Wissenswertes über Palladium

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Wissenswertes über Palladium

Palladium

Das chemische Element Palladium ist ein sehr seltenes, weißes Übergangsmetall und zählt zu den Platinmetallen. Es ist im Verhalten dem Platin sehr ähnlich. Entdeckt hat das Palladium William Hyde Wollaston im Jahr 1803. Er entdeckte das Metall, als er in Königswasser aufgelöste Proben von Platin genauer analysierte. Palladium hat eine breite Verwendungspalette, stand aber erst jüngst im Jahr 2010 als Ziel einer Arbeit im Fokus der Öffentlichkeit, die einen Nobelpreis zur Folge hatte. Palladium erwies sich als Schlüsselelement, um komplexe Moleküle aus Kohlenstoffatomen zu bilden.

Die Förderung von Palladium

Die bisherig ergiebigsten Lagerstätten von Palladium waren auf allen Kontinenten verteilt, sind heute aber weitestgehend ausgebeutet. Es fällt heute vor allem als Nebenprodukt beim industriellen Abbau von Nickel- und Kupfererzen an. Der größte Produzent ist heute mit gut 40% oder 85 Tonnen Russland, dicht gefolgt von Südafrika mit knapp 38%. Nordamerika stellt lediglich 15% der internationalen Produktion von Roh-Palladium. Da Palladium im großen Stil in Abgaskatalysatoren von Fahrzeugen verbaut wurde, ist das Recycling von Altwagen heute die wichtigste Bezugsquelle von Sekundärpalladium.

Die Eigenschaften von Palladium

Palladium gehört zur Gruppe der Nickelmetalle und hat innerhalb dieser den niedrigsten Schmelzpunkt. Im Gegensatz zum sehr reaktionsträgen Platin ist Palladium sehr reaktionsfreudig. Unter bestimmten Umständen ist Palladium sogar brennbar. Es reagiert unter normalen Umständen aber nicht mit Sauerstoff, läuft in kompakter Form aber bei einer Temperatur von 400° C an. Beim weiteren Erhitzen verliert Palladium ab 800°C seine Oxidschicht aber wieder. Im glühenden Zustand ist Palladium gut formbar. Beim Erkalten wird es aber sehr fest. Bei einer Kaltverformung steigt seine Härte bis zu einer Bruchsprödigkeit stark an. Es ist damit wesentlich schwieriger zu verarbeiten und härter als Platin. Es reagiert unter hohen Temperaturen (ab ca. 500°C) auf Schwefel und Schwefelverbindungen sehr empfindlich. Selbst ein Kontakt mit dem sonst recht harmlosen Gips kann bei Palladium bereits zu Reaktionsspuren führen. Obwohl auch Palladium zu den Edelmetallen zählt, ist es wesentlich reaktionsfreudiger als seine Verwandten Gold und Platin. Im Gegensatz zu Platin kann Palladium in vielen verschiedenen Säuren gelöst werden. Selbst kalte Salzsäure kann, in entsprechender Zeit, eine Menge Palladium vollständig auflösen. In seiner Reaktionsfreudigkeit ist Palladium deshalb eher mit dem Silber vergleichbar.

Eigenschaften von Palladium

Die besondere Eigenschaft von Palladium ist seine hohe Absorptionsfähigkeit für Wasserstoff. Dieses Edelmetall gilt deshalb als einer der Hoffnungsträger im Bereich der Elektromobilität. Man verspricht sich durch das Palladium neue Impulse in der Energiespeicherung und in der Brennstoffzellentechnik. Im gelösten Zustand kann Palladium das 3000fache seines Volumens an Wasserstoff binden. Auch eignet sich dünnes Palladiumblech als Reinigungsmembran für Wasserstoff. In kompakter Form ist Palladium, ähnlich dem Aluminium, völlig ungefährlich. In gemahlender Form als Palladiumpulver oder Palladiumstaub ist es sehr leicht entzündlich.

Anwendungsgebiete von Palladium

Palladium ist in gelöster, poröser oder gepulverter Form ein wesentlich besserer Katalysator als Platin. Aus diesem Grund hat es Platin als Werkstoff für die Abgasreinigung von Ottomotoren weitestgehend abgelöst. Aufgrund seiner Bindekraft für Wasserstoff eignet es sich besonders für chemische Hydrierungen und Dehydrierungen und zum Cracken von Kohlenwasserstoffen. Aus diesem Grund sind mit Palladium noch große Durchbrüche im Bereich des Recyclings von Abfällen aus Kunststoff zu erwarten. Als Werkstoff für Schmuckwaren ist es vor allem in Ostasien weit verbreitet und findet sich auch in der Produktion von Damen- und Herrenuhren wieder. Es eignet sich, wie Gold, zur Herstellung von Feinstfolien. Folienstärken von 0,01Mikrometer sind mit Palladium möglich. In der Membranherstellung ist daher noch viel vom Palladium zu erwarten. Es wird bereits für medizinischen Zahnersatz verwendet und hat weitreichende industrielle Anwendungen.

Palladium in der Münzprägung

Anders als Platinmünzen, erleben Münzen aus Palladium zur Zeit einen echten Boom. Sie eignen sich aus diesem Grund auch für Einsteiger sehr gut als Spekulationsobjekt, obwohl Palladium, wie Platin, mit 19% Mehrwertsteuer belegt ist. Die Kursentwicklungen erlauben es mittlerweile, dies in Kauf zu nehmen und auf eine Wertsteigerung zu spekulieren, die über die Mehrwertsteuer hinausgehen. Hinzu kommt, dass gegenwärtig keine Palladiummünzen gefertigt werden und viele der in der Vergangenheit geprägten Münzen aufgrund der großen Nachfrage wieder eingeschmolzen wurden. Sie werden aber nicht, wie Gold- und mache Platinmünzen, als Währungsmünze emittiert, sondern sind nur als Anlage- oder Gedenkmünzen erhältlich.

Die Verbreitung von Palladiummünzen

Die ersten Münzen aus Palladium wurden in der afrikanischen Republik Sierra Leone zum fünften Jahrestag der Unabhängigkeit im Jahr 1966 gefertigt. Sie hatten ein Gewicht von 10.31 bis 41,25 Unzen. Die Auflage dieser Gedenkprägung betrug nur 100 Münzen. Sie ist ein entsprechend wertvolles Sammlerobjekt, welches weit über seinen Nenn- und Materialwert hinaus gehandelt wird. Das winzige Königreich Tonga wird aber als erster offizieller Emittent von Münzen aus Palladium benannt. Es folgten zunächst einige andere afrikanische Staaten, bis zwanzig Jahre später die europäischen Länder nachzogen. Hier waren die Isle of Man und Frankreich die ersten europäischen Emittenten von Münzen aus diesem Edelmetall. Am berühmtesten wurden aber die russischen "Ballerinas", die von 1988 bis 1995 gefertigt wurden. Auch Portugal und Australien haben einiges zur Verbreitung der Palladiummünze beigetragen: Portugal ehrte mit einigen Auflagen zwischen 1987 und 2000 seinen Beitrag zu den Entdeckungen der Welt. Australien prägte eine Münze mit einem Emu als Anlagemünze aus Palladium. Als weitere Emittenten von Palladiummünzen sind noch Samoa und die Schweiz bekannt. 1999 - 2001 explodierte aber der Preis für Palladium regelrecht, so dass plötzlich 1100 US-Dollar pro Unze Palladium gehandelt wurde. Dies führte zum Verkauf und zum Einschmelzen von sehr vielen Palladiummünzen. Nach drei Jahren Pause emittierte China erst im Jahr 2004 wieder Münzen aus Palladium. Die auf 8000 Exemplare begrenzte Serie fand reißenden Absatz, so dass die Isle of Man und sogar der souveräne Indianerstamm der Parch-Creek-Indianer sich dem erneuten Trend des Prägens von Palladium anschlossen. Schließlich folgte auch Kanada und ergänzte den berühmten Maple Leaf aus Gold, Silber und Platin ab 2009 auch um Münzen aus Palladium. Merkwürdigerweise emittierte die Isle of Man 2009 eine Gedenkmünze zum zwanzigsten Jahrestag für den Berliner Mauerfall. Eine Alternative zu den Reinstmetallmünzen sind die Bi-, Tri- und Quadmetallmünzen. Diese bestehen aus mehreren Werkstoffen und wurden letztmalig 2007 emittiert. Ihr Wert ist bei Sammlern aber stark umstritten, da sie allzu sehr auf Effekthascherei setzen, was bei Traditionalisten dieser Szene nicht besonders gut ankommt. Der tolerierte Grad der Verunreinigung von Palladiummünzen liegt bei unter einem Zehntel Promille. Eine Ausnahme stellt die Tonga-Prägung von 1967 dar, die 20 Promille Verunreinigung hatte. Das Gewicht einer Palladiummünze liegt zwischen einer fünftel Unze und zwei Unzen. Die starke Wertentwicklung und die immer noch geringe Verbreitung hat Münzen aus Palladium zu einem Geheimtipp unter Sammlern werden lassen. Sie erfreuen sich zunehmender Beliebtheit, was die weitere Wertentwicklung begünstigt. Russische Münzen werden vor allem von Münzsammlern aus osteuropäischen Ländern nachgefragt. Hier liegt ein großes Potential für Tauschgeschäfte, bei denen beide Seiten profitieren. Der Einstiegspreis einer Palladiummünze liegt bei ca. 560 Euro aufwärts. Ihr eigentlicher Wert hängt von ihrer Seltenheit ab. Allerdings wird ihr Wert auch stark vom tagesaktuellen Palladiumpreis beeinflusst. Der tagesaktuelle Preis einer Halbunzen Russenballerina Palladium Münze beginnt aber beispielsweise schon bei 420 Euro, was eine Überzeichnung zum Materialpreis von 45 %

Aufbewahrung von Palladiummünzen

Palladium ist ein Edelmetall, welches gegenwärtig starke Wertsteigerungen erlebt. Aus diesem Grund ist es sehr begehrt. Darum sollte an die eigene Lagerung der Palladiummünzen besondere Anforderungen gestellt werden. Das oberste Gebot beim Sammeln von Edelmetallmünzen ist: Verschwiegenheit. Eine sachgerechte Lagerung der Münzen ist aber dennoch obligatorisch. Wenn der Wert der Sammlung bereits in die zehntausende Euros geht, sollte schon längst ein gut versteckter Tresor und eine Alarmanlage installiert sein. Wichtig ist hierbei unbedingt, seine Versicherung über die Wertentwicklung seiner Münzsammlung auf dem Laufenden zu halten. Die Versicherungen geben genau Auskunft darüber, wie sie die zu versichernden Wertgegenstände gelagert sehen möchten. Eine regelmäßig angefertigte Expertise von einem unabhängigen Gutachter ist deshalb sehr zweckmäßig. Wenn aber der Schätzwert der Sammlung extrem hoch wird, ist das Bankschließfach der sinnvollste Aufbewahrungsort.

Vorsicht bei Schnäppchen

Wo hohe Werte sind, lassen Hehlerware und Fälschungen nicht lange auf sich warten. Darum gehört zu jedem Kauf einer Münze aus Edelmetall ein entsprechendes Zertifikat. Dieses gibt exakte Auskunft über die Legalität und Authentizität des Kaufgegenstands. Um auch mit größtmöglicher Sicherheit keine zweifelhafte Ware zu kaufen, sollte ein Sammler stets auf dem neuesten Stand des Wissens sein. Eine umfangreiche Bibliothek mit Sachbüchern rund um die Münzsammelkunde ist daher jedem Sammler anzuraten. Bei eBay sind immer besonders viele interessante Bücher und Fachzeitschriften rund um die Numismatik zu finden. Neben dem einschlägigen Fachwissen rund um die Numismatik ist bei Edelmetallmünzen auch das spezifische Wissen rund um die gewählten Elemente wichtig. Grundwissen ist hier ebenfalls über die richtigen Bücher erwerbbar. Eine tagesaktuelle Beobachtung der Wertentwicklung bei den Edelmetallen ist aber hier obligatorisch. Hilfreich kann zu diesem Zweck eine Software sein, die mit Tickern, Alarm und Erinnerungen den Sammler immer über die aktuellen Kurse informiert.

Umgang, Pflegen und Lagern von Palladiummünzen

Palladiummünzen haben neben ihrem Materialwert auch einen ideellen Wert als historisches oder künstlerisches Objekt. Darum sind auch Anlagemünzen unter Sammlern beliebte Tausch- und Handelsobjekte. Unsachgemäße Behandlung einer Edelstahlmünze kann ihren Wert aber ebenso reduzieren wie die von unedlen Münzen auch. Aus diesem Grund dürfen vor allem prägefrische Münzen niemals mit den bloßen Fingern angefasst werden. Wollhandschuhe und Münzpinzette sind hier die wichtigsten Utensilien, wenn man eine Edelmünze umverpacken möchte. Die Münzkapsel ist das einzig statthafte Aufbewahrungsutensil für eine Edelmetallmünze. Münzkapseln sind in großer Auswahl bei eBay erhältlich. Aber auch diese können mal zerkratzen oder herunterfallen. Man sollte aber die Kapsel nicht weiter verbessern wollen. Verklebungen - vor allem beim Verwenden von Sekundenkleber - haben durch ihre aggressiven Dämpfe eine verheerende Wirkung auf den ästhetischen Zustand der Münze. Ein Auslegekasten mit Glasdeckel schützt vor unerwünschten Zugriffen neugieriger Sammler auf Messen. Es gibt sie auch in besonders verstärkten Ausführungen, wenn die Edelmetallmünzen präsentiert werden sollen. Allerdings sollte dies wirklich nur in sicheren Umgebungen stattfinden. Das Reinigen von Münzen ist eine Kunst für sich. Es gilt die Faustregel, dass möglichst wenig an einer Münze herumgeputzt werden soll. Ungeschickte Reinigungsversuche haben meistens eine größere Wertminderung zur Folge, als ein wenig Patina es hätte. Darum sollte beim Reinigen von Münzen - insbesondere bei Münzen aus Edelmetall - immer ein spezielles Reinigungsbad verwendet werden. Als mechanisches Reinigungsmittel ist das Ultraschallbad das beste Instrument. Nach einer vorsichtigen Trocknung mit einem Tuch aus Mikrofaser kann sich der Sammler wieder am Glanz seiner Münze erfreuen und hat dabei das Bewusstsein, ihren Wert erhalten oder gesteigert zu haben. Es ist eben trotz aller Spekulation rund um die Edelmetalle ein Hobby, welches echte Leidenschaft entfachen kann.

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