Wissenswertes über BOS-Funkmeldeempfänger

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So finden Sie bei eBay einen geeigneten BOS-Funkmeldeempfänger

Mit dem BOS-Funk immer in Alarmbereitschaft

Den meisten Menschen ist das krächzende Geräusch eines Funkgerätes nicht unbekannt. Ob sie nun als Kind oder junger Heranwachsender mit ihren Freunden durch die Nutzung von Walkie-Talkies kleine geheime Funksprüche ausgetauscht haben oder aber schon einmal von der Polizei angehalten wurden und selbst in den Mithör-Genuss eines Funkspruchs der Leitstelle gekommen sind – das ganz eigentümliche Geräusch kennen fast alle. Spätestens durch das aufmerksame Schauen von Polizei- und Krimiserien haben die meisten eine Vorstellung davon, wie wichtig Funkgeräte und die umgangssprachlich genannten Pager und Piepser auch im alltäglichen Einsatz sein müssen. Wie wichtig sie wirklich sind und von welch essenzieller Bedeutung ein voll funktionstüchtiger Funkmeldeempfänger tatsächlich sein kann, können Zivilisten jedoch nur erahnen.

Immer in Alarmbereitschaft

Täglich passieren in Deutschland Unfälle, kleine und große Katastrophen und andere mehr oder minder schlimme Unglücke. Ob es sich dabei um einen Auffahrunfall handelt oder die eigene Katze auf einem Baum festsitzt und nicht mehr herunter kommen kann – eine schnelle Hilfe vor Ort erhofft und erwartet sich jedermann. Doch wie ist es möglich, dass von den scheinbar immer weit verstreuten Streifenwagen der Polizei grundsätzlich und schnellstmöglich einer am Ort des Geschehens auftauchen kann, um die nötige Hilfe zu leisten? Wie ist es möglich, dass bei der Alarmierung in einem Brandfall alle Mitglieder beispielsweise einer freiwilligen Feuerwehr, deren Mitglieder an ihren Arbeitsplätzen, in Schulen, beim Einkaufen oder zu Hause sind, umgehend verständigt werden können? Ein ausgeklügeltes Funknetz und funktionstüchtige Funkmeldeempfänger machen es möglich.

BOS – was ist das?

Die Abkürzung BOS steht für die “Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben“. Unter dieser Sammelbegrifflichkeit werden sowohl öffentlich-rechtliche als auch ehrenamtliche Behörden und Organisationen zusammengefasst, die sich der Sicherheit und der Hilfeleistung für andere Menschen verschrieben haben. Sie sind mit dem Auftrag betraut, Gefahren zu bannen und in Notfällen, wie beispielsweise Unwetterkatastrophen und Unglücken jeder erdenklicher Art, in Form von Hilfeleistungen einzuschreiten. Die Polizei, die Feuerwehr, das THW – Technisches Hilfswerk – und der Zoll sind dabei nur vier der bekanntesten Beispiele, die stellvertretend für diese Gruppe von Helfern des Alltags zu nennen sind. Die Bundeswehr – bis auf wenige spezielle Einheiten wie beispielsweise die SAR, gemeint sind Such- und Rettungsdienste mit staatlichem Auftrag, oder die Bundeswehr-Feuerwehr, wenn sie in die kommunale Alarm- und Ausrückeordnungen mit eingebunden ist – wird nicht in diese Gruppe mit eingeschlossen. Bei der BOS handelt es sich also beinahe ausschließlich um öffentliche Organisationen, Vereine und Rettungsdienste, die sich reinweg mit der Sicherheit und Hilfe innerhalb der Landesgrenzen der Bundesrepublik Deutschlands beschäftigen.

Hilfsorganisationen, wie zum Beispiel das Deutsche Rote Kreuz, der ADAC oder der Malteser Hilfsdienst, werden streng genommen nur in besonderen Situationen mit in diese Gruppe einbezogen. Im Allgemeinen zählen sie nicht zu den BOS. Schließen sich ihre Mitglieder beziehungsweise das entsprechende Personal jedoch in Ernstfällen, wie es nicht unüblich ist, dem Rettungsdienst und Katastrophenschutz als tatkräftige Unterstützung an, zählen sie anders als beispielsweise der soziale Dienst dieser Hilfsorganisationen zu den BOS. Sie gelten in dem Fall als Organisationen der öffentlichen Daseinsfürsorge, und die Nutzung des BOS-Funk ist ihnen im vollen Umfang gestattet.

Der BOS-Funk

Die Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben sind dazu berechtigt, ihren eigenen und nicht für die breite Öffentlichkeit gedachten Funkdienst zu verwenden – exakt "nicht öffentlicher mobiler UKW-Landfunkdienst", kurz nömL, genannt. Dieser wird durch strenge Richtlinien, erlassen durch das Bundesministerium des Inneren, reglementiert. Diese Reglementierung soll sicherstellen, dass eine störungsfreie Nutzung des Funks durch alle BOS-Gruppenmitglieder gewährleistet ist. Im Ernstfall sollen und dürfen keine außenstehenden Personen durch das widerrechtliche Nutzen der bereitgestellten Frequenzen eine rasche Hilfeleistung vereiteln. In Katastrophenfällen ist es durch die Genehmigung von sogenannten Frequenzzuweisungen jedoch möglich, auch anderen Personen die Nutzung der Frequenzen zu gestatten, obgleich sie nicht offiziell zu den BOS gezählt werden. Zum Zwecke der Zusammenarbeit und reibungslosen Gewährleistung von Hilfe- und Sicherheitsmaßnahmen werden in der Regel zügig Ausnahmeregelungen erteilt.

BOS-Funkmeldeempfänger in Deutschland

Anders als in Österreich, Frankreich und anderen europäischen Ländern sind analoge Funkmeldeempfänger in der Bundesrepublik Deutschland zurzeit noch sehr weit verbreitet. In der Regel dient der Alarmierungskanal bei diesen Geräten auch als Sprachkanal. Es handelt sich folglich um Funkmeldeempfänger mit Signalfunktion. Unterschieden werden dabei gewohnheitsgemäß drei verschiedene Kategorien: der Leitstellenfunk im 4-Meter-Band, der Einsatzstellenfunk im 2-Meter-Band und die Richtfunkstrecken im 70-cm- und 8-m-Band. Die Längenangaben sind in diesem Fall bezeichnend für die Wellenlänge, also den kleinsten Abstand zweier Punkte mit gleicher Phase einer Welle. Zwei Punkte haben dieselbe Phase, wenn diese in einem zeitlichen Ablauf sowohl dieselbe Elongation als auch dieselbe Bewegungsrichtung haben. Vereinfacht ausgedrückt: Es kommt darauf an, wie weit die beiden kommunizierenden Personen voneinander entfernt sind.

So funktioniert der Funkverkehr

Um einen reibungslosen Funkverkehr ohne Störungen und Probleme gewährleisten zu können, werden die Richtlinien durch örtliche Dienstanweisungen in Form von Funkskizzen und Funkplänen sehr genau festgelegt. Man spricht dabei, wie der Begriff “Funkverkehr“ bereits vermuten lässt, von sogenannten Verkehrsformen und -arten. Hierbei wird bei den Formen zwischen dem Linien-, Kreis-, Stern- und Querverkehr und bei den Arten zwischen dem Richtungs-, dem Gegen-, dem Wechsel- und dem Relaisstellenverkehr unterschieden. Welche dieser Form oder Art genutzt werden kann, ist von der Technik des jeweiligen Gerätes abhängig. Um ein Beispiel zu nennen: Beim Richtungsverkehr wird eine Nachricht lediglich in eine Richtung übermittelt. Beispielsweise bei der Alarmierung in einem Brandfall empfängt der zu benachrichtigende Piepser lediglich das Signal der Funkstelle, ist jedoch nicht dazu in der Lage, eine Nachricht zurückzusenden.

Verschlüsselung

Damit eine Abhörsicherheit des BOS-Funk weitestgehend gewährleistet werden kann, kommen derzeit noch sogenannte “Sprachverschleierer“ zum Einsatz. Dabei handelt es sich um eine in früheren Zeiten oft auch vom Geheimdienst eingesetzte Verschlüsselungstechnik, bei welcher die Sprache in winzige Segmente “zerhackt“ und dann durch einen Balance-Modulator auf verschiedene Frequenzbereiche verteilt wird, um das gesprochene Wort für unerwünschte Zuhörer unverständlich wirken zu lassen. Zusätzlich werden auch heute noch die Sprachsignale von Funksprüchen der BOS invertiert, was ein gewisses, aber nicht ausreichendes Maß an Sicherheit bietet: Durch das Einsetzen der richtigen Technik ist es nämlich möglich, den Funk dennoch abzuhören oder zumindest Gesprächsfetzen aufzuschnappen, die den weiteren Fortlauf des Gesprächs erahnen lassen können.

Aufgrund dieser technischen Defizite im Bereich der Verschlüsselungstechnik und der dadurch entstehenden Mängel im Bereich der Sicherheit soll der altgediente Analogfunk in Zukunft mehr und mehr dem digitalen Funk als BOS-Funk weichen. Bereits seit mehreren Jahren ist ein kostenaufwendiges digitales Bündelfunksystem in Planung, das von Diensten in mehreren Ländern Europas schon seit geraumer Zeit erfolgreich genutzt wird. Wegweiser auf dem Gebiet dieser Bemühungen sind bisher TETRA – Terrestrial Trunked Radio – und Tetrapol von EADS – European Aeronautic Defence and Space Company –, das zunächst für die französische BOS entwickelt, dann aber erweitert wurde.

Wandel vom analogen zum digitalen Funk

Dieser Wandel vom analogen zum digitalen Funk wird bereits seit einigen Jahren schrittweise in Deutschland vollzogen. Bundesweit wird derzeit ein neues, einheitliches Behördenfunknetz errichtet, das zu Beginn jedoch lediglich von der Polizei genutzt werden soll. Feuerwehr, Katastrophenschutz und Rettungsdienste sollen zunächst im Wechsel sowohl analog als auch digital funken. Laut der BDBOS – der Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben – soll die sichere Nutzung eines voll funktionstüchtigen Digitalfunks für alle BOS realisiert und gewährleistet werden. Die BDBOS übernimmt nach dem Konzept zur Einführung des BOS-Digitalfunk von Bund und Ländern die Koordinierung und Umsetzung der Modernisierungspläne.

Wie finden Sie einen geeigneten BOS-Funkmeldeempfänger und was sollten Sie beim Kauf beachten?

In erster Linie müssen Sie sich vorab die Frage stellen, welcherart Funkmeldeempfänger Sie benötigen – einen für den analogen oder für den digitalen BOS-Funk? Von wem und wann der BOS-Funk genutzt werden darf, wird durch die Richtlinien der Bundesanstalt des Inneren genaustens festgelegt. Sollten Sie zu denjenigen gehören, die zu der Nutzung berechtigt sind, gibt es einige Dinge, die Sie bei dem Kauf eines Funkmeldeempfängers beachten sollten, da beispielsweise nicht jedes Funkgerät unweigerlich der Nutzung des BOS-Funk dienlich ist. Für den Behördeneinsatz sind grundlegend gewisse Forderungen an einen Funkmeldeempfänger in Form eines Funkgeräts zu stellen: Die Bedienung des Geräts mit Handschuhen, wie diese beispielsweise zu der Ausrüstung von Polizei und Feuerwehr gehören, muss ohne Probleme sichergestellt sein.

Seit mehreren Jahrzehnten sind viele Mitglieder der BOS mit den umgangssprachlich genannten Piepsern beziehungsweise Pagern ausgestattet. Diese digitalen Funkmeldeempfänger können sich oftmals sowohl durch Vibration als auch durch akustische Signale bemerkbar machen. Achten Sie in jedem Fall vor dem Kauf darauf, welche Funktionen Ihnen das jeweilige Gerät bietet und inwiefern Sie diese für notwendig halten. Ebenfalls sollten Sie auf die Angaben bezüglich des Frequenzbereiches achten, da diese je nach Hersteller stark variieren können. Handelt es sich bei dem von Ihnen ins Auge gefassten Gerät um eines mit Display, überprüfen Sie, welche Angaben der Hersteller diesbezüglich macht. Die Größe des Displays selbst, die Größe der angezeigten Schrift und die Beleuchtung sollten Ihren Anforderungen und Wünschen entsprechen.

Hersteller und Anbieter bieten ein breites Spektrum an Informationen, Angeboten und Zubehör, wie zum Beispiel den passenden Adapter oder das passende Aufladegerät für Ihr Gerät. Auch Lautsprechermikrofone sind ohne Probleme zu erwerben. Oftmals kann es sich je nach Bedarf lohnen, zu einem Set zu greifen, in dessen Lieferumfang je nach Hersteller alles Wichtige und Passende vorhanden ist, ohne dass Sie großartig suchen müssen.

Nehmen Sie sich deswegen vor dem Kauf die nötige Zeit und holen sich ausführliche Informationen ein, damit Sie im Nachhinein nicht die wichtigen Funksprüche und -benachrichtigungen verpassen.

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