Wie man das richtige Zubehör für Tapedecks/Tonbandspieler kauft

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Wie man das richtige Zubehör für Tapedecks/Tonbandspieler kauft

Das Tape bzw. das Spulentonband sind Klassiker der Tonträgertechnik. Sie basieren beide auf der Speicherung des Audiosignals auf einer magnetischen Tonbandschicht. Heute kommen sie nur noch selten vor. Wenn man Glück hat, findet man die Tonträger noch in bestimmten Marktnischen.

Die Kassette besetzt zum Beispiel eine solche Nische im Bereich der Kinderhörspiele. Kassettenrekorder für das Kinderzimmer sind nach wie vor noch sehr beliebt. Das hängt mit der Robustheit des kleinen, handlichen Kassettenbandes zusammen. Als Komponenten für die eigene Stereoanlage haben beide – Tapedeck und Spulentonbandgerät – jedoch ausgedient. Oder doch nicht ganz?

Wie bei jedem technischen Medium sind Tonbandgeräte nicht ganz verschwunden. Es gibt immer eine kleine Anzahl von Menschen, die die damals weitverbreiteten Tonträger noch weiterhin nutzen. Das ist vor allen Dingen dann der Fall, wenn die Betreffenden mit diesen Medien aufgewachsen sind, unter Umständen eine große Sammlung an Tonträgern zusammengetragen haben.

Der Kauf eines gebrauchten Tapedecks oder Tonbandspielers kann aber auch andere Gründe haben. Viele „erben“ beispielsweise eine Anzahl dieser alten Tondatenträger oder finden diese am Dachboden und beginnen, sich mit der Technik auseinanderzusetzen. Häufig ist auch der Wunsch vertreten, alte Aufnahmen zu digitalisieren und damit in „die neue Zeit“ hinüberzuretten.

Welche Beweggründe Sie auch immer haben, ob Sie schon über ein entsprechendes Gerät verfügen oder ein gebrauchtes neu erwerben wollen, oft fehlen wichtige Teile und Zubehör. Dies ist das Thema des Ratgebers. Er wird Ihnen einige Zubehör- und Einzelteilgruppen vorstellen und deren Gebrauch erläutern.

Dabei erhebt der Ratgeber keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Er beschäftigt sich besonders mit all jenen Teilen, die Sie heute noch ohne große Hindernisse erwerben können. Dabei wird es natürlich zunächst um die Tonträger selbst gehen. Darüber hinaus beleuchtet der Ratgeber weiteres Zubehör wie Fernbedienungen, Mikrofone, aber auch Kabel und Reinigungsutensilien, um nur einige zu nennen.

Zubehörteile für Ihr Tapedeck bzw. Ihren Tonbandspieler

Im Folgenden wird Ihnen der Ratgeber einige externe Zubehörteile für Tapedecks und Tonbandspieler vorstellen. Hier sind besonders folgende Teile zu erwähnen: Tonbänder bzw. Spulen, Kassetten, Fernbedienungen, Mikrofone, Anleitungen und Schaltpläne, Kabel, Messkassetten und Reinigungsutensilien.

Tonbänder und Spulen für Ihren Tonbandspieler

Bei einem Tapedeck haben Sie damit keine Probleme: Tonspulen. Auf- und Abwickelspulen sind im Gehäuse der Audiokassette schon fest verbaut. An Tonbandspielern werden sie jedoch manuell angebracht. Seit der Einführung von Tonbandgeräten haben sich unterschiedliche Größen und Typen entwickelt. Der Standard – wenn man heute noch davon sprechen kann – liegt bei Spulen mit einem Durchmesser von 26,5 cm.

Es gibt natürlich noch jede Menge kleinerer Formate. Ältere Geräte können auch Spulen mit der Größe von 6, 8, 10, 11, 13, 15, 18, und 22 cm verwenden. Das kommt jedoch ganz auf ihr verwendetes Gerät und die Spieldauer bzw. Länge ihres Tonbandes an. Eine weitere Unterscheidung betrifft die Bandbreite.

Auch hier gab es durch die Zeit hindurch einige Weiterentwicklungen. Bandbreiten können theoretisch zwischen 6,35 mm und 2 Zoll variieren. Zum Vergleich: Die Audiokassette für das Tapedeck besitzt eine Tonbandbreite von 3,81 mm. Spulentonbandgeräte arbeiten häufig mit einer Bandlänge von über 1000 Meter. Die entsprechende Spieldauer ist abhängig von der verwendeten Geschwindigkeit.

Welche Kassettentypen stehen für das Tapedeck zur Verfügung?

Ähnlich wie bei den oben besprochenen Tonbändern gibt es auch bei Audiokassetten mehrere Typen. Sie lassen sich jedoch alle mit dem Tapedeck abspielen. Sie unterscheiden sich jedoch in der Magnetisierbarkeit der Bänder. Seit der Einführung der Audiokassette 1963 haben sich daher vier verschiedene Typen entwickelt, wovon Typ III heute sehr selten ist.

Typ I verwendet für die Aufnahme bzw. Magnetisierung ein Tonband mit einer Ferritschicht. Typ II besitzt eine Beschichtung aus Chromdioxid. Typ III kombiniert die Chromdioxidbeschichtung mit Eisenoxid. Typ IV schließlich, hat eine Beschichtung mit metallischen Partikeln. Was macht den Unterschied? Der Unterschied ist vor allen Dingen hörbar. Das heißt, die Beschichtungsart hat wesentlichen Einfluss auf den Klang des Bandes.

Audio-Leer-Kassetten werden mit unterschiedlichen Spiellängen angeboten. Zum Standard gehören Kassetten mit einer Spieldauer von 60, 90 oder 120 Minuten (jeweils die Hälfte auf einer Bandseite). Weniger verbreitet sind Kassetten mit einer Spieldauer von 46, 72, 100 Minuten oder auch Überlängen von 180 oder 240 Minuten.

Vereinfacht den Komfort beim Hören und Aufnehmen: Fernbedienung

Besonders bei Tapedecks ist die Verwendung von Fernbedienungen sehr weit verbreitet gewesen. Mit ihrer Hilfe lassen sich die Grundfunktionen von Wiedergabe und Aufnahme komfortabel aus dem Sessel heraus bedienen. Fernbedienungen sind häufig bei Verkauf gebrauchter Geräte nicht mehr dabei. Sie gehen häufig verloren.

Wenn Sie auf der Suche nach einer passenden Fernbedienung für Ihr Tapedeck sind, achten Sie darauf, dass das Gerät vom Originalhersteller stammt. Es gibt immer wieder Nachbauten, mit denen man keine Freude hat. Um den manchmal großen „Fuhrpark“ an Fernbedienungen (auch anderer verwendeter Hi-Fi-Komponenten) zu minimieren, können Sie auch auf eine Universalfernbedienung zurückgreifen. Diese muss Ihr Tapedeck natürlich unterstützen.

Das weite Feld der Mikrofone

Spulentonbandgeräte und Tapedecks können auch mit Eingängen für ein Mikrofon ausgestattet sein. Dies ist einer ihrer ursprünglichen Anwendungsgebiete. Als Philips 1963 den ersten Kassettenrekorder samt Audiokassette vorstellte, hatte die Firma besonders einen Anwendungsbereich im Sinn: das Diktiergerät. Achten Sie dabei besonders auf die Art des Anschlusses. Bei älteren Geräten wurden zumeist mehrpolige DIN-Anschlüsse verwendet.

Für den richtigen Überblick: Bedienungsanleitungen

Bedienungsanleitungen gehören ebenfalls zu den immer wieder gern abhandengekommenen Zubehörteilen. Gerade beim Kauf eines gebrauchten Gerätes, mit dem Sie noch nicht vertraut sind, kann eine Bedienungsanleitung sinnvoll sein. Gleiches gilt, wenn Sie technisch versierter sind und zur Reparatur einen Schaltplan benötigen. Beides – Bedienungsanleitung und Schaltplan – kann man meistens wiederbesorgen. 

Gute Aufnahmen mit guten Übertragungskabeln

Wenn Sie von einer externen Quelle auf Ihr Tonbandgerät aufnehmen wollen, benötigen Sie gute Kabel. Hierbei kann man folgende Faustregel beachten. Je länger das Kabel ist, desto größer ist der potenzielle Verlust am Audiosignal. Daher sollten Sie Kabel wählen, die gut isoliert sind.

Bei Tapedecks und Tonbandspielern kommen hier in der Regel Cinch-Kabel bzw. Cinch-Stecker zum Einsatz. Qualitativ hochwertige Varianten besitzen Stecker mit Goldbeschichtung. Diese sind zum einen sehr korrosionsbeständig. Zum anderen ist Gold einer der besten Leiter für elektrischen Strom. Ältere Geräte verfügen häufig auch über DIN-Anschlüsse. Diese besitzen – zur Wiedergabe und Aufnahme eines Stereosignals – einen 5-poligen DIN-Stecker.

Mit Messkassetten zum größtmöglichen Frequenzbereich

Die Verwendung eines Tapedecks bedeutet auch, dass man das Gerät ab und zu kalibrieren muss. Tut man dies nicht, können Aufnahmen und Tapes schlecht und dumpf klingen. Weitere Schwierigkeiten ergeben sich von Zeit zu Zeit mit einer verstellten Abspielgeschwindigkeit.

Hierfür müssen eventuell Tonköpfe und Motoren neu eingestellt werden. Um dies zu handhaben, benutzt man eine Messkassette. Auf dieser befindet sich ein hoher Ton von 10 KHz, der als Referenzton genutzt werden kann.

Tonbandspieler und Tapedecks leben von dauernder Pflege

Tonbandspieler und Tapedecks bestehen aus einer Vielzahl von kleinen und großen mechanischen und elektronischen Bauteilen. Diese müssen tagtäglich miteinander harmonieren und zusammenarbeiten. Hierfür ist eine regelmäßige Pflege und Reinigung der Geräte unabdingbar.

Gereinigt werden dabei vor allen dingen alle sofort zugänglichen Bauteile. Das können zum Beispiel die Ton- bzw. Löschköpfe sein, Andruck- und Umlenkrollen, Tonwellen und andere Komponenten. Diese lassen sich zum einen manuell reinigen.

Hierfür sollten Sie auf Q-Tips zurückgreifen. Als Reinigungsflüssigkeit bietet sich unverdünnter Alkohol an, den Sie auf die Wattebäusche geben. Damit können Sie vorsichtig verunreinigte Stellen behandelt. Wenden Sie nur wenig Druck auf und achten Sie darauf, dass Sie die so gereinigten Bauteile auch wieder trocknen.

Für große Flächen, wie Geräteaußenseiten usw. bietet sich ein Mikrofasertuch an. Dieses nimmt auch kleinste Staubpartikel auf. Staubwedel sind ebenfalls zu empfehlen. Für wirklich hartnäckige Stellen sollte man Druckluftspray verwenden.

Weitere Einzelteile für Ihr Tapedeck bzw. Ihren Tonbandspieler

Viele ältere Geräte sind immer wieder mit den gleichen Störquellen belastet. Diese bestehen zumeist aus Bauteilen, die ihren Dienst versagen. Folgend sollen nun kurz die beliebtesten Austauschkandidaten vorgestellt werden.

Das Tonband wird weniger von der Rotation der Spulen bewegt, als vielmehr durch die Rotation der sogenannten Tonwelle, auch Capstan genannt. Das Band wird dabei über diese Welle geleitet und mithilfe von Andruckrollen daran angedrückt. Tonwellen, deren Motoren, sowie Andruckrollen und sonstige Bandleitungsrollen werden ab und zu ausgetauscht.

Tonköpfe sind dafür zuständig, dass die Bänder magnetisiert werden. Das Tonband selbst, das mit einer metallischen Beschichtung versehen ist, wird dabei über die Köpfe geführt und verschleißt diese über die Jahre. Bei viel genutzten Tonköpfen wird der Kopfspalt des Magnetringes breiter und ist nicht mehr in der Lage, hohe Frequenzen aufzuspielen.

Sie können den Zustand der Tonköpfe selbst testen, indem Sie locker mit Ihrem Fingernagel über den Tonkopf in Bandrichtung fahren. Spüren Sie eine Vertiefung und eine Kante, könnte der Austausch des Kopfes notwendig werden.

Am häufigsten müssen jedoch die Gummiriemen der Riemenantriebe von Tonbandspielern und Tapedecks gewechselt werden. Diese sind klassische Verschleißteile. Nach Jahren werden sie auf porös oder leiern aus. Der Austausch des Riemens macht jedoch die Öffnung des Gehäuses erforderlich.

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