Wissenswertes über Besonderheiten von Schachspielen aus anderen Ländern

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Wissenswertes über Besonderheiten von Schachspielen aus anderen Ländern

„Schach" ist weltweit eines der meist gespielten Spiele und zählt auch zu den anspruchsvollsten Brettspielen. Neben der Version, wie sie in den meisten europäischen und amerikanischen Ländern gespielt wird, gibt es jedoch auch jede Menge anderer Varianten. Vor allem in Asien sind viele andere Versionen des Schachspiels weit verbreitet.

Klassische Schachvarianten zu den internationalen Regeln

In Europa und der restlichen westlichen Welt wird überwiegend das internationale „Schach" gespielt, das auch Sie kennen dürften. Jedoch gibt es auch zu diesem Schachspiel jede Menge Varianten, die in verschiedenen Regionen gerne gespielt werden. Häufig kommen dazu zusätzliche oder andere Figuren ins Spiel, die besondere Zugvorschriften besitzen. Weit verbreitet ist hier das sogenannte „Janusschach", das neben zwei zusätzlichen Bauern auch zwei Janusfiguren ins Spiel bringt. Diese können sich sowohl wie ein Läufer als auch wie ein Springer bewegen. Beim populären „Casablanca-Schach" kommen zusätzlich ein Janus und ein Kanzler zum Einsatz. Der Janus vereint Läufer und Springer und der Kanzler kann sich wie ein Turm und ein Springer bewegen. Bei diesen beiden Varianten hat sich ein Schachbrett mit 10 x 8 Feldern durchgesetzt. Darüber hinaus wurden im Laufe der Jahre noch unzählige weitere Varianten entwickelt, die sich meistens mit einem standardmäßigem Schachspiel spielen lassen. Falls Sie bereits ein Brett und Figuren besitzen, können Sie diese auch für die zahlreichen anderen Varianten verwenden. Falls Sie noch kein Schachspiel haben oder ein neues kaufen wollen, können Sie aus Schachspielen in den unterschiedlichsten Größen und aus verschiedenen Materialien auswählen. Sogar Schachspiele aus Zinn oder Marmor können Sie erwerben. Ein Reiseschach ist ideal für die Reise oder für unterwegs. Ein XXL-Schach besitzt dagegen ein großes Brett mit riesigen Figuren.

"Shogi" – die japanische Variante des Schachspiels

Das Schachspiel kam im 8. Jahrhundert auch nach Japan und hat sich zu vielfältigen Varianten verändert, die mit dem "Schach" wie wir es kennen, wenig zu tun haben. Das moderne „Shogi", wie es heute hauptsächlich gespielt wird, ist seit Ende des 16. Jahrhunderts bekannt. Derzeit kämpfen die Spieler im japanischen „Shogi" um den Titel des „Meijiin", der in etwa dem Weltmeistertitel entspricht.

Shogi-Brett und -Figuren 

„Shogi" wird auf einem Brett mit 9 x 9 Feldern gespielt, das Spielziel ist auch hier, den gegnerischen König matt zu setzen. Ein großer Unterschied zum westlichen "Schach" ist jedoch, dass die Spielfiguren keine Farbe besitzen. Die Zugehörigkeit der Figuren wird im „Shogi" durch die Spielrichtung bestimmt. Jeder Spieler besitzt dabei zu Beginn 20 Steine, davon einen König, zwei Gold-Generäle, zwei Silber-Generäle, zwei Springer, zwei Lanzen, einen Turm und einen Läufer sowie neun Bauern. Die Steine sind flach und mit ihrem japanischen Namen beschriftet. Für den deutschsprachigen Raum wurde eine Version mit einer ideografischen Darstellung der Figuren entwickelt.

So werden die Figuren bewegt

Die einzelnen Figuren besitzen, wie bei anderen Schachvarianten auch, verschiedene Zugvorschriften. Wenn Sie auf ein Feld ziehen, auf dem eine Figur des Gegners steht, dürfen Sie diese schlagen und die Figur des Gegners aufnehmen. Dazu legen Sie diese offen vor sich ab, idealerweise verwenden Sie dazu ein spezielles Brettchen. Nun haben Sie in den nächsten Zügen die Wahl, ob Sie mit den Figuren auf dem Brett einen normalen Zug machen oder eine der Figuren auf Ihrer Hand auf das Brett einsetzen. Allerdings dürfen diese nur dort gesetzt werden, wo sie auch einen legalen Zug ausführen können. Ein gesetzter Bauer darf außerdem den gegnerischen König nicht matt setzen. Kommen Sie mit einer Ihrer Figuren in die letzten drei Reihen des Gegenspielers, dürfen Sie diese befördern. Dazu wird die Figur umgedreht und besitzt nun eine andere Zugvorschrift. König und Goldgeneral können nicht befördert werden, auch eine Rückbeförderung ist nicht möglich. Im Allgemeinen ist die Beförderung optional, wenn Sie mit der Figur jedoch sonst keinen Zug mehr ausführen können, muss diese befördert werden.

Im Prinzip ähnelt „Shogi" dem westlichen Schachspiel. Das Befördern und das Wiedereinsetzen von geschlagenen Figuren ergänzen das Spiel jedoch um ein paar reizvolle Neuerungen. Falls Sie und Ihre Mitspieler des Japanischen mächtig sind oder die Zeichen bereits schnell zuordnen können, finden Sie „Shogi"-Spiele aus Japan. Für einfachere Erkennung der Figuren bietet sich dagegen die spezielle deutsche Ausführung an.

"Makruk" – die vorherrschende Schachform in Thailand

In Thailand wird hauptsächlich die Variante „Makruk" gespielt, die dem westlichen „Schach" von den Regeln her deutlich ähnlicher ist, als die meisten anderen asiatischen Varianten. Das Spiel wird wie beim „Schach" auch auf einem 8 x 8 Felder großen Brett ausgetragen, jeder Spieler besitzt zu Beginn 16 Figuren. Bei „Makruk" werden wirkliche dreidimensionale Figuren verwendet, das unterscheidet es auch von den anderen asiatischen Varianten. Die Figuren besitzen auch unterschiedliche Zugvorschriften und ähneln den Figuren im westlichen "Schach". Der Anführer ist die wichtigste Figur und entspricht in Zugweise und Funktion dem König aus dem internationalen Schachspiel. Ein Wesir zieht ein Feld diagonal, die beiden Bäume dürfen ein Feld diagonal oder vorwärts ziehen und die zwei Pferde entsprechen in der Zugweise den Springern. Die beiden Boote werden wie Türme bewegt und die acht Bauern ziehen bis auf den Doppelzug am Anfang so wie die Bauern beim westlichen „Schach". Erreicht ein Bauer die dritte Grundreihe des Gegners, wird er zum Wesir befördert. Die Grundaufstellung ist im Wesentlichen die des „Schachs", jedoch werden die Bauern eine Reihe vorgezogen und die beiden Könige stehen sich nicht gegenüber.

Eigenheit: Der unterlegene kann eine Zählung beantragen

Ansonsten wird „Makruk" wie das international bekannte Schachspiel gespielt, eine Eigenheit verschafft jedoch dem unterlegenen Spieler im Endspiel einen kleinen Vorteil. So kann er eine Zählung beantragen und der führende Spieler muss das Spiel in einer bestimmten Anzahl von Zügen gewinnen, andernfalls endet das Spiel remis. Sobald kein Bauer mehr auf dem Brett steht, kann der hinten liegende Spieler eine Brettzählung beantragen. Der Spieler, der im Vorteil ist, muss das Spiel dann in 64 Zügen gewinnen, um ein Remis zu verhindern. Wenn Sie nur noch den König besitzen, können Sie die Figurenzählung nutzen. Dabei richtet sich die Anzahl der Züge nach den Figuren, die der Gegner noch besitzt. Dieser Zusatz ist eine interessante Regel, um das Endspiel spannender zu gestalten. Durch geschickte Verteidigung kann so auch in scheinbar aussichtslosen Lagen noch ein Remis erzielt werden.

Wenn Sie eine östliche Schachvariante ausprobieren wollen, ohne sich an zu viele neue Regeln zu gewöhnen, könnte „Makruk" eine Option für Sie sein. Die zum Standardschach leicht veränderten Figuren und die Zählung im Endspiel machen „Makruk" zu einer interessanten Alternative. Vorteil ist bei „Makruk" außerdem, dass Sie keine neuen Figuren oder ein neues Brett kaufen müssen. Sie können ein normales Schachbrett und standardmäßige Schachfiguren verwenden. Sowohl Schachbretter als auch Schachfiguren können Sie in großer Vielfalt bei eBay erwerben. So finden Sie hier stabile Schachbretter aus Holz und geeignete Holzfiguren. Falls Sie ein Schachspiel mit tollem Design kaufen wollen, das auch als Dekorationsgegenstand verwendet werden kann, können Sie sich auch nach einem Schachspiel aus Glas umsehen.

"Xiangqi" – die Schachvariante aus China

„Xiangqi" ist die chinesische Variante des "Schachs" und ist neben China auch in anderen ostasiatischen Ländern verbreitet. Es ist seit vielen Jahrhunderten unverändert und damit wesentlich älter als das westliche „Schach". Gespielt wird hier auf den Schnittpunkten eines Spielbretts mit zehn waagrechten Reihen und neun senkrechten Linien. Daraus ergeben sich 90 mögliche Positionen, die sich ähnlich wie beim Go auf den Kreuzungspunkten der Linien befinden und nicht auf sonst üblichen Feldern. Der Spielplan ist in China häufig ausfaltbar, aus Papier gefertigt und wird in der Mitte durch den „Gelben Fluss" in den roten Nordbereich und den schwarzen Südbereich geteilt. Jeder Spieler besitzt einen General, je zwei Leibwächter, Elefanten, Pferde, Wagen und Kanonen sowie fünf Soldaten. Auch beim „Xiangqi" gilt es, den gegnerischen General matt zu setzen. Die Figuren haben unterschiedliche Zugvorschriften, die an das bei uns übliche Schachspiel erinnern. Einzig die Kanonen sind mit keiner bei uns bekannten Figur zu vergleichen. Zum Schlagen müssen diese in waagrechter und senkrechter Richtung genau einen anderen Stein überspringen. Wenn die Soldaten den „Gelben Fluss" überqueren, werden sie befördert und können auch zur Seite gehen. Im Gegensatz zum europäischen Schachspiel gibt es beim „Xiangqi" kein Patt. Sobald ein Spieler nicht mehr ziehen kann, hat er das Spiel verloren.

Schnelles Spiel durch verändertes Spielfeld

Durch das veränderte Spielfeld, das auch deutlich größer als beim westlichen Schachspiel ist, ist das Spiel meist viel lebendiger und schneller. Die Eröffnungsphase ist kürzer, da sich die Figuren freier bewegen können. Manche Figuren eignen sich vor allem zur Verteidigung, dadurch ergeben sich völlige andere Strategien und Wertigkeiten der Figuren. Falls Sie aufgeschlossen gegenüber neuen Regeln sind und etwas Abwechslung zum europäischen "Schach" suchen, sollten Sie die chinesische Variante ausprobieren.

Auch „Xiangqi" finden Sie in der Version, die auch in China gespielt wird. Aber wie beim „Shogi" sind die Figuren üblicherweise beschriftet, deshalb sollten Sie am besten eine Version mit bebilderten Figuren erwerben. Da die Variante in Europa nicht weit verbreitet ist, ist die Auswahl an verschiedenen Versionen und Ausgaben von „Xiangqi" nicht sehr hoch. Notfalls können Sie sich das Spielfeld auch aufzeichnen und eigene Figuren zum Ziehen verwenden.

Weitere östliche Varianten des Schachspiels

Während im Westen fast ausschließlich das uns bekannte „Schach" gespielt wird und sich die Varianten aus diesen Regeln entwickeln, gibt es im Osten noch ein paar weitere Schachvarianten. Die chinesische, thailändische und japanische Version sind dabei am häufigsten. Jedoch besitzt auch Korea ein Schachspiel mit eigenen Regeln, das „Janggi" genannt wird. Es ähnelt in dem Regeln stark dem chinesischen „Xiangqi". In der Mongolei ist das sogenannte „Shatar" verbreitet, das internationalem „Schach" deutlich ähnlicher ist als den anderen östlichen Varianten. 

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