Wie wird Bronze-Kunst hergestellt?

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Wie wird Bronze-Kunst hergestellt?

Bronze ist eine Legierung aus Kupfer und Zinn. Durch den Zinn-Anteil sinkt der Schmelzpunkt von Bronze gegenüber dem von reinem Kupfer. Dies ist vor allem für Gussverfahren wichtig. Aus Bronze wurden Kanonen, Werkzeuge, Waffen und Schmuck gegossen, heute verwendet man Bronze hauptsächlich zum Gießen von Glocken und Skulpturen. Kunst aus Bronze ist ausgesprochen robust und überdauert Jahrhunderte unter wechselnden klimatischen Bedingungen. Bronzeguss ist ein Verfahren, das über mehrere Abformungen eine identische Kopie eines beliebigen Originals herstellt. Viele Gießereien haben sich auf Kunstgüsse spezialisiert, wenige Spezialbetriebe sind in der Lage, große Kirchenglocken zu gießen. Friedrich Schiller hat dieser mühevollen und anspruchsvollen Tätigkeit in seinem "Lied von der Glocke" ein dichterisches Denkmal gesetzt.

 

Modell und Negativform

Zuerst erstellt der Bildhauer eine Figur, eine Plastik oder ein Relief aus einem Material seiner Wahl. Möchte er dieses Werk als Bronze-Plastik gegossen haben, erstellt die Gießerei von diesem Modell eine Negativform. Zu diesem Zweck wird die Plastik mit einem synthetischen Kautschuk überzogen, der auch feinste Details festhält. Das ebenfalls zur Erstellung einer Negativs verwendete Gelatine-Gips-Gemisch erlaubt eine vergleichbare Genauigkeit, von dieser Form ist aber nur ein einziges Wachsmodell abformbar. Nicht notwendigerweise besteht das Negativ aus zwei Halbteilen wie bei einem Teller oder einem Relief, wie sie bei eBay angeboten werden. Der Gießer erstellt komplexere Figuren in mehreren Teilformen, um Überschneidungen zu vermeiden. Alle Negativformen erhalten auf der Innenseite eine Beschichtung mit einem Trennmittel und bilden zusammengesetzt eine Hohlform, die dem Original entspricht.

 

Flüssiges Wachs und feinste Keramik

Nun füllt der Gießer in diesen Hohlraum flüssiges Wachs. Anschließend nimmt er die Teile der Negativform im Falle der Silikonkautschukform wieder ab. Gips-Gelatine-Mischungen werden abgeschlagen und entsorgt. Nun steht in der Gießerei eine Wachsskulptur, eine maßstabsgetreue Kopie des Originals. Der Bildhauer überprüft die Form auf Fehler oder Fehlstellen und danach wird mit dieser Wachsfigur die Bronze gegossen. Im nächsten Arbeitsschritt umschließt der Gießer die Wachsform der Plastik mit feuerbeständiger und druckfester Keramik. Wichtig ist, selbst minimale Wassereinschlüsse zu eliminieren, um ein Springen der Form während des Gießens zu verhindern.

 

Brennen und Guss

Die abgetrocknete Keramik wird nun in kurzer Zeit gebrannt, wobei schnell hohe Temperaturen erreicht werden. Das Wachs im Inneren der Keramikform fließt beim Brennen nach unten aus und verbrennt unter dem Einfluss des Luftsauerstoffs. Diese Verfahren heißt "verlorene Form", da die Wachsform nach dem Brennvorgang nicht mehr existiert. Bei Verwendung von Silikonkautschuk trifft diese Bezeichnung nicht zu. Hier lassen sich aus der Negativform weitere Wachspositivformen fertigen. In die leere Keramikform füllt der Gießer nun die heiße, flüssige Bronze.

 

Feinschliff und Patinierung

Der Abkühlvorgang dauert lange und kann nicht ohne Schaden abgekürzt werden. Ist die Form erkaltet, wird die Keramikform zerstört und der Bronzeguss freigelegt. Skulpturen, Hausglocken oder Schiffsglocken werden nur bis zu einer bestimmten Größe aus massiver Bronze hergestellt. Gewicht und die Materialkosten werden rasch zu hoch. Größere Statuen erhalten deshalb einen Kern aus Sand, der anschließend entfernt wird. Nach dem Guss schleift der Bildhauer die entstandenen Gussnähte, entfernt Schlackenreste und bestimmt die Farbe, Patina genannt, der Bronzeskulptur.

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