Wie kürze ich die viel zu lange Norm-Steckkupplung?(37)

Aufrufe 694 Mal bewertet mit „Gefällt mir” Kommentare Kommentar
Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war

Themeninfo: Detaillierte Bauanleitung für die Kürzung der steckbaren standardisierten Norm-Hakenkupplung im N-Bahnbetrieb (Teil 1)

(K)ein Fall für Rumpelstilzchen: "Heute schneid ich, morgen fräs ich, übermorgen -  geht's dann ganz geschwind - schweiß ich mir usw. ... !" (Frei nach den Brüdern Grimm) 

Hallo, liebe MoBa-Freunde! Irgendwie müsste Euch das Thema doch bekannt vorkommen! Ganz richtig, denn im Ratgeber Nr. 2 vor über zwei Jahren im Dezember 2006 hatte ich den Bau der gekürzten Norm-Hakenkupplung zum ersten Mal thematisiert.

Weil dieser Ratgeber damals nur rein informativen Charakter hatte und nach Meinung vieler nachbauinteressierter MoBa-Freunde zu knapp und sporadisch ausgefallen war, komme ich heute Eurer mehrfachen Bitte einer gründlichen textlichen und bildlichen Neubearbeitung nach! Also, frisch ans Werk!

Bild 1 + 2:  Steckbare Standard-Hakenkupplungen liegen bereit zur Aufarbeitung zum 3-tlg.Varioset aus HEKU25, HEKU50, HEKU75

                                    

Wichtig ist, dass der saubere und scharfe Schnitt zwischen Haken und Schaft direkt am Stoß geführt wird, damit gegenüber dem schwarzen Plastikmaterial des Resthakens die Trennstelle nun als deutlich hellerer Schnittbereich erkennbar wird! - Diese Trennstelle wird uns im übernächsten Arbeitsschritt gleichsam als wegweisende Bohr- und Fräsmarkierung dienen!

Bild  3 + 4: Richtiges Ablängen von drei abgetrennten Kupplungsschäften auf das erforderliche HEKU-Maß immer im direkten Vergleich mit dem Schaft der Originalkupplung: ein Kupplungsschaft bleibt unbearbeitet -  ist also Teil der HEKU75 -, einer wird um ca. 1mm - ist also Teil der HEKU50 -, der letzte verbliebene um ca. 2 mm - ist also Teil der HEKU25 -  mit einem scharfem Cutter gekürzt. - Je schärfer und druckvoller der Schnitt, desto "heller" zeichnet sich die Trennstelle ab, die wir ja als "Frässchablone" umfunktionieren wollen!

                                  

Somit haben wir schon eine wichtige Voraussetzung geschaffen, um mit dem neuen Schaft einer HEKU25 (75% kürzer als die Normkupplung), einer HEKU50 (50 % kürzer) und einer HEKU75 (25 % kürzer) die dem großen Vorbild entsprechenden Pufferabstände im N-Bahnbetrieb zu realisieren! 

Für den nächsten Arbeitsschritt benötigen wir einen 0,8 mm HSS-Bohrer samt einer kleinen handlichen elektrischen Bohrmaschine mit regulierbarer Drehzahl, die sich ideal auch für die Plastikbearbeitung eignet. Bei einer Schaftdicke von 1 mm ergibt sich so ohne weitere Hilfsmittel wie Sekundenkleber o.ä. eine sehr gute Fixierung für den ersten provisorischen Steckversuch! Der Resthaken "bekneift" nach Fräsen des "Langloches" quasi den gekürzten Schaft in idealer Weise und lässt alle Korrekturmöglichkeiten offen!

Bild 5 + 6: Die Anleitung habe ich als Rechtshänder verfasst! Linkshänder müssten also jetzt entsprechend umdenken! So oder so, jetzt ist zunächst echte "Handarbeit" gefordert, denn alle mannigfachen Versuche mit mechanischen Spann-/Klemm- und Dreheinrichtungen o.ä. sind (bisher) gescheitert, weil sie in diesem Fall sich als zu umständlich und zeitaufwändig erwiesen und nie an die Multifunktionalität der komplex agierenden menschlichen Hand heranreichen konnten! 

                                          

Wichtig ist hier, dass der 0,8 mm-Bohrer genau mittig auf dem Resthaken links neben der "helleren" Trennstelle zunächst mit nur wenig Druck und fast senkrecht aufgesetzt wird! Mit dieser exakt gesetzten Fase auf dem Resthaken leiten wir die Durchbohrung ein und haben damit eigentlich schon "die halbe Miete"! 

Bleibt eigentlich nur noch die Frage zu beantworten, warum wir die Fase links  n e b e n  der hellen Trennstelle und nicht direkt auf ihr selbst anbringen! Das beantworte ich dann ausführlich während des Verschweißens von Haken und Schaft in Bild 11+12.

Bild 7 + 8: Nach dem Setzen der Einstiegsbohrung kommt das Fräsen des "Langlochs" - und das ohne Tausch des Bohr-Werkzeuges! Entscheidend für die Qualität des "Langlochs" ist nicht die Schnelligkeit oder Drehzahl, sondern der Wechsel zwischen steiler und flacher Bohrerhaltung mit konstantem Anpressdruck, der raffiniert zum Fräsvorgang mutiert! Gegen Ende des Fräsens muss der ungefähr in einem Winkel von 10 - 20 ° flach gehaltenene Bohrer wieder schnell "versteilt" werden, damit nicht zuviel Material an der Hakenecke abgetragen wird und der Resthaken evtl. seine Stabilität und "Kneiffähigkeit" verlieren könnte!

                                              

Beim Ausfräsen des Langlochs quillt  einiges Material büschel- oder flusenartig heraus und beeinträchtigt etwas die Sicht auf die Fräslinie; deshalb muss der Abtrag zwischendurch evtl.  mit langsamerer Drehzahl  auf jeden Fall aber zum Schluss komplett entfernt werden. Also, immer schön die Linie halten, nicht wackeln und dann ordentlich verputzen!

Bild 9 + 10: In der Zusammenfassung wird uns noch einmal der stufenförmige Ablauf von der Einstiegbohrung bis hin zum fertig gefrästen Langloch gezeigt. Nach dem Verputzen des Bohr-/Fräsbereiches ist der Resthaken für die Einführung der wahlweise gekürzten Kupplungsschäfte bereit!             

                                   

Liebe MoBa-Freunde, bevor wir mit dem Verschweißen von Resthaken und gekürztem Schaft in die "heiße Endphase" der HEKU-Entstehung eintreten, schlage ich eine kleine Erholungspause vor und verabschiede mich für einen kurzen Moment! -

"Dieses war der erste Streich und der zweite folgt sogleich!" (W.Busch)

Schaut doch gleich in den Ratgeber Nr. 38 rein, es geht "heiß" her!

 

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden