Wie kommen Überraschungspaket zustande ??

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Wir sind seit 1988 im Restpostenhandel tätig und sind u.a. Zulieferer von Rest-und Sonderpostenmärkte in ganz Europa, d.h. wir haben täglich damit zu tun. Wie kommt die Ware zustande und wo kommt sie her ?

Alle Discounter, C&C Märkte, Versandunternehmen, Baumärkte mitsamt deren ihren Zulieferanten verfügen ständig über unvorstellbare Restmengen von Waren. Eine Sparte davon sind die sogenannten ' RETOUREN'. Dies sind alles die Sachen die grösstenteils der Endverbraucher schon in die Finger gehabt hat und aus irgendeinem Grund zurückgeschickt hat. Alleien ein grosser Discounter in Deutschland hat ständig 20.000 Paletten solcher Ware am Lager!!  Diese Warensendungen beihalten aber auch Artikel die schon jahrelang in irgendeinem Lager rumlagen, Artikel die ausgelistet sind, nicht verkaufte Artikel usw. Diese werden gesammelt und  LKW-weise oder uaf Kontrakt  an ein Netz von Aufkäufern für billiges Geld verhökert (Palettenpreis zwischen EUR 10 und EUR 80,- je nach Art der Artikel). Diese widerum verteilen diese Ware an Distributoren, die die Ware aussortieren. Zu denen kommt dann z. B. der eBay Händler der dann im Monat 2, 3 oder mehr Paletten aufkauft. Nach unserer Recherche gibt es ca. 3000 solcher Distributoren allein in Deutschland. Die 'gute Ware' wird dann aussortiert und einzeln angeboten, alles andere was sich nicht lohnt wird dann in die 'Überraschungspakete' gepackt und erstmal schön geredet. Damit man selbst sich als 'unschuldig' hinstellen kann (und damit aus der Verantwortung) wird dann bekannt gegeben das die Pakete ja schon vorgepackt sind und man keinen Einfluss auf den Inhalt hat. Letztendlich ähnelt das ganze mehr einem Glücksspiel als einem seriösen Verkauf.

Wir haben einmal einen solchen Posten angekauft (4 LKW mit 104 Paletten (wurde uns allerdings als Neuware in OVP angeboten), die uns gezeigten Musterpalleten waren auch alle o.k.. Anzahlung geleistet (9000,- EUR), Als es zwei Wochen später zum Verladen kam, stellte sich heraus - ALLES RETOURWARE und SCHROTT. Resultat:

Anzahlung, Anwaltskosten, gerichtliche Schadensersatzzusprechung - insgesamt 35.000,- € in den Sand gesetzt, da der Laden zwischenzeitlich Insolvenz angemeldet hat. Die beiden Geschäftsführer anschliessend rechtskräftig wegen arglistiger Täuschung und Betrug zu 6 Monaten bzw. 1 Jahr verurteilt worden. Beide die eidesstattliche abgegeben - auch nichts zu holen !

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