Wissenswertes über Uhrenarmbänder.

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Bänder für Armbanduhren werden heutzutage neben Metallen und Kunststoffen aus den verschiedensten natürlichen Materialien gefertigt. Zu den beliebtesten gehören nach wie vor Kalb- oder Rindleder, aber auch Haifisch-, Krokodilleder und sogar das Leder von Pferden (Shell Cordovan) und Schlangen.

Gerade die etablierten schweizerischen Uhrenhersteller greifen oft zu Reptilledern, die, glaubt man den Produzenten, aus artenschutzrechtlich unbedenklicher Haltung stammen. Um beim Kauf einigermaßen sicher zu gehen, dass dem so ist, achte man auf die am Band verplombte gelbe IRV Artenschutzfahne. Zu beachten ist, dass es neben den echten Krokoledern auch die sogenannten Krokodilleder-Prägungen gibt (engl. embossed). Beliebte Bezeichnungen hierfür sind auch 'new crocodile', 'crococalf', 'alligator grain', etc., um nur einige Beispiele zu nennen. Hier werden vergleichsweise günstige Kalbleder mechanisch mit einer Maserung versehen, die nicht ohne weiteres von natürlich gewachsenen Reptilledern zu unterscheiden ist.

Die Lebensdauer von Reptilledern ist meines Erachtens etwas höher als bei z.B. Kalbledern. Man darf jedoch nicht vergessen, dass es sich bei allen Ledern am Handgelenk um 'Verschleißteile' handelt, deren Haltbarkeit stark von der jeweiligen Beanspruchung abhängig ist. So ist es beispielsweise nicht ratsam, mit Lederbändern ins Wasser zu gehen, auch dann nicht wenn Sie aus Haifischleder sind oder aber als 'waterrestistant' gekennzeichnet wurden. Auch kann es Sinn machen, die Uhr vor schweißtreibenden Arbeiten abzulegen, da sich Transpiration aggressiv auf das Leder auswirken kann. Im Hochsommer kann man darüber nachdenken, das Lederband vorübergehend durch ein Metallband zu ersetzen (bzw. durch einen Fachmann ersetzen zu lassen), um es zu schonen. Erfahrungsgemäß halten Lederarmbänder, tägliches Tragen vorausgesetzt, ein bis zwei Jahre. Ausnahmen bestätigen diese Regel.

Qualitätskriterium für Lederbänder ist u.a. die sogenannte Rembordierung, eine Machart bei der das Oberleder die Seiten des Bandes überlappt. Diese Überlappung ist vom Futterleder bedeckt. Die Rembordierung bietet meines Wissens im Gegensatz zu der (wenn auch oftmals lackierten) Schnittkante zusätzlichen Schutz vor Feuchtigkeit von außen. Ferner weisen hochwertige Lederbänder zusätzlich zu einer Verklebung vernähte Schlaufen auf. Eine gesteppte Naht an den Rändern, teilweise auch quer an der Gehäuseansatzseite verbindet Ober- und Futterleder fest miteinander. Futter können aus besonders hautfreundlichen Ledern gefertigt sein.

Tipp: Kontrollieren Sie von Zeit zu Zeit die Nähte und Verklebungen Ihres Uhrenarmbandes und auch die Federstege an der Uhr und der Schließe. Die Stege neigen zum Verbiegen, insbesondere dann, wenn das Band zu viel Spiel hat, also nicht am Handgelenk anliegt, was zu Verlust der Uhr führen kann. - Schließlich sind Bänder und Federstege weitaus günstiger als eine neu Uhr.

Im Internet kursiert eine Vielzahl von Produktfälschungen vorwiegend aus dem asiatischen Raum. Insbesondere der Uhrensektor wird geradezu überschüttet mit mittlerweile 'sehr guten' Plagiaten, die vom Laien nicht von Originalen zu unterscheiden sind. Dieser Umstand macht den Kauf von beispielsweise Metallarmbändern für Uhren zum Risiko, da es für praktisch jedes Erfolgsmodell bereits eine billige Nachahmung zu geben scheint. Der Bereich der Lederbänder ist hiervon meines Erachtens noch nicht so stark betroffen, da Lederbänder oftmals von Hand gefertigt bzw. handgenäht (cousu main) sind und dadurch einen hohen manuellen, respektive finanziellen Aufwand bedeuten.

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