Wissenswertes über den Opel Ascona für Oldie-Liebhaber

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Wissenswertes über den Opel Ascona für Oldie-Liebhaber

Opel – der Name steht für Zuverlässigkeit und gilt als Marke für die breite Masse. Durchschnittliches Design, durchschnittliche Leistung und durchschnittliche Preise. Ist das wirklich so? Wer erinnert sich nicht an den Opel Manta, der mit Fuchsschwanz und Spoilern aufpoliert nicht nur im Kinofilm „Manta Manta" auffiel. Auch auf Deutschlands Straßen gehört ein Opel zum alltäglichen Straßenbild. Die Adam Opel AG wurde bereit 1862 gegründet und hat Kriegswirren und Wirtschaftskrisen überstanden. Mit einer Vielzahl von Modellen blieb Opel immer als Global Player am Markt und produzierte durchgängig Fahrzeuge. Neben einigen echten Klassikern, unauffälligen Durchschnitts-Pkws und Modellen der gehobenen Klassen, lief auch der Opel Ascona insgesamt 18 Jahre lang vom Band. Entwickelt aus dem Vorgängermodell Opel Olympia wurden drei Generationen des Opel Ascona produziert und die erste Baureihe startete im Jahr 1970.

Der Opel Ascona A war geradlinig und der Opel Manta A ist das Coupé-Modell

Fünf Jahre lang von 1970 bis 1975 wurde der Opel Ascona A gebaut, die heute eine echte Rarität sind. Fast 700.000 Fahrzeuge konnten hergestellt und abgesetzt werden, sodass auch heute noch einige Modelle bei eBay zu haben sind – vorausgesetzt, sie sind nicht dem größten Feind, dem Rost, zum Opfer gefallen. Nicht selten hielten die Motoren eines Opels viele Jahre lang, doch aufgrund der vom Rost zerfressenen Karosserie wurden die Autos oft auf den Schrottplatz gefahren und entsorgt.

Der Opel Ascona A ist ein Mittelklassewagen, der als dreitüriger Kombi und zwei- oder viertürige Stufenhecklimousine angeboten wurde. Der Zweitürer ist der bekannte Opel Manta A. Ausgestattet war der Opel Ascona A mit durchschnittlichem Komfort, doch es gab auch eine gehobene Variante, die als „Voyage" bezeichnet wurde. Von außen war die Luxusversion durch ein aufgeklebtes Holzdekor an den Seiten des Autos erkennbar, wie es bei einigen amerikanischen Autos damals wie heute üblich ist. Der Kombi wird von Opel traditionell als „Caravan" bezeichnet. Diese Opel-eigene Bezeichnung zieht sich durch sämtliche Modelle des Herstellers und ist ein Erkennungs- und Unterscheidungsmerkmal. Das Fahrzeug wurde mit Ottomotoren versehen, deren Leistung zwischen 44 und 66 kW lag und einen Hubraum zwischen 1,2 und 1,9 Liter hatte. 1971 kam eine sportlichere Version auf den Markt, die von der Motorisierung am oberen Ende der Skala lag, jedoch eine dynamische Fahrwerksabstimmung aufwies. Außerdem war die Ausstattung des Innenraums auf eine sportliche Fahrweise ausgerichtet. Das Sportlenkrad und der große Drehzahlmesser in Verbindung mit der auffälligen Anzeigentafel ließen einen unbeschwerten Eindruck entstehen, der den Spaß am Autofahren vermittelte. Die weiteren Zusatzinstrumente, Uhr, Amperemeter und Öldruckanzeige, taten ihr Übriges dazu. Die Karosserie war zudem mit Zierstreifen versehen, der Auspuff war verchromt und auch die stählernen Felgen vervollständigten den Gesamtauftritt. 1972 wurde dann eine Einsteigervariante mit einem 1,2-Liter-Benzinmotor und 44 kW in das Sortiment aufgenommen. Sie unterschied sich optisch durch die Form der vorderen Scheinwerfer und die Gestaltung des Kühlergrills, die zum Teil auf Hochglanz poliert waren.

Neben den Standardmodellen gab es auch vier Sondermodelle. Dazu gehörte die Luxusvariante „Holiday", ein Modell namens „Sommer Bazar" in auffälligen Lackierungen, der „Swinger" mit seitlich gesetzten roten Farbstreifen und die Variante „Plus", die ebenfalls farbenfroh und mit Sportfelgen daher kam. Die letzten drei Modelle hatten eine Standardausstattung. Übrigens gewann Walter Röhrl 1974 in einem Opel Ascona A mit einem Hubraum von 2,0 Litern und einer Leistung von 147 kW die Rallye-Europameisterschaft.

Der Opel Ascona B war das letzte Ascona-Modell mit Hinterradantrieb

Der Opel Ascona B folgte im Jahr 1975 und wurde bis 1981 gebaut. Ebenfalls als zwei- oder viertüriges Stufenheckmodell erhältlich, wurden die Autos entweder mit 1,2 bis 2,0-Liter Benzinmotoren ausgestattet oder sie bekamen einen 2,0-Liter Dieselmotor. Die Leistung schwankte zwischen 40 und 81 kW. Der Opel Manta B war – korrespondierend zur ersten Generation – das Coupé-Modell des Opel Ascona B. Der als Caravan bezeichnete Kombi war in der zweiten Generation allerdings nicht mehr zu finden. Das Modell war unauffällig und alltagstauglich, bei Familien und Ehepaaren gleichermaßen beliebt. Ein echter Hingucker war es allerdings nicht. Das Fahrzeug war knapp 1000 kg schwer und das sorgte dafür, dass die Fahrdynamik ein wenig darunter litt. Doch auch der Opel Ascona B konnte technisch Schritt halten. Statt des üblichen 1,9-Liter-S-Motors bestückte der Hersteller das Auto Ende 1977 mit einem 2,0-Liter-Motor mit Hydrostößel. Dieses technische Detail sorgte dafür, dass die Wartung des Motors wesentlich weniger aufwendig wurde und die Haltbarkeit deutlich länger war. Kurz darauf folgte ein Auto mit Dieselmotor, ebenfalls mit einem Hubraum von 2,0 Litern und einer Leistung von 43 kW. Es war mit einem Automatikgetriebe ausgestattet, welche das Auto vor allem für das Taxigewerbe interessant machte. Von außen machte sich die Dieselmotorisierung dadurch bemerkbar, dass die Motorhaube eine Ausbuchtung aufwies, weil das Dieselaggregat ein wenig höher war und entsprechend mehr Platz brauchte.

Auch der Opel Ascona B bot den Käufern diverse Modellvarianten an

Auch der Opel Ascona B war als Standard- und Luxusvariante zu haben, wobei es etliche Sondermodelle in der Bauzeit von 1975 bis 1981 gab. Bei eBay können Sie deshalb Modelle finden, die als Opel Ascona B Sport mit einem 1,3 bis 2,0-Liter-Motor in den Farben Silber, Rot, Schwarz und Weiß zu haben sind. Weitere Sondermodelle heißen Ascona Winterfest, Ascona J, Ascona JS, Ascona Exklusiv, Ascona Berlina und Ascona Extra. An dieser Stelle sei auf das Sondermodell Opel Ascona SR hingewiesen, der ausschließlich als SR-Motor mit einem Hubraum von 1.6, 1.9 oder 2.0 Litern verfügbar war.

Weil Walther Röhrl in einem Opel Ascona die Europameisterschaften der Rallyefahrer gewonnen hatte, investierte Opel auch weiterhin in die Entwicklung von autorenntauglichen Modellen. Der Name des zivilen Autos war Opel Ascona 400, wobei sich die Zahl 400 auf eine Regelung innerhalb der europäischen Richtlinien zur Zulassung von Fahrzeugen bezieht. Das Besondere an dem Opel Ascona 400 war, dass es ein Getrag-Getriebe mit fünf Gängen und hinten eine Starrachse mit Panhardstab aufwies. Da Käufer eines Autos, dessen Vorbild ein Rallye-Fahrzeug ist, oft Wert auf ein ganz besonders sportliches Äußeres legen, brachte Opel diverse Tuning-Kits auf den Markt. Mit diesen Kits ließen sich die Fahrzeuge mit Rallye-Streifen versehen oder mit besonderen Scheinwerfern ausstatten. Wenn Sie sich für einen getunten Opel Ascona B interessieren, können Sie das Siegerfahrzeug von Walter Röhrl in Berlin-Mitte auch heute noch bewundern. Im dortigen Opelzentrum sind dieses und einige andere historisch markante Modelle zur Besichtigung frei gegeben.

Der Opel Ascona C war Opels erstes Mittelklassefahrzeug mit Frontantrieb

Gebaut wurde der Opel Ascona C von 1981 bis 1988 als zwei- oder viertürige Stufenhecklimousine und fünftürige Schräghecklimousine. Die Motoren waren vielfältig. Es gab insgesamt 18 unterschiedliche Varianten. Davon waren 3 Motoren mit einem Hubraum von 1,3 Litern zwischen 44 und 55 kW ausgestattet, die sich hinsichtlich des verwendeten Vergasers unterschieden. Wenn Sie bei eBay ein Fahrzeug der dritten Generation kaufen möchten, können Sie bei der gering motorisierten Variante zwischen Fahrzeugen mit Solex-, Varajet II oder Pierburg 2E3d- Vergaser wählen. Die nächst größere Motorisierung liegt bei 1,6 Liter mit einer Leistung, die zwischen 55 kW und 66 kW variiert. Auch bei diesen sieben verschiedenen Motoren liegen die Abweichungen entweder in der Vergasertechnik oder bei der Zentraleinspritzung. Zusätzlich gab es den Opel Ascona C als 1,8-Liter oder 2,0-Liter-Variante, die unterschiedliche Einspritzvarianten hatten.

Verkauft wurde der Opel Ascona C nicht nur in Deutschland. Auch in Großbritannien fand er viele Käufer. Insbesondere die Kombiversion, die in Deutschland in der letzten Baureihe nicht zu haben war, erfreute sich im Ausland großer Beliebtheit. Das Auto wurde in Großbritannien unter dem Namen Vauxhall Cavalier sehr erfolgreich verkauft, doch in Deutschland zog der Hersteller keine Konsequenzen aus den guten Verkaufszahlen und verschlief die Produktion eines Caravans im Zeitraum von 1981 bis 1988 komplett. Die einschlägige Fachpresse dieser Zeit lässt durchblicken, dass Opel mit einer Kombivariante in Deutschland einen erheblich besseren Absatz hätte erzielen können, als es mit den Stufen- und Schrägheckvarianten möglich war. Deshalb sind die Caravans der dritten Generation relativ selten zu erwerben – und haben einen Rechtlenker.

Der Opel Ascona C wurde auch als Cabriolet produziert und angeboten

Die zweitürige Stufenhecklimousine stellte die Basis zur Verfügung, auf der das Cabrio-Modell des Opel Ascona C entwickelt wurde. Am erfolgreichsten wurde das Opel Ascona Cabrio, das von Hammond & Tiede gebaut wurde. Auch wenn das Auto stark dem Keinath C3 ähnelt, konnten doch knapp 3000 Stück davon abgesetzt werden. Die Karosseriebaufirme Hammond & Tiede, mit Sitz in Würzburg, war verantwortlich für den Umbau, der zwischen 1983 und 1988 stattfand. Das Hammond & Tiede Cabrio war als Stufenheck konzipiert und wurde überwiegend mit Rechtslenker ausgestattet, da die meisten Bestellungen aus Großbritannien kamen. Bevor die Produktion anlief, wurde das Auto jedoch bei Porsche in Weissach auf Herz und Nieren geprüft. Das Auto musste Langzeittest und Crashtests absolvieren. Alle Tests bestand das Cabriolet mit Bravour und es zeigte sich, dass es sogar stabiler und sicherer war, als die Limousine.

Da es sich bei dem Cabrios um reine Umbauten handelte, mussten die Käufer mit einer Lieferzeit rechnen, die vier Wochen länger war, als die Wartezeit bei einem serienmäßigen Neuwagen. Wer ein neues Cabriolet bestellte, musste bei der Wahl des Basismodells auf einige Ausstattungsmerkmale verzichten, die beim Umbau im Weg gewesen wären. Dazu gehörte auch die Innenverkleidung. In der Praxis hieß das, dass Opel einen Neuwagen als nackte Karosserie ohne Glas bei Hammond & Tiede anlieferte, damit diese den Umbau vornahm. Auch bereits ausgelieferte Opel Ascona C als zweitürige Varianten konnten zum nachträglichen Umbau angemeldet werden. Das bedeutete allerdings eine noch längere Wartezeit. Um den Umbau eines bereits gelieferten Ascona C zu realisieren, mussten Türen, Räder und Kofferraumdeckel entfernt werden. Die Teile wurden nummeriert und zur Seite gelegt, bis sie nach dem Umbau wieder montiert wurden. Wenn Sie bei eBay ein Cabrio dieses Modells erwerben, können Sie die Nummerierungen auch heute noch auf den entsprechenden Bauteilen wiederfinden.

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