Wie man gültige Frankaturware auf eBay findet

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Wie man gültige Frankaturware auf eBay findet

Postfrisch, ungebraucht oder ohne Gummi - Was Sie beim Kauf von gültiger Frankaturware beachten sollten

Briefmarkensammeln ist ein Hobby mit breit gefächerten Teilgebieten. Je nach Interesse sammeln Philatelisten zum Beispiel Marken einer bestimmten Epoche, mit besonderem Motiv oder Abarten und Plattenfehlern. Neben Briefmarken interessieren sich viele versierte Sammler auch für andere Frankaturwaren wie Paket- und Päckchenmarken. Die wertvollsten Stücke einer Sammlung sind oftmals postfrische, ungestempelte Postwertzeichen. Die Ausnahme bilden Frankaturen, die Aufgrund einer Abart oder besonderen Stempelung zu einer Rarität werden. Doch in der Regel bedeutet postfrisch aus der Druckerei das höchste Qualitätsmerkmal von Sammlerstücken. Hier erfahren Sie, welche verschiedenen Güteklassen es für gültige Frankaturware gibt und wie Sie sie erkennen können.

Nur eine unbeschädigte Marke ist eine gute Marke

Eine Briefmarke für die Sammlung muss komplett und unbeschädigt sein. Zerrissene Exemplare oder solche mit einer fehlerhaften, unvollständigen Zähnung können Sie daher getrost entsorgen, denn sie sind für die Sammlung wertlos. Ausgenommen sind postfrische Marken, diese können Sie zumindest noch zum Frankieren von Briefen benutzen. Ob sie noch gültig sind, sollten Sie jedoch sicherheitshalber vorab bei der Post erfragen. Bei gestempelten Brief- und Paketmarken muss der Stempel gut lesbar und nicht verwischt sein. Daher werden Marken mit Stempelung gerne als sogenannte Ganzsache, also samt dem Brief oder einem Teil davon, aufbewahrt. Andere Sammler waschen die meisten Marken ab, damit sie gut in das Sammelalbum passen, und heben nur die schönsten Ganzsachen auf. Wie Sie es mit Ihrer Sammlung halten, ist reine Geschmackssache. Wichtig ist, wie gesagt, dass die Stempel in jedem Fall gut zu sehen und leserlich sind.

Vorsichtige Behandlung erhält Sammlerwert und Schönheit der Marken

Um den Wert einer Marke so hoch wie möglich zu erhalten, sollten Sie von Anfang an äußerst vorsichtig damit umgehen. Benutzen Sie zum Aufnehmen und Betrachten Ihrer Sammlung stets eine Pinzette, da das Anfassen mit den Fingern Verschmutzungen und Beschädigungen verursachen kann. Die Gummierung ist besonders empfindlich, aber auch das Motiv kann durch das Fett an den Fingern zerstört oder beeinträchtigt werden. Eine Lupe ist ebenfalls hilfreich. Mit ihr können die Briefmarken genau untersucht sowie Stempelungen und Zähnung kontrolliert werden. Sehr praktisch sind Arbeitslupen mit integrierter Beleuchtung, wie sie zum Beispiel in der Feinmechanik oder bei Goldschmieden verwendet werden. Für den Anfang reicht jedoch eine einfache Leselupe völlig aus.

Die Aufbewahrung der Sammlung – Frankaturware gut geschützt und konserviert

Eine Briefmarkensammlung entsteht nicht über Nacht. Daher werden viele Marken erst einmal lose, also ohne Album gesammelt. Dieser Konvolut wird später gesichtet, sortiert und in Alben und Einsteckbüchern hübsch aufbereitet präsentiert.

Wie man am besten an Briefmarken herankommt

Kiloware fällt oftmals bei Haushaltsauflösungen an und bietet eine interessante Fundgrube für Sammler und Liebhaber. Eine weitere Möglichkeit, um schnell an möglichst viele Sammelobjekte zu kommen, sind Restsammlungen von anderen Philatelisten. Diese werden verkauft, weil der Sammler die übrig gebliebenen Stücke für seine Sammlung nicht brauchen kann. Unter Umständen enthalten sie jedoch noch einige wirklich schöne Stücke, die den Grundstock einer eigenen Sammlung werden können.

Sammlung nach Vordrucken

Neben leeren Alben können Sie auch nach Vordrucken sammeln. Auf diesen Blättern sind alle Briefmarken aufgedruckt, die Sie für die komplette Kollektion benötigen. Das vereinfacht die Suche nach fehlenden Exemplaren. Außerdem sind die Vordrucke schon attraktiv gestaltet und bieten oft neben dem schicken Rahmen nützliche Hintergrundinformationen zu den einzelnen Marken oder der Postgeschichte.

Egal ob lose Sammlung oder Album, achten Sie auf jeden Fall darauf, dass die Schutzhüllen für die Marken frei von Lösemitteln und Weichmachern sind, denn diese können die Frankatur mit der Zeit beschädigen. Außerdem sollten Briefmarken trocken und dunkel lagern. Bei Tageslicht vergilben sie sehr schnell.

Gebraucht oder postfrisch – was ist besser?

Das ist eine Frage, an der sich sprichwörtlich die Geister scheiden. Je nach Ausgabe liegt der höhere Wert bei den gestempelten oder den ungestempelten Marken. Eine gestempelte Marke ist zum Beispiel dann teurer als das ungestempelte Gegenstück, wenn von den gestempelten wesentlich weniger Exemplare vorhanden sind. Das kommt zum Beispiel dann vor, wenn die Restbestände der Frankaturen an Briefmarkenhändler verkauft werden und dadurch große Auflagen in Umlauf gelangen. Eine gute Orientierungshilfe bieten hier Kataloge wie der Michel Deutschland und Michel Spezial. Auch die Literatur hält in Ratgebern und Sachbüchern viele praktische Hinweise zu diesen Auswahlkriterien bereit.

Qualitätsunterschiede bei ungebrauchten Briefmarken erkennen

Ungebrauchte Brief-, Paket- und Päckchenmarken sind im Idealfall fehlerlos und kommen direkt vom Postschalter oder aus der Druckerei. Diese vollkommen unbeschädigten Marken mit kompletter Zähnung und vollständiger Gummierung auf der Rückseite werden auch als postfrisch bezeichnet. Im Michel-Katalog für Sammler wird diese Güteklasse für ungebrauchte, gültige Frankatur mit ** gekennzeichnet.

Die nächste Kategorie unter der fehlerlosen postfrischen Marke ist die ungebrauchte Briefmarke mit Falz. Dieser Falz stammt aus einer Zeit, in der die Postwertzeichen, meist Briefmarken, mithilfe eines kleinen Kunststoffstreifens auf der Rückseite in den Sammelalben befestigt wurden. Heute werden stattdessen Sammeltaschen oder Schutzhüllen aus Pergamin verwendet, um den Wert der Marken nicht zu mindern. Ist solch eine Briefmarke ansonsten fehlerfrei erhalten und besitzt noch eine unbeschädigten Gummierung, erhält sie im Katalog ein Sternchen: *.

Steht das Sternchen in Klammern, handelt es sich dagegen um ein ungebrauchtes Exemplar, bei dem der Gummi nur noch teilweise vorhanden ist oder komplett fehlt: (*).

Daneben gibt es noch die Kennzeichnungen o.G. = ohne Gummi sowie O für gebrauchte und gestempelte Marken.

Die Kennzeichnung der Frankaturware auf einen Blick:

  • ungebrauchte, postfrische Marke mit kompletter Gummierung
  • ungebrauchte Marke mit Originalgummierung und Falz
  • ungebrauchte Marke mit fehlender oder fehlerhafter Gummierung
  • Marke ohne Gummierung
  • gebrauchte Marke, gestempelt

Daneben gibt es eine große Anzahl weiterer Hinweise auf die Qualität der Frankaturen. Die Gebräuchlichsten sind zum Beispiel: Falz entfernt, entfalzt, nachgummiert oder neu gummiert.

Geprüfte Frankaturware

Stempel von Gutachtern sowie Fotoatteste sind eine gute Methode, wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, dass die gültige Frankaturware im Angebot auch hält, was sie verspricht. Doch Vorsicht bei der Auswahl eines unabhängigen Prüfers ohne stichhaltige Referenzen. Denn der Begriff 'Prüfer' allein garantiert noch nicht, dass sich hinter dem Angebot auch wirklich ein vertrauenswürdiger Experte verbirgt.

Stempel auf der Rückseite

In Deutschland finden Philatelisten beim Bund Philatelistischer Prüfer e.V. eine seriöse Anlaufstelle. Dieser Verein besitzt Experten mit dem nötigen Fachwissen, um Ihre Marken auf Herz und Nieren zu prüfen. Früher war es üblich, die Marke nach der Begutachtung mit einem kleinen Stempel auf der Rückseite zu versehen. Inzwischen ersetzt das Fotoattest in vielen Fällen diese Praktik, da eine Stempelung, und sei sie noch so klein, im Grunde den Originalzustand der Marke beeinträchtigt. Viele Sammler lehnen die Stempel ab, da die Frankatur durch diese Manipulation nicht mehr als postfrisch im eigentlichen Sinne gelten kann.

Fotoattest

Ein Fotoattest dagegen besteht aus einem kurzen Bericht mit einem Bild der betreffenden Marke. Der Prüfer kreuzt auf einem Vordruck an, welchen Zustand er vorgefunden hat und welche Besonderheiten vorliegen (z. B. Gummierung fehlt, ungebraucht, leichte Mängel etc.). Zusammen mit Datum und Unterschrift hält der Sammler damit ein gültiges amtliches Dokument in Händen, ohne dass die Frankatur beeinträchtigt wurde.

Ein weiterer Punkt, der für die Fotoatteste spricht, sind Mehrfachprüfungen. Manchmal wechseln Einzelstücke oder Sammlungen ihren Besitzer. Liegt die Begutachtung durch einen Fachmann lange zurück, können den neuen Sammlungsinhaber berechtigte Zweifel an der Echtheit des Prüfsiegels überkommen und er wird seinerseits einen Gutachter konsultieren. Bei herkömmlichen Prüfstempeln wird die Rückseite der Marke bei jedem Prüfvorgang erneut signiert. Fotoatteste können dagegen einfach erneut ausgestellt werden, ohne die Marke in Mitleidenschaft zu ziehen.

Worauf Sie beim Kauf von gültiger Frankatur achten sollten

Die große Auswahl an erhältlichen Briefmarken ist für Sammler zwar sehr zu begrüßen, fördert jedoch auch die Kriminalität. Fälscher haben es relativ leicht, ihre Ware an ahnungslose Sammler zu verkaufen. Seien Sie daher besonders vorsichtig bei angeblichen Schnäppchen. Teure Marken, die weit unter Wert verkauft werden, sind mit großer Wahrscheinlichkeit manipuliert. Natürlich ist die Vorstellung, eine unbeachtete Rarität für wenig Geld ergattern zu können, verlockend, aber dieser Fall tritt in den seltensten Fällen ein und Ihnen bleibt am Ende nur der Ärger über das verlorene Geld. Neben der Vorsicht schützt auch ein fundiertes Fachwissen. Studieren Sie Briefmarkenkataloge und einschlägige Fachliteratur, bevor Sie daran gehen, bedeutende Sammlerstücke zu erwerben. Wenden Sie sich im Zweifel vor dem Kauf an seriöse Philatelisten mit ausreichend Erfahrung und lassen Sie sich beraten.

Vorsicht bei Reparaturen

Ein weiteres kompliziertes Thema sind Reparaturen. Grundsätzlich spricht nichts dagegen, eine dünne Stelle an einer Marke ausbessern zu lassen. Das Gleiche gilt für Risse oder andere Beeinträchtigungen. Allerdings muss diese Marke nach der fachmännischen Reparatur auch als repariertes Exemplar gekennzeichnet werden. Sonst wird aus der geschickten Reparatur eine absichtliche Täuschung. Manchmal gelangen solche Marken jedoch auch unabsichtlich in den Handel. Wenn nämlich ein Sammler seine reparierten Marken zusammen mit echten, unbeschädigten Stücken aufhebt und ein Außenstehender dies nicht weiß und erkennen kann. Verkaufen Ihnen nun zum Beispiel die Hinterbliebenen die philatelistische Sammlung ihres Großvaters, haben Sie plötzlich Marken in Händen, die nicht das sind, was sie vorgeben zu sein. In diesem Falle wäre das einfach Pech. Bei der Vorlage bei einem Briefmarkengutachter käme der Irrtum rasch ans Licht.

Noch arglistiger sind jedoch richtiggehende Fälscherbanden, die sich auf Dinge wie Nachzähnungen spezialisiert haben. Hier wird bewusst eine fehlerhafte Zähnung professionell ausgebessert, damit die Marke anschließend als postfrische Ware verkauft werden kann. Letztlich hilft auch bei der Philatelie nur die notwendige Vorsicht und das Vertrauen auf das eigene Bauchgefühl.

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