Wissenswertes für Sammler von antiquarischen Büchern aus der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts

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Wissenswertes für Sammler von antiquarischen Büchern aus der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts

Ein wertvolles Stück Geschichte

Antiquarische Bücher sind vielleicht die am besten geeigneten Antiquitäten, wenn es darum geht, sich einen Einblick in längst vergangene Zeiten zu verschaffen. Da wären natürlich in erster Linie die Inhalte, die die Autoren einer bestimmten Zeit erdachten und für die Nachwelt festhielten. Darüber hinaus ist es aber auch die gedruckte Ausgabe selbst, die auf die Entstehungszeit schließen lässt. Das Material des Einbandes, der Zustand des Buches, eventuell auch die Notizen, die sich die Leser im Laufe der Jahre am Seitenrand machten – dies alles macht das antiquarische Buch fast zu einem lebendigen Zeitzeugnis.

Wenn Sie sich über das vorletzte Jahrhundert – also das neunzehnte – informieren möchten, dann können Ihnen die Bücher aus jener Zeit hervorragende Dienste leisten. Sie können diese in großer Anzahl bei eBay entdecken und bei der Lektüre und Betrachtung der Werke eine kleine Zeitreise unternehmen.

Speziell die Bücher aus der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts sind hervorragend geeignet, wenn Sie sich für die Zeit der Weimarer Klassik und für die Epoche der Romantik interessieren. Damit Sie Ihre Auswahl auf einer fundierten Basis treffen können, können Sie den vorliegenden Einkaufsratgeber nutzen. Sie finden darin viele Informationen rund um die Entstehungszeit der Bücher und erhalten darüber hinaus zahlreiche Tipps für Ihren Buchkauf.

Bücher aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts

Bevor Sie sich für die alten Bücher eines Antiquariats entscheiden können, sollten Sie sich eingehend über seine Entstehungszeit informieren. Im vorliegenden Fall sind dies die Ereignisse und auch die Produkte der Zeit um 1800.

In der Literatur gab es viele wichtige Strömungen, die sich in mehrere Phasen unterteilten. So begann das neunzehnte Jahrhundert mit der sogenannten Frühromantik, die vom Beginn bis zur Mitte des neunzehnten Jahrhunderts reichte. Diese Phase endete mit der Revolution im Jahr 1848. Große Namen wie Goethe und Schiller, Brentane und von Arnim sowie Mörike waren seinerzeit in aller Munde. Die musikalisch interessierten Menschen schwärmten unter anderem für Beethoven und Schubert, Brahms, Bruckner und Mahler. Darüber hinaus wurde das gesamte Jahrhundert von vielen weiteren Einflüssen bestimmt, wobei sicherlich die vorausgegangene Französische Revolution einen großen Teil zu den politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen beitrug. Die Literatur wurde ein wichtiges Thema im Bürgertum und es entstanden diverse Literaturzeitschriften, die sich einer großen Beliebtheit erfreuten.

Im Bereich der Wissenschaften wurden im neunzehnten Jahrhundert viele tiefgreifende Entdeckungen gemacht und zahlreiche Erfindungen getätigt. So wurde in diesem Jahrhundert das erste Fahrrad, aber auch der erste Elektromotor hergestellt und auch die Eisenbahn und das Luftschiff traten ihren Siegeszug durch die Welt an. In den Büros freute man sich über die ersten Schreibmaschinen und war dankbar über die ersten Fotografien, während man in den Naturwissenschaften einiges über die Radioaktivität erfuhr und auch die Röntgenstrahlung zum ersten Mal nutzte.

Antike Bücher als Zeugen der Geschichte

Die Welt befand sich also in einer fortwährenden Veränderung, die sich wohl an keinem historischen Medium besser ablesen lässt als an antiquarischen Büchern aus der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts. So können Sie bei Ihrer Auswahl des für Sie passenden Buches immer genau nach der Thematik und der Entstehungszeit gehen, für die Sie sich besonders interessieren. Von der politischen Situation über die Welt der Wissenschaften bis hin zu den damaligen Ansichten in vielen anderen Bereichen wie z. B. Kochen, Haushaltsführung, Gartengestaltung, Malerei und vielem mehr, reicht das literarische Spektrum. Behalten Sie dann bei Ihrer Auswahl noch den Zustand des Buches und den etwaigen Seltenheitswert im Blick, haben Sie schon die wichtigsten Schritte für Ihre Antiquitätenauswahl bewältigt.

Orientierung anhand der Autoren der Bücher der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts

Eine sehr naheliegende Möglichkeit, antiquarische Bücher aus der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts auszuwählen, ist die Orientierung anhand der Autoren, die die Werke verfassten. Bereits erwähnt wurden einige Autoren, die im Vorfeld der Revolution im Jahr 1948 die Welt der Bürger prägten. Lesen Sie deren Werke, so erhalten Sie einen guten Einblick in die Ansichten, die in jener Zeit vom Bildungsbürgertum und zum Teil auch vom Volk diskutiert wurden.

Besonders begehrt sind die Werke von Schiller und Goethe, Clemens von Brentano oder Bettina von Arnim natürlich dann, wenn es sich um Bücher aus der Originalzeit handelt. Um solche eher seltenen Stücke, die meist einen hohen Sammlerwert haben, handelt es sich unter anderem bei den hübschen Schiller-Erstausgaben. Diese sind oft hochwertig gedruckt und so manches Exemplar ist in Leder gebunden. Aber auch antiquarische Werke von Goethe sollten Sie keinesfalls außer Acht lassen, denn was wäre das neunzehnte Jahrhundert ohne den Frankfurter Dichterfürsten, der zu dieser Zeit eine besonders wichtige Schaffensphase hatte?

Wenn Sie bei Ihrem Kauf antiquarischer Literatur nicht nur deutsche Literatur, sondern auch die anderer Nationen mit einbeziehen möchten, werden die Auswahlmöglichkeiten noch wesentlich größer. Große Erfolge waren beispielsweise schon zur Entstehungszeit antiquarische Werke von Walter Scott. Dieser lebte von 1771 bis 1832 in Abbotsford und war ein bedeutender schottischer Schriftsteller und Dichter. Zahlreiche seiner Romane wurden zu Klassikern und nicht wenige wurden als Schauspiel auf die Bühne gebracht, als Opern inszeniert oder später verfilmt. Sein Werk „Ivanhoe“ etwa entstand 1820 und handelte vom England des zwölften Jahrhunderts.

Besondere Buchtitel aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts

Eine weitere Möglichkeit, sich bei Ihrer Auswahl besser zurechtzufinden, sind die Buchtitel, die in der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts auf den Markt kamen. So erschien beispielsweise im Jahr 1805 „Faust. Eine Tragödie“ – ein Werk, das in den meisten Gymnasien noch heute zur Pflichtlektüre zählt.

Im Jahr 1820 ereignete sich ebenfalls etwas, das zu einem wichtigen literarischen Werk führen sollte: Die „Essex“, ein Wahlfangschiff, wurde durch einen Pottwal versenkt und lieferte damit das reale Vorbild für „Moby Dick“ von Herman Melville. Im gleichen Jahr erschien unter anderem „Invanhoe“ von Walter Scott und der Schauerroman „Melmoth der Wanderer“ von Charles Robert Maturin kam auf den Markt. Bei den Dramen freuten sich die Anhänger Franz Grillparzers über die Vollendung der Trilogie „Das Goldeine Vlies“. An diesem Werk hatte der Autor seit dem Jahr 1818 gearbeitet. Die Uraufführung sollte ein Jahr später in Wien stattfinden.

Ein Werk aus dem Jahr 1844 wird Ihnen sicherlich ebenfalls bekannt sein - für dieses zeichnete Alexandre Dumas als Autor verantwortlich. Die Rede ist von „Die drei Musketiere“. Während dieser Roman schon seit vielen Jahren als Buch erhältlich ist, konnten die Bürger der damaligen Zeit die Geschichte rund um die drei Helden in der Zeitung verfolgen, und zwar in der „Le Siècle“. Alexandre Dumas veröffentlichte im gleichen Jahr die ersten Teile von „Der Graf von Monte Christo“ und lieferte damit ein weiteres bedeutsames Werk, das bis heute gerne von Filmschaffenden auf die Leinwand gebracht wird.

Bücher der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts anhand des Verlags auswählen

Wer Bücher liebt, wird sich immer auch für deren Entstehung interessieren. Mit dieser sind in der Regel Verlage eng verbunden, denn nur wenn es einem Autor gelingt, einen Verleger von seinen Werken zu überzeugen, gelangen diese auch wirklich in die Hände vieler potenzieller Leser. Dies galt in früheren Zeiten noch sehr viel stärker, als im heutigen Zeitalter der neuen Medien und so ist es empfehlenswert, sich für die unterschiedlichen Verlage zu interessieren, die in der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts agierten. Beispielhaft sollen hier die Verlage Braun & Schneider sowie der Stalling-Verlag Berücksichtigung finden.

Antiquarische Werke aus dem Verlag Braun-Schneider sind vielfältiger Art und standen den Lesern schon vor der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts zur Verfügung. Gegründet wurde der Verlag im Jahr 1843. Besonders bekannt geworden ist das Werk „Max und Moritz“ von Wilhelm Busch, das noch in der heutigen Zeit in zahlreichen Auflagen und Gestaltungsvarianten immer wieder neu erscheint. Ein historisches Exemplar dieses bedeutenden Kinderbuchs ist natürlich ein ganz besonderes Stück. Neben Wilhelm Busch gehörten unter anderem auch Carl Spitzweg oder Ludwig Bechstein zu den Künstlern, die für den Verlag Braun & Schneider tätig waren.

Bereits im achtzehnten Jahrhundert, nämlich 1789, wurde der Stalling-Verlag gegründet. Die historischen Werke aus dem Stalling-Verlag erschienen am Verlagssitz in Oldenburg. Man konzentrierte sich dort insbesondere auf die Herausgabe von Schulbüchern, hielt für die Leserinnen und Leser aber auch verschiedene belletristische Werke sowie plattdeutsche Texte bereit. Außerdem war die „Oldenburger Zeitung“ ein Produkt des Verlags und auch die Fachzeitschrift „Buchdruckerwoche“ verlies in zuverlässiger Folge das Verlagshaus.

Sammlung um andere Publikationen aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts

Gerade dann, wenn Sie sich weitreichender für die erste Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts interessieren, insbesondere auch für die Kultur und die Kunst dieser Epoche, dann macht es Sinn, auch einen Blick auf weitere Publikationen zu werfen. Die Printmedien – also die gedruckten Werke – dieser Epoche beinhalteten selbstverständlich nicht nur Bücher, sondern auch Zeitschriften und Zeitungen.

Einen Einblick in die praktische Lebenswelt der damaligen Zeit geben antike Ausgaben eines Intelligenzblatts. Dabei handelte es sich nicht um eine einzige Zeitung, sondern vielmehr um einen Gattungsbegriff für Mitteilungsblätter nach englischem Vorbild.

Während die Zeitungen des neunzehnten Jahrhunderts sich eher mit politischen Themen beschäftigten, ging es hier um den praktischen Aspekt. Enthalten waren Gerichtstermine, Ausschreibungen, viele Anzeigen und sogar Informationen darüber, wer in den Hotels des Ortes abgestiegen war. Man kann diese Art der Publikation auch als Vorläufer der heutigen Anzeigenblätter verstehen. Die Herkunft des Wortes „Intelligenzblatt“ liegt im lateinischen Begriff „intellegere“, der wo viel bedeutet wie „verstehen“ oder „Einsicht nehmen“.

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