Wie zu Stummfilmzeiten: Motorräder mit Gespann

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Wie zu Stummfilmzeiten: Motorräder mit Gespann

Bei einem Motorradgespann handelt es sich um ein Kraftrad, das zur Erhöhung der Sitzplatzanzahl durch einen Beiwagen, auch Seitenwagen genannt, ergänzt wird. Ein Motorrad mit einem Beiwagen wurde zu Zeiten, als Automobile noch lange nicht für jeden erschwinglich waren, auch das "Auto des kleinen Mannes" genannt. Heute erfreuen sich Liebhaber historischer Fahrzeuge an den vielfältigen Modellen, wie dem "BMW RS 60 mit Steib S 35 Beiwagen", dem "Dnepr K-750" oder dem "Ural 650".

 

Historische Motorradgespanne

Die Entwicklung und die Produktion von Motorradgespannen hatte ihre Blütezeit in den 1920er- und 1930er-Jahren, und eine Vielzahl von Firmen spezialisierten sich auf die Herstellung von Beiwagen: zum Beispiel die Firma Steib Metallbau aus Nürnberg, die Stoye-Fahrzeugbau-Leipzig, die KALI Beiwagen & Anhängerfabrik aus Oberursel und die russischen Ural-Werke.

 

Beiwagen der Firma Steib

Die Firma Steib existierte bis 1957 und stellte Beiwagen her, die bevorzugt mit BMW-Motorrädern kombiniert wurden. Bekannt sind die Modelle "LS 200", "S 500 L" und "TR 500", die von Firmen in Russland und China kopiert wurden und als Nachbauten auch heute noch erhältlich sind.

 

Beiwagen von Stoye

Die Stoye-Fahrzeugbau-Leipzig stellte seit 1925 Beiwagen in Serie her, beispielsweise den "Stoye Sport Seitenwagen", den "Stoye Touren Seitenwagen", den "Stoye VS-Trumpf" und den "Stoye LS-Luxus". Nach 1949 wurde die Produktion in der DDR weitergeführt und die Firma fertigte Seitenwagen für Simson, EMW, AWO und MZ.

 

Roller-Beiwagen von KALI

Der Hersteller KALI spezialisierte sich in den 1950er-Jahren auf Seitenwagen für Motorroller. Nachdem die Firma die Produktion von Beiwagen im Jahr 1969 zunächst einstellte, werden seit 1987 durch einen neuen Firmeninhaber wieder Roller-Beiwagen nach historischem Vorbild gebaut, zum Beispiel der "KALI K 109" und der "KALI RS1".

 

Beiwagen der russischen Firma Ural

Die Firma Ural produzierte bis zum Jahr 1957 die "M-72", deren Höchstleistung bei 22 PS lag und die drei Personen mit Gepäck befördern kann. Bis in die 1970-Jahre folgten die "M61", die "M62", "M-63", die "M66" und die "M-67". Noch heute produziert Ural Motorradgespanne für den Weltmarkt, die unter anderem unter den Namen "GearUp", "SportsMan", "Patrol" und "Retro" verkauft werden.

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