Wie kürze ich die viel zu lange Norm-Steckkupplung?(38)

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Themeninfo: Detaillierte Bauanleitung für die Kürzung der steckbaren standardisierten Norm-Hakenkupplung im N-Bahnbetrieb (Teil 2)

(K)ein Fall für Rumpelstilzchen: "Heute schneid ich, morgen fräs ich, übermorgen -  geht's dann ganz geschwind - schweiß ich mir ein HEKUkind!" (Frei nach den Brüdern Grimm)

Liebe MoBa-Freunde und lieber MoBa-Freund, der mich verwundert anmailte, warum ich auf der Ratgeberseite eine zweigeteilte Bauanleitung vortrage! Pro Ratgeberseite sind nur max. 10 Fotos zu platzieren und da ich dieses Mal besonders gründlich sein wollte, habe ich den "Kuchen" halbiert! Und Ihr seht auch, dass es direkt ohne Umschweife weitergeht:

Bild 11 + 12: Meine gekröpfte Spitzzange, die ich scherzhaft "Strombiegezange" tituliere, hat ihren ersten großen Einsatz! Der abgelängte Schaft muss mit relativ großer Kraft in das "bohr-gefräste" Langloch gedrückt werden, weil sich die Bauteile gegenseitig "bekneifen" sollen! Jetzt können die für die Kupplungsgeometrie notwendigen seitwärtigen/horizontalen Ausrichtungen des HEKU-Schaftes vorgenommen werden, ohne dass die Feinkorrekturen gleich wieder verloren gehen!

                                             

Ganz gleich welcher HEKU-Schaft im nächsten Schritt mit dem Resthaken "wiedervereinigt" wird, die "neue Geometrie" des Hakens ist identisch mit der "alten"!  > Einzig die Schaftlänge hat sich geändert!!! < Also bitte genau die Winkel- und Fluchtlinien der normalen Standardkupplung studieren und auf die HEKUs übertragen! Sollte der neue gekürzte Schaft, bezogen auf die Schienenebene, nicht genau in der W a a g e r e c h t e n sein, kann er auch ausnahmsweise noch  n a c h  dem Verschweißen in die gewünschte Position mithilfe der Spitzzange "geknechtet" werden! Das Material hält das tatsächlich aus! Aber andere größere seitwärtige Korrekturen sind aufgrund der polymeren Materialstruktur dann allerdings ohne Bruchgefahr  n i c h t  mehr möglich und würden zudem die Grundform des Hakens verändern!

Bild 13 + 14: Für meine Weller-Lötstation habe ich die feinste Lötspitze eingesetzt, die im Weller-Sortiment verfügbar ist! Eine sehr ruhige Hand  - gepaart mit dem notwendigen "Mut" - beim Einführen der ca. 200°- max. 220° C heißen Lötspitze in den Innenbereich des Kupplungshakens sind weitere unabdingbare Vorraussetzungen! Denn dadurch, dass die gekürzten Schäfte durch das Langloch exakt 0,5 mm(!) in den Innenraum des Hakens geschoben werden, verengt sich dieser enge Innenbereich, welcher überhaupt  d e r  wichtige Funktionsbereich der Kupplung ist, noch weiter!  Die 0,5 mm Innenüberstand müssen unbedingt nach meinen Erfahrungen eingehalten werden, damit sich im unmittelbaren "Schweißbereich" das Material von Haken  u n d  Schaft  durch Verschmelzen durchmischt und neu miteinander verbindet! Nur so entsteht eine neue belastbare Verbindung ähnlich der Originalkupplung!  - Verfahren wir hier nach dem Motto "Soviel Materialüberstand zum Schweißen wie möglich, soviel Innenstand zum Funktonieren wie nötig", sind wir immer auf der sicheren Seite!

                                             

Nun kann ich auch, wie oben angekündigt, das Geheimnis der leicht nach links versetzten Fase lüften! Es ist durchaus von Vorteil, wenn das Langloch zunächst breiter als der eigentliche Schaftquerschnitt ist, denn so lässt sich beim Verschweißen oder Verschmelzen der gewollte Materialüberschuss des Schaft-Innenstandes während des Glattstreichens elegant in den freien Nebenbereich verteilen und um nicht evtl. die lichte Weite des Hakeninneren einzuschränken; für die Stabilität der kürzeren HEKU kann das ebenfalls nur von Vorteil sein! Das Alles muss sehr zügig und beherzt vonstatten gehen, denn eine Verweildauer der ca. 200° C heißen Lötspitze von mehr als 2 sec.  im Hakeninneren führt zu irreparablen Verformungen der Kupplung. Dank der schlechten Wärmeleitfähigkeit von Plastik bietet sich dieses Verfahren ja überhaupt erst an!

Liebe MoBa-Freunde, das HEKU-Werk ist nun vollbracht und ich möchte jetzt nicht noch leicht überschwänglich der Versuchung erliegen, aus Schillers "Glocke" zu zitieren, auch "wenn das Werk den Meister loben" könnte!" Na - wer's glaubt!

Das aber ist nur meine ganz subjektive Meinung, die ich hier und heute ganz objetiv zu äußern wage, damit Euch das viele und teure Lehrgeld erspart bleiben möge, das ich von der   'HEKU-Findung' bis hin zur 'HEKU-Werdung' gezahlt habe und mich oft auf eine harte Geduldsprobe gestellt hatte! - Frisch an's Werk Gesellen, jetzt ist Eure HEKU-Time angesagt!  - Ich freue mich schon jetzt auf Eure Kommentare und - Verbesserungsvorschläge, denn wie immer ist "noch kein Meister vom Himmel gefallen"!

Euer HEKU-Mann und MoBa-Freund HaHe

P.S. Wenn Ihr wollt, werde ich mich irgendwann auf dieser Ratgeberseite wieder zu Wort melden, sage aber jetzt erstmal "Adieu, es hat mich sehr gefreut" und vielen Dank für Euer langjähriges und lebhaftes Interesse! Ach ja, auch noch allzeit gute Fahrt auf allen kleinen und großen (Schienen-)Wegen!

 

 

 

 

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