Wissenswertes über altdeutsche Münzen als Wertanlage

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Wissenswertes über altdeutsche Münzen als Wertanlage

Die Geschichte der altdeutschen Münzen

In den vergangenen Jahrhunderten gab es in Deutschland eine große Vielfalt verschiedener Münzen und Währungen. Fast jedes einzelne Land prägte eigene Münzen. Deshalb ist dieses Sammelgebiet für viele Sammler äußerst interessant und beliebt, da diese Münzen die Geschichte dieser Zeit sehr gut wiederspiegeln. Außerdem ist dieses Gebiet besonders für Einsteiger sehr gut geeignet, da hier im Gegensatz zu anderen Sammelgebieten, ein recht preiswerter Einstieg möglich ist. Dies liegt hauptsächlich an der großen Vielfalt der Münzen in der damaligen Zeit. So reichte diese Epoche vom Dreißigjährigen Krieg von 1618-1648, über den Westfälischen Frieden bis zur Machtübernahme von Friedrich des Großen im Jahr 1740. In der Folge stieg Preußen zur Großmacht auf und es schlossen sich die Französische Revolution und die Herrschaft Napoleons an. Weitere wichtige Ereignisse dieser Zeit sind die gescheiterte Revolution im Jahr 1848 und schließlich die Gründung des Deutschen Reiches im Jahre 1871. Aus diesem Grund sind diese Münzen nicht nur für Sammler ein interessantes Geschenk, sondern für alle historisch interessierten Menschen.

Wegen dieser enormen Vielfalt wurden immer wieder Versuche unternommen die verschiedenen Münzsysteme der Länder, Fürstentümer und Stände zu vereinheitlichen. Bereits im Spätmittelalter wurden Verträge zwischen einzelnen Städten zur Vereinheitlichung der Münzen und Währungen geschlossen. Auch die Reichsmünzverordnungen im 16. Jahrhundert hatten die Vereinheitlichung des Münzsystems als Ziel. Die bayerisch-österreichische Münzkonvention im Jahr 1753 brachte zumindest regional eine gewisse Vereinheitlichung in die Währungsvielfalt im süddeutschen Raum. Erst im Jahr 1871 nach dem deutsch-französischen Krieg wurde mit der Gründung des preußisch-deutschen Kaiserreiches für das komplette deutsche Reichsgebiet eine einheitliche Währung eingeführt - die Mark.

Material der altdeutschen Münzen

Seit dem Mittalter waren für Münzlegierungen nur die Materialien Gold, Silber und Kupfer erlaubt. Für Lebensmittelmarken, Medaillen oder Rechenpfennige wurden meist Messing- und Bronzelegierungen verwendet. Ab dem 17. Jahrhundert wurden kleine Münzen, wie z.B. Groschen, Pfennig oder Kreuzer aus Silberlegierungen hergestellt. Diese Silberlegierungen hatten häufig einen Silberanteil von weniger als 50%. Die Pfennig Münzen des 19. Jahrhunderts waren dagegen aus reinem Kupfer. Ausnahmen hiervon waren lediglich die Münzen der Goldmark und die österreichischen Goldkronen.

Die verschiedenen altdeutschen Münzen

Im Jahre 1566 wurde mit dem Münzedikt der Reichstaler als Hauptwährungsmünze in Deutschland eingeführt. Der Reichstaler wurde von den Sachsen und Welfen geprägt. Obwohl der Reichstaler sich auch in Süddeutschland als Währung durchsetzte, wurde dort weiter in Gulden gerechnet. Der Reichstaler hatte einen Wert von 68 Kreuzern und enthielt 25,98g Silber.

Als Nachfolger des Reichstalers wurde am 07.11.1750 der Konventionstaler in den österreichischen Ländern eingeführt. Geprägt wurde der Konventionstaler nach einem speziellen Münzfuß. Ab dem Jahre 1753 wurde er auch im bayerischen Reichskreis als Zahlungsmittel verwendet. In der Folge breitete er sich immer weiter im süddeutschen Raum und auch in Sachsen aus. Die Konventionstaler wurden in Deutschland bis zum Jahre 1838 geprägt. Im Gegensatz zum Reichstaler, der einen Wert von 24 Groschen hatte, war der Konventionstaler 32 Groschen wert. Das Silbergewicht des Konventionstalers wird mit 23,385 Gramm angegeben. Damit entsprach er genau 2 Gulden und der halbe Konventionstaler einem Gulden.

Kronen- und Ausbeutetaler

In dieser Zeit wurde auch der Kronentaler geprägt. Ursprünglich war diese Silbermünze in den österreichischen Niederlande im Umlauf. Diese Münze hatte eine leichte Überbewertung gegenüber dem Konventionstaler und war deswegen in Süddeutschland sehr beliebt. Der Kurs des Kronentalers wurde im Jahre 1793 mit 2 Gulden bewertet. Hauptsächlich in Bayern, Baden und Württemberg wurden Kronentaler geprägt. Der Kronentaler ist bei Sammlern sehr beliebt, da er in der Zeit von 1800-1830 fast die einzige große Silbermünze im süddeutschen Raum war. Der Kronentaler wurde ebenfalls mit dem Münzvertrag von 1837 abgeschafft.

Eine besondere Münzform sind die Ausbeutetaler. Diese Münzen sind aus einem aus dem Erz eines Bergwerks gewonnenen Metall geprägt. Meistens sind diese Taler aus Silber. Erkennbar sind diese Münzen häufig an einer besonderen Inschrift, die auf das Bergwerk hinweist. Geprägt wurden Ausbeutetaler nur aus dem Metall, welches den Gewinn des Bergwerks bedeutete. Deshalb gab es Ausbeutemünzen auch nur in Regionen mit sehr profitablen Bergwerken. Oft wurden diese als Jubiläumsmünzen geprägt, da sie sich durch besondere Prägebilder deutlich von den Umlaufmünzen unterschieden. Daneben konnten Ausbeutetaler auch als ganz normales gesetzliches Zahlungsmittel verwendet werden.

Ein erster Schritt zu einem einheitlichen Standard - Der Vereinstaler

Der Vereinstaler wurde mit dem Wiener Münzvertrag vom 24.01.1857 eingeführt. Der Vereinstaler ist auch in der Schreibweise Vereinsthaler bekannt. Die Grundlage für den Vereinstaler war der preußische Reichstaler. Diese Münzen waren die Währung der Mitgliedstaaten des Deutschen Zollvereins und wurden bis zum Jahr 1871 geprägt. Der Vereinstaler wurde in einer Feinheit von 900/1000 geprägt. Abgebildet war auf der Vorderseite des Vereinstalers jeweils das Bild des jeweiligen Landesherrn, z.B. Friedrich Wilhelm IV. für Preußen. Auf der Rückseite des Vereinstalers befindet sich meist das jeweilige Landeswappen. Der Vereinstaler wurde von allen Mitgliedsstaaten des Deutschen Bundes einschließlich Österreich und Lichtenstein geprägt, ausgenommen waren hier nur die Hansestädte Bremen, Hamburg und Lübeck. Im Jahr 1871 wurde die Mark eingeführt. Der Vereinstaler blieb als gesetzliches Zahlungsmittel auch nach Einführung der Mark gültig und wurde erst im Jahre 1907 durch das 3-Mark-Stück ersetzt. Der Wert dieser Münzen liegt im Vergleich zu den ab 1871 geprägten Mark Silbermünzen meist niedriger, da diese nicht so häufig gesammelt werden.

Doppeltaler, Doppelgulden und Kleinmünzen

Im Vergleich zum Vereinstaler haben Doppeltaler einen höheren Wert und erzielen höhere Sammlerpreise. Der Doppeltaler ist eine Form des Vereinstalers und wurde auch von den Mitgliedsstaaten des Deutschen Bundes geprägt. Der Wert dieser Münzen betrug 2 Taler bzw. 3 ½ Gulden im süddeutschen Raum. Im süddeutschen Raum waren Doppelgulden im Umlauf. Die bekanntesten altdeutschen Kleinmünzen waren der Groschen, der Kreuzer und der Pfennig. Der Groschen war hauptsächlich in Preußen ab dem Jahr 1821 und in Sachsen als Neugroschen in Umlauf. Der Silbergroschen hatte den Wert von 12 Pfennigen und der Neugroschen von 10 Neu-Pfennigen. Im süddeutschen Raum, in Österreich und der Schweiz war hingegen der Kreuzer als Kleinmünze im Umlauf. Ausgangspunkt für den Kreuzer war eine Groschenmünze, die ab dem Jahr 1271 in Südtirol geprägt wurde. Auf dieser war ein Doppelkreuz abgebildet, wodurch der Kreuzer seinen Namen erhielt. Diese Kleinmünzen wurden mit dem Münzvertrag im Jahre 1871 abgeschafft.

Besondere Motive auf altdeutschen Münzen

Neben dem jeweiligen Landesherrn gab es auf altdeutschen Münzen auch einige besondere Motive. Diese sind bei einigen Sammlern sehr beliebt, da hier auch thematische Sammlungen denkbar sind. Ein Beispiel hierfür ist der Madonnentaler. Diese Münze ist auch als Marientaler bekannt. Auf dem Madonnentaler ist die Madonna mit Kind abgebildet. Dieses Motiv wurde in der Zeit von 1618 bis 1871 besonders in Bayern immer wieder als Münzmotiv geprägt.

Das sollten Sie beim Sammeln von altdeutschen Münzen beachten

Altdeutsche Münzen sind für Sammler ein sehr beliebtes Sammelgebiet. Allein schon die enorme Vielfalt der verschiedenen Münzen dieser Epoche ist für viele Sammler reizvoll. Deshalb wird hier von vielen Sammlern versucht, möglichst systematisch die Münzen der verschiedenen Regionen zu sammeln. Viele Sammler von altdeutschen Münzen konzentrieren sich allerdings auch auf eine bestimmte Region oder auf eine bestimmte Persönlichkeit, und sammeln lediglich die Münzen aus diesem Bereich. Dabei können die Preise für altdeutsche Münzen von wenigen Euro bis hin zu tausenden Euro reichen.
Dieser extreme Unterschied kommt zum einen durch das Material, aus dem die Münze besteht zustande. Außerdem ist der Zustand der Münze entscheidend und natürlich auch die Anzahl der noch existierenden Münzen. Der Erhaltungszustand der einzelnen Münze ist ein sehr wichtiges Kriterium, denn dadurch schwankt teilweise der Wert der Münzen enorm. Hier kann es leicht zu Unterschiedenen von mehreren hundert Euro kommen. So kann eine Münze im Erhaltungsgrad "ss", welcher für eine Münze mit geringen Gebrauchsspuren verwendet wird, um ein vielfaches weniger wert sein, als dieselbe Münze im Erhaltungsgrad "st". Der Erhaltungsgrad st steht für Stempelglanz und bezeichnet eine prägefrische Münze komplett ohne Gebrauchsspuren.

Ihre Münzen bewahren Sie am besten in einem Münzalbum oder einer Münzkassette auf. Dort sind Ihre Münzen optimal vor Beschädigung durch Stoß oder Staub geschützt. Wenn Sie altdeutsche Münzen kaufen möchten, kann es sich durchaus lohnen, Münzsammlungen in Erwägung zu ziehen. Hier finden sich oftmals auf den Bildern altdeutsche Münzen. Allerdings sollten Sie hier ganz genau die Bilder betrachten und eventuell Kontakt zum Verkäufer suchen. Häufig gibt es hier mehrere Münzen, die zum Stöbern einladen und so manchen Schatz beinhalten.

So kaufen Sie am besten altdeutsche Münzen als Wertanlage

Bevor Sie altdeutsche Münzen kaufen, sollten Sie sich genau informieren. Denn leider gibt es auch in diesem Bereich immer wieder Fälschungen oder überteuerte Preise. Zur Wertüberprüfung der einzelnen Münzen empfehlen sich Münzkataloge. Mithilfe dieser Kataloge kann der Wert der einzelnen Münzen bestimmt werden. Nach dem Kauf kann auch mit einer Münzwaage das genaue Gewicht der Münze ermittelt und so deren Echtheit bestimmt werden. Bei seriösen Verkäufern ist meistens bei wertvolleren Stücken das Gewicht der Münze angegeben. Dadurch kann die Echtheit garantiert werden, da das jeweilige Gewicht im Münzkatalog angegeben ist. Bei Münzen sollte man generell zwischen Anlagemünzen und historischen Sammlermünzen unterscheiden. Bei Anlagen ist in der Regel der Materialpreis, sprich meistens der Gold- bzw. Silberpreis für den Wert der Münze entscheidend. Dagegen kann bei historischen Sammlermünzen der Preis weitaus höher als der Materialpreis liegen.

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