Wissenswertes rund um Audio-Verstärker im Auto

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Wissenswertes rund um Audio-Verstärker im Auto

Die richtige Audio-Anlage darf im Auto auf längeren Strecken nicht fehlen. Sie sorgt für eine angenehme Unterhaltung und unterstützt zusätzlich den Fahrspaß. Serienmäßige Soundanlagen sind oft mit mittelmäßigen Lautsprechern ausgestattet, die schnell an ihre Grenzen stoßen. Der Folge bei einer zu hohen Lautstärke: Die Lautsprecher übersteuern in den oberen Bereichen und erzeugen dabei einen kratzigen Klang mit vielen Störgeräuschen. Abhilfe schafft ein gut abgestimmtes Car-Hifi-System. Dazu gehören bestenfalls Lautsprecher unterschiedlicher Frequenzbereiche, ein Subwoofer für die tiefen Töne und ein passender Verstärker. Die sogenannte Endstufe besitzt auch die Bezeichnung Amp oder Amplifiers und dient allein der Leistungsverstärkung der anliegenden Signale. Durch die Erhöhung der Bordnetzspannung erreichen alle gewünschten Komponenten im Car-Hifi-System ihre Leistung und überzeugen mit einem akustischen Klangerlebnis der Extraklasse. Dieser Ratgeber informiert Sie über die verschiedenen Klassifizierungen der Verstärker und hilft Ihnen bei der Wahl des richtigen Modells.

Aussehen und Größe des neuen Verstärkers

In Kleinwagen oder für Tuningbegeisterte spielen Aussehen und Bauform der Endstufe eine wichtige Rolle. Die einfachen Modelle besitzen eine rechteckige und sehr flache Form. Somit lassen sie sich bequem unter einem Sitz oder im Kofferraum integrieren. Natürlich darf kein wichtiger Platz im Kofferraum verloren gehen. Aus diesem Grund gibt es besonders kleine Verstärker, die in nahezu jeder Ecke des Kofferraums Platz finden. Sie wirken nicht störend und können von hier aus gut angeschlossen werden. Besonders viel Aufmerksamkeit ziehen Endstufen mit transparentem Gehäuse oder einer integrierten Glasscheibe auf sich. Sie bieten Blick auf die Kondensatoren und Transistoren im Inneren und sind somit ein spezielles Designelement im Fahrzeug. Optimiert wird diese Ausführung mit einer integrierten Beleuchtung. Eingebaut im Kofferraum erstrahlt dieser in blauem oder rotem Licht, das die Endstufe von sich gibt.

Unterschiedliche Leistungsfähigkeit – diese Leistung ist optimal gewählt

Die Leistung ist eines der wichtigsten Kaufkriterien. Dabei sollte der Verstärker eine deutlich höhere Leistung als das eingebaute Autoradio aufweisen. Andernfalls übernimmt er nicht die gewünschte Funktionsweise. Grundsätzlich gilt: Je höher die Leistung, desto kraftvoller kann der Sound klingen. Je nach Hersteller und Modell existieren große Unterschiede in der Qualität. Die gebotene Leistung der Autolautsprecher ist ebenso zu berücksichtigen. Wird zu viel Leistung auf die Lautsprecher gegeben, können diese schnell übersteuern oder gar kaputt gehen. Bestenfalls vertragen die Autolautsprecher noch mehr Leistung, als der Verstärker maximal ausgeben kann. So sind Sie auf der sicheren Seite und verhindern eine Zerstörung der Autolautsprecher. Eingebaut ersetzt die Endstufe den Verstärker im Autoradio, da dieser meist nicht genügend Leistung für einen guten Klang erbringen kann.

Zusätzlich Subwoofer und Bassbox?

Bei der Verwendung eines aktiven Subwoofers sind Sie nicht zwingend auf die Verwendung eines zusätzlichen Verstärkers angewiesen. Entscheiden Sie sich für eine passive Bassbox, ist die Endstufe immer erforderlich. Günstige Modelle locken häufig mit einer übermäßig hohen Leistung bis 3000 Watt, erbringen jedoch nicht die gewünschte Klangqualität. Die Angabe der Leistung ist deshalb nicht das einzige Qualitätsmerkmal eines Verstärkers. Hier können Sie sich an eine Grundregel halten. Der Verstärker benötigt mindesten 30 Prozent mehr Leistung, als alle angeschlossenen Geräte. Beachten Sie dabei, dass es sich um die Spitzenbelastbarkeit des Verstärkers handelt. Vermeiden Sie deshalb eine Dauerbelastung, da Lautsprecher oder andere Komponenten der Anlage schnell durchbrennen. Die Anlage ist so groß zu wählen, dass sie nur selten die Maximalleistung erreicht. So haben Sie immer einen gesunden Puffer nach oben, was die Leistungsfähigkeit des Systems betrifft.

Kanäle und Kabel – das ist zu beachten

Die Anzahl der Kanäle sollten zur Kaufentscheidung beitragen. Je mehr Kanäle vorhanden sind, desto mehr Abnehmer lassen sich mit dieser Anlage bedienen. Das Sortiment an Verstärker beginnt bei Modellen mit einem Kanal und endet meist mit fünf Kanälen. Die Einkanal-Verstärker sind in der Regel für passive Subwoofer ausgelegt. Sie verstärken das Signal des Autoradios und leiten es an die Bassbox weiter. Eine Alternative bietet hier der Einsatz von aktiven Subwoofern. Durch die internen Komponenten verstärken sie das anliegende Signal selbst und müssen an keine externe Endstufe angeschlossen werden. In den meisten sind zwei Lautsprecher als vordere Boxen und eine Bassbox anzuschließen. Für diesen Fall benötigen Sie einen Vierkanalverstärker. Andernfalls setzen Sie auf einen Zweikanalverstärker und kombinieren diesen entweder mit einem aktiven Subwoofer oder einem zweiten Verstärker mit nur einem Kanal. Da die Geräte möglichst klein sind, lassen sie sich gut im Auto integrieren. Doch nicht nur der Verstärker benötigt die passenden Anschlussmöglichkeiten. Auch das Autoradio muss für den Anschluss eines Verstärker vorgesehen sein. Alle Hinweise entnehmen Sie der Bedienungsanleitung des Radios.

Energieversorgung bedenken

Ein wichtiger Anschluss dient der Versorgung mit Energie. Bedenken Sie bei der Wahl der neuen Endstufe, dass diese am Bordnetz des Fahrzeugs hängt. Sie darf nur so viel Strom verbrauchen, wie das Auto an sie abgeben kann. Eine Alternative bieten Verstärker mit drosselbarem Eingangsstrom. Hier muss als negativer Aspekt mit einem Leistungsverlust gerechnet werden. Bei ausgeschaltetem Motor belastet eine Car Hifi Anlage die Batterie sehr stark und entlädt sie nach gewisser Zeit. Nur bei laufendem Motor sind Sie vor einer solchen Entladung geschützt.

Für die Verbindung aller Geräte miteinander sorgen die passenden Kabel. Der Kabelquerschnitt ist dabei auf die Leistung der Verbraucher anzupassen und muss dafür ausgelegt sein. Je mehr Leistung übertragen wird, desto hochwertiger und dicker sind die neuen Kabel zu wählen. Vor allem Subwoofer und Verstärker benötigen einen dickeren Kabelquerschnitt.

Probleme und Gefahren beim eigenen Einbau

Zum Einbau der Anlage benötigen Sie alle passenden Werkzeuge und Stecker. Wer sich in diesem Gebiet nicht auskennt, sollte den Einbau einem Fachmann überlassen. Andernfalls beschädigen Sie mit einem Fehler die Elektrik des Fahrzeugs oder gar die Komponenten der kompletten Anlage. Der Einbau von Verstärkern und kompletten Car-Hifi-Systemen ist stark mit der Betriebserlaubnis des Fahrzeugs verbunden. So sind zum Beispiel die Installationen spätestens 30 Zentimeter hinter der Fahrzeugbatterie abzusichern. Sind die Kabelquerschnitte falsch gewählt und geht zu viel Last über die Kabel, riskieren Sie Kabelbrände. Mit einem Kabelbrand gerät das komplette Fahrzeug in Gefahr.

Vorsicht bei Differenzspannungen!

Kleine Differenzspannungen an der Fahrzeugmasse erzeugen Masseschleifprobleme, die sich auf die Klangqualität und die Leistung ausdehnen können. Gleichzeitig können die Komponenten des Fahrzeugs selbst wahre Störfelder sein. Anlasser, Lichtmaschine oder Verteiler des Motors nehmen bei falscher Verkabelung Einfluss auf die Audioanlage und mindern ihre Qualität. Umgehen können Sie diese Probleme zum Beispiel mit mehrfach abgeschirmten Spezialkabeln. Wichtig dabei ist, dass sie getrennt von den Stromkabeln verlegt werden. Somit entstehen keine Störsignale in der Klangübertragung. Ungewollte oder zu hohe auftretende Spannungen beeinträchtigen auch das Fahrzeug. Es kann beispielsweise zu Überlastungen bei der Lichtmaschine kommen. Außerdem sind Fehlfunktionen der kompletten Fahrzeugelektronik denkbar. Sogar Sicherheitssysteme sind davon betroffen, wie beispielsweise das ABS oder die Airbags.

Doch nicht nur im Anschluss vergeben sich Probleme bei Car-Hifi-Systemen. Je nach Größe der Lautsprecher und nach Montage der Komponenten können sich Schwingungen auf das Fahrzeugblech übertragen. Das führt zu einem unangenehmen Dröhnen der Karosserie. Bestimmte Dämmstoffe, Matten aus Bitumen oder glasfaserverstärkte Kunststoffe können Abhilfe schaffe. Sie unterbrechen die direkte Verbindung zur Karosserie, sodass sich die Schwingungen nicht übertragen.

Wissenswertes: die Kraftverteilung an der Endstufe

Die Stromversorgung der Audioverstärker ist ein wichtiges Thema, was im folgenden Abschnitt noch genauer beleuchtet werden soll. Angeschlossen ist die Anlage grundsätzlich am Pluspol der Autobatterie. Denken Sie dabei an die Schmelzsicherung, direkt hinter der Batterie. Eine andere Möglichkeit ist ein Hauptsicherungsautomat. Erst dann geht die Leitung zu den einzelnen Verbrauchern. Wichtig: Jede Endstufe benötigt eine eigene Sicherung. Entscheiden Sie sich also für den Betrieb eines Verstärkers mit drei Anschlüssen und mit einem Anschluss, gehört an beide Kabel die entsprechende Sicherung.

Hinter der Sicherung genügt auch ein etwas niedrigerer Kabelquerschnitt. Die Masseleitung der Endstufen ist auf einem sehr kurzen Weg zu einem Sternpunkt an der Karosserie angeschlossen. Nur bei sehr hohen Leistungen ist hier auch eine rückführende Leitung zur Batterie benötigt. Dabei brauchen Hin- und Rückleiter die jeweils gleichen Querschnitte. Eine weitere Regel besagt, dass die Stromleitungen immer auf der Seite im Fahrzeug liegen sollten, wo sich auch die Batterie befindet. Wer an den Stromleitungen spart, wird sich beim späteren Betrieb ärgern. Selbst High-Power-Endstufen brechen bei höheren lasten sofort ein, wenn der Querschnitt der Kabel nicht ausreicht. Die Qualität nimmt auch Einfluss auf den Versicherungsfall. Nutzen Sie unzulässige Kabel, Klemmen oder andere Verbindungen, kann die Autoversicherung jegliche Haftung verweigern. Dazu zählen beispielsweise dünne KFZ-Kabel, Parallelschneidklemmen oder KFZ-Flachstecker. Diese sind für einen Einsatz unter hoher Last nicht ausgelegt. Sie haben dann die Kosten im Schadensfall selbst zu tragen.

Nach dem Anschluss an die Autobatterie erhält die Endstufe zwar ihren Strom, ist jedoch noch nicht aktiv. Erst mit dem Zeichen des Steuergeräts gehen die entsprechenden Endgeräte auch ans Netz. Hierfür benötigen Sie ein Remote Kabel. Mit der Verwendung von hochwertigen Cinch-Kabeln benötigen Sie hier kein extra Kabel. Die Leitungen verlegen Sie grundsätzlich rechts und links unterhalb der Einstiegsleiste. So stören Sie beim Betreten des Fahrzeugs nicht. Unter der Fahrzeuginnenverkleidung fallen die Kabel nicht auf und sind sauber versteckt. Dickere Kabel lassen sich nur in der Karosserie selbst verlegen. Hier gibt es immer einen kleinen Gummistöpsel, der vorn in den Motorraum geht. Durch ihn können Sie die Kabel sicher durchstecken. Die Kabel kommen dann hinter oder unter dem Armaturenbrett im Fußraum heraus. Ist alles installiert, folgt der erste Soundcheck. Ist das Klangergebnis zu dumpf und nicht optimal, kann es sich um eine Verpolung handeln.

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