Wie man einen Schuhschrank anlegt.

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Es ist beinahe schon ein kniffeliges Thema. Da haben wir Frauen und anonymen Schuhabhängigen von heute so viele Schuhe -
aber haben wir auch so viele Schränke? Und haben wir die richtigen Schränke dafür? Was ist überhaupt ein richtiger Schuhschrank?

Eine gute Frage. Es gibt massenweise Angebote, wie der Schuhtick von heute stationiert werden kann. Praktisch sind die wenigsten
- jedenfalls für die Schuhe - und schön ist meistens etwas ganz anderes. Die Industrie stellt sich vor, dass wir unsere Schuhe in den
verschwindend geringen Stauraum einiger Klappkästen zwängen können, die dann auch noch in einen Wohnungsflur minimalen
Ausmaßes passen und als Ablage dienen sollen. Lächerlich!

Diese Methode war für unsere (Ur)Großmütter übrigens noch absolut ausreichend. Im Durchschnitt besaß die Frau vor zwei bis drei
Generationen noch maximal vier Paar Schuhe, von denen eines Schwarz, eines braun, eines keine Stiefelette und eines ein Paar
Hausschuhe war. Sie konnten sogar zwei Stellplätze für Großvaters Alltags- und feine Schuhe von ihrem eigenen Platz abzwacken.
Das funktioniert heute nicht mehr. Selbst die heranwachsenden Herren der Schöpfung haben heute im Durchschnitt vier bis fünf
Paar Schuhe. Sollen sie selbst dafür sorgen!
Einen solchen Kippfachschrank anzuschaffen kann jedenfalls nur ein unbewusstes Versehen sein. Sie wissen ganz genau, dass diese
Unterbringung niemals Ihr gesamtes Sortiment schlucken wird!

Versuchen Sie ruhig, in einem entspannten Moment einmal durchzurechnen, was eine Gesamtunterbringung Ihrer Schuhsammlung
in Klappschränken kosten würde. Als Anhaltspunkt: In einer durchschnittlichen Schuhklappe bringen sie etwa zwei bis vier Paar Schuhe
unter. Selbst mit den günstigen Varianten eines wohlbekannten schwedischen Möbelhauses kommen sie damit durchschnittlich auf eine
Summe, mit der Sie locker und ohne jegliches schlechte Gewissen bei Louboutin einkaufen könnten. Ganz zu schweigen von dem Platz,
den Sie dafür aufwenden müssen. Haben Sie wirklich soviel Wand übrig?

Merken Sie sich: Klappschuhschränke eignen sich ausschließlich für die Paar Schuhe, die wir saisonal beinahe täglich tragen.

Was aber, wenn kein Klappschrank? Diejenigen unter Ihnen, die sich den Luxus eines begehbaren Kleiderschrankes oder gar ein
Ankleidezimmer leisten können, werden nun überlegen lächeln. Und das ist Ihr gutes Recht! Sie haben den Platz dafür, in großen
Dimensionen zu denken. Leider kann das für die Durchschnittsfrau kein Anhaltspunkt sein.

Auch hier gibt es scheinbar findige Lösungen der herstellenden Industrie. Platzmangel soll als Problem ausgeschlossen werden.
Teleskopspindeln, an die Sie ihre Schuhe stecken oder hängen, Säcke oder Gestelle, die die Rückseiten Ihrer Türen verstopfen.
Vergessen Sie das!
Würden Sie sich gern an einen Haken hängen lassen, um aufgeräumt zu wirken? Sehen Sie.

Teleskopgestelle oder Säckchenabteile für Schuhe wirken befüllt wie ein aufgehängter Ramschhaufen.

Tun Sie sich und Ihren Schuhen, für die Sie immerhin ein mittleres Vermögen investiert haben, diese Entwürdigung nicht an.
Denken Sie auch daran, dass Ihre eigenen Schuhe ein vielfältiges Sammelsurium sind, das nicht so wie auf den Werbefotos der Spindelerfinder
aussehen kann - die nämlich verwenden nagelneue, unbenutzte, und überdies farblich harmonierende Schuhe. Das Quetschen in Stoffabteile
kann die Passform sogar soweit verändern, dass sie Ihre Füße schädigt. Sowohl Ihre Füße, als auch Ihre Schuhe brauchen Platz zum atmen.
Also holen Sie mal ganz ZEN-mäßig Luft - so wie die Schuhe auf dem offenen Schuhregal.
Wir reden hier allerdings noch immer nicht von der Weisheit letztem Schluss.
Verstehen Sie mich nicht falsch - jeder Haushalt mit Schuhen sollte über einen offenen Rost verfügen, auf dem Ihre (Edel-)Treter durchlüften
können, ganz richtig. Zur vollständigen Unterbringung eignet sich so ein kleines oder auch größeres Ding (je nach Bedarf) aber nicht - es sei denn,
Sie leben in einem Keller oder haben eine unergründliche Affinität zu ungestüm aufgeworfenen Haufen. Denn dazu wird es sich entwickeln,
spätestens wenn die Kapazität des Schuhregals für das Nebeneinander Ihrer Schätze nicht mehr ausreicht. Ganz nebenbei bemerkt macht das
dann auch den tatsächlichen Sinn eines offenen Schuhregals zunichte, denn

Offene Schuhregale sollten für Ihre Schuhe die Zwischenstation zum Auslüften oder Trocknen sein, nicht mehr, aber auch nicht weniger!

Denken Sie daran, wenn Sie einen Schuh stationieren, wie Sie selbst untergebracht werden wollen. Angenehm temperiert, nicht zu trockene
Heizungsluft, nicht tropisch feucht, keine pralle Sonne (selbst Sonnenanbeterinnen benutzen zumindest Sonnenschutz - Ihren Schuhen
ist das nicht vergönnt!), aber auch keine Eiseskälte - so erhalten Sie aktiv die Freundschaft zwischen Ihren Schuhen und Ihren Füßen,
an denen Sie ja schließlich auch irgendwie hängen.
Am effektivsten erreichen Sie diesen Zustand mit einem Regalsystem, welches mit Türen verschließbar, aber nicht hermetisch abgeriegelt ist.
Diese Systeme gibt es für beinahe alle Füllstände von Geldbörsen, für jeden Geschmack und passend zu beinahe jedem Einrichtungsstil.
Vor allem aber ist ein System stets erweiterbar und fasst nicht nur Schuhe, sondern auch die passenden Pflegeprodukte und weiteres Zubehör.

Fazit:
    •    Verwenden Sie ein offenes Schuhregal zum Trocknen nasser Schuhe und zum Belüften getragener Schuhe - als Zwischenstation.
    •    Bringen Sie Ihre nur saisonal, dann aber häufig einsetzbaren und eingesetzten Schuhe gebündelt und griffbereit unter (dazu eignet sich auch
         ein Kippschranksystem im Flur).
    •    Verstauen Sie Ihre gesamte (restliche) Schuhkollektion in einem Türenverschließbaren Regalsystem, das Ihnen auf den ersten Blick eine
         Übersicht ermöglicht, aber den Inhalt ebenso vollständig hinter einer Ihrem Interieur angepassten Fassade verschwinden lassen kann.

                                  Ihre Schuhe werden es Ihnen danken.

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