Wie man Briefmarken aus der DDR auf eBay findet

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Wie man Briefmarken aus der DDR auf eBay findet

Historie aus einem völlig anderen Blickwinkel

Unvergessen werden jene Szenen in Erinnerung bleiben, als Menschen vor lauter Freude auf der Berliner Mauer tanzten, um die Öffnung der Grenzen im November 1989 gebührend zu feiern. Auch wenn in den anschließenden Jahren nicht alles reibungslos verlief, ist die Wucht dieses historischen Moments noch bis heute spürbar. Nun kann man sich natürlich der Geschichte eines Landes auf verschiedene Arten nähern: zum Beispiel durch eine Sammlung an Büchern und Zeitschriften oder etwa Spielzeug mit einem durchaus nostalgischen Charme. Für leidenschaftliche Philatelisten stehen natürlich Briefmarken im Mittelpunkt, die in den Jahren von 1949 bis 1990 in der DDR erschienen sind.

Der Begriff Philatelie selbst wird gedeutet als das systematische Sammeln von Postwertzeichen, was es im Grunde perfekt trifft. Ohne System wird jeder Sammler schnell an seine Grenzen stoßen, zu groß ist das Angebot an Briefmarken, die bisher weltweit erschienen sind oder aktuell ausgegeben werden. Kriterien könnten etwa sein:

  • Länder
  • Motive
  • Jahrgänge
  • Farben
  • Persönlichkeiten

Dies sind nur einige wenige Beispiele von unendlich vielen Möglichkeiten. Der nachfolgende Einkaufsratgeber fokussiert sich mit der DDR auf das Länderprinzip - mit einigen Tipps und Informationen, wie weiter selektiert werden könnte.

Die Zeit der sowjetischen Besatzungszone

Ähnlich wie bei der einstigen BRD beginnt die Geschichte der DDR genau genommen mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Interessant für Sammler sind hier die sogenannten Besatzungszonen, in diesem Fall die sowjetische Besatzungszone, die eben Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Brandenburg sowie Mecklenburg-Vorpommern umfasste. Heute werden diese - zumindest aus westlicher Sicht - als neue Bundesländer bezeichnet. Zwar ein sehr begrenzter Zeitraum, der 1949 endete, deshalb aber nicht weniger spannend ist.

Zu den philatelistischen Besonderheiten dieser Zeit gehört, dass die ursprünglich alliierten Gesamtausgaben mit Beginn der Konflikte zwischen den Siegermächten im Jahr 1948 mit jeweiligen Bezirkshandstempeln überdruckt wurden. Für historisch orientierte Sammler mit Sicherheit ein sehr interessantes Thema mit einer gewissen Überschaubarkeit.

In der Folge dieser geschichtlichen Ereignisse erschienen in der Zeit von August 1948 bis August 1949 eigene Briefmarken in der Sowjetischen Besatzungszone, auch Ostzone genannt. Zwei Sondermarken anlässlich der Leipziger Herbstmesse mit historischen Motiven der Veranstaltung sind die letzten beiden Exemplare, die noch in die Besatzungszeit fielen. Am 7. Oktober 1949 erfolgte die offizielle Gründung der DDR.

DDR Briefmarken - wie man sich einen ersten Überblick verschafft

Sich einen sinnvollen Überblick über die herausgegebenen Briefmarken zu verschaffen, ist auf dem einfachsten Weg über Kataloge möglich. Diese gibt es ganz klassisch als Printprodukte sowie als Online-Kataloge, für die - je nach Umfang - ein monatlicher Beitrag in unterschiedlicher Höhe fällig wird. Der Vorteil der digitalen Versionen ist vor allem, dass diese bei seriösen Anbietern regelmäßig aktualisiert werden. Neben der Abbildung der Briefmarken selbst finden Philatelisten aktuelle Preisnotierungen sowie ausführliche Beschreibungen. Dazu bieten diese noch viele weitere Angaben, die tiefer in die Materie eindringen. Dazu zählen Kriterien wie etwa:

  • Formate
  • Zähnungen
  • Farbe
  • Motive
  • Werte

Dies sind exemplarische Beispiele, wie sich die Suche eingrenzen lässt. Ebenfalls fließen zumeist die Ergebnisse aktueller Auktionen in die Online-Kataloge mit ein.

Der DDR Universalkatalog

Im Printbereich gibt es einen Katalog, der allerdings schon selbst zum Sammlerobjekt geworden ist: den sogenannten DDR Universalkatalog, der allerdings 1986 erschienen ist und somit die letzten Jahre nicht mit listet. Die letzte Briefmarke der Deutschen Post der DDR erschien am 15. Mai 1990 mit einer Auflage von zwei Millionen Stück. Anlass war das 125jährige Jubiläum der Internationalen Fernmeldeunion mit Sitz in Genf.

Weitere wichtige Kataloge

Vor allem für Neueinsteiger ist es nicht ganz einfach, im Internet die richtigen Informationen herauszufiltern. Empfehlenswert ist in diesem Fall, sich entweder Fachlektüre zu besorgen oder einen Briefmarkenhändler in der näheren Umgebung aufzusuchen, der sicherlich gerne weiterhelfen wird. Als Hilfe für die ersten Schritte nachfolgend eine Liste der Firmen, die sich im Kreis der Philatelisten mit ihren Katalogen recht großer Akzeptanz erfreuen:

An erster Stelle ist sicher der Schwanenberg Verlag in der Nähe von München zu nennen, der Michel-Kataloge als weithin anerkannte Standardwerke mit detailreichen Informationen publiziert. Für unerfahrene Philatelisten ist es wissenswert, dass die Preisangaben, der sogenannte Michel-Wert, häufig im Fokus steht, da diese zumeist höher ausfallen, als die tatsächlich auf dem Markt erzielbaren Sammlerpreise. Ebenfalls erwähnenswert ist der Philex Verlag aus Köln mit Katalogen, die sich sehr gut für Einsteiger eignen. Im Bereich der digitalen Kataloge - zumeist auf CD-ROM - nimmt der Philotax Verlag aus Hamburg eine wichtige Position ein. Aus dem Verlag kommt eine Ausgabe mit einem kompletten DDR Katalog von 1949 bis 1990.

DDR Briefmarken systematisch suchen und sammeln

Wer sich schon länger mit dem Hobby beschäftigt, hat sicherlich sein eigenes System entwickelt, um die persönliche Sammlung kontinuierlich zu erweitern. Obwohl der zeitliche Rahmen überschaubar ist, gibt es genügend Ansätze, Briefmarken aus der DDR nach verschiedensten Kriterien zu sammeln, da bis 1990 doch über 3.000 Postwertzeichen erschienen sind, im Schnitt also etwa alle fünf Tage. Eine der Möglichkeiten besteht darin, sich auf bestimmte Jahrgänge zu konzentrieren, die jeweils mit historischen Ereignissen verbunden sind.

Der Jahrgang 1949 etwa umfasst vier einzelne Postwertzeichen. Die allererste Marke erschien am 09.10.1949 zum 75jährigen Jubiläum des Weltpostvereins - als gestalterisches Motiv ist darauf eine Brieftaube zu sehen. Die letzte Ausgabe des Jahres wurde dem Tag der Briefmarke gewidmet. Erwähnenswert in diesem Zusammenhang: Mit den Katalognummern 113 bis 115 startete in der damaligen BRD 1949 eine Serie an Sondermarken und Zuschlagsmarken zum Tag der Briefmarke, die bis heute als einzige Serie dieser Art besteht.

Natürlich kann eine Sammlung auch an Personen festgemacht werden: Der ehemalige Staatsratsvorsitzende Walter Ulbricht etwa ziert einige der Postwertzeichen aus der DDR. Ebenfalls recht häufig ist der Philosoph und Gesellschaftstheoretiker Karl Marx als Motiv zu finden, an dem sich nach wie vor die Geister scheiden. Für Briefmarkensammler kommen hier eben andere Aspekte zum Tragen, die vielleicht etwas weniger politischer Natur sind. Auf jeden Fall ein insgesamt sehr spannendes Sammelgebiet, sofern man sich für öffentliche Personen interessiert. Diese unterscheiden sich zudem deutlich von Briefmarken aus der BRD derselben Zeit.

Ebenfalls einschränken lässt sich die Suche, wenn man sich zum Beispiel für Sportmotive, für Weltraummotive oder auch für Natur und Landschaften interessiert. Die Liste ließe sich noch deutlich erweitern und dient lediglich als Anregung.

Einen Grundstock mit Lots und Posten legen oder die Sammlung erweitern

In der Philatelie stehen Lots zumeist für eine kleinere Sammlung an Briefmarken, die sich häufig an Themen orientieren, bei entsprechenden Posten ist der Umfang zumeist etwas größer. In seltenen Fällen wird auch von Kiloware gesprochen, wobei der Begriff nicht unbedingt auf das tatsächliche Gewicht anspielt, sondern auf große Stückmengen. Auch dies ist eine Möglichkeit, die eigene Sammlung zum Teil recht kostengünstig zu erweitern.

DDR Briefmarken als Anlagewerte?

Eine wichtige Frage ist natürlich, aus welcher Motivation heraus man als Sammler handelt. Geht es hauptsächlich um den ideellen Wert, spielen vor allem die Erwerbskosten eine Rolle - sprich das eigene Budget, das für das Hobby zur Verfügung steht. Deutlich schwieriger gestaltet sich das Thema, wenn die Sammlung in gewisser Weise auch als Wertanlage betrachtet wird. Aus verschiedenen Gründen:

Selbst die ersten Marken der DDR aus dem Jahr 1949 wurden mit einer Auflage von bis zu drei Millionen Exemplaren gedruckt. Damit ist schon einmal geklärt, dass es sich in der Regel um Massenware handelt, die sich kaum als Wertanlage eignet. Ein weiterer wichtiger Faktor für die Wertentwicklung ist die Qualität. Damit ist nicht nur gemeint, ob die Exponate gut erhalten sind, sondern etwa auch, welches Druckpapier verwendet wurde, wie präzise Schnittmarken sind oder ob bei postfrischen Marken die Gummierung unbeschädigt ist.

Im Umkehrschluss gilt natürlich: Je seltener und gefragter eine Briefmarke ist, desto höher sind die Chancen auf eine spürbare Wertsteigerung. Hier kommen dann Begriffe wie Fehldrucke, Abarten oder Bogenränder ins Spiel, die nicht nur für die ehemalige DDR Gültigkeit haben. Wer hier nicht auf die Nase fallen möchte, muss sich sehr intensiv mit der Materie beschäftigen, um langfristig Erfolg zu haben.

Das manchmal auch Glück ins Spiel kommt, steht außer Frage. Exemplarisch dafür stehen die 1984er Olympiamarken der DDR: Teile der Serie waren bereits gedruckt, erschienen jedoch nie auf den Markt, da es zum Boykott der Olympischen Spiele in Los Angeles durch die Ostblock-Länder kam. Die identischen Motive wurden vier Jahre später zu den Spielen in Seoul erneut verwendet. Einziger Unterschied: die Jahreszahlen sowie die römischen Ziffern für die Olympiade. Spekuliert wird, dass einige dieser sogenannten Boykottmarken von 1984 in Leipzig versehentlich an einem Postschalter gemeinsam mit Marken der 1988er Serie verkauft wurden. Im Jahr 1995 tauchte dieser Satz in London bei Sotheby's auf und erzielte einen Preis von 7.475 britischen Pfund - ein Olympiarekord der etwas anderen Art.

Weitere spezielle Sammelthemen für die DDR

Wie vielfältig und gleichzeitig kompliziert das Sammeln sein kann, zeigen etwa die weiteren Themengebiete, für die sich Philatelisten in Bezug auf die DDR interessieren. Wer hier in irgendeiner Form mit einsteigen möchte, sollte sich vorab ausgiebig informieren - ganz ähnlich wie es Sammler alter Automobile tun:

Dazu zählen zum Beispiel die sogenannten Dienstmarken. Dabei handelt es sich um Postwertzeichen, die nicht über den Schalter verkauft wurden, sondern ausschließlich Ämtern und Behörden vorbehalten waren. Auch für sogenannte Zusammendrucke gibt es einen Markt, der noch ergänzt wird durch Ganzsachen, zumeist bestehend aus Umschlag, Postkarte und Postwertzeichen. Beliebt sind Ganzsachen, die durch Tagesstempel erkennbar den Postweg durchlaufen haben und so ihre eigene Geschichte erzählen.

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