse. Deshalb sind nicht nur Koalas große Fans des Eukalyptus, sondern auch immer mehr Menschen kommen auf den Geschmack und schmücken damit die Fensterbänke ihrer eigenen vier Wände. Der duftende Baum mit blau-schimmernden Blättern macht ordentlich etwas her, wenn Sie die wenigen Regeln beherzigen, die seine Anzucht und Pflege betreffen. Mit ein wenig Übung werden auch Sie zum glücklichen Eukalyptus-Besitzer.

Eukalyptus – Das Wachstum des blauen Duftbaums

Der Eukalyptus gehört zu der botanischen Familie der Myrtengewächse. In seiner Heimat, dem fünften Kontinent Australien, kann der Eukalyptus Baum mühelos zwischen fünfunddreißig und sechzig Meter Höhe erlangen. Der sogenannte Rieseneukalyptus wächst sogar bis zu hundert Meter in die Höhe, stellt damit aber innerhalb seiner Familie eine Ausnahme dar. Insgesamt sind unter Botanikern rund fünfhundert verschiedene Eukalyptus Arten bekannt. Einige von diesen Arten sind auch in Ihren eigenen vier Wänden kultivierbar.

In den heimischen Breitengeraden ist die Eukalyptus Pflanze jedoch eher als Zierpflanze bekannt. Der eukalyptus globulus, auch "Blauer Eukalyptus" oder "Blaugummibaum" genannt, ist die am meisten vertretende Art auf Fensterbänken. Der Blaugummibaum wächst bei guter und regelmäßiger Pflege im Jahr zwischen neunzig und hundertdreißig Zentimeter. Ein Umtopfen kann aufgrund dieses schnellen Wachstums alle zwei Jahre notwendig werden und da Ihnen Ihr Eukalyptus ansonsten in kürzester Zeit über den Kopf wächst, sollten Sie die Pflanze in regelmäßigen Abständen stutzen.

Blauer Eukalyptus

Blauer Eukalyptus wird auch Tasmanischer Blaugummibaum oder Fieberbaum genannt. Es handelt sich dabei um eine Pflanze mit fast stiellosen und herzförmigen Blättern, die im Schnitt einen Durchmesser von fünf bis acht Zentimeter erreichen. Den Blaugummibaum erkennen Sie unter anderem an seinen graublauen Blättern. Es bildet sich ein weiß schimmernder Belag, der jedoch kein Indiz für eine Erkrankung Ihrer Pflanze ist, sondern eine ganz normale Eigenart der Eukalyptus Pflanze.

Eukalyptus – Der Sonnenanbeter

Eukalypten sind große Sonnenliebhaber und äußerst lichthungrig. Sie sollten bei der Wahl eines geeigneten Standortes einen sehr sonnigen Platz wählen, da der Blaue Eukalyptus ansonsten sehr schnell dazu neigt, seinen Unmut durch blass und stumpf aussehende Blätter zum Ausdruck zu bringen. Im Gegensatz zu anderen Zimmerpflanzen, deren Blätter bei direkter Sonneneinstrahlung dazu neigen, sehr schnell zu vertrocknen, fühlt sich eine Eukalyptus Pflanze erst so richtig wohl, wenn sie in Hülle und Fülle Sonnenlicht tanken kann.

Mag es der Blaugummibaum deswegen besonders warm?

Ein Eukalyptus stellt an sich keine besonderen Temperaturansprüche und verträgt für einen kurzen Zeitraum sogar Minusgrade. Die mehrjährige und immergrüne Pflanze ist jedoch nicht winter- beziehungsweise frostfest. Sie sollten Ihren Eukalyptus deshalb zum Überwintern an einen geeigneten, vor Frost geschützten Ort stellen – für den Ortswechsel wird Ihnen der Blaugummibaum dankbar sein und es Ihnen nicht wie manch andere Pflanze übel nehmen. Sollten Sie Ihren Eukalyptus ohnehin im Inneren Ihrer Wohnung und nicht beispielsweise auf der Terrasse aufbewahren, müssen Sie sich diesbezüglich keine großen Gedanken machen. Achten Sie lediglich darauf, dass in den kalten Monaten die Balance zwischen kühler Zugluft und warmer Heizungsluft gewahrt bleibt.

Wann blüht ein Eukalyptus?

Der Blaugummibaum blüht sowohl im Winter als auch in den ersten Monaten des Frühjahres. Seine cremefarbigen und rund anmutenden Blüten erreichen einen Durchmesser von bis zu fünf Zentimetern.

Wann sollten Sie Ihrer Pflanze eine Pause gönnen?

Wie jede andere Pflanze auch, braucht der Tasmanische Blaugummibaum jedes Jahr eine Pause. Während der allgemeinen Ruhephase im Winter bevorzugt der Eukalyptus eine Temperatur um die 13 Grad Celsius. Zu dieser Zeit des Jahres dürstet es den Blaugummibaum nur nach sehr wenig Wasser – solange die Pflanze und die Erde nicht vollkommen austrocknen, sind Sie auf der sicheren Seite.

Das richtige Gießen!

Der Eukalyptus mag es am liebsten feucht. Sie sollten stets darauf achten, dass die Erde im Topf gut bewässert ist und es nicht dazu kommt, dass diese allzu trocken wird. Hierbei kann es sehr dienlich sein, sich eines kleinen Tricks zu bedienen. Heben Sie den Blumentopf einfach kurz an:

  • Ist der Topf sehr leicht, sollten Sie schnellst möglich zu Ihrer Gießkanne greifen.
  • Ist der Topf noch sehr schwer, hat Ihre Pflanze vorerst genug Wasser und Sie können noch damit warten, Ihre Gießkanne mit Wasser zu füllen und Ihren Eukalyptus zu gießen.

Sollten Sie sich lieber durch einen prüfenden Blick davon vergewissern wollen, dass Ihr Eukalyptus noch genug Wasser hat, achten Sie auf die obere Schicht Ihrer Blumenerde beziehungsweise auf die obere Schicht des von Ihnen verwendeten Substrats. Ist dieses bereits an- beziehungsweise ausgetrocknet und weist keine feuchten Stellen mehr auf, sollten Sie Ihrer Pflanze dringend etwas Gutes tun und zum Wasser greifen. Während der Hauptwachstumszeit ist ein regelmäßiges Gießen äußerst wichtig – am besten eignet sich dazu Regenwasser. Sollte Ihnen dieses aufgrund Ihrer Wohnverhältnisse nicht zur Verfügung stehen, reicht kalkfreies Wasser vollkommen aus.

Düngen? Wann und wie viel?

Am besten für das gute und gesunde Gedeihen von Eukalypten ist ein Substrat aus Komposterde geeignet. Idealerweise düngen Sie Ihren Eukalyptus zwischen dem Frühjahr und dem Herbst alle vierzehn Tage. Flüssigdünger, speziell ausgelegt für Eukalyptus Pflanzen, finden Sie im gut sortierten Fachhandel.

Der Eukalyptus ist gegen Schädlinge resistent und auch andere, aus der Pflanzenzucht bekannte Krankheiten, können Ihrer Pflanze nichts anhaben. Spezielle Mittel zur Bekämpfung von solch möglichen Erkrankungen sind deshalb bei Eukalyptus Pflanzen nicht von Nöten.

Eukalyptus – Die Anzucht und das erste Jahr

Es gibt keinen bestimmten Zeitraum im Jahr, in dem Eukalyptus Pflanzen von Ihnen am besten gesät werden sollten. Sie können sich zu jedem beliebigen Zeitpunkt dazu entscheiden und sollten lediglich folgende vier Punkte beachten, damit eine erfolgreiche Anzucht gelingt:

  • Nährboden: Wählen Sie zur Aussaat und Anzucht Ihrer Eukalyptus Pflanze ein angefeuchtetes Gemisch aus gleichen Teilen Torferde und Sand. Diese Mischung bildet eine hervorragende Grundlage und ist der erste Schritt.
  • Aussaat: Am besten verteilen Sie den Eukalyptus Samen auf einer ebenen Oberfläche beispielsweise in einem dafür geeigneten waagerechten Behälter. Achten Sie bei der Verteilung des Saatguts darauf, dass Sie dem Eukalyptus-Keimlingen genug Freiraum bieten, um sich entwickeln zu können.
  • Lichteinstrahlung: Die Samen sollten von Ihnen nicht vollständig beziehungsweise nur sehr leicht mit Substrat bedeckt werden, damit noch genug Licht bis zu ihnen durchdringen kann. Bereits während der ersten Tage und Wochen, sind genauso wie die spätere Pflanze, auch die Keimlinge kleine Sonnenanbeter.
  • Temperatur: Im Idealfall bewahren Sie den Behälter mit den Samen bei wohligen dreiundzwanzig Grad in einem Vermehrungskasten auf.

Nach wenigen Wochen, in der Regel beträgt die Keimzeit zwischen einundzwanzig und zweiundvierzig Tage, zeigen sich die ersten Keimlinge. Sobald Sie daraufhin die ersten Laubblätter entdecken, können Sie sich an das Eintopfen machen. Für Jungpflanzen ist ebenso wie für die Eukalyptus Pflanzen im Allgemeinen Komposterde am geeignetsten. Sie sollten in jedem Fall darauf Acht geben, dass die Wurzeln Ihrer jungen Eukalyptustriebe nach dem Umtopfen mit genügend Erde bedeckt sind, da Ihnen die Pflanze sonst innerhalb kürzester Zeit nach dem Eintopfen eingeht – dies gilt auch für das Umtopfen der Pflanze. Während der Wachstumsperiode muss die Jungpflanze reichlich gewässert werden.

Das Wachstumswunder – Der Griff zur Schere!

Bevor Ihnen das blaue Wachstumswunder über den Kopf hinweg wuchert, sollten Sie lieber regelmäßig zur Schere greifen. Hierzu eignen sich am besten die Monate Februar und März, also kurz nach der Blütezeit des Eukalyptus. Sie setzen die Schere im besten Fall über den Internodien an – dies ist die Stelle der Sprossachse, die zwischen den beiden, in der Regel gut zu erkennenden, Knoten liegt. Es ist durchaus möglich, einen Eukalyptus in eine gewünschte Form zu schneiden. Sie sollten jedoch die beschnittenen Stellen in besonderem Maße pflegen und beispielsweise zu entsprechendem Wundverschlussmittel greifen.

Die heilende Wirkung des Eukalyptus

Der Eukalyptus dient nicht nur den Koalabären als Nahrungsmittel, sondern tut auch verarbeitet in Arzneien und in der richtigen Dosierung dem menschlichen Körper gut. Die heilende Wirkung ist bekannt und das ätherische Öl, das aus der Eukalyptus Pflanze gewonnen wird, findet im Besonderen bei Bronchialerkrankungen Anwendung. In dem ätherischen Öl, das in der Regel als farblose Substanz auftritt, verbergen sich unter anderem die Wirkstoff Cineol, Piperidon und Phellandren. Besonders Cineol entfaltet in der richtigen Dosierung eine entzündungshemmende Wirkung. Durch die Einnahme wird festsitzender Schleim gelöst und der Auswurf gefördert.

Die Ureinwohner Australiens nutzten die Eukalyptus Pflanze lange Zeit nicht nur zur Behandlung von Asthma und Husten, sondern auch zur Linderung beziehungsweise Kühlung von Insektenstichen. Hierzulande beschränkt sich die Verwendung dann aber doch eher auf die Behandlung von Bronchialerkrankungen oder der unverkennbare Geschmack des Eukalyptus findet sich in den allseits beliebten Bonbons wieder. Sollten Sie auf die Idee kommen, abgefallene oder abgeschnittene Blätter Ihres hauseigenen Eukalyptus verzehren zu wollen, ist davon dringend abzuraten. Wie bereits erwähnt ist die richtige Dosierung von Eukalyptus sehr wichtig und unkundige Personen sollten beispielsweise auf keinen Fall leichtfertig versuchen, sich das ätherische Öl nützlich zu machen. Zwar gilt der Blaugummibaum nicht als giftig, doch falsch dosiert kann das Öl juckende Exantheme hervorrufen.

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